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Gieba

Gieba
Einheitsgemeinde Saara
Koordinaten: 50° 55′ N, 12° 29′ O50.914444444412.4772222222220Koordinaten: 50° 54′ 52″ N, 12° 28′ 38″ O
Höhe: 220–240 m ü. NN
Einwohner: 80
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Podelwitz
Postleitzahl: 04603
Vorwahl: 034493
Karte

Gieba in der Einheitsgemeinde Saara

Gieba ist seit dem 1. Januar 1996 Ortsteil der thüringischen Gemeinde Saara im Landkreis Altenburger Land. Davor gehörte es zur Gemeinde Podelwitz-Gieba. Bekannt ist vor allem das hier befindliche älteste Fachwerkhauses des Altenburger Landes.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Dorf liegt etwa acht Kilometer (Luftlinie) südsüdwestlich der Kreisstadt Altenburg und etwa vier Kilometer südöstlich von Saara sowie ebenfalls vier Kilometer nordöstlich der nächstgelegenen Stadt Gößnitz.

Angrenzende Orte sind im Uhrzeigersinn nördlich die Ortslage Mockzig des Ortsteiles Ehrenberg der Stadt Altenburg, Großmecka im Osten, Runsdorf südlich und Podelwitz westlich.

Geschichte

Gieba wurde als slawische Rodungssiedlung gegründet und erinnert noch heute daran. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort um 1200 als Chiowe, rund 50 Jahre später als Kyowe oder Kybwa bezeichnet. Der Ortsname stammt von dem altsorbischen Kyi, was so viel wie Stock bedeutet. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1445 bezeugen, dass der Ort damals aus 12 Gehöften bestand. Im Jahr 1837 lebten in dem Ort 127 Menschen,[1] ungefähr 100 Jahre später, 1939 waren es 134, 12 weniger als sechs Jahre zuvor.[2] Der Dorfteich wurde zu DDR-Zeiten als Deponie verwendet und so erfolgte die Rekultivierung durch den Schmöllner Verein naterger e.V..[3] Ebenfalls zu DDR-Zeiten als die Gemeinde zum Kreis Schmölln gehörte wurde eine LPG mit Jungviehanlage gegründet, die heute noch existiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gieba besitzt eine mittelgroße barocke Kirche aus dem Jahre 1729, die vom Baumeister Küntzel aus Taltitz/Vogtland stammt. Sie beherbergt Grabdenkmäler aus den Jahren nach 1585 für die Familie von Rußwurm.[4] Als Besonderheit schließt sich südlich des Kirchenschiffes ein Nebentürmchen an. Die Kirche besitzt drei Glocken aus den Jahren 1463 und 1718, die 1995 erneuert wurden.

Zur Geschichte der Kirchenglocke existiert eine Sage, wonach die Glocke während der Plünderungen der Hussiten 1430 auf mystische Weise selbst verschwand und erst von einem Schwein wiedergefunden wurde.[5]

Der Ort ist auch wegen des dort befindlichen ältesten erhaltenen Ständerbauwerkes im Landkreis Altenburger Land weit über die Landkreisgrenzen bekannt. Es wurde 1564 beziehungsweise 1565 erbaut und durch eine dendrochronologische Baualtersuntersuchung nachgewiesen. Das Gefache des Gebäudes ist 2,80 Meter breit und besteht aus durchgehenden Ständern von der Schwelle bis zum Dachbalken, außerdem ähneln die Kopfbänder einem Lebensbaum.[6]

Einzelnachweise

  1. Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Sachsen-Altenburg Seite 95
  2. verwaltungsgeschichte.de
  3. natergerev.de
  4. Georg Piltz Kunstführer durch die DDR, Verlag für populärwissenschaftliche Literatur, Leipzig 1969
  5. gemeinde-saara.de Sage der Glocke
  6. Andreas Klöppel, Dieter Salamon: Altenburger Vierseithöfe - Landbaukunst in der Kornkammer Thüringens. IGB, Lilienthal 2008, ISBN 978-3-9810618-3-3
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