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| Gitarre | |
|---|---|
| engl.: guitar, ital.: chitarra, griech.: ÎșÎčΞΏÏα, (Kithara), abgeleitet von dem persischen: Setar âDreisaiterâ), franz.: guitare | |
| Klassische Gitarre | |
| Klassifikation | Chordophon (Kasten-Halslaute) Zupfinstrument |
| Tonumfang | |
| Klangbeispiel | Tonleiter auf einer Konzertgitarre |
| Verwandte Instrumente | Hawaiigitarre, Ukulele, Resonatorgitarre (Dobro), Cister, Laute, Banjo, Mandoline |
| Musiker | |
| Liste von Gitarristen Kategorie:Gitarrist | |
Die Gitarre (von griechisch ÎșÎčΞΏÏα, ursprĂŒnglich die Kithara[1], ein leierartiges Instrument) ist ein Musikinstrument aus der Familie der Kastenhalslauten, hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument, von der Spieltechnik her ein Zupfinstrument.
Hinsichtlich der Tonerzeugung wird zwischen akustischen und elektrischen (E-)Gitarren unterschieden. Dieser Artikel enthÀlt den Schwerpunkt akustische Gitarren und Gemeinsamkeiten.
Inhaltsverzeichnis |
Eine Gitarre ist in drei verschiedene Teile untergliedert:
WĂ€hrend spezielle Formen der Gitarre (besonders spezielle E-Gitarren) quasi keinen Korpus und/oder keinen Kopf besitzen, ist allen Gitarren der Hals gemeinsam. Eine minimale Gitarre hat ausschlieĂlich einen Hals, ĂŒber dem zwischen Sattel (am Kopf) und Steg (auf dem Korpus) Saiten der Dicke nach geordnet aufgespannt sind.
Bei heutigen Gitarren besteht der Hals meistens nicht aus einem StĂŒck, sondern hat ein aufgeleimtes Griffbrett, ĂŒber das die Saiten laufen. Diese Konstruktion hat zum einen Vorteile fĂŒr die StabilitĂ€t des Halses, zum anderen hat die Wahl der Hölzer fĂŒr Hals und Griffbrett einen erheblichen Einfluss auf den Klang und die Bespielbarkeit der Gitarre.
Bei klassischen Gitarren mit Darm- oder Kunststoffsaiten besitzt ein einfacher massiver Holzhals ausreichend StabilitÀt, um dem Zug der Saiten ohne störende Verformung standzuhalten. Viele Instrumente mit Stahlsaiten, vor allem Western-, beziehungsweise Steelgitarren und E-Gitarren, sowie ganz besonders E-BÀsse, besitzen jedoch noch einen in den Hals eingelassenen einstellbaren Halsspannstab (auch truss rod oder Trussrod). Dieser liegt etwa in der Mitte des Halses in einem gebogenen Kanal und bewirkt eine Vorspannung des Halses entgegen der Saitenzugspannung.
Typische Gitarren haben auf dem Hals BĂŒnde. Diese helfen, die Saite beim Greifen zu verkĂŒrzen, um einen bestimmten Ton beim Anschlagen zu erzeugen. Jedes BundstĂ€bchen entspricht dabei einem Halbtonschritt. UrsprĂŒnglich bestanden die BĂŒnde aus Darm, spĂ€ter wurden sie auch aus Elfenbein oder Silber gefertigt. Moderne GitarrenbĂŒnde werden meist aus Neusilber gefertigt.[2] BĂŒnde aus festen Materialien sind unverrĂŒckbar in das Griffbrett eingelassen. Diese Bauweise erlaubt es eigentlich nicht, Zwischentöne zu erzeugen. Mit geeigneten Spieltechniken wie zum Beispiel Ziehen (Bending), Bottleneck (beziehungsweise Slide) ist aber auch das möglich.
Der Hals ist je nach Art der Gitarre am Griffbrett flach oder gewölbt, breit oder schmal. Hierbei haben klassische Gitarren eher einen breiten und flachen Hals, Stahlsaitengitarren eher schmale und gewölbte HÀlse.
Am Ende des Halses befindet sich der Sattel. Am verbreitetsten sind SĂ€ttel aus Kunststoff und aus Knochen. Sie werden entweder in eine in das Griffbrett gefrĂ€ste Nut eingelassen oder an das Ende des Griffbretts geleimt. KunststoffsĂ€ttel werden industriell hergestellt und sind daher preiswerter. Bei KnochensĂ€tteln wird zwischen zwei verschiedenen Materialien unterschieden: zwischen ausgekochten und nahezu weiĂen, gebleichten KnochensĂ€tteln und sogenannten FettsĂ€tteln, die aus nichtausgekochtem, ungebleichtem Rinderknochen bestehen. Letztere sorgen aufgrund des im Knochen verbliebenen Fettanteils fĂŒr eine Schmierung in den Sattelkerben, was ein Festklemmen der Saiten erschwert. FettsĂ€ttel haben aufgrund ihrer Naturbelassenheit eine leicht gelbliche FĂ€rbung. Aufgrund guter Verarbeitbarkeit und Schmiereigenschaften werden auch verschiedene Kunststoff-Graphit-Mischungen fĂŒr die Herstellung von GitarrensĂ€tteln verwendet.
Am Ende des Halses befindet sich der Kopf/die Kopfplatte, an der das eine Ende der Saiten an den Wirbeln befestigt ist. Mittels der Stimmmechanik (ĂŒbersetzte Wirbel) werden die Saiten gespannt und durch Regulierung der Spannung gestimmt. Der notwendige Druck auf den Sattel entsteht dabei durch die Abwinkelung der Saiten gegenĂŒber dem Hals. Je nach Bauform wird diese Abwinkelung entweder durch die Abwinkelung der Kopfplatte oder durch andere geeignete MaĂnahmen wie zum Beispiel Saitenniederhalter oder âgestaggerteâ Mechaniken (zum Ende der Kopfplatte niedriger werdende Wirbel) erzielt.
Spezielle Bauformen von Kopfplatten gibt es vor allem bei manchen neueren E-Gitarren. So gibt es beispielsweise KlemmsĂ€ttel, bei denen die Saiten am Sattel arretiert werden, um besonderes in Verbindung mit Vibratosystemen eine bessere StimmstabilitĂ€t zu erzielen. Noch extremer ist der komplette Verzicht auf eine Kopfplatte. In beiden FĂ€llen werden die Wirbel durch Stimmmechaniken am Steg ergĂ€nzt oder ersetzt. Das heiĂt, die eigentliche Stimmfunktion wandert an das andere Saitenende auf dem Korpus.
Der Korpus ist je nach Bauform der Gitarre stark unterschiedlich ausgeprÀgt. Bei akustischen Instrumenten (im Gegensatz zu elektrischen) besteht er meistens aus einem leichten hölzernen Resonanzkörper, bestehend aus Boden, Zargen und Decke. Die Decke besitzt dabei ein meistens kreisrundes Schallloch. Es gibt jedoch, vor allem im Bereich der E-Gitarren, noch zahlreiche andere Bauformen wie zum Beispiel Halbresonanz-Gitarren und Solidbody-Gitarren (ohne Hohlkörper).
Auf dem Korpus befindet sich der Steg. An diesem ist das andere Ende der Saiten befestigt, oder â zumeist bei elektrischen Gitarren â unterhalb davon an einem Saitenhalter. Auch fĂŒr den Steg gibt es zahlreiche unterschiedliche Bauformen mit unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten fĂŒr Saitenlage, exakte Mensur einzelner Saiten oder auch mit Sonderfunktionen (zum Beispiel Tremolo-Hebel â eigentlich Vibrato).
Gitarren gibt es in unterschiedlicher GröĂe und Mensur. So gibt es unter anderem Kindergitarren und auch speziell fĂŒr kleinere Menschen angefertigte Instrumente wie zum Beispiel sogenannte Frauengitarren, die unter anderem von KĂŒnstlern wie Prince gespielt werden.
Beim Bau der Gitarre werden fĂŒr den Korpus und den Hals traditionell Hölzer verwendet. Jedoch kommen auch hier vereinzelt andere Materialien, wie zum Beispiel Metall, Verbundwerkstoffe oder Carbon, zum Einsatz. Kleinteile wie die Stegeinlage bestehen je nach Preisklasse ebenfalls aus verschiedenen Materialien, z. B. Kunststoff, Horn, Holz oder gar Elfenbein. Die Mechanik kann je nach Fabrikat (teilweise) aus Holz, Kunststoff oder veredelten Metallteilen bestehen.
Bei den Hölzern werden in der Regel spezielle Klanghölzer verwendet, die beim Gitarrenbau je nach Art und Eigenschaften in unterschiedlichen Kombinationen verwendet werden. Es gibt dabei drei Klassen von (Akustik)-Gitarren: Bei der einfachsten sind Decke und Boden aus furniertem Sperrholz. Diese Bauweise ist kostengĂŒnstig herzustellen und darĂŒber hinaus weniger anfĂ€llig fĂŒr Risse, allerdings ist die KlangqualitĂ€t in der Regel geringer als bei Gitarren aus Massivhölzern. Oft fallen die sogenannten Wandergitarren in diese Kategorie. Die nĂ€chste Stufe hat eine Decke aus massivem Holz, und die von der KlangqualitĂ€t her beste Stufe (in der Preisklasse ab ca. 700 âŹ) ist vollmassiv zusammengebaut. Besonders farbig lackierte Instrumente bestehen meist aus Holz dritter Wahl, weil der Lack die Fehler kaschiert.
Eine Kindergitarre ist eine normale akustische Gitarre, die fĂŒr die unterschiedlichen KörpergröĂen der Heranwachsenden maĂstabsgetreu verkleinert in drei bis vier unterschiedlichen GröĂen gefertigt werden. Die GitarrengröĂe richtet sich nach der KörpergröĂe und der ArmlĂ€nge. Der Hals mit dem Griffbrett ist etwas schmaler und dĂŒnner, damit eine Kinderhand den Hals umfassen und die Saiten ohne Behinderungen greifen kann. Auch hat sie eine tiefe Saitenlage und ist nicht mit Stahlsaiten besaitet, um den Fingerdruck zu entlasten.[3]
Allgemein haben Flamenco-Gitarren dĂŒnnere Decken, Böden und Zargen, sie sind flacher und insgesamt leichter gebaut. Böden und Zargen werden oft aus sehr leichtem Holz hergestellt, beispielsweise Zypresse, Decken auch aus Zedernholz. Um Gewicht zu sparen verzichtet mancher Flamenco-Gitarrenbauer selbst auf die Mechanik und begnĂŒgt sich mit Wirbeln wie sie bei Geigen ĂŒblich sind. Ihr Klang ist in den oberen Lagen stĂ€rker, spricht schnell an und klingt schnell aus. Dies unterstĂŒtzt den harten und brillanten Charakter des Flamencospiels, der sich gegen die anderen perkussiven Elemente dieser Musik durchsetzen können muss. Die Saitenlage ist traditionell eher niedrig, wodurch durchaus erwĂŒnschte perkussive NebengerĂ€usche entstehen. Da Flamenco-Gitarristen jedoch heute oft einen konzertanten Stil pflegen, wird mitunter eine höhere Saitenlage verlangt. Don Antonio de Torres (1817â1892) gilt als erster Erbauer spezieller Flamenco-Gitarren (um 1867).
Speziell Flamenco-Gitarren sind oft mit einem Golpeador bestĂŒckt, einer dĂŒnnen Kunststoffschicht, die das Schallloch von drei Seiten umgibt und die Gitarrendecke vor BeschĂ€digungen schĂŒtzen soll, z. B. bei Verwendung der perkussiven Technik Golpe. Ein Golpeador kann auch nachtrĂ€glich an einer Gitarre angebracht werden.
Es reicht meist nicht, bei einer normalen Gitarre die Saiten âverkehrtâ aufzuziehen. Ein nachtrĂ€glicher Umbau ist oft unbefriedigend. Einige wenige Hersteller bauen spiegelbildlich gestaltete Modelle, bei denen ggf. selbst die Schlagbretter und Cutaways (die das Spielen in den höchsten Lagen erleichtern sollen) stimmen.
Gute Gitarren werden heute nicht symmetrisch gebaut. Die Stegeinlage ist schrĂ€g angeordnet, um den Ton auf den hohen BĂŒnden oktavrein zu halten. So haben die tiefen Saiten - bedingt durch ihre gröĂere Amplitude und die höhere Stegeinlage - eine gröĂere SchwingungslĂ€nge als die hohen, dĂŒnneren Saiten. WĂŒrde man auf einer Gitarre die Saitenlage lediglich umdrehen, wĂŒrde durch den schrĂ€gen Steg die Oktavunreinheit verstĂ€rkt. Die Einkerbungen im Sattel werden entsprechend der Saitendicke unterschiedlich ausgefĂŒhrt. Die Deckenverleistung im Inneren ist gewöhnlich den statischen und akustischen Anforderungen entsprechend asymmetrisch konstruiert.
Heutzutage bieten die meisten groĂen Hersteller von elektrischen Gitarren und Stahlsaitengitarren auch spezielle LinkshĂ€nder-Gitarren an. Aufgrund der geringeren Nachfrage und des gesteigerten Produktionsaufwandes sind sie allerdings zehn bis 30 Prozent teurer als RechtshĂ€nder-Gitarren des gleichen Modells. Es werden zudem nur einige wenige Modelle aus der Modellpalette auch als Linkshand-Version angeboten. In den meisten MusiklĂ€den finden sie sich deshalb auch nur in geringer StĂŒckzahl oder ĂŒberhaupt nicht. Die Tatsache, dass es ĂŒberhaupt LinkshĂ€nder-Gitarren gibt, stellt eine Eigenheit dieser Instrumentengattung dar. In der E-Musik findet man bisweilen Streicher, die ihren Bogen mit der linken Hand halten und entsprechende Instrumente spielen. DarĂŒber hinaus gibt es viele LinkshĂ€nder; populĂ€re Beispiele sind in der U-Musik z. B. Dire-Straits-Gitarrist Mark Knopfler, Blueslegende Gary Moore oder Oasis-Gitarrist Noel Gallagher, die ganz normale RechtshĂ€nder-Gitarren spielen und sie auch wie RechtshĂ€nder bedienen (die Anschlaghand ist die rechte, die Greifhand die linke).
Die zwölfsaitige Gitarre wird Ă€hnlich gestimmt wie die sechssaitige Gitarre. Zu den Saiten E, A, D und G kommt hier jedoch jeweils eine Oktavsaite, die H-Saite und die hohe E-Saite werden durch gleichgestimmte Saiten gedoppelt (Schema: eE aA dD gG hh ee). Die sechs so entstandenen Saitenpaare werden Chöre genannt. Durch sie ergibt sich ein vergleichsweise volleres Klangbild (Chorus-Effekt) als das einer sechssaitigen Gitarre. Zwölfsaitige Gitarren bespannt man ausschlieĂlich mit Stahlsaiten, da Nylon- oder Darmsaiten fĂŒr die enge Positionierung zu weit ausschwingen wĂŒrden.
Die Oktavsaiten sind dĂŒnner als die zugehörigen ânormalenâ Saiten und neigen im Vergleich zu diesen eher zum ReiĂen. AuĂerdem ist das Stimmen einer zwölfsaitigen Gitarre zeitaufwendiger und anspruchsvoller als das Stimmen einer sechssaitigen Gitarre. Der geringen StimmstabilitĂ€t der zwölfsaitigen Gitarre wegen spielen einige Musiker, wie z. B. Albert Lee, bei Aufnahmen manchmal eine sechssaitige Gitarre und simulieren den angestrebten â12er-Soundâ durch das hinzu gemischte Spiel auf einer weiteren sechssaitigen Gitarre, die nur mit den zusĂ€tzlichen Saiten der zwölfsaitigen/sechs-chörigen Gitarre bezogen ist.
Bekannte Interpreten, die hauptsÀchlich zwölfsaitige Gitarren verwenden, sind Leo Kottke, Melissa Etheridge, Roger McGuinn oder Robbie Basho.
Zur Erweiterung des Tonumfanges werden Gitarren mit sieben, acht, zehn oder mehr Saiten gebaut.
Auch historische Zupfinstrumente (z. B. Pandora oder OrpherĂ©on) verfĂŒgten zuweilen ĂŒber mehr als sechs Saiten, in der Regel doppelchörig besaitet. Seit dem 19. Jahrhundert werden gezielt einchörige Instrumente mit mehr als sechs Saiten verwendet. Bekannte Beispiele sind der siebensaitige Heptachorde und der zehnsaitige DĂ©cachorde des französischen Gitarrenbauers RenĂ© François LacĂŽte, fĂŒr die die zeitgenössischen Gitarristen Ferdinando Carulli und NapolĂ©on Coste eigene Lehrwerke verfassten.
Bekannte Interpreten auf Gitarren mit erweitertem Tonumfang sind:
Eine Sonderform ist mit einem zweiten Griffbrett und dem dazugehörigen Schallloch in der Korpusdecke ausgestattet. Damit können entweder unterschiedliche Bespannungen (z. B. Darm- und Stahlsaiten) oder verschiedene offene Stimmungen bespielt werden, ohne das Instrument wechseln zu mĂŒssen. Auch ist es möglich, einen der HĂ€lse fĂŒr eine zwölfsaitige Bespannung auszulegen. Instrumente mit einem dritten Hals sind selten, aber ebenfalls schon realisiert worden.
Auch die Kontragitarre verfĂŒgt ĂŒber zwei HĂ€lse, wobei jedoch nur eines mit Griffbrett ausgestattet ist, wĂ€hrend auf dem zweiten freischwingende Bassseiten angebracht sind.
Der KĂŒnstler GĂŒnther Beckers entwickelte eine Doppelhalsgitarre mit normaler und Quintbassbespannung, jeweils erweitert um eine siebte Saite. Der Gitarrenbauer Konstantin Hirsch konstruierte und baute das Instrument. Die Gitarre ist neben den normalen Stimmungen speziell gebaut fĂŒr "Das Buch der Stimmungen" fĂŒr Gitarre des KĂŒnstlers und ein Unikat. Er gab ihr den Namen: g#b. Sie ist zu sehen im KĂŒnstlermuseum Beckers ° Böll, Aachen.
Siehe Hauptartikel: Das Stimmen einer Gitarre
Die sechs verschieden dicken Saiten der traditionellen Gitarre sind meistens auf E â A â d â g â h â eâ gestimmt (Standardstimmung). Jede Saite klingt somit eine Quarte, das heiĂt fĂŒnf Halbtonschritte, höher als die darĂŒber liegende Saite. Eine Ausnahme ist die h-Saite, die eine groĂe Terz und damit vier Halbtonschritte höher als die darĂŒber liegende g-Saite klingt. Es gibt verschiedene MerksprĂŒche fĂŒr die Standardstimmung, wobei die bekanntesten lauten:
Diese Stimmung ist erst seit der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts gebrĂ€uchlich. Gelegentlich werden auch eine oder mehrere Saiten der Gitarre auf andere Töne gestimmt. Eine solche verĂ€nderte Stimmung nennt man Skordatur. HĂ€ufige Skordaturen in der klassischen Gitarrenmusik sind D â A â d â g â h â eâ oder seltener D â G â d â g â h â eâ. Um Renaissancelautenmusik auf der Gitarre zu spielen, wird oft die Skordatur E â A â d â fis â h â eâ verwendet, da so die Intervalle zwischen den Saiten die gleichen sind wie zwischen den ersten sechs Chören der Renaissancelaute.
Daneben werden in der nichtklassischen Musik Skordaturen verwendet, bei denen die leeren Saiten einen einfachen Akkord ergeben. Solche Skordaturen werden offene Stimmungen (open tunings) genannt. Ein bekanntes Beispiel hierfĂŒr ist das StĂŒck Das Loch in der Banane von Klaus Weiland. Durch das Mitschwingen der leeren Saiten erhĂ€lt die Gitarre einen volleren Klang. Wichtige offene Stimmungen sind:
Die Stimmung D â A â d â g â h â eâ wird als Dropped D-Stimmung manchmal auch zu den offenen Stimmungen gezĂ€hlt, obwohl die leeren Saiten keinen einfachen Akkord ergeben.
In irischer Musik wird gerne die so genannte modale Stimmung D â A â d â g â a â dâ verwendet, und man spielt Harmonien, deren Klanggeschlecht (Dur/Moll) nicht bestimmt ist, da die Terz fehlt.
Weit seltener als sechssaitige sind Gitarren mit sieben, acht oder zehn Saiten. Die recht hĂ€ufige zwölfsaitige Gitarre besitzt zum herkömmlichen EADGHE-Saitensatz sechs Saitenpaare. Die vier tiefen Saiten (E, A, d und g) werden um höher gestimmte Oktavsaiten und die zwei hohen Saiten (h und eâ) um gleich gestimmte Saiten ergĂ€nzt. Die so entstehenden, jeweils eng nebeneinander liegenden Saitenpaare werden zusammen gegriffen bzw. angeschlagen. So wird ein volleres Klangbild als bei der sechssaitigen Gitarre erzielt, durch minimale Verstimmungen der Doppelsaiten gegeneinander und der daraus resultierenden Phasenschwingungen ergibt sich ein sphĂ€risch klingender Chorus-Effekt.
| Saiten |
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Grifftabelle fĂŒr einfache Akkorde: Siehe Gitarrengriff
Instrumente wie die Gitarre waren bereits vor 5000 Jahren in Gebrauch. Ein der europĂ€ischen Laute Ă€hnliches Instrument ist bereits auf einem Relief aus dem Tempel des Hammurapi (1792â1750 v. Chr.) von Babylon zu finden. Ăgyptische Zeichnungen zeigen Frauen, die Instrumente wie eine Gitarre aus der Zeit der Pharaonen spielen.[6] Der Name Gitarre wurde aus dem Spanischen (âguitarraâ) entlehnt und geht ĂŒber Arabisch âqÄ«áčŻÄraâ letztlich auf das altgriechische Wort âÎșÎčΞΏÏαâ (Kithara) zurĂŒck. Jedoch gehört dieses Instrument wie die Lyra zu den Leiern der griechischen Antike und ist eher ein VorlĂ€ufer der Zither oder des Psalters. Gemeinhin wurde das Instrument auch als al-Oud (arab.ŰčÙŰŻ:âdas Holzâ) bezeichnet woraus sich das mittelalterliche Wort âLauteâ ableitet. Zumindest lĂ€sst sich auch ĂŒber die Wortgeschichte darauf schlieĂen, dass es die Mauren waren, die vor dem 10. Jahrhundert den Oud, der zu dieser Zeit auch noch Barbat genannt wurde, nach Spanien brachten.
Die spanische Vihuela aus der Renaissance ist die Vorform der heutigen Gitarre. Sie hat einen schmalen Korpus und eine Wirbelplatte.
Es wird vermutet, dass die UrsprĂŒnge der Gitarre auf eine Weiterentwicklung von Instrumenten, die Ă€hnlich wie ein Monochord (links) funktionieren zurĂŒckgehen. Solche Instrumente sind sehr wahrscheinlich aus einem einfachen Pfeil und Bogen entstanden.[7] Es gibt Höhlenzeichnungen in SĂŒdfrankreich (ca. 14.000 v. Chr.),[8] welche vermutlich einen Musiker zeigt, der seinen Mundraum fĂŒr einen so genannten Mundbogen als Resonanzkörper verwendet (Ă€hnlich einer Maultrommel).[9] Diese Vermutung stĂŒtzt sich jedoch lediglich darauf, dass Ă€hnliche Instrumente wie das Berimbau (rechts) noch heute im Einsatz sind, und es zwischen solchen rudimentĂ€ren Saiteninstrumenten und anderen gitarrenĂ€hnlichen Instrumenten wie z. B. der tĂŒrkischen Saz (rechts) oder der indischen Sitar, abgeleitet von dem persischen: Setar (âDreisaiterâ), ein iranisches Musikinstrument, Setar ( se= drei, tar= Saite), einen fast nahtlosen Ăbergang gibt.[10] Wann und wo zum ersten Mal auf einer echten VorgĂ€ngerin der Gitarre gespielt wurde, ist jedoch ungewiss. Abbildungen aus Mesopotamien und Ăgypten von Saiteninstrumenten mit einem Hals sowie einem Resonanzkörper weisen jedoch auf einen Ursprung in den frĂŒhen Hochkulturen hin.
Die Alten Griechen spielten auf Leiern (Jochlauten). Erst in hellenistischer Zeit verwendeten sie auch Lauten, deren Saiten sich im Unterschied zu den Leiern mit den Fingern an einem Griffbrett verkĂŒrzen lieĂen. Die Leiern bestanden aus einem Schallkörper, der nach oben in zwei seitliche Arme auslief, welche mit einem Querholz verbunden waren. In den so gebildeten Rahmen wurden die Saiten gespannt.
Das Leierinstrument erfreute sich, nach der Eroberung Griechenlands von dort importiert, im römischen Reich groĂer Beliebtheit. Aber auch Saiteninstrumente mit Resonanzkasten und Hals waren in Gebrauch und machten sogar einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung. Der ursprĂŒnglich lĂ€ngs ĂŒber den gesamten Resonanzkörper hinweg gehende Hals wurde nĂ€mlich stattdessen an den Körper angesetzt, wie es bei heutigen Gitarren auch noch der Fall ist. Diese Instrumente wurden hauptsĂ€chlich von der Unterschicht gespielt, also auch den Soldaten, die das Instrument wĂ€hrend der Punischen Kriege (264â146 vor Christus) nach Spanien brachten. Hier grenzt sich der Begriff Kithara jedoch von seiner griechischen Bedeutung ab und bezieht sich von nun an nicht mehr auf die ursprĂŒngliche Jochlaute.
Das Berimbau, ein sĂŒdamerikanischer Musikbogen
Afrikanischer Mundbogen
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Durch den Einfluss des Christentums Ă€nderten sich auch die Anforderungen an die Instrumente. Besonders die Entstehung der Mehrstimmigkeit forderte eine Weiterentwicklung der Bauform. Der Resonanzkörper wurde nun vorwiegend aus Brettchen zusammengeleimt und die Seitenteile nach auĂen gebogen, um dem Druck, der durch den angesetzten Hals ausgeĂŒbt wurde, standhalten zu können. AuĂerdem hatten die Instrumente keinen bauchigen Körper mehr, sondern einen zunehmend flachen, wie wir es von den heutigen Gitarren her kennen.
Zwar waren diese Instrumente auch im ĂŒbrigen Europa bekannt, doch wurden sie hauptsĂ€chlich in Spanien verwendet. Seit dem Jahr 711 herrschten dort die Mauren, welche aus ihrer Heimat ein bereits voll ausgereiftes Instrument, die arabische Laute (arab.: al-oud, âHolzâ) (links), mitbrachten, welche ohne BĂŒnde gespielt wird. Aus dem Oud entwickelte sich in Ă€hnlicher Bauweise die Renaissancelaute (links) mit BĂŒnden. (Kordeln aus Darm oder Ă€hnlich festem Material wurden im richtigen Abstand um den Hals âgebundenâ). Die Spanier entwickelten aus ihr die Vihuela (rechts),[11] welche die gleiche Besaitung, aber einen flachen Körper hat. Diese wurde bis zur heutigen Gitarre weiterentwickelt.
Die Musik des 17. Jahrhunderts ist zum groĂen Teil in Form von Tabulaturen ĂŒberliefert. Als jedoch in der Barockzeit die Gitarrenmusik akkordbetonter wurde, schaffte nur die Guitarra die nötigen baulichen Anpassungen; die Vihuela starb aus. Auch diese Entwicklung vollzog sich auf spanischem Boden, mit geprĂ€gt durch Gaspar Sanz und seine Gitarrenschule (InstrucciĂłn de mĂșsica sobre la guitarra española), und so wurde die Gitarre mit der Zeit als Guitarra española â nun fĂŒnfchörig â bezeichnet.
Mit dem Fortschreiten des Barock tendierte die Spielweise wieder vom rasgueado, dem Schlagen von Akkorden, zum kontrapunktischem Spiel, dem punteado, bis ein endgĂŒltiger Bruch schlieĂlich in die FrĂŒhklassik mĂŒndete. WĂ€hrend dieser Zeit Ă€nderte sich die Besaitung der Gitarre stĂ€ndig, da nun die Melodie, als tragendes Element, in den Vordergrund trat und viel experimentiert wurde, um neue Erfahrungen zu gewinnen.
Kurz vor 1800 fand eine Art Ringtausch zwischen Mandora und Gitarre statt. Die Gitarre, die als Barockgitarre rĂŒcklĂ€ufig gestimmt worden war (reentrant tuning: e' â h â g â d' â a), ĂŒbernahm die sechste Saite und die Stimmung der Mandora (e' â h â g â d â A â G, spĂ€ter auch e' â h â g â d â A â E). Die Mandora dagegen ĂŒbernahm von der Gitarre die inzwischen eingefĂŒhrte Besaitung mit einzelnen Saiten statt Chören. Ein spĂ€ter Erbe dieser Entwicklung auf Seiten der Mandora war die so genannte Gitarrenlaute.
Auf diese Weise wandelte sich die fĂŒnfchörige Barockgitarre zur sechssaitigen Gitarre des 19. Jahrhunderts, mit einer robusteren und im Vergleich zu den vielen Verzierungen der Barockgitarre funktionaleren Bauweise. FĂŒr den Klang bedeutsam war der Einbau von Resonanzleisten, welche die Schwingungen auf den gesamten Körper ĂŒbertrugen, so dass die Töne lauter wurden.
Ihre klassische Epoche durchlebte die Gitarre hauptsÀchlich im Wien und Paris. In Wien prÀgte Johann Georg Stauffer das Wiener Gitarrenmodell. SpÀter als in diesen beiden StÀdten bildete sich in London ein weiteres Zentrum der Gitarre europÀischen Ranges aus.
Die Hauptkomponisten fĂŒr das Instrument waren neben anderen in Paris Fernando Sor, Dionisio Aguado, Pierre-Jean Porro und NapolĂ©on Coste (1805â1883) sowie in Wien Mauro Giuliani, Johann Kaspar Mertz und Johann Dubez. In London waren zahlreiche Gitarristen auch aus Deutschland stammend wohnhaft. Die bekanntesten unter ihnen waren Leonhard Schulz, Wilhelm Neuland, Luigi Sagrini (* 1809), Felix Horetzky (1796-1870), Ferdinand Pelzer (1801â1861) und dessen Tochter Catharina Josepha Pratten (1821-1895). Zu den bedeutendsten Gitarrenvirtuosen nach Giulianis Lebenszeit zĂ€hlte Giulio Regondi (1822-1872); er lebte ebenfalls die lĂ€ngste Zeit seines Lebens in London. Schon in der Romantik fĂŒhrten jedoch einige Entwicklungen wieder nach Spanien. Der Gitarrist Francisco TĂĄrrega (1852-1909) beschritt dort mit seinen bis heute ĂŒblichen Griff- und Anschlagtechniken neue Wege. Zur gleichen Zeit vervollkommnete der Gitarrenbauer Antonio de Torres (1817-1892) die Gitarre in Form und Abmessungen, Anordnung der Decken-Verleistung und mechanischen Details.[12]
Zwar gab es im 20. Jahrhundert â auch bedingt durch elektronische Technologien â viele Neuerungen, doch deren Auswirkungen werden sich erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt abschlieĂend beurteilen lassen. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden klassischen Konzertgitarre geblieben.
Lyragitarre um 1800
GrundsĂ€tzlich unterscheidet man zwischen Spieltechniken, die mit der Greifhand oder der Anschlagshand ausgefĂŒhrt werden. Einige Techniken werden in der Praxis auch mit beiden HĂ€nden angewendet, z. B. Tapping.
Die Gitarre wird bei der klassischen Haltung auf dem Oberschenkel auf Schlaghandseite abgestĂŒtzt. Die untere Einbuchtung im Corpus kommt auf dem Oberschenkel der Greifhandseite zu liegen. Der Hals zeigt dann zur Greifhandseite hin. Es ist möglich, mit einem Gitarrenkasten oder mit einer FuĂbank das Bein der Greifhandseite um einige Zentimeter zu erhöhen, damit eine optimale Sitzhaltung erreicht werden kann: Dabei zeigt der Hals etwa im Winkel von 45° nach oben. Alternativ kann der FuĂ der Greifhandseite auf dem Boden bleiben, wenn zwischen dem Auflagepunkt des Gitarrenkorpus und dem Bein der Greifhandseite eine GitarrenstĂŒtze angebracht wird, die somit ebenfalls die Position des Halses erhöht.
Der Ellenbogen der Greifhandseite sollte entspannt und um etwa 90 Grad abgewinkelt sein. Die Schlaghand sollte locker ĂŒber den Bauch der Gitarre hĂ€ngen. Die Greifhand sollte so positioniert werden, dass noch etwas Platz (etwa von der GröĂe eines Tennisballs) zwischen dem Griffbrett und dem Handgelenk ist. Der Daumen sollte auf der RĂŒckseite des Griffbretts etwa in der Mitte aufgesetzt werden. Beim Greifen der Saiten ist in der Regel zu vermeiden, dass die Fingergelenke der Greifhand durchgedrĂŒckt, also entgegen ihrer natĂŒrlichen Abknickrichtung gedehnt werden; diese fĂŒr den AnfĂ€nger möglicherweise anstrengende Handhaltung kann durch etwas Ăbung leicht aufrechterhalten werden, sie ist fĂŒr ein prĂ€zises Spiel und viele Techniken der Greifhand von groĂem Vorteil. Beim Greifen eines âBarrĂ©griffesâ, also beim Greifen mehrerer Saiten mit nur einem Finger, sollte der durchgestreckte Finger nahe am BundstĂ€bchen angesetzt werden.
Die Finger der Schlaghand sollten sich beim Zupfen aus dem Finger-Grundgelenk heraus bewegen, weshalb auch hier auf genĂŒgend Abstand zu den Saiten zu achten ist. FĂŒr das Akkordspiel ohne Plektrum ist es zweckmĂ€Ăig Daumen und Zeigefinger zusammen zu verwenden, wobei sich diese beiden Finger berĂŒhren und die drei restlichen Finger etwas abgespreizt werden, um das Spiel nicht zu behindern.
Die Anschlagshand, bei RechtshĂ€ndern ist es die rechte, ist die âfĂŒhrendeâ Hand. Sie gibt oftmals Rhythmus und Geschwindigkeit vor und produziert die Töne durch Anschlagen der Saiten.
Die Finger der Anschlagshand werden mit p-pulgar (Daumen), i-index (Zeigefinger), m-medio (Mittelfinger), a-anular (Ringfinger) und e-meñique (Kleiner Finger) bezeichnet.
Generell lassen sich fĂŒr die Anschlagshand die Spieltechniken
unterscheiden, die sich jeweils wieder in verschiedene Techniken aufteilen lassen:
Beim Zupfen werden einzelne Saiten mit den Fingern oder einem Plektrum angeschlagen. Auf diese Weise können nicht nur einstimmige Tonfolgen, sondern auch mehrstimmige SĂ€tze gespielt werden. Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen und das Spiel flĂŒssiger klingen zu lassen, wird dabei meistens eine Form des Wechselschlags eingesetzt: Zwei oder mehr Finger schlagen die Saiten abwechselnd an. Eine besondere Form des Wechselschlags ist das Tremolo, bei dem drei oder mehr Finger in schneller Folge hintereinander dieselbe Saite zupfen. Diese Technik ist besonders von der Mandoline her bekannt und ist hĂ€ufig in spanischer und lateinamerikanischer Gitarrenmusik sowie in hĂ€rteren Formen von Heavy Metal zu hören. Man unterscheidet darĂŒber hinaus die Anschlagsarten tirando (span. âschieĂend, ziehendâ) und apoyando (span. âaufstĂŒtzendâ), die die Klangeigenschaften des produzierten Tones verĂ€ndern. Beim tirando-Zupfen wird nur die Saite berĂŒhrt, die gerade angeschlagen wird, beim apoyando-Zupfen kommt der Finger nach dem Anschlag auf der nĂ€chstunteren Saite zu liegen. Eine weitere Form des Zupfens ist der einhĂ€ndige Flageolett-Anschlag, bei dem nach Zupfen der Saite diese sofort wieder mit einem anderen Finger (normalerweise p) abgedĂ€mpft wird. Diese kann man auch bei gezogener Saite spielen, so dass ein pfeifender Ton entsteht â die genaue Funktionsweise des Flageoletts und das Ziehen der Saite wird weiter unten ausfĂŒhrlicher erklĂ€rt.
Vibrato: der greifende Finger wird in einer mehr oder weniger schnellen âZitterbewegungâ leicht hin und her bewegt. Dadurch Ă€ndert sich die Tonhöhe nach oben hin in einer leichten Schwingung. Man unterscheidet dabei das klassische Vibrato (die Vibratobewegung wird parallel zur Saite ausgefĂŒhrt, es entsteht ein eher dezenter Effekt) und das meistens von E-Gitarristen benutzte Vibrato, bei dem Ă€hnlich wie beim Bending (ziehen) die Saite entlang des BundstĂ€bchens periodisch gedehnt und entspannt wird.
Flageolett: eine Technik, um Obertöne einer Saite oder eines gegriffenen Tones zu erzeugen. Durch leichtes BerĂŒhren der Saite an bestimmten Punkten erklingt ein höherer Ton anstatt des eigentlich angeschlagenen Tones. Bei dieser Technik berĂŒhrt ein Finger nur leicht bestimmte Punkte der Saite und verlĂ€sst ganz kurz nach dem Anschlag wieder die Saite. Diese Technik ist nur an bestimmten Punkten der Saite fĂŒr das Flageolett sinnvoll einsetzbar. Bei ungegriffenen Saiten sind diese Punkte:
Flageoletts sind auch an anderen Stellen möglich, sind jedoch je nach Bauart der Gitarre mehr oder weniger leicht darstellbar. Sie bilden dann nicht mehr so klare einzelne Töne, sondern es erklingen MehrklÀnge.
Man unterscheidet:
Hammer-On (auch âAufschlagbindungâ): ein vorher freier Finger schlĂ€gt eine Saite an einem bestimmten Bund schnell auf das Griffbrett. Die Tonerzeugung erfolgt also âklopfendâ durch die Greifhand.
Pull-Off (auch âAbzugsbindungâ): Ein Finger, der vorher einen Ton gegriffen hat, lĂ€sst die Saite schnell los bzw. zupft sie leicht an. Dadurch erklingt der Ton, der an einem tieferen Bund auf dieser Saite gegriffen ist, oder aber der Ton der leeren Saite (= Zupfen mit der linken Hand).
Ziehen (auch âbendingâ ): Man greift eine Saite und zieht oder schiebt diese mit dem greifenden Finger entlang der Bundachse, wodurch der momentan erklingende Ton sich stufenlos dem angepeilten Zielton annĂ€hert, bis dieser schlieĂlich erklingt.
Gleiten (auch âslidenâ oder âGlissandoâ): der Finger gleitet von einem Bund zu einem anderen, wobei die Saite heruntergedrĂŒckt bleibt. Diese Technik wird hĂ€ufig im Blues mit einem Röhrchen, dem Bottleneck gespielt. Dieser steckt auf einem Finger der Greifhand.
Rake: die ersten paar Saiten werden vor dem eigentlichen Ton abgedÀmpft, aber trotzdem mit angeschlagen. Dadurch entsteht ein perkussiver Effekt.
Dead Note auch Ghost-Notes genannt: die/der Finger wird nur leicht auf die Saite(n) gelegt, so dass beim Anschlag der durch die FingerberĂŒhrung gedĂ€mpften Saiten nur ein perkussives GerĂ€usch erzeugt wird. Ein Beispiel dafĂŒr ist in Nirvanas âSmells Like Teen Spiritâ zu hören, oder beim Intro von AC/DC's âBack in Blackâ.
StĂŒcke fĂŒr Gitarre werden sowohl in Noten als auch in Tabulaturen schriftlich festgehalten. Die Noten fĂŒr Gitarre werden im oktavierten ViolinschlĂŒssel notiert, erklingen also eine Oktave tiefer. Die Tabulaturschreibweise, welche die Saiten der Gitarre nachbildet, geht auf die Lautenmusik der Renaissance zurĂŒck. WĂ€hrend klassische GitarrenstĂŒcke bevorzugt in Noten angeboten werden, ist die Tabulatur fĂŒr Musik aus den Bereichen Rock, Pop und Folk populĂ€r. Die Tabulatur wird auch von vielen professionellen Interpreten auf der Gitarre bevorzugt, was sich darin zeigt, dass sie selbst ihre OriginalstĂŒcke in Tabulatur notieren. Dem Gitarrenspieler werden oft beide Variationen (wie im Bild dargestellt) angeboten.
â Hauptartikel E-Gitarre
Im Gegensatz zur akustischen Gitarre werden bei einer elektrischen Gitarre (E-Gitarre) die Saitenschwingungen ĂŒber elektrische ferromagnetische Tonabnehmer (Pick-up) oder ĂŒber Piezokristalle abgenommen und elektronisch verstĂ€rkt. Dies geschieht ĂŒblicherweise mit zur VerstĂ€rkung der E-Gitarre angepassten GitarrenverstĂ€rkern. Der Korpus ist zumeist massiv. AuĂerdem gibt es elektroakustische Gitarren. Dabei handelt es sich um akustische Gitarren mit eingebautem Tonabnehmer. Dadurch kann der Ton wie bei der elektrischen Gitarre ĂŒber einen VerstĂ€rker ausgegeben werden.
Als Urform der Jazzgitarre (auch Plektrum- oder Schlag-Gitarre genannt ) wird das 1923 hergestellte Modell L-5 der Gibson Mandolin-Guitar Manufacturing Company in Kalamazoo/USA angesehen. FĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse wartete die Gitarre mit Besonderheiten auf, die den Standard fĂŒr alle danach gefertigten Instrumente dieses Genres bestimmen sollten. Dies war ein nach Vorbild des Geigenbaus hergestellter Korpus mit gewölbtem Boden und gewölbter Decke (Archtop). Anstelle der sonst runden oder manchmal ovalen Schalllöcher waren zwei F-Löcher in die Decke eingearbeitet. Die Stahlsaiten waren in einem trapezförmigen Saitenhalter aus Metall am unteren Korpusende verankert, welche ĂŒber einen zweiteiligen und damit höhenverstellbaren Steg fĂŒhrten. Der Hals â bis dahin in Höhe des 12. Bundes mit dem Korpus verbunden â gab bei der L-5 volle 14 BĂŒnde frei. Um dem Saitenzug des nun lĂ€ngeren Halses entgegenzuwirken, zog Gibson in einer Nut lĂ€ngs des Halses einen Stahlstab ein, der an seinem Austritt, unter dem Sattel auf der Kopfplatte, ĂŒber eine Gewindemutter noch zusĂ€tzlich verstellbar war. Die Firma hatte lange Zeit ein Patent auf diese Konstruktion.
In der musikalischen Entwicklung verdrĂ€ngte die Jazzgitarre das bis dahin verbreitete Banjo. Es wurde zwar im traditionellen Jazz weiterhin eingesetzt, musste aber mit Anbruch der Swing-Ăra das Feld der âedlerâ klingenden Gitarre ĂŒberlassen, die von da an in keiner Big Band und keinem Tanzorchester fehlen durfte. Problematisch fĂŒr den Gitarristen jener Tage war jedoch die Situation, sein Instrument gegen die vorherrschenden LautstĂ€rken in mittleren und groĂen Orchestern hörbar in Szene zu setzen. Der Instrumentenbau reagierte, indem die Resonanzkörper der Jazzgitarren zunehmend vergröĂert wurden. Von den damals 16" (untere Korpusbreite) der ersten L-5 betrugen die MaĂe gegen Ende der 1930er Jahre 18" bei Gibsons Super 400 und bei einigen Modellen von Epiphone und Stromberg sogar 19". Wirkliche Abhilfe schafften hier die ebenfalls in den 1930er Jahren begonnenen Versuche, die Schwingungen der Stahlsaiten durch elektromagnetische Tonabnehmer zu erfassen und diese von VerstĂ€rkern aus der frĂŒhen Radiotechnik ĂŒbertragen zu lassen. Diese ersten Tonabnehmer wurden entweder freischwebend mittels entsprechender Halterungen zwischen Decke und Saiten platziert oder direkt auf die Decke montiert. Damit war es Jazzgitarristen möglich, neben den Aufgaben in der Rhythmus-Sektion nun auch als Solist aufzutreten. Die erste industriell in Serie gefertigte Jazzgitarre mit fest montiertem Tonabnehmer war die 1936 eingefĂŒhrte Gibson ES-150. Der US-Jazzgitarrist Charlie Christian wurde mit diesem Modell zum Pionier des âblĂ€serartigenâ Spiels (LĂ€ufe, Melodielinien und Soli) auf der elektrisch verstĂ€rkten Gitarre. Er ist besonders in Aufnahmen von 1939 bis 1941 mit Benny Goodmans Combo-Besetzungen zu hören.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ergaben sich weitere VerĂ€nderungen im Bau der Jazzgitarre. Zum Spiel in den oberen Lagen, also aufwĂ€rts des 14. Bundes, musste die angrenzende Korpusflanke stets ĂŒberwunden werden. Als Neuerung wurden Instrumente mit einem âCutawayâ ausgestattet, einer Ausformung an der beschriebenen Stelle in den Korpus, womit die linke Schulter der Gitarre niedriger liegt als auf der rechten Seite. Der so gewonnene Raum gestattet der Greifhand auch oberhalb des 14. Bundes noch bequemes Spiel. Die dem Geigenbau entlehnten Wölbungen des Bodens und der Decke mussten aus entsprechend massiven Holzplanken herausgearbeitet werden, was hohe Handwerkskunst verlangte und deshalb auch sehr zeitaufwendig war. So ging man dazu ĂŒber, Böden, Decken und Zargen aus Sperrholz zu fertigen, die dann in speziellen Pressmaschinen geformt wurden. Die sonst dazu verwendeten Hölzer (meistens Ahorn und Fichte) bildeten nur noch die Ă€uĂere Furnierschicht, so dass der optische Eindruck nach dem Finish keinen Unterschied zur anderen Bauweise erkennen lĂ€sst. So konnten Gitarren schneller und kostengĂŒnstiger hergestellt werden. FĂŒr Spitzenmodelle kam diese Produktionsweise nicht zum Tragen, wenngleich massiv hergestellte Decken auch mit Zargen und Böden aus Sperrholz kombiniert wurden. Die Sperrholzgitarren klingen in der rein akustischen Anwendung mit den aus Massivhölzern hergestellten Instrumenten nicht gleichwertig. Doch dieser Vergleich trat zunehmend in den Hintergrund, da die Jazzgitarren immer hĂ€ufiger nur noch elektrisch verstĂ€rkt gespielt wurden. Dazu hatten die namhaften Hersteller eigene Tonabnehmer (Pickups) im Programm, wie Gibson seinen âP 90â oder die âNew Yorkerâ Pickups bei Epiphone. Andere lieĂen sich von Firmen wie DeArmond (z. B. Gretsch) beliefern, um die Elektrik ihrer Gitarren mit diesen Produkten auszustatten.
Allerdings beginnt 1950 die Dekade, in der Gibson mit der Les Paul und der ES 335 Furore machte und die radikal neukonzipierten Gitarren von Leo Fender aus Kalifornien den Markt gewaltig belebten. Diese Instrumente revolutionierten den Gitarrenbau und setzten MaĂstĂ€be in einer Nachhaltigkeit, die bis in die heutige Zeit reichen. Die damit einsetzende Jagd nach Sustain, Effekten und Overdrive war nie das Terrain der Jazzgitarre. Dass sie trotz dieser Entwicklung von den fĂŒhrenden Herstellern weiterhin gefertigt wurde, hatte nicht nur traditionelle GrĂŒnde. Kein anderer Gitarrentyp bringt in der akustischen Spielweise perkussivere AnschlĂ€ge und ĂŒbertrĂ€gt sauberer filigrane Rhythmusarbeit. Elektrisch verstĂ€rkt, mit guten Pickups, liefert sie aufgrund ihrer Resonanzstruktur klare, runde Töne mit Substanz. Mit diesen VorzĂŒgen konnte die Jazzgitarre seit ihrer Entstehung immer neue Generationen von Musikern fĂŒr sich begeistern.
â Hauptartikel Halbresonanzgitarre
Die Halbresonanzgitarre (auch Semiakustik-Gitarre bzw. Halbakustikgitarre genannt) ist eine Variante der elektrisch verstĂ€rkten Vollresonanz-Gitarre und unterscheidet sich von dieser durch die regelmĂ€Ăig geringere Korpustiefe. Gelegentlich sind auch die ĂŒbrigen KorpusmaĂe kleiner ausgelegt als bei der Vollresonanz-Gitarre. Neben der reinen Halbakustik-Bauweise (engl. âHollow Bodyâ) ist die Verarbeitung eines massiven Mittelbalkens (Center-Block / Sustain-Block) anzutreffen, welcher in der VerlĂ€ngerung des Halses bis an das untere Korpusende reicht und diesen in zwei Kammern teilt. Diese Instrumente werden hĂ€ufig unter der Bezeichnung âSemi-Solidsâ gefĂŒhrt, da das Klangverhalten der massiv gebauten E-Gitarre (âSolid-Bodyâ) nĂ€her kommt als der rein akustischen Version. Die Bezeichnung âSemi-Solidsâ wird auch fĂŒr massiv gebaute E-Gitarren verwendet, die im Korpusinneren mit gröĂeren Resonanzkammern ausgestattet sind. Die typische Halbresonanzgitarre ist eine F-Loch-Gitarre in Single- oder Double-Cutaway-Bauweise (siehe Bild). Ebenso sind auch Modelle ohne F-Löcher erhĂ€ltlich, um den unerwĂŒnschten RĂŒckkopplungseffekt im VerstĂ€rkerbetrieb zu minimieren. Die elektrische Regelausstattung umfasst zwei Tonabnehmer, die samt Volumen- und Klangregelung auf der Decke angebracht sind.
â Hauptartikel Baritongitarre
Eine Baritongitarre ist gröĂer und eine Quinte tiefer gestimmt als eine Gitarre in Standardstimmung.
â Hauptartikel E-Bass
Der E-Bass entstand aus dem BemĂŒhen, den Kontrabass durch ein elektrisch verstĂ€rkbares Instrument mit gleicher Stimmung und gleichem Tonumfang, aber der GröĂe einer Gitarre zu ersetzen. Er hat in der Regel vier Saiten (es gibt aber auch Modelle mit fĂŒnf und mehr Saiten), die durchgehend in Quarten gestimmt werden. Deshalb sind die E-, A-, D- und G-Saite eine Oktave tiefer gestimmt als die korrespondierenden Saiten einer Gitarre. Wie die Gitarre ist der E-Bass ein oktavierendes Instrument, sein Ton erklingt also eine Oktave tiefer als notiert.
Silent Guitar und Traveller Guitar sind die Markennamen von korpuslosen Gitarren, die sich wie eine Konzert- oder eine Folk-/Westerngitarre spielen. Durch den fehlenden Resonanzkörper sind sie wesentlich leiser, aber auch kompakter als andere Gitarren. Der Ton kann darĂŒber hinaus auch elektrisch abgenommen und verstĂ€rkt werden.
Eine andere Art von Traveller Guitar, oder Reisegitarre, ist die in 1975 in Deutschland von Roger Field erfundene Foldaxe (1977 fĂŒr kurze Zeit von Hoyer hergestellt, dann von Field weiterentwickelt), eine zusammenfaltbare E-Gitarre, die fĂŒr Chet Atkins konzipiert war (in Atkins' Buch Me and My Guitars).