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| Gladenbacher Bergland | |
|---|---|
| Höchster Gipfel | Angelburg (609 m ü. NN) |
| Lage | Mittelhessen |
| Teil des | naturräumlichen Westerwaldes, Rheinisches Schiefergebirge |
| Koordinaten | 50° 47′ N, 8° 26′ O50.78828.42869609Koordinaten: 50° 47′ N, 8° 26′ O |
| Typ | Mittelgebirge |
| Fläche | 780 km² |
Das Gladenbacher Bergland, benannt nach der zentralen Stadt Gladenbach, ist ein bis 609 m hoher Mittelgebirgszug im Rheinischen Schiefergebirge an der Nahtstelle von Rothaargebirge (Norden und Nordwesten), Westerwald (Südwesten), (Östlichem) Hintertaunus (im Süden) und Westhessischem Bergland im Osten. Es liegt in Mittelhessen in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill und Gießen innerhalb der sogenannten Lahn-Dill-(Dietzhölze-)Schleife. Geringe Anteile des Oberen Lahntals im Nordwesten gehören mit der Stadt Bad Laasphe auch zum Kreis Siegen-Wittgenstein, NRW.
Im System der Naturräume in Deutschland stellt das Gladenbacher Bergland innerhalb der Haupteinheitengruppe 32 - Westerwald die Haupteinheit 320 dar.
Das Gladenbacher Bergland überschneidet sich in weiten Teilen mit dem in westlichere Richtungen umfassenderen und nach Südosten etwas enger gefassten Gebiet des Naturparks Lahn-Dill-Bergland, dessen Grenzen sich nach den Gemarkungen der beteiligten Gemeinden richten. Außerdem gehört es zu nicht geringen Anteilen zum historischen Hessischen Hinterland, weshalb auf die beiden genannten Artikel verwiesen wird, sofern es um Regionalverbände, Kultur und Geschichte geht. Geologie und Bergbau werden dem gegenüber weitgehend im Artikel Lahn-Dill-Gebiet abgehandelt.
Inhaltsverzeichnis |
An Lahn und Dill begrenzen - im Uhrzeigersinn, begonnen im Norden - neben diversen Gemeinden und Ortsteilen die folgenden Städte das Gladenbacher Bergland:
Die nordwestlichen Übergänge ins Rothaargebirge sind vergleichsweise fließend. Hier wird die Wasserscheide zwischen den Lahn-Nebenflüssen Banfe und Perf als Grenze definiert.
Dem gegenüber fällt die Trennung vom gleichen Höhenzug durch das (noch zum Gladenbacher Bergland gerechnete) Obere Lahntal im Norden vergleichsweise scharf aus.
Nach Nordosten erreicht das Gladenbacher Bergland nicht ganz das Tal der Lahn, da bereits der westlich dessen aufragende Marburger Rücken Teil des Über-Naturraumes Marburg-Gießener Lahntal ist. Hier bildet die diesseitige Elnhausen-Michelbacher Senke die Grenze.
Im mittleren und südlichen Osten ragt das Gladenbacher Bergland dem gegenüber bis dicht ans jenseitige Tal der Lahn.
Im östlichen Süden grenzt das Marburg-Gießener Lahntal das Gladenbacher Bergland scharf vom (Östlichen) Hintertaunus ab, im südlichen Westen ist das Untere Dilltal eine nicht minder scharfe Grenze zum Westerwald.
Auch im nördlicheren Westen begrenzt der Naturraum Dilltal (nunmehr das Obere) das Gladenbacher Bergland. Hier folgt die Grenze allerdings nicht dem Tal der Dill selber, sondern dem ihres linken Nebenflusses Dietzhölze, welches eine klare Trennlinie zum Höhenzug der Struth zieht. Obgleich die Struth vom Höhenprofil her wie ein Ausläufer der Haincher Höhe und damit des Rothaargebirges anmutet, wird sie naturräumlich dem Oberen Dilltal mit hinzu gerechnet.
In seiner Struktur weist das Gladenbacher Bergland eine gewisse Ähnlichkeit zum "eigentlichen" Westerwald auf. Indes befindet sich das (analog dem Hohen Westerwald) über 600 m hohe, zentrale Plateau der Bottenhorner Hochflächen nördlich der Mitte und wird vom länglichen, etwa 100 m niedrigeren Höhenzug der Zollbuche durch das Tal der Salzböde nach Süden hin abgegrenzt.
Nach Norden gehen die Hochflächen in den weniger reliefarmen Breidenbacher Grund über, der, nach Westen fließend, nach Norden durch die Lahn getrennt, ins Rothaargebirge übergeht und in jenen Randlagen gut 560 m erreicht.
Nach Südwesten nehmen von den Hochflächen aus im Schelder Wald die Höhen allmählich bis zum Dilltal von Höhen knapp unter 600 m auf knapp über 400 m ab, wobei die durch die Flusstäler zerteilte Landschaft vergleichsweise homogen ist und auch reliefreicher als in den Hochflächen.
Die sehr heterogenen, durch die Lemp voneinander getrennten Höhenzüge im Süden, Hörre (westlich) und Krofdorf-Königsberger Forst (östlich), werden durch die Täler der Flüsse Aar (Niederweidbacher Becken) und einiger Salzböde-Nebenflüsse (Salzbödetal) klar von den nördlichen und zentraleren Höhenzügen abgetrennt. Lediglich an Singularitäten (Dünsberg) werden knapp 500 m erreicht.
Das eigentliche untere Salzbödetal trennt auch, zusammen mit dem zum Oberen Lahntal gezählten Tal der Dautphe, die im Norden knapp 500 m hohen Damshäuser Kuppen im Nordosten vom Rest der Landschaft ab.
Östlich werden die Kuppen nur durch die Elnhausen-Michelbacher Senke vom Marburger Rücken und damit vom Westhessischen Bergland getrennt.
Das Gladenbacher Bergland untergliedert sich wie folgt:[1]
Der obige Über-Naturraum Lahn-Dill-Bergland darf nicht mit der Region bzw. dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland verwechselt werden, deren Struktur sich eher an den beteiligten Kommunen denn an den Grenzen der Mittelgebirgs-Landschaften orientiert.
Die obigen naturräumlichen Grenzen gliedern sich in der Hauptsache nach den Einzugsbereichen der Lahn- bzw. Dill-Nebenflüsse bzw. nach dem von diesen Flüssen getrennten Landschaften.
Die wichtigsten Fließgewässer sind - neben den nur außen verlaufenden Grenzflüssen Lahn, Dill und Dietzhölze - die Aar, die Salzböde, die Perf sowie, mit etwas Abstand, die Allna.
Im Uhrzeigersinn und damit lahnabwärts und dillaufwärts sortiert, angefangen am Oberlauf der Lahn im Norden, verfügen die folgenden Flüsse über ein Einzugsgebiet von über 20 km²:[2]
(Verlinkt sind die Naturräume je in der Spalte ihres prägendsten Flusses!)
→ zur Gesamtliste
| Name |
Mutter- fluss |
Länge [km] |
Einzugs- gebiet [km²] |
Ab- fluss [l/s] |
Mündungs- höhe [m. ü. NN] |
Naturräume (flussabwärts) |
Straßen |
DGKZ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Diete | Perf (l) | 8,8 | 24,64 | 310 | Breidenbacher Grund | B 253 | 25814-6 | |
| Gansbach | Perf (l) | 11,1 | 23,17 | 349 | Bottenhorner Hochflächen, Breidenbacher Grund |
L 3042 | 25814-2 | |
| Perf | Lahn (r) | 20,0 | 113,13 | 1776 | 285 | Bottenhorner Hochflächen, Breidenbacher Grund |
L 3049, B 253 |
258-14 |
| Dautphe | Lahn (r) | 8,8 | 41,81 | 533 | 245 | Bottenhorner Hochflächen, Oberes Lahntal |
B 453 | 258-16 |
| Elnhauser Wasser | Ohe (l) | 5,9 | 24,25 | 171 | 195 | Elnhausen-Michelbacher Senke | 258326-6 | |
| Ohe | Allna (l) | 11,5 | 44,28 | 337 | 195 | Damshäuser Kuppen, Elnhausen-Michelbacher Senke |
L 3387 | 25832-6 |
| Allna | Lahn (r) | 19,1 | 92,02 | 665 | 172 | Damshäuser Kuppen, Elnhausen-Michelbacher Senke |
L 3387 | 258-32 |
| Wenkbach | Lahn (r) | 7,2 | 20,77 | 107 | 168 | Salzbödetal, Marburger Lahntalsenke |
258-332 | |
| Salzböde | Lahn (r) | 27,6 | 137,85 | 1322 | 164 | Zollbuche, Salzbödetal, Krofdorf-Königsberger Forst, Marburger Lahntalsenke |
L 3050, B 255, L 3048 |
258-34 |
| Vers | Salzböde (r) | 8,4 | 42,55 | 188 | Salzbödetal | L 3061 | 25834-8 | |
| Bieber | Lahn (r) | 13,5 | 34,68 | 217 | 155 | Krofdorf-Königsberger Forst, Gießener Lahntalsenke |
L 3474, L 3286 |
258-394 |
| Lemp | Dill (l) | 11,7 | 34,97 | 274 | 170 | Krofdorf-Königsberger Forst, Krofdorf-Königsberger/Hörre |
L 3052 | 2584-92 |
| Aar | Dill (l) | 20,6 | 148,76 | 1602 | 210 | Niederweidbacher Becken, Hörre/Schelder Wald, Unteres Dilltal |
B 255 | 2584-6 |
| Siegbach | Aar (r) | 12,2 | 28,67 | 260 | Bottenhorner Hochflächen, Zollbuche |
- / L 3050, - / L 3049 |
25846-6 | |
| Schelde | Dill (l) | 12,0 | 35,03 | 426 | 221 | Schelder Wald | L 3042 | 2584-56 |
| Dietzhölze | Dill (l) | 23,7 | 88,44 | 1431 | 233 | Rothaargebirge, Oberes Dilltal | B 253 | 2584-4 |
Die äußere Umrahmung des Gladenbacher Berglandes durch Lahn und Dill wird im Norden (Oberlauf der Lahn) von der B 62, im Osten von der B 3 Marburg-Gießen (größtenteils autobahnähnlich, im Marburger Gebiet deutlich außerhalb), im östlichen Süden von der B 49 Gießen-Wetzlar (größtenteils autobahnähnlich) und im Südwesten (Unterlauf der Dill) von der A 45 begleitet. Die Bundesstraße 253 Dillenburg-Biedenkopf (s.o.) schließt in etwa die verbleibende Lücke.
Der wichtigste Stausee im Gladenbacher Bergland ist der Aartalsee (57 ha, 270 m über NN) im Niederweidbacher Becken, gefolgt vom Perfstausee (18 ha, 301 m) im Breidenbacher Grund.
Geordnet nach den Höhenzügen bzw. Naturräumen, wird das Gladenbacher Bergland u.a. von den folgenden Erhebungen geprägt:
(Lage der Naturräume je innerhalb des Gladenbacher Berglandes und Lage der Berge je innerhalb des Naturraumes)
Arnsberger Wald | Bayerischer Wald | Böhmerwald | Ebbegebirge | Eggegebirge | Eifel | Elbsandsteingebirge | Elstergebirge | Erzgebirge | Fichtelgebirge | Fränkische Alb | Frankenwald | Gladenbacher Bergland | Habichtswald | Harz | Hoher Meißner | Hunsrück | Kaiserstuhl | Kellerwald | Kaufunger Wald | Knüll | Kyffhäuser | Lausitzer Bergland | Lennegebirge | Lipper Bergland | Nordpfälzer Bergland | Oberpfälzer Wald | Odenwald | Pfälzerwald | Rhön | Rothaargebirge | Saalhauser Berge | Schwäbische Alb | Schwarzwald | Siebengebirge | Solling | Spessart | Taunus | Teutoburger Wald | Thüringer Schiefergebirge | Thüringer Wald | Vogelsberg | Wesergebirge | Westerwald | Wiehengebirge | Zittauer Gebirge