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Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ist ein biblisches Gleichnis, das in Mt 20,1-16 EU erzählt wird.
Inhaltsverzeichnis |
Im Gleichnis wird das Himmelreich mit einem Hausherrn verglichen, der am Morgen Arbeiter einstellt, damit sie seinen Weinberg bestellen. Er vereinbart mit ihnen einen Tagelohn von einem Silbergroschen. Der Weinbergbesitzer geht noch weitere vier Male auf den Marktplatz um Arbeiter einzustellen und vereinbart jeweils den Tagelohn von einem Silbergroschen.
Am Ende des Tages bezahlt er zuerst den zuletzt Eingestellten, die nur eine Stunde gearbeitet haben, einen Silbergroschen. Auch alle anderen erhalten den vereinbarten Silbergroschen. Die Arbeiter, die den ganzen Tag gearbeitet haben, beschweren sich darüber beim Hausherrn. Sie fordern mehr Lohn, weil sie verhältnismäßig mehr gearbeitet haben. Der Hausherr weist die Kritik aber zurück, indem er die verärgerten Arbeiter daran erinnert, dass sie mit ihm doch zuvor über die Bezahlung eines Silbergroschen übereingekommen waren, und dass er zudem mit seinem Geld umgehen könne, wie es ihm beliebt.
Die „Lehre“ des Gleichnisses ist eine paradoxe Umkehr üblicher Maßstäbe; sie rahmt dieses in zwei Varianten ein, neben Mt 19,30 EU die berühmte Formulierung Mt 20,16 EU:
„So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.“
Je nach exegetischer Methode lassen sich unterschiedliche Aspekte dieses Gleichnisses hervorheben:
Der Weinbergbesitzer gibt allen Arbeitern genau den Lohn, der in damaliger Zeit notwendig war, um eine Familie einen Tag lang ernähren zu können. Da das Gleichnis mit einer Anrede der Zuhörer in Du-Form endet, wäre es dahingehend auszulegen, dass Jesus seine Zuhörer ermutigen will, in entsprechender Weise zu handeln: nämlich jedem das Überleben zu ermöglichen.
Im Alten Testament steht der Weinberg häufig für das Volk Israel. Dem entsprechend stünde im Gleichnis der Weinberg für die ganze Welt, die bearbeitet wird für das endgültige Kommen des Reichs Gottes. Die Kirche umfasst dann alle die, die daran mitarbeiten, egal, wann sie damit anfangen. In dieser Rolle als "Bescheidener Arbeiter im Weinberg des Herrn" sieht sich auch Papst Benedikt XVI., wie er es in seiner ersten Ansprache von der Benediktionsloggia betont hat.
Der Weinbergbesitzer steht jeweils für Gott.
Nach Oser und Gmünder gibt es 5 Stufen des religiösen Urteils. Die jeweilige Stufe des religiösen Urteils bestimme das Denken einer Person. So sähen Personen der Stufe 2, das Gleichnis wortwörtlich und meinten, Gott zahle einen Stundenlohn. Personen auf Stufe 4 deuteten genau umgekehrt: Gott lasse sich nicht in Kategorien von Leistung und Lohn einzwängen; ihm liege an den freien Entfaltungsmöglichkeiten aller Menschen.[1]
Aufgrund des literarischen Aufbaus, welcher auf einen Höhepunkt in Form der Äußerung des Weinbergbesitzers zusteuert, handelt es sich um eine Parabel.
Predigten
Großes Abendmahl | Arbeiter im Weinberg | Barmherziger Samariter | Bittender Freund | Blindensturz | Ehrenplätze bei der Hochzeit | Feigenbaum | Feigenbaum ohne Früchte | Fischnetz | Haus auf Felsen und auf Sand gebaut | Treuer Haushalter | Guter Hirte | Herr und Knecht | Kluge und törichte Jungfrauen | Kostbare Perle | Licht unter dem Scheffel | Nadelöhr und Kamel | Neue Flicken auf dem alten Kleid | Neuer Wein in alten Schläuchen | Selbstwachsende Saat | Schatz im Acker | Reicher Mann und armer Lazarus | Pharisäer und Zöllner | Reicher Kornbauer | Anvertraute Talente | Zwei Schuldner | Zwei ungleiche Söhne | Ungerechter Richter | Ungerechter Haushalter | Unbarmherziger Knecht | Unkraut unter dem Weizen | Böse Weingärtner | Sauerteig | Schalksknecht | Senfkorn | Treulose Weingärtner | Turmbau und Kriegführen | Verlorener Groschen | Verlorenes Schaf | Verlorener Sohn | Vierfaches Ackerfeld | Weinstock | Ungleiche Söhne | Wachsame Knechte | Weltgericht