|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Mariae Gloria von Thurn und Taxis (* 23. Februar 1960 in Stuttgart-Degerloch) ist eine deutsche Unternehmerin und Managerin.
Mariae Gloria Fer(di)nanda Joachima Josephine Wilhelmine Huberta GrĂ€fin von Schönburg-Glauchau (Taufname) trĂ€gt seit ihrer Heirat 1980 den amtlichen Familiennamen Prinzessin von Thurn und Taxis und nennt sich seit 1982 gemÀà den traditionellen Richtlinien des privat organisierten Adelsrechtsausschusses Mariae Gloria FĂŒrstin von Thurn und Taxis, obwohl seit der Abschaffung der Standesvorrechte des Adels 1919 nur der Titel âPrinzâ (/âPrinzessinâ), nicht jedoch der vordem in Primogenitur gewĂ€hrte Erstgeburtstitel âFĂŒrstâ ihres verstorbenen Mannes, Bestandteil des bĂŒrgerlichen Namens ist.
Inhaltsverzeichnis |
Gloria von Thurn und Taxis ist die jĂŒngste Tochter von Joachim Graf von Schönburg-Glauchau (1929â1998) und dessen erster Ehefrau Beatrix GrĂ€fin SzĂ©chĂ©nyi von SĂĄrvĂĄr und FelsĆvidĂ©k (* 1930)[1][2]. Gloria von Thurn und Taxis hat vier Geschwister; ihr jĂŒngster Bruder ist der Journalist Alexander von Schönburg.
Ihr Vater war Journalist und arbeitete als Auslandskorrespondent fĂŒr einen Rundfunksender. Als er das Angebot erhielt, nach Afrika zu gehen, nahm er seine Frau und seine beiden Töchter mit. So wuchs Gloria erst in Togo und spĂ€ter in Somalia auf. In Afrika besuchte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Maya Benediktinerinnenschulen[3]. 1970 kehrte die Familie nach Deutschland zurĂŒck. Gloria besuchte zunĂ€chst das Konrad-Adenauer-Gymnasium in Meckenheim (Rheinland), anschlieĂend war sie SchĂŒlerin im MĂ€dcheninternat Kloster Wald in der NĂ€he des Bodensees. Nach der Mittleren Reife in Peckelsheim[4] jobbte sie, ohne eine Lehre anzutreten.
1979 begegnete sie erstmals Johannes von Thurn und Taxis (1926â1990), dem spĂ€teren 11. Oberhaupt des Hauses Thurn und Taxis, im MĂŒnchner Lokal CafĂ© Reitschule.[5] Die beiden heirateten am 31. Mai 1980 in Regensburg. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:
Nach der Geburt ihres ersten Kindes wurde Gloria von Thurn und Taxis durch ihr Party-Leben bekannt. Dabei stand ihre zum Teil auĂergewöhnliche Kleidung und Frisur im Fokus der Boulevardmedien. In der Presse fanden sich Schlagzeilen wie etwa âBayerns Gloriaâ, âPunker-FĂŒrstinâ, âPop-Aristokratinâ, âPrinzessin TNTâ oder âJet-Set-Darlingâ.
1982 erkrankte ihr Mann schwer. Acht Jahre spĂ€ter starb er nach einer Herztransplantation. Kurz vor seinem Tod am 14. Dezember 1990 erteilte er ihr Generalvollmacht, und sie engagierte Fachleute (unter anderem Nicolas Hayek), mit deren Hilfe sie das Familienunternehmen, das diverse Privatbanken, zahllose Immobilien, Industriebeteiligungen sowie eine Brauerei umfasste, sanierte. Um die Erbschaftsteuer zahlen zu können (45 Millionen DM), lieĂ sie 1992 einen Teil des Erbes beim Auktionshaus Sothebyâs versteigern.
1998 öffnete der Freistaat Bayern in einer Liegenschaft des Familienbesitzes, dem Schloss St. Emmeram, eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums. Die reprĂ€sentativen RĂ€ume des Schlossmuseums, die Reithalle und das Refektorium werden fĂŒr groĂe Veranstaltungen genutzt.
Als Wahlfrau der CSU war sie 2004 Mitglied der Bundesversammlung zur Wahl des deutschen BundesprÀsidenten.
Gloria von Thurn und Taxis bekennt sich seit 1995 öffentlich zum katholischen Glauben.[6] Sie ist PrĂ€fektin[7][8] der 2006 von ihr in Anlehnung an die Marianische MĂ€nner-Congregation Regensburg initiierten Gebetsgruppe Marianische Frauencongregation âMariĂ€ VerkĂŒndigungâ Regensburg (MFC).[9][10] Gloria von Thurn und Taxis ist Mitglied des Stiftungsrat der Lebensrechtsbewegung Stiftung Ja zum Leben[11] und engagiert sich bei der Bayerischen Stiftung Hospiz.[12] Sie ist Kuratoriumsmitglied des konservativen Forums Deutscher Katholiken.
Ihre wohl bekannteste ĂuĂerung stammt aus der Talkshow Friedman vom 9. Mai 2001: âAfrika hat Probleme nicht wegen fehlender VerhĂŒtung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.â Im September 2008 Ă€uĂerte sie in einem Interview mit der Bild am Sonntag: âDie Afrikaner sind mitnichten anders drauf als wir. Dass die mehr schnackseln, hat mit den klimatischen Bedingungen da unten zu tunâ, da diese wegen des warmen Klimas weniger Kleidung tragen.[13] Dies und die gröĂere Bevölkerung sind, ihrer Meinung nach, die hauptsĂ€chlichen GrĂŒnde, warum es in Afrika wesentlich mehr AIDS-Kranke gĂ€be. Die Erfolge in der Aids-PrĂ€vention in Uganda wĂŒrden auf einer konzertierten Aktion aller nichtstaatlichen und staatlichen Stellen mit tatkrĂ€ftiger UnterstĂŒtzung des PrĂ€sidenten und der Vermittlung der ABC-Regel (Enthaltsamkeit, (AIDS-Test), Treue, Kondome) basieren, wobei die Kirchen nach BartholomĂ€us Grill nur als Teil der Gesamtaktion beteiligt waren und trotz Propagierung von Kondomen mitgemacht hatten. Gloria von Thurn und Taxis verbucht die Erfolge vor allem fĂŒr die Kirche, die zusammen mit dem Staat eine Treuekampagne gestartet habe und den Menschen wieder den Wert der Familie beigebracht hĂ€tten. Nur dieses schĂŒtze gegen Aids, Kondome dagegen nicht.[14] Ihre MedienprĂ€senz ging nach diesem Vorfall zunĂ€chst zurĂŒck.
In der Sendereihe Durch die Nacht mit ⊠des Senders ARTE wurde sie in einer Reportage von dem Galeristen Leo König auf einer Fahrt durch New York begleitet. Kurze Zeit spÀter lieà sie die eingekaufte Sammlung bei Phillips de Pury wieder versteigern.[15][16]
In jĂŒngerer Zeit tritt sie verstĂ€rkt wieder in der Ăffentlichkeit auf: AnlĂ€sslich der Thurn-&-Taxis-Festspiele im Jahre 2004 wirkte sie in einer Inszenierung von Hofmannsthals Jedermann mit.
Am 4. April 2005 bezeichnete sie Papst Johannes Paul II. in der Talkshow Beckmann in der ARD als einen âVorreiter fĂŒr die Frauenrechteâ. Sie bekrĂ€ftigte diese Aussage in einem spĂ€teren Interview und begrĂŒndete dies mit der von Johannes Paul II. entwickelten âTheologie des Leibesâ. Nach dieser mĂŒsse âder Mann die Frau ehren und liebenâ, weil sie âdie TrĂ€gerin des Lebensâ sei.[17]
Thurn und Taxis steht auĂerdem der Lebensrechtsbewegung nahe in deren Zusammenhang sie sich gegen Abtreibung einsetzt und von einer âKultur des Todes und des Tötensâ spricht.[18] Nach ihrem eigenen Bekunden wurden mit der Papstwahl Benedikts XVI. ihre jahrelangen Gebete erhört. Im Vorfeld des Papstbesuches in Bayern 2006 erklĂ€rte sie, dass ihr die Worte Benedikts XVI. âhelfen, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu bewĂ€ltigenâ.[17]
| Ahnentafel Gloria GrÀfin von Schönburg-Glauchau | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| UrurgroĂeltern |
Graf |
Graf |
Graf |
Graf |
Graf |
Gregoriu Christopoulos |
Prinz |
Prinz |
| UrgroĂeltern |
Graf Joachim von Schönburg-Glauchau (1873â1943) |
Graf Rudolf Baworow-Baworowski (1865â1931) |
Graf Edmund SzĂ©chĂ©nyi von SĂĄrvĂĄr-FelsövidĂ©k (1839â1922) |
Prinz Paul Gallitzin (1856â1916) | ||||
| GroĂeltern |
Graf Karl von Schönburg-Glauchau (1899â1945) |
Graf Valentin SzĂ©chĂ©nyi von SĂĄrvĂĄr-FelsövidĂ©k (1893â1954) | ||||||
| Eltern |
Joachim Graf von Schönburg-Glauchau (* 4. Februar 1929; â 29. September 1998) | |||||||
|
Gloria GrÀfin von Schönburg-Glauchau (* 23. Februar 1960) | ||||||||
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thurn und Taxis, Gloria von |
| ALTERNATIVNAMEN | Thurn und Taxis, Gloria von; Thurn und Taxis, Mariae Gloria Fer(di)nanda Joachima Josephine Wilhelmine Huberta Prinzessin von (vollstĂ€ndiger Name); Schönburg-Glauchau, Mariae Gloria Ferdinanda Gerda Charlotte Teutonia Franziska Magarethe Frederike Simone Johanna Joachima Josefine Wilhelmine Huberta GrĂ€fin von (Geburtsname); Thurn und Taxis, Gloria FĂŒrstin von (Eigenverwendung und medial zugeschriebener Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Unternehmerin |
| GEBURTSDATUM | 23. Februar 1960 |
| GEBURTSORT | Stuttgart-Degerloch |