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| Eigenschaften | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemein | |||||||
| Name, Symbol, Ordnungszahl | Gold, Au, 79 | ||||||
| Serie | Ăbergangsmetalle | ||||||
| Gruppe, Periode, Block | 11, 6, d | ||||||
| Aussehen | metallisch gelb | ||||||
| CAS-Nummer | 7440-57-5 | ||||||
| ATC-Code | |||||||
| Massenanteil an der ErdhĂŒlle | 0,005 ppm[1] | ||||||
| Atomar [2] | |||||||
| Atommasse | 196,966569 u | ||||||
| Atomradius (berechnet) | 135 (174) pm | ||||||
| Kovalenter Radius | 136 pm | ||||||
| Van-der-Waals-Radius | 166 pm | ||||||
| Elektronenkonfiguration | [Xe] 4f14 5d10 6s1 | ||||||
| Austrittsarbeit | 5,1 eV[3] | ||||||
| 1. Ionisierungsenergie | 890,1 kJ/mol | ||||||
| 2. Ionisierungsenergie | 1980 kJ/mol | ||||||
| Physikalisch [2] | |||||||
| Aggregatzustand | fest | ||||||
| Kristallstruktur | kubisch flÀchenzentriert | ||||||
| Dichte | gemessen: 19,32 g/cm3 (20 °C)[4]; berechnet: 19,302 g/cm3 [5] | ||||||
| MohshÀrte | 2,5 bis 3 | ||||||
| Magnetismus | diamagnetisch (<math>\chi_{m}</math> = â3,5 · 10â5)[6] | ||||||
| Schmelzpunkt | 1337,33 K (1064,18 °C) | ||||||
| Siedepunkt | 3129 K (2856 °C) | ||||||
| Molares Volumen | 10,21 · 10â6 m3/mol | ||||||
| VerdampfungswÀrme | 334,4 kJ/mol | ||||||
| SchmelzwÀrme | 12,55 kJ/mol | ||||||
| Schallgeschwindigkeit | 1740 m/s | ||||||
| Elektrische LeitfÀhigkeit | 45,5 · 106 A/(V · m) | ||||||
| WÀrmeleitfÀhigkeit | 320 W/(m · K) | ||||||
| Chemisch [2] | |||||||
| OxidationszustĂ€nde | â1, 0, +1, +2, +3, +5 | ||||||
| Oxide (BasizitÀt) | Au2O3 (amphoter) | ||||||
| Normalpotential | 1,52 V (Au3+ + 3 eâ â Au) | ||||||
| ElektronegativitÀt | 2,54 (Pauling-Skala) | ||||||
| Isotope | |||||||
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| Weitere Isotope siehe Liste der Isotope | |||||||
| NMR-Eigenschaften | |||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||
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| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||
Gold (von indogermanisch ghel: glĂ€nzend, gelb) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Au und der Ordnungszahl 79. Es zĂ€hlt zu den Ăbergangsmetallen, im Periodensystem steht es in der 1. Nebengruppe (Gruppe 11) oder Kupfergruppe. Das Symbol Au fĂŒr Gold leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Aurum, das Gold, ab. Gold zĂ€hlt zu den Edelmetallen und ist zusammen mit Kupfer eines der wenigen farbigen Metalle.
Gold wird seit Jahrtausenden fĂŒr rituelle GegenstĂ€nde und Schmuck sowie seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Form von GoldmĂŒnzen als Zahlungsmittel verwendet; es gehört somit zu den MĂŒnzmetallen.
Gold wird auch als Lebensmittelzusatz verwendet und wird mit der E-Nummer E175 bezeichnet.
Gold zĂ€hlt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden. Mit seiner auffallend glĂ€nzenden gelben Farbe wurde es gediegen, also als Element, in der Natur gefunden, lieĂ sich sehr gut mechanisch bearbeiten und korrodierte nicht. Wegen der BestĂ€ndigkeit seines Glanzes, seiner Seltenheit und auffallenden Schwere war es sehr begehrt und wurde in vielen Kulturen vor allem fĂŒr rituelle GegenstĂ€nde verwendet.
Die Goldgewinnung begann vermutlich in der Kupferzeit. Die leichte Legierbarkeit mit vielen Metallen, die moderaten Schmelztemperaturen und die gĂŒnstigen Eigenschaften der Legierungen machten Gold als Werkstoff sehr attraktiv.
Auf 4500 v. Chr. werden die im bulgarischen Warna 1972 entdeckten Goldfunde datiert. In Mitteleuropa lassen sich goldene GegenstĂ€nde seit dem zweiten Jahrtausend v. Chr. nachweisen. BerĂŒhmte Beispiele sind das Gold im goldenen Hut von Schifferstadt und in der Himmelsscheibe von Nebra.
Die Ăgypter beuteten Vorkommen in OberĂ€gypten und Nubien aus. Die Römer nutzten FundstĂ€tten in Kleinasien, Spanien, RumĂ€nien und Germanien.
Die frĂŒheste Dokumentation stellt die weite Seefahrt der griechischen Argonauten zum Goldenen Vlies nach Kolchis dar.
In der Tora wird vom Goldenen Kalb erzĂ€hlt, das sich die Israeliten als Götzenbild herstellten, wĂ€hrend Moses die Zehn Gebote empfing, und vom Goldland Ophir. Das Neue Testament erwĂ€hnt Gold (neben Weihrauch und Myrrhe) als eines der Huldigungsgeschenke der Weisen aus dem Morgenland fĂŒr den neu geborenen Jesus (siehe MatthĂ€usevangelium, Kapitel 2, Vers 11).
Auch in SĂŒdamerika und Mesoamerika wurde schon sehr frĂŒh Gold verarbeitet. So beherrschten beispielsweise die Mochica in Peru bereits Anfang des ersten Jahrtausends die Legierungsbildung (Tumbago) sowie die Vergoldung und stellten GegenstĂ€nde fĂŒr rituelle Zwecke aus mehreren Kilogramm Gold her.
Die Gier nach Gold wurde auch zum Grund fĂŒr Kriege, PlĂŒnderungen und EroberungszĂŒge. Goldfunde in Mittel- und SĂŒdamerika lockten nach den Fahrten von Christoph Kolumbus europĂ€ische und insbesondere spanische Eroberer an, die Gold in Galeonen nach Europa brachten. Spanien wurde so eine Zeit lang zur reichsten Nation Europas, aber die indigenen Kulturen wurden dadurch zerstört.
Immer wieder lockten Goldfunde groĂe Scharen von Abenteurern an. Im 19. Jahrhundert kam es auf verschiedenen Kontinenten zu Goldrausch genannten Massenbewegungen in die Gebiete groĂer Goldvorkommen; Beispiele hierfĂŒr sind der kalifornische Goldrausch im Jahre 1849 und der Goldrausch des Jahres 1897 am Klondike River in Alaska. Auch in Australien (Bathurst, Temora, Teetulpa und Coolgardie) und SĂŒdafrika (Witwatersrand) kam es zum Goldrausch. Kaum einer der Goldsuchenden wurde jedoch durch bergmĂ€nnischen Goldabbau oder GoldwĂ€sche reich.
Auch heute fĂŒhrt der schwankende Goldpreis oft zu sozialen Verwerfungen: So fĂŒhrt ein fallender Goldpreis in SĂŒdafrika zu einer starken Verarmung des von der Goldproduktion lebenden Bevölkerungsteils. Im brasilianischen Amazonasraum ist der informelle Goldabbau durch Garimpeiros oft mit schwerwiegenden sozialen und ökologischen Folgen verbunden.
Weltweit konnte Gold bisher (Stand: 2010) an rund 19.500 Fundorten nachgewiesen werden.[8] Etwa 40 % des heute bergmĂ€nnisch geförderten Goldes kommen aus SĂŒdafrika, den USA, Australien und Russland. Der Goldanteil in der kontinentalen Erdkruste betrĂ€gt 0,004 ppm[9], also etwa 4 Gramm pro 1000 Tonnen Gestein. Der Anteil schwankt je nach Region â in LagerstĂ€tten, die abgebaut werden, liegt der Goldanteil oft bei mehreren Gramm pro Tonne. Die Weltjahresförderung betrĂ€gt heute rund 2600 Tonnen, etwa hundertmal mehr als im 19. Jahrhundert. Aktuell wird in zwei Jahren mehr Gold gefördert, als in den tausend Jahren des Mittelalters zusammen dokumentiert ist.
Gold kommt auf der Erde in primÀren Rohstoffvorkommen als goldhaltiges Gestein (Golderz) und in sekundÀren Vorkommen als gediegenes Metall vor.
Die tiefsten Goldbergwerke der Welt befinden sich in SĂŒdafrika. Dort wird Gold fast 4.000 Meter unter der ErdoberflĂ€che abgebaut. Anfang 2011 plante das Bergbauunternehmen AngloGold Ashanti bereits SchĂ€chte in bis zu 5.000 Metern Tiefe.[10]
Bedeutende Goldmengen fallen bei der Raffination anderer Metalle wie Kupfer, Nickel oder der anderen Edelmetalle an, so dass unter UmstĂ€nden erst diese âVerunreinigungenâ die Ausbeutung einer LagerstĂ€tte wirtschaftlich machen.
Bei einem spektakulĂ€ren Zufallsfund im August 2007 stieĂen zwei Schwedinnen nahe Ăvertingen 500 Kilometer nördlich von Stockholm auf Gestein mit einem Goldanteil von 23,3 Gramm je Tonne.[11]
Die folgenden Abschnitte fĂŒhren einige der wichtigsten Typen primĂ€rer GoldlagerstĂ€tten auf:
Das Witwatersrand-Goldfeld in SĂŒdafrika ist mit Abstand das gröĂte der Welt. Bis heute hat diese LagerstĂ€tte mehr als 40.000 t Gold geliefert. Die Erzkörper sind frĂŒhproterozoische (etwa 1,8 Mrd Jahre alte) Palaeo-Flussschotter, welche gediegen Gold, Pyrit und lokal abbauwĂŒrdige Konzentrationen von Uranpechblende enthalten. Die genaue Genese ist bis heute umstritten. Klassisch wird die LagerstĂ€tte als eine Palaeo-SeifenlagerstĂ€tte interpretiert. Es spricht aber auch einiges fĂŒr einen nachtrĂ€glichen Eintrag des Goldes in die Gesteine und es gibt auch Kombinationen aus beiden Theorien. Das Vorhandensein von gerundeten Pyrit- und Uranpechblende-Klasten zeigt aber auf jeden Fall an, dass diese zum ursprĂŒnglichen Bestand der Flussschotter gehörten. Sie zeigen damit auch an, dass die ErdatmosphĂ€re zu diesem Zeitpunkt nur einen geringen Gehalt an Sauerstoff besessen haben kann, da diese Minerale unter oxidierenden Bedingungen nicht stabil sind.
Die Ressourcen der LagerstÀtte liegen noch bei mehreren 10.000 t Gold. Hier befinden sich die tiefsten Bergwerke der Welt (nahezu 4.000 m); ihr Abbau ist deshalb nur bei hohen Goldpreisen wirtschaftlich.
Einige der wichtigsten GoldlagerstĂ€tten der Erde gehören den orogenen GoldlagerstĂ€tten an. Diese LagerstĂ€tten kommen meist in metamorph-ĂŒberprĂ€gten und deformierten marinen Sedimenten und Magmatiten vor. Sie entstehen wĂ€hrend der Gebirgsbildung und sind damit an alte und junge FaltengĂŒrtel gebunden. Bei der Gebirgsbildung werden aus den involvierten Gesteinen metamorphe Fluide freigesetzt, welche Quarz, wenig Sulfide und Gold in Spalten absetzen. Die Fluide haben einen neutralen Charakter und Temperaturen zwischen 250 °C und 400 °C. Bei den Sulfiden handelt es sich meist um Pyrit und Arsenopyrit. Die Goldgehalte sind meist sehr hoch, mehr als 10 g/t sind keine Seltenheit. Die LagerstĂ€tten dieses Typs bildeten sich durch die gesamte Erdgeschichte mit bedeutenden Vorkommen in den archaischen GrĂŒnsteingĂŒrteln Afrikas und Westaustraliens, wĂ€hrend des Proterozoikums (USA; Ghana, Brasilien), den palĂ€ozoischen LagerstĂ€tten Victorias (Australien) oder den jungen alpidischen Vorkommen in den Alpen (âTauern-Goldâ).
Es handelt sich meist um reine GoldlagerstĂ€tten ohne Gewinnungsmöglichkeit fĂŒr andere Metalle. Einige wenige LagerstĂ€tten enthalten allerdings solch hohe Gehalte an Arsen, dass sie zu den wichtigsten Vorkommen dieses Halbmetalls gehören.
Diese LagerstĂ€tten sind eng mit jungem felsischen Magmatismus an Subduktionszonen (Inselbögen, Ozeanboden-Kontinent Kollisionen) verbunden. HeiĂe hydrothermale Fluide aus den Magmen bzw. durch den Magmatismus aufgeheizte meteorische WĂ€sser transportieren das Gold und setzten es auf GĂ€ngen, in Form von Stockwerkesvererzungen oder als ImprĂ€gnation im Gestein wieder ab. Man unterscheidet âlow sulfidationâ und âhigh sulfidationâ EpithermallagerstĂ€tten, die sich durch unterschiedliche Fluide und damit verbunden unterschiedliche MineralfĂŒhrung auszeichnen. âLow sulfidationâ LagerstĂ€tten formen sich aus neutralen hydrothermalen WĂ€ssern mit Temperaturen von 200 bis 300 °C, wĂ€hrend âhigh sulfidationâ LagerstĂ€tten aus sehr sauren Fluiden mit ĂŒber 300 °C geformt werden. Beide Typen unterscheiden sich hinsichtlich der MineralfĂŒhrung. Erzgehalte liegen gewöhnlich zwischen 1 und 10 g/t Gold sowie einem Goldinhalt von wenigen 10 bis ĂŒber 1.000 t. Einige âlow sulfidationâ Vorkommen beinhalten auch groĂe Mengen an Silber und Buntmetallen. Neuere Untersuchungen aus aktiven Hydrothermalfeldern in Neuseeland deuten darauf hin, dass sich groĂe LagerstĂ€tten dieses Typs mit 1.000 t Goldinhalt in gerade einmal 50.000 Jahren bilden können.
Bedeutende Beispiele fĂŒr diesen LagerstĂ€ttentyp gibt es unter anderem in Papua Neuguinea, Neuseeland, Mexiko, Peru und RumĂ€nien.
Bei diesem Typ handelt es sich um LagerstĂ€tten in karbonatischen Gesteinen. Die bedeutendsten Vorkommen dieses Typs liegen in Utah und Nevada (USA). Die dortigen LagerstĂ€tten bildeten sich in einem kurzen Intervall vor 42 bis 30 Millionen Jahren. Sie formten sich aus reduzierten, mĂ€Ăig sauren Fluiden mit Temperaturen von 150 bis 250 °C in Tiefen ĂŒber 2.000 m. Die Erzkörper können wenige bis mehr als 100 Mio Tonnen Erz enthalten bei Gehalten zwischen 1 und 10 g/t. Gold ist meist an feinverteilten arsenreichen Pyrit gebunden. Dadurch ist die Aufbereitung dieser Erze relativ aufwendig.
Diese LagerstĂ€tten kommen in felsischen Magmatiten wie Graniten und Rhyoliten vor. Es handelt sich dabei um groĂe hydrothermale Brekzienkörper mit hohen Gehalten an Eisen in Form von HĂ€matit und/oder Magnetit. Diese LagerstĂ€tten entstanden vermutlich unter einem Vulkankomplex. Hydrothermale Fluide fĂŒhrten zur Bildung von Brekzien aus Magmatiten und setzten Eisenoxide, Kupfersulfide, gediegenes Gold sowie weitere Minerale ab. Die bedeutendsten LagerstĂ€tten dieses Typs befinden sich in mesoproterozoischen Gesteinen Australiens wie zum Beispiel Earnest Henry (Queensland), Prominent Hill und Olympic Dam (beide South Australia). Letztere stellt einen der gröĂten Erzkörper der Erde dar mit derzeit vermuteten Ressourcen von 8,4 Milliarden Tonnen Erz. Die Erzgehalte liegen zwischen 0,5 und 2 % fĂŒr Kupfer und 0,5 und 1,5 g/t Gold. In den meisten LagerstĂ€tten diesen Typs befinden sich reine Kupfer- und Goldvorkommen, wĂ€hrend Olympic Dam auch Uran und Silber enthĂ€lt. Diese LagerstĂ€tte stellt die gröĂte bekannte UranlagerstĂ€tte der Erde dar.
Diese LagerstĂ€tten finden sich weltweit in jungen Gebirgskomplexen. Es handelt sich um groĂe Erzkörper in intermediĂ€ren bis sauren plutonischen Magmatiten. Die Erzminerale (Pyrit, Chalcopyrit, Bornit, Chalkosin, MolybdĂ€nit) kommen feinverteilt auf einen Netzwerk aus KlĂŒften im Gestein vor. Die Erzkörper beinhalten einige 10 Millionen bis mehreren Milliarden Tonnen Erz. Die gröĂte LagerstĂ€tte dieses Typs ist Chuquicamata in Chile mit ĂŒber 10 Milliarden Tonnen Erz. In den USA ist Bingham Canyon die bedeutendste LagerstĂ€tte und einer der gröĂten Goldproduzenten des Landes. Die Erzgehalte sind vergleichsweise gering mit 0,5 bis 1 % Kupfer und 0,1 bis 1 g/t Gold, aber die GröĂe der Erzkörper lĂ€sst eine wirtschaftliche Gewinnung zu. Oftmals sind diese LagerstĂ€tten auch mit SkarnlagerstĂ€tten assoziiert und es finden sich epithermale GoldlagerstĂ€tten im weiteren Umfeld.
Diese LagerstÀtten bilden sich im marinen Bereich. Volcanic Hosted Massive Sulfides (VHMS) sind an basische Magmatite (meist Basalte) gebunden, wÀhrend Sediment Hosted Massive Sulfides (SHMS) in marinen Sedimentgesteinen vorkommen. Meist handelt es sich bei diesen LagerstÀtten um reine Buntmetallproduzenten (Blei, Zink, Kupfer), einige enthalten aber auch gewinnbare Beimengungen von Gold, Silber und anderen Elementen. Die devonische SHMS-LagerstÀtte Rammelsberg bei Goslar im Harz stellt mit 28 Millionen Tonnen Erz und einem Goldgehalt von 1 g/t als Beimengung zu den extrem hohen Blei- und Zinkgehalten die bedeutendste deutsche GoldlagerstÀtte dar.
Fast alle europĂ€ischen FlĂŒsse fĂŒhren Spuren von Gold mit sich. Dieses Gold war zuvor in Form zumeist kleiner, dĂŒnner BlĂ€ttchen in Gestein eingelagert. Durch Verwitterungsprozesse des umgebenden Gesteins wird es als Seife im geologischen Sinn freigesetzt und gelangt so ins Flusswasser. Auch auf den GeröllbĂ€nken des Hoch- und Oberrheines wie beispielsweise bei Istein finden sich geringe Mengen, insbesondere Flitter.
Das meiste Gold wird derzeit in SĂŒdafrika gefördert, gefolgt von den USA, Australien und der Russischen Föderation.
| Rang | Land | Fördermengen (in t)1 2003 |
Fördermengen (in t)2 2007 |
Reserven 19963 |
Reserven 20092 |
Reichweite3 (Jahre ab 1996) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SĂŒdafrika | 420 | 252 | 19.000 | 31.000 | 36,3 |
| 2 | Vereinigte Staaten | 277 | 238 | 5.600 | 5.500 | 17,5 |
| 3 | Australien | 262 | 246 | 3.400 | 6.000 | 13,4 |
| 4 | Russ. Föderation | 180 | 157 | 3.100 | 7.000 | 23,5 |
| 5 | Peru | 173 | 170 | 2.300 | ||
| 6 | Volksrepublik China | 170 | 275 | 4.100 | ||
| 7 | Kanada | 141 | 101 | 1.500 | 4.200 | 10 |
| 8 | Usbekistan | 85 | 85 | 3.000 | 1.900 | 40 |
| 9 | Indonesien | 82 | 118 | 6.000 | ||
| 10 | Ghana | 67 | 84 | 2.700 | ||
| 11 | Papua-Neuguinea | 62 | 65 | 2.300 | ||
| 12 | Mali | 58 | ||||
| 13 | Kolumbien | 47 | ||||
| 14 | Tansania | 45 | ||||
| 15 | Philippinen | 38 | ||||
| 16 | Brasilien | 37 | 40 | 800 | 2.500 | 11,1 |
| 17 | Chile | 37 | 42 | 3.400 | ||
| 18 | Argentinien | 30 | ||||
| 19 | Kasachstan | 27 | ||||
| 20 | Kirgisistan | 24 | ||||
| - | Andere LĂ€nder | 471 | 22.0004 | |||
| - | Erde (gesamt) | 2.380 | 46.000 | 100.0005 | 20 |
1Quelle: Handelsblatt â Die Welt in Zahlen (2005)
2nach USGS Mineral Commodity Summary Gold 2009
3nach USGS
4siehe FuĂnote 2: Gerundet.
5siehe FuĂnote 2: EnthĂ€lt keine LĂ€nder, fĂŒr die keine verlĂ€sslichen Daten zur VerfĂŒgung standen.
Weltweit existieren nur wenige groĂe Goldförderunternehmen, deren Aktien an den Börsen gehandelt werden. Dazu gehören etwa Agnico-Eagle Mines, AngloGold Ashanti, Barrick Gold, Freeport-McMoRan Copper & Gold, Gold Fields Ltd., Goldcorp, Kinross Gold, Newmont Mining und Yamana Gold.
Die Förderung von Gold in Europa ist im internationalen Vergleich völlig unbedeutend. Die rumĂ€nischen Golderzvorkommen sind wohl die gröĂten in Europa: Ein geplanter Tagebau (mit Gewinnung durch Cyanidlaugerei) in RoÈia MontanÄ wĂ€re Europas gröĂtes Goldbergwerk geworden. Aus ökologischen GrĂŒnden ruht das Projekt jedoch seit 2007. Am 30. Januar 2000 gab es in einer Golderz-Aufbereitungsanlage im rumĂ€nischen Baia Mare einen Dammbruch, bei dem nach unterschiedlichen Angaben 100.000 m3 bis ĂŒber 300.000 m3 Natriumcyanidlauge austraten.
In Bulgarien finden in den stillgelegten Goldminen Zlata (aktiver Bergbau: 1939â1973) und Krushov Dol (aktiv: 1965â1974) wieder Erkundungen statt.[12] In Barsele (in der Gemeinde Storuman) in Schweden wird ein Vorkommen erkundet.[13]
In kleinen Mengen kommt Gold auch in Deutschland vor. Neben dem schon erwĂ€hnten Rammelsberg (in Goslar), wo auch Gold abgebaut wurde, fand historisch Goldbergbau u. a. im nordhessischen Korbach oder im thĂŒringischen Reichmannsdorf[14] statt. In Ăsterreich befinden sich historische Bergwerke im Zillertal[15] oder im Raurisertal (zu FĂŒĂen der Goldberggruppe) in den Hohen Tauern.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Metallen kommt Gold meist gediegen vor und muss nicht durch Reduzieren aus Erzen gewonnen werden (wie beispielsweise Eisen), sondern wird nur mechanisch aus dem umgebenden Gestein gelöst. Da Gold chemisch wenig reaktiv und somit nur schwierig in lösliche Verbindungen ĂŒberfĂŒhrt werden kann, werden spezielle Verfahren zur Goldgewinnung angewendet. Direkt sichtbares Gold, sogenanntes âFreigoldâ[16] in Form von Nuggets oder Goldstaub ist eine RaritĂ€t. Das meiste Gold in den Vorkommen liegt in kleinsten Partikelchen im umgebenden Gestein fein verteilt vor und entgeht somit den Versuchen, es mit einfachen Verfahren zu sammeln. In der Praxis werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert, um die gewĂŒnschte hohe Ausbeute zu erhalten. Bis auf die Cyanidlaugerei, die Ende des 19. Jahrhundert entwickelt wurde, und neuere Verfahren, bei denen durch spezielle Bakterien Gold konzentriert wird, wurden aufgrund der leichten DurchfĂŒhrbarkeit die GoldwĂ€scherei und Amalgamation â auch in Kombination â schon in der Antike durchgefĂŒhrt.
Durch Fortschritte in den Gewinnungsmethoden und bei hohem Marktpreis lohnt sich sogar der Abbau von Erz, das nur ein Gramm Gold pro Tonne enthÀlt. Alte Abraumhalden ehemaliger Goldvorkommen werden deshalb mittels verbesserter Technik nochmals aufgearbeitet.
Gold fĂ€llt auch als Nebenprodukt bei der Raffination anderer Metalle an und wird in groĂem Umfang wiedergewonnen. Technisch wĂ€re daneben auch die Synthese von Gold durch Kernfusion sowie die Gewinnung von Gold aus dem Meerwasser möglich, beides ist aber aufgrund hoher Kosten bei geringer Ausbeute unwirtschaftlich.
Das sogenannte Goldwaschen als einfachstes Verfahren zur Goldgewinnung nutzt die hohe Dichte des Metalls. Dabei wird goldhaltiger Sand mit Wasser aufgeschlĂ€mmt. Da Gold schwerer ist als der umgebende Sand, setzt sich das Gold schneller am Boden ab und kann so abgetrennt werden. Gold aus Flussablagerungen wird so gewonnen. Die Hobby-Goldsucher von heute wenden meist dieses Verfahren an. Dessen Nachteil besteht jedoch in der geringen Ausbeute bei groĂem Zeitaufwand des Goldsuchers. Der Vorteil dieser Methode ist die zuverlĂ€ssige Ausbeute an groben Goldteilchen, die bei der Cyanidlaugerei nicht vollstĂ€ndig erfasst werden. Es lĂ€sst sich verbessern durch Einbringen von Fellen in die abströmende FlĂŒssigkeit, in dem sich dann auch kleinste Goldpartikelchen in den Fellhaaren verfangen und die Ausbeute erhöhen.
Goldwaschen wird auch teilmechanisiert an Land durchgefĂŒhrt, aber auch mit dieselgetriebenen Schwimmbaggern, die mit Saugpumpen und RĂŒttlern ausgerĂŒstet direkt im Fluss arbeiten. Minentechnisch gewonnenes Erz wird zuvor mechanisch auf geeignete KorngröĂen zerkleinert und das zermahlene Gestein in Ă€hnlicher Weise bearbeitet.
Dieses Verfahren geht auch der nachfolgend beschriebenen weiteren Ausnutzung der goldfĂŒhrenden Sande und SchlĂ€mme voraus.
Neben seiner hohen Dichte kann die Bindung Amalgam zwischen Gold und Quecksilber zur Goldgewinnung genutzt werden. Hierbei werden goldhaltige Sande und SchlĂ€mme intensiv mit Quecksilber vermischt. Quecksilber bildet mit dem Gold Amalgam, eine flĂŒssige Legierung mit silberner Farbe. Das Amalgam sammelt sich am GefĂ€Ăgrund und kann dort leicht abgetrennt werden. Durch Erhitzen verdampft das Quecksilber und zurĂŒck bleibt kompaktes Rohgold. Das Amalgamverfahren wurde bereits in der Antike angewendet.
BetrĂ€chtliche Mengen von hochgiftigem Quecksilber, schon bei der Goldgewinnung mit ausgeschwemmt oder beim Verdampfen wissentlich in die Umwelt freigesetzt, vergiften groĂe Gebiete und FlusslĂ€ufe dauerhaft. Da Goldgewinnung oft improvisatorische ZĂŒge trĂ€gt und fernab der zivilisierten Welt stattfindet, werden Umweltaspekte untergeordnet oder ignoriert.[17] Die negativen Umweltauswirkungen fĂŒhren hĂ€ufig auch zu Konflikten zwischen den GoldschĂŒrfern und der einheimischen Bevölkerung.[18] Es gibt jedoch auch erste Projekte ökologischen Goldabbaus, wie das Oro Verde in Kolumbien. FĂŒr Barren, deren Gold aus dieser Mine stammt, wurde im Februar 2011 erstmals das Fair-Trade-Siegel vergeben.[19]
Bei gröĂeren Vorkommen, die eine industrielle ErschlieĂung erlauben, wird die Cyanidlaugung angewendet. Vor dem Hintergrund, dass sich Gold in sauerstoffhaltiger Natriumcyanid-Lösung (Natriumsalz der BlausĂ€ure HCN) als Komplexverbindung löst, werden die metallhaltigen Sande staubfein gemahlen, aufgeschichtet und im Rieselverfahren mit der Extraktionslösung unter freiem Luftzutritt versetzt. Die kleinsten Metallteilchen werden hierbei zuerst aufgelöst, weil sie die relativ gröĂte ReaktionsoberflĂ€che haben.
Das Edelmetall findet sich chemisch gebunden im hochgiftigen Sickerwasser. Nach Filtration und AusfÀllung mit Zinkstaub erhÀlt man es als braunen Schlamm, aus dem nach Waschen und Trocknen durch Reduktion Rohgold wird.
Hieran schlieĂt sich die Reinigung des Rohgoldes an. Raffiniert zu Feingold ist es dann standardisiert und marktreif.
Die Cyanidlaugen werden in Kreislaufprozessen wiederverwendet. Dennoch entweichen BlausĂ€ure und ihre Salze (Cyanide) in die Umwelt, teilweise auch in gröĂeren Mengen, etwa bei UnglĂŒcken, Fehlfunktionen der Anlage, Ăberschwemmungen etc. ErwĂ€hnenswert ist, dass BlausĂ€ure bereits durch den Kohlendioxidanteil der Luft aus den Lösungen freigesetzt wird. Alle diese Stoffe sind hochgiftig, allerdings auch leicht zersetzbar. Im Stoffkreislauf der Natur werden sie relativ schnell oxidativ abgebaut oder durch Hydrolyse zersetzt.
Diese Art der Goldgewinnung hinterlÀsst enorme Abraumhalden und StÀube mit Cyanidspuren. Staubverfrachtungen durch Wind und Wasser verteilen die Giftstoffe unkontrolliert und können schwere ökologische SchÀden verursachen.[20]
Gold wird hĂ€ufig aus AnodenschlĂ€mmen, die bei der Raffination anderer Metalle, vor allem von Kupfer zurĂŒckbleiben, gewonnen. WĂ€hrend der Elektrolyse wird das edle Gold nicht oxidiert und gelöst; es sammelt sich unter der Anode an. Neben Gold fallen dabei auch Silber und andere Edelmetalle an, die durch geeignete Verfahren voneinander getrennt werden.
Eine wichtige Quelle des Edelmetalls ist die Aufbereitung von Dental- und SchmuckverarbeitungsabfÀllen sowie alten edelmetallhaltigen Materialien, wie Elektronikschrott, GalvanikschlÀmme, Pigmente, FilterstÀube und Schlacken.
Auch in den KlĂ€rschlĂ€mmen der StĂ€dte sind bemerkenswerte Goldspuren enthalten, die von der Nutzung, der Verarbeitung und dem VerschleiĂ von Goldlegierungen (Abrieb von ZahnfĂŒllungen, Schmuckkettenglieder, Verlust usw.) stammen.
Fritz Haber versuchte in den 1920er Jahren, Gold aus dem Meerwasser zu gewinnen, womit die deutschen Reparationen bezahlt werden sollten.[21] Die durchschnittliche Ausbeute war mit 0,004 Milligramm Gold pro Tonne Meerwasser fĂŒr eine wirtschaftliche Verwertung jedoch zu gering, als dass das Verfahren lohnend erschien. Theoretisch wĂ€re das Salzwasser der Ozeane, worin Gold in geringsten Konzentrationen als Chlorid-Komplex gelöst ist, die gröĂte Goldreserve:
Dieses Volumen wĂŒrde alles bisher bergmĂ€nnisch geförderte Gold um das 40-fache ĂŒbertreffen.
Die Hoffnung, Gold kĂŒnstlich herstellen zu können, wurde von vielen Kulturen ĂŒber Jahrhunderte vergeblich gehegt (Vergleiche hierzu die Legende vom sog. Stein der Weisen). So war die Herstellung von Gold auch der Traum der Alchemisten des Mittelalters.
Das auf der Erde vorkommende Gold ist â wie alle Elemente, die schwerer als Eisen sind â bei den Kernkollapsen von Supernovae entstanden, bevor unsere Sonne existierte. Die seit Mitte des 20. Jahrhunderts von Menschenhand initiierten Kernverschmelzungs- und -spaltungsprozesse (Kernfusion resp. Kernfission) bestĂ€tigen die Machbarkeit des langgehegten Traumes der Alchemisten. Gold fĂ€llt auch bei verschiedenen kerntechnischen Anwendungen in winzigen, atomaren Mengen als Nebenprodukt an. Allerdings ist die fĂŒr eine industrielle Herstellung aufzuwendende Energie um GröĂenordnungen teurer als das bergmĂ€nnisch gewonnene Edelmetall selbst An die Stelle einer prinzipiellen Schranke fĂŒr die Goldsynthese traten ökonomische Grenzen.
Gold kommt in der Natur gediegen vor und ist deshalb als Mineral anerkannt. Die International Mineralogical Association (IMA) fĂŒhrt es gemÀà der Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) unter der System-Nr. â1.AA.05â (Elemente â Metalle und intermetallische Verbindungen â Kupfer-Cupalit-Familie)[22] (8. Auflage: I/A.01-40). Die im englischsprachigen Raum ebenfalls gelĂ€ufige Systematik der Minerale nach Dana fĂŒhrt das Element-Mineral unter der System-Nr. â1.1.1.1â.
Gold kristallisiert im kubischen Kristallsystem, hat eine HĂ€rte von 2,5 bis 3, eine metallisch-sattgelbe Farbe, die entsprechend als âgoldgelbâ bekannt ist, und eine ebensolche Strichfarbe. In feiner Verteilung ist es je nach KorngröĂe gelblich, ockerbraun bis purpurviolett und wird dann als Goldpurpur bezeichnet. Mit zunehmender Temperatur verliert Feingold an FarbintensitĂ€t und ist hellgelb glĂŒhend, bevor es schmilzt. Das geschmolzene Metall ist zitronengelb, leicht grĂŒnlich und erhĂ€lt seine intensive gelborange Farbe erst wieder, wenn es vollstĂ€ndig abgekĂŒhlt ist.
Beimengungen von Kupfer lassen es rosa oder rötlich erscheinen, senken die Schmelztemperatur und steigern zugleich HĂ€rte, Festigkeit und Polierbarkeit betrĂ€chtlich. Steigende Silberanteile verĂ€ndern die Farbe des reinen Goldes ĂŒber hellgelb nach hellgrĂŒn und schlieĂlich zu weiĂ; Schmelztemperatur und HĂ€rte verĂ€ndern sich dabei nur sehr wenig. Die meisten Metalle, so auch die bekannten Platinmetalle, Quecksilber und die Eisenmetalle, fĂŒhren als Beimischungen dagegen in steigenden Anteilen zu einer EntfĂ€rbung in Form einer eher schmutziggelbgrauen bis grauweiĂen Legierung. So variiert die Farbe von Palladiumhaltigem Gold (Porpezit) zwischen Lohfarben und einem hellen Braun.[23]
Da Gold ein relativ reaktionstrĂ€ges Element ist, behĂ€lt es gewöhnlich seinen Glanz und Farbe und ist daher in der Natur leicht zu erkennen. Es wird manchmal mit Quarz vergesellschaftet in Hydrothermaladern gefunden, zuweilen auch zusammen mit Kupfererzen. Verwitterung und Erosion goldhaltiger Gesteine fĂŒhren oft zur Ablagerung des relativ schweren Metalls am Boden flieĂender GewĂ€sser. Dies kann zu relativ ausgedehnten LagerstĂ€tten fĂŒhren, die aus jedem geologischen Zeitalter stammen können.
Daneben kommt Gold auch als Bestandteil von Mineralen vor. Beispiele hierfĂŒr sind Calaverit, Krennerit und Sylvanit (Schrifterz).
Gold besteht aus nur einem stabilen Isotop und gehört damit zu den 22 Reinelementen. Das Schwermetall ist unlegiert weich wie Zinn. Gold lĂ€sst sich aufgrund seiner DuktilitĂ€t zu Blattgold schlagen und zu besonders dĂŒnnen Folien von etwa 2000 Atomlagen ausrollen. Deshalb verwendete Ernest Rutherford Goldfolie fĂŒr seinen Streuversuch. WeiĂes Licht schimmert grĂŒnlich durch Goldfolie. DarĂŒber hinaus lĂ€sst es sich leicht mit vielen Metallen legieren.
Einige der ungewöhnlichen Eigenschaften wie die goldgelbe Farbe und hohe DuktilitÀt lassen sich nach neueren Berechnungen am besten mit dem relativistischen Effekt erklÀren.
In der OberflÀchenchemie werden verschiedene FlÀchen von Au-Einkristallen u. a. in der Rastertunnelmikroskopie eingesetzt (siehe Abbildung).[24]
Gold wird von SĂ€uren mit Ausnahme von âKönigswasserâ (einem Gemisch aus SalzsĂ€ure und SalpetersĂ€ure) nicht angegriffen. In Königswasser bildet sich TetrachloridogoldsĂ€ure:
Die Halogene Chlor, Brom und Iod vermögen Gold zu lösen, letzteres sogar in alkoholischer Lösung. In wĂ€ssrigen Cyanidlösungen ist Gold leicht unter Oxidation durch Sauerstoff als Komplexverbindung löslich. In heiĂen, sauren hydrothermalen Lösungen ist Gold relativ gut physikalisch löslich. Demzufolge wird es oft in Quarzgesteinen mit vorgefunden. Es wurde auch beobachtet, dass einige HuminsĂ€uren in der Lage sind, Gold anzulösen.
Etwa 85 % der heutigen Goldproduktion werden zu Schmuck verarbeitet und 12 % in der Industrie (Elektronik, Medizin, Optik) verwendet.[25][26] Der Rest von 3 % landet in den Tresoren der Banken.[27] Siehe hierzu auch Tabelle zu Angebot und Nachfrage.
Gold dient in Form von GoldmĂŒnzen und Barrengold als internationales Zahlungsmittel und wird von vielen Zentralbanken der Welt als WĂ€hrungsreserve eingelagert, obwohl heute die WĂ€hrungen nicht mehr durch Goldreserven gedeckt sind.
In Krisenzeiten (z. B. Inflation oder Wirtschaftskrise) wird Gold als stabile Wertanlage gesehen, welche eine Wertsteigerungen relativ zu anderen Wertanlagen erfahren kann. Der intrinsische Wert von Gold wird durch seine relative Seltenheit und durch die durchschnittlich aufgebrachte Arbeitsleistung bei seiner Förderung bestimmt. Deswegen hat Gold kein Ausfallrisiko wie sonstige Papiergeldanlagen, wo die Zinsrate sich nach dem wahrgenommen Ausfallrisiko der Marktteilnehmer richtet.
Der Preis des Goldes wird auf dem offenen Markt bestimmt. Das geschieht seit dem 17. Jahrhundert am London Bullion Market. Seit dem 12. September 1919 treffen sich wichtige GoldhĂ€ndler in einer Rothschild-Bank in London, um den Goldpreis formal zu fixieren (siehe Goldfixing). Seit 1968 gibt es ein weiteres tĂ€gliches Treffen in der Bank um 15 Uhr Londoner Zeit, um den Preis zur Ăffnungszeit der US-Börsen erneut festzulegen.
Der Goldpreis kann auch von Marktteilnehmern mit groĂen Goldreserven, etwa Zentralbanken und Goldminen-Gesellschaften, erheblich beeinflusst werden. Soll der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen (um LeerverkĂ€ufe zu provozieren) oder verkauft, oder aber die Goldproduktion wird gesteigert. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold auf bzw. die Goldproduktion wird gedrosselt. Allerdings haben hier die goldbesitzenden Zentralbanken auch nur eingeschrĂ€nkte Möglichkeiten, so umfasste der gesamte Goldbesitz aller Zentralbanken im Dezember 2005 nur etwa 19 % der weltweit vorhandenen Goldmenge von 153.000 Tonnen.
Wichtige Faktoren, die auf den Goldpreis Einfluss nehmen, sind der Ălpreis und der aktuelle Kurs des US-Dollar, da Gold in dieser WĂ€hrung gehandelt wird.
Der Goldpreis in US-Dollar seit 1792
Am 17. MĂ€rz 1968 wurde der Goldpreis gespalten und ein zweigliedriges System eingefĂŒhrt. Der eine Preis konnte sich frei dem Markt anpassen, der andere war fix. 1973 wurde der Goldpreis freigegeben, und der Besitz von Gold war in den USA wieder erlaubt. China hat den Privatbesitz von Gold 1983 wieder erlaubt (siehe Goldverbot).
Am 21. Januar 1980 stieg angesichts der Krise im Iran und des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan auf ein Rekordhoch von 850 US-Dollar, der erst Anfang 2008 wieder erreicht wurde. Am 21. Juni 1999 gab es einen Tiefstand von 252,90 US-Dollar (London Fixing). Eine steigende Nachfrage lieĂ den Preis 2004 ĂŒber die 420-Dollar-Marke ansteigen. Im Jahr 2005 stieg der Goldpreis weiter, erreichte im September mehr als 475 US-Dollar und im Dezember mehr als 530 US-Dollar. Anfang Mai 2006 kostete die Unze Gold ĂŒber 682 US-Dollar, wĂ€hrend rund ein halbes Jahr spĂ€ter (20. November 2006) der Preis wieder auf rund 580 US-Dollar gesunken war. Kurz darauf, am 28. November 2006, stieg der Goldpreis, auch begĂŒnstigt durch einen fallenden US-Dollar, wieder auf 638 US-Dollar. Im MĂ€rz 2008 erreichte der Goldpreis erstmals einen Wert von ĂŒber 1.000 US-Dollar pro Unze. Seitdem nahm der Wert einer Unze weiter zu und kostet aktuell (Stand: Mai 2011) rund 1.500 US-Dollar oder entsprechend rund 34.000 âŹ/kg.[28]
FĂŒr den standardisierten Goldhandel an Rohstoffbörsen wurde âXAUâ als eigenes WĂ€hrungskĂŒrzel nach ISO 4217 vergeben. Es bezeichnet den Preis einer Feinunze Gold.
Historisch wurde Gold seit Jahrtausenden als WĂ€hrung eingesetzt. Eine Geldeinheit entsprach einer bestimmten Menge Gold. In Deutschland war wĂ€hrend des Deutschen Reichs von 1871 bis 1918 das gesetzliche Zahlungsmittel die Goldmark (siehe auch KurantmĂŒnze), wobei 2,79 Goldmark einem Gramm Gold entsprachen und die Reichsbank gegen Vorlage einer Banknote die entsprechende Menge in physisches Gold eintauschte. Die Golddeckung wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges aufgehoben und konnte danach nicht wieder eingefĂŒhrt werden wegen der Reparationen, welche die Goldreserven des Deutschen Reiches verschlangen. Die daraus resultierende zwangsweise Umstellung auf nicht-goldgedecktes Geld (VertrauenswĂ€hrung oder Fiat Money) ermöglichte erst die Hyperinflation der 1920er Jahre.
Lange Zeit entsprachen in den Vereinigten Staaten 20,67 US-Dollar einer Unze Gold. 1944, im Bretton-Woods-System, wurde diese Ăquivalenz auf 35 US-Dollar angehoben.
Um Gold als WĂ€hrungsalternative auszuschlieĂen und um die WĂ€hrungsreserven (Goldreserve) zu erhöhen, war der Goldbesitz in den USA zeitweise verboten. Von 1933 bis 1973 war Goldbesitz nur in Form von Schmuck und MĂŒnzsammlungen erlaubt. PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt lieĂ Gold ĂŒber die Executive Order 6102 konfiszieren, und PrĂ€sident Richard Nixon unterband 1971, dass nicht-US-amerikanische Nationalbanken US-Dollars zu einem fixen Preis gegen Gold wechseln konnten.
Gold wird kaum industriell verbraucht. Zu den wenigen Verbrauchern, die Gold unwiederbringlich aus der Gesamtmenge entfernen, gehört beispielsweise die Mikroelektronik, die eine geringe, aber steigende Menge in elektronischen Schaltkreisen einsetzt, aus denen es nicht oder nur in geringem Maà wiedergewonnen werden kann. Historisch gesehen wurde die Goldmenge nie durch Verbrauch verringert, sondern immer nur unter Besitzern oder Aufbewahrungsformen umverteilt.
Der Goldkurs gilt auch heute noch als einer der wesentlichen Krisen- und Inflations-Indikatoren. Je nach wirtschaftlicher Stimmungslage schwanken hÀufig die Nachfrage und das Angebot, wobei in konjunkturell guten Zeiten die Schmuckindustrie stÀrker nachfragt und in Krisenzeiten vermehrt Privatinvestoren. Deshalb ist der Goldpreis zuweilen volatil, schwankt also stark. Beim Goldstandard ist der Goldpreis dagegen durch die feste Bindung der WÀhrung konstant.
Da der Goldstandard die herausgegebene Geldmenge und die Höhe der Staatsverschuldung beschrĂ€nkt, waren die Regierungen daran interessiert, ihre WĂ€hrungen vom Gold zu lösen. In beiden Weltkriegen wurde der Goldstandard aufgegeben, da die benötigten Geldmittel zur Kriegsproduktion nur per Inflation aufzubringen waren. Heutzutage sind sĂ€mtliche WĂ€hrungen der Welt vom Gold losgelöst, und erst dadurch war die extreme Ausweitung der heutigen Geldmengen und Schulden möglich. Die heute vorhandene Goldmenge wĂŒrde zu den aktuellen Kursen nicht als Wertdeckung fĂŒr eine bedeutsame WĂ€hrung ausreichen. Das im Januar 2006 vorhandene Gold entsprach einem Marktwert von 2,5 Billionen ⏠und wĂ€re hypothetisch somit gerade einmal geeignet gewesen, die damaligen Staatsschulden Deutschlands und Spaniens zu decken. Im Falle einer erneuten Deckung von bedeutenden WĂ€hrungen mĂŒsste der Goldkurs auf ein Vielfaches ansteigen.
In der gesamten Geschichte der Menschheit wurden bisher schĂ€tzungsweise 155.000 Tonnen Gold geschĂŒrft. Der weltweite Bestand (Dezember 2005) von 153.000 Tonnen entspricht einem WĂŒrfel mit fast 20 Metern KantenlĂ€nge (fast 8000 Kubikmetern) reinem Gold, und rund 25,5 g (also etwas mehr als 1 cm3) pro Kopf der Weltbevölkerung.
Verwendung dieser Goldmenge (SchÀtzung 2007):
Die Reinheit von Gold wird historisch in Karat angegeben. 24 Karat entsprechen purem Gold (Feingold). Mit EinfĂŒhrung des metrischen Systems wurde die Umstellung auf Promille-Angaben vorgenommen. So bedeutet der Stempeleindruck â750â in Goldware, dass das Metall von 1000 Gewichtsanteilen 750 Anteile (d. h. 3/4) reines Gold enthĂ€lt, entsprechend 18 Karat (â585â entspricht 14 Karat, â375â entspricht 9 Karat und â333â entspricht 8 Karat). Im östlichen Mittelmeerraum wird Schmuck auch oft als Gold mit 916,6 Anteil d. h. 22 Karat, verkauft. BullionmĂŒnzen haben entweder 916,6 Promille (Krugerrand, Britannia, American Eagle) oder 999,9 Promille Gold (Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, Nugget, American Buffalo). Die Reinheit kann aber auch mit einer Dezimalzahl angegeben werden, zum Beispiel als 0,999 oder 1,000 (Feingold).
Ein âGood-delivery-Barrenâ (Feingehalt 995 â°) enthĂ€lt 12,44 kg (400 Unzen) Gold. Gold wird auĂerdem in Barren zu 1, 5, 10, 20, 50, 100, 250, 500 und 1.000 g sowie 1 Unze mit einem Feingehalt von 999,9 â° hergestellt und hauptsĂ€chlich von privaten Anlegern erworben â bei kleineren als 1-kg-Barren ist der âSpreadâ (Differenz zwischen Ver- und Ankaufspreis der Banken, der sich eng am aktuellen Goldpreis orientiert) höher und betrĂ€gt teilweise ĂŒber 5 %.
Die Elektronikindustrie verwendet Gold u. a. aufgrund der guten Kontaktgabe, KorrosionsbestÀndigkeit und guten Verarbeitbarkeit:
Gold reflektiert Infrarot sehr gut (98 % bei WellenlĂ€ngen > 700 nm[29]) sowie rotes und gelbes Licht besser als blaues und violettes, deshalb werden wĂ€rmereflektierende Beschichtungen auf GlĂ€sern, Strahlteiler und Spiegel â auch Laserspiegel fĂŒr Laser im mittleren Infrarot â aus Goldschichten hergestellt (Sputtern, Bedampfen, auch mit Schutzschicht).
Gold ist ein Dotand von Germanium (Germanium-Gold, kurz Ge:Au) â einem Halbleiter zum Nachweis von Infrarot von 1 bis etwa 8 ”m WellenlĂ€nge bei KĂŒhlung auf 77 K nach dem Prinzip der Photoleitung.
Wegen seiner KorrosionsbestĂ€ndigkeit und Ă€sthetischen QualitĂ€ten wird es in der Zahnheilkunde als FĂŒll- oder Ersatzmaterial fĂŒr defekte oder fehlende ZĂ€hne eingesetzt.
Einige Goldsalze werden heilend zur Rheumatherapie eingesetzt. Die Goldsalze Natriumaurothiomalat und Auranofin werden als Basistherapie gegen rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) angewendet.
In neuerer Zeit jedoch verdrĂ€ngen preisgĂŒnstigere Medikamente eine Behandlung mit goldhaltigen Therapeutika. Allerdings haben medizinisch eingesetzte Goldverbindungen auch Nebenwirkungen. Es kann zu allergischen Reaktionen und bei unsachgemĂ€Ăer Anwendung zu einer SchĂ€digung von Leber, Blut und Nieren kommen. Etwa 50 % der Therapien mit Goldsalzen werden aufgrund der unerwĂŒnschten Wirkungen abgebrochen. Die volle Wirkung einer Goldtherapie setzt erst nach mehreren Monaten ein.
Goldverbindungen können aufgrund der Giftigkeit des Verbindungspartners zum Teil sehr giftig sein. Die farblosen Goldcyanide und die zitronengelbe TetrachloridogoldsÀure zÀhlen dazu.
Anwendung findet Gold in der Schmuckindustrie, die es zu Ringen, Ketten, ArmbÀndern und anderem Schmuck verarbeitet. Der Edelmetallgehalt wird durch die Repunze beglaubigt.
Einige Orden sind aus Gold gefertigt (z. B. Kutusoworden).
Goldfolie, auch Blattgold genannt, wird seit der Antike verwendet. Hergestellt aus hochgoldhaltigen Legierungen, wird es dĂŒnner als die WellenlĂ€nge des sichtbaren Lichtes gewalzt und geschlagen. Im Auflicht glĂ€nzt es goldgelb, im Gegenlicht scheint grĂŒnlich-blau die Lichtquelle durch und bildet auch das Schlagmuster des Metalls ab, weshalb es auch meistens auf einer entsprechend prĂ€parierten Unterlage aufgetragen wird. Verwendet wird es, um nichtmetallischen GegenstĂ€nden, wie Bilderrahmen, BĂŒchern (Goldschnitt), Mobiliar, Figuren, Architekturelementen, Stuck, Ikonen etc., das Aussehen von echtem Gold zu geben. Mit 1 Gramm Blattgold kann man einen halben Quadratmeter FlĂ€che ĂŒberziehen.
Im Speisenbereich dient es in Form von Blattgold und Blattgoldflocken als Lebensmittelzusatzstoff E 175 zum Vergolden von Speisen, zum Beispiel fĂŒr ĂberzĂŒge von SĂŒĂwaren und zur Verzierung von Pralinen, und in GetrĂ€nken, zum Beispiel Danziger Goldwasser und Schwabacher Goldwasser. Metallisches Gold gilt als ungiftig, reichert sich im Körper nicht an und wird fĂŒr gewöhnlich mit dem Rest der verdauten Nahrung wieder ausgeschieden.
Dekorativ findet Gold vielfÀltige Anwendungen, zum Beispiel in galvanischen Beschichtungen von Metallen und Kunststoffen. Auf Porzellanglasuren, Zahnersatzkeramiken und Glas lassen sich Goldpigmente einbrennen. Historisch war die Feuervergoldung von Metallen mit Hilfe der Gold-Quecksilber-Legierungen, sogenannter Amalgame, nachweislich schon in der Antike die einzig brauchbare Methode, um dauerhafte Vergoldungen auf Silber, Bronze oder unedlen Metallen herzustellen. Mit der Entwicklung galvanischer VergoldungsbÀder im spÀten 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert wurde dieser Bereich in den Möglichkeiten qualitativ erweitert und ersetzt.
Goldpigmente wurden historisch in der Glasherstellung seit dem 16. Jahrhundert eingesetzt (Goldrubinglas), werden allerdings heute weitgehend durch preiswertere Verfahren ersetzt.
Nanoskopisch vorliegende metallische Goldpartikel, also solche mit einer GröĂe im Nanometer-MaĂstab, sind in jĂŒngster Zeit Schwerpunkt intensiver Forschung geworden, weil ihre Verwendung als heterogene Katalysatoren in organisch-chemischen Reaktionen neue, Lösungsmittel-freie Verfahren zulĂ€sst. Dies ist Teil eines Prozesses der Umgestaltung der chemischen Produktionsweisen in Richtung einer grĂŒnen Chemie.
In diesem Zusammenhang wurde entdeckt, dass Gold-Nanopartikel sogar chirale Strukturen aufweisen können, ein fĂŒr Festkörper bisher einzigartiges Verhalten.[30] Die HĂ€ndigkeit dieser Partikel kann durch Austausch chiraler Liganden durch ihre Enantiomere gesteuert werden, bleibt jedoch erhalten, wenn in achiraler oder racemischer Umgebung verfahren wird.[31]
Klassische Goldlegierungen fĂŒr Schmuck gehören dem Dreistoffsystem Gold-Silber-Kupfer an. Ein Grund dafĂŒr ist, dass diese Metalle auch natĂŒrlich miteinander vorkommen und es bis ins 19. Jahrhundert in Europa verboten war, Gold mit anderen Metallen als Kupfer und Silber zu legieren. Das Farbspektrum derartiger Goldlegierungen reicht von sattgelb ĂŒber hellgrĂŒn und lachsrosa bis hin zu silberweiĂ. Diese Legierungen sind leicht herstellbar und gut zu verarbeiten. Je nach Anforderung werden durch Zusatz weiterer Metalle die Legierungseigenschaften wie erwĂŒnscht beeinflusst. So senken beispielsweise kleinere ZusĂ€tze von Zink, Indium, Zinn, Cadmium oder Gallium die Schmelztemperaturen und die OberflĂ€chenspannung der Metallschmelze bei nur geringfĂŒgiger Ănderung der Farbe der Legierung. Dies ist eine Eigenschaft, die der Verwendung als Lotlegierungen fĂŒr andere Goldwerkstoffe entgegenkommt. Andere ZusĂ€tze wie Platin, Nickel oder höhere Kupferanteile erhöhen betrĂ€chtlich die HĂ€rte der Metallmischung, verĂ€ndern aber andererseits die schöne Farbigkeit des Goldes negativ. ZusĂ€tze wie Blei (bleihaltiges Lötzinn), Bismut und viele Leichtmetalle machen Goldlegierungen spröde, so dass diese nicht mehr verformbar sind.
Doch nicht nur die Art, sondern auch die Menge der zugesetzten Metalle verĂ€ndert die Goldlegierungen in gewĂŒnschter Weise. Ist z. B. eine schöne satte Eigenfarbe erwĂŒnscht, so wird man sich im Bereich der sehr edlen Goldlegierungen mit mindestens dreiviertel Massenteilen Gold bewegen. Höchste Festigkeit und HĂ€rte werden andererseits bei den eher blasseren Goldlegierungen mit einem Feingehalt um 585 erreicht, weshalb dieses empirisch gefundene LegierungsverhĂ€ltnis seit langem verwendet wurde. Legierungen mit einem deutlich geringeren Feingehalt als diese sind hingegen aufgrund der unedlen Beimischungen durch langfristige Korrosionseffekte bedroht.
Weiterhin ist zu unterscheiden, ob die Legierungen als Gussmaterial verarbeitet werden sollen oder wie herkömmlich als Knetlegierungen, also schmiedbar, zur Kaltverformung geeignet sein mĂŒssen. Erstere beinhalten z. B. KornfeinungszusĂ€tze im Zehntelpromillebereich, die beim langsamen Erstarren der Schmelze in der Gussform das Kristallwachstum gĂŒnstig beeinflussen, ZusĂ€tze von etwas Silicium unterdrĂŒcken die OberflĂ€chenoxidation beim Erhitzen in der Luft, verschlechtern aber die KaltbearbeitungsfĂ€higkeit und Lötbarkeit.
Legieren bedeutet in diesem Zusammenhang letztendlich immer ein âVerdĂŒnnenâ des reinen Goldes, man âverdĂŒnntâ aber auch seine geschĂ€tzten Eigenschaften wie Farbe, Korrosionsfestigkeit, Preis, Dichte, gewinnt andererseits z. B. mechanische Festigkeit und PolierfĂ€higkeit hinzu.
Wie auch bei anderen als Werkstoff genutzten Metallen bezeichnet der Begriff âGoldâ in der Alltagssprache nicht unbedingt das reine chemische Element, sondern auch dessen Legierungen.
In Deutschland darf nach der EinfĂŒhrung des Dezimalsystems und der ReichsgrĂŒndung im 19. Jahrhundert Schmuck und GerĂ€t in jedem Goldfeingehalt legiert und angeboten werden.
Die Stempelung, auch Punzierung genannt, ist fakultativ. Wenn sie aber durchgefĂŒhrt wird, hat sich der âIn-Verkehr-bringendeâ an die gesetzlichen Vorschriften zu halten.
Die in Deutschland geltende rechtliche Grundlage ist (Stand Januar 2007) das âGesetz ĂŒber den Feingehalt der Gold und Silberwarenâ vom 16. Juli 1884 (gĂŒltig seit 1888). Eine bislang nicht verabschiedete Richtlinie der EuropĂ€ischen Union zur europaweiten Vereinheitlichung der Regelungen wurde auch in Deutschland noch nicht umgesetzt.
Der exakte Feingehalt von Edelmetallen kann nur im Labor festgestellt werden. Im Alltag behelfen sich Goldschmiede, MĂŒnzsammler etc. zur annĂ€hernden Bestimmung des Feingehaltes darum mit der Strichprobe.
In den meisten anderen Staaten bĂŒrgt eine gesetzlich beauftragte Institution im Sinne des Verbraucherschutzes ĂŒber den korrekten Feingehalt und dessen Kennzeichnung.
| Karat | Gewichtspromille Gold in der Legierung | im Handel als | Atom % ca. |
| 24 kt | 999 | Feingold 999 | 100 |
| 22 kt | 916 2/3 | Gold 916 | 83 |
| 20 kt | 833 1/3 | Gold 833 | 68 |
| 18 kt | 750 | Gold 750 | 50 |
| 14 kt | 583 1/3 | Gold 585 | 38 |
| 10 kt | 416 2/3 | Gold 417 | 23 |
| 9 kt | 375 | Gold 375 | 20 |
| 8 kt | 333 1/3 | Gold 333 | 18 |
Hochwertiger Schmuck wird international ĂŒblicherweise aus Goldlegierungen mit einem Feingehalt von 750 oder höher angefertigt. Regionale und kulturelle Unterschiede beeinflussen auch dessen Wertigkeit. So ist zu beobachten, dass auf dem amerikanischen Kontinent die Legierungen mit 585 â° Goldanteil dominieren, wĂ€hrend im Nahen Osten sattgelber Goldschmuck ab Feingehalte von etwa 20 bis 22 kt (833â916 â°) aufwĂ€rts besonders geschĂ€tzt wird. Beispiele hierfĂŒr sind in Ăgypten, der TĂŒrkei und den Ălstaaten am Golf von Persien zu sehen. In SĂŒdostasien und im chinesisch, thailĂ€ndisch und malaiisch beeinflussten Kulturkreis geht dies traditionell sogar bis hin zum Schmuck aus reinem Feingold, der in der dortigen Kultur als besonders hochwertig betrachtet wird. Weltweit gesehen wird auch eine Vorliebe der Menschen fĂŒr sattere Goldfarben sichtbar, je weiter man die Breitengrade sĂŒdwĂ€rts bereist. Das positive subjektive Erleben von LichtintensitĂ€t und Farbe in deren tropischer Umgebung, gepaart mit guter SchweiĂbestĂ€ndigkeit, können die blassen niedriggehaltigen Goldlegierungen des Nordens konzeptionell nicht erfĂŒllen.
Als Gold 333 wird eine Legierung gepunzt, sofern der Goldanteil einem Drittel am Gesamtgewicht entspricht, in der Werbung oft auch suggestiv z. B. als âecht Gold 333â dargestellt. In der Schweiz beispielsweise gilt sogar die 375er Schmuckgoldlegierung nicht als Gold, allenfalls als Imitation âGAM = Garantiemetallâ, und darf nicht als Goldschmuck verkauft werden. In anderen LĂ€ndern sind Schmuckgoldlegierungen ab einem Goldanteil von 375 â° (Gold 375) bzw. 585 â° (Gold 585) zulĂ€ssig.
Die historisch gewachsene Bezeichnung von Karat fĂŒr Goldlegierungen leitet sich aus einem ursprĂŒnglichen 12-er-System ab, dessen Teilung halbiert das 24-er-System ergibt (siehe Liste mit detaillierten Angaben). AbgekĂŒrzt wird diese Feingehaltsangabe âKaratâ mit âktâ. Dies im Gegensatz zur ebenfalls als Karat (200 mg) bezeichneten Gewichtseinheit fĂŒr Edelsteine, die zur Unterscheidung international mit âctâ bezeichnet wird.
Die Anteile an eventuell enthaltenen anderen Edelmetallen (Silber, Palladium, Platin, Rhodium, Iridium u. a.) wird bei der Stempelung nicht berĂŒcksichtigt.
Die gebrauchsfreundlichen Eigenschaften, das âEdleâ der Goldlegierungen, wird durch das VerhĂ€ltnis von Edelmetallatomen zur Gesamtanzahl der Atome in der Legierung bestimmt. Deren Eigenschaften wie Korrosionsfestigkeit, Farbwirkung oder intermetallische Bindung werden durch dieses StĂŒckzahlenverhĂ€ltnis festgelegt. Die Stoffmenge, das Mol und die Stöchiometrie weisen darauf. Der Gewichtsanteil bestimmt nur indirekt die Eigenschaften und ist darĂŒber hinaus sehr von den verwendeten Zusatzmetallen abhĂ€ngig.
Gold mit der Atommasse 197 und Kupferatome mit der Massenzahl 63 (nur rund ein Drittel) bilden z. B. eine Legierung mit dem AtomverhĂ€ltnis 1:1. Dieses Legierungsbeispiel zeigt ein Gewichtanteil von 756 Teilen Feingold und suggeriert ĂŒber das Gewicht einen hohen Edelmetallgehalt. Genau betrachtet jedoch betrĂ€gt dieser ĂŒber den Anteil der Goldatome (die StĂŒckzahl) nur 50 %. Empirisch wird jedoch eine Legierung unter 50 Atomprozent Gold von SĂ€uren angreifbar. Je kleiner die Atommassen der LegierungszusĂ€tze, desto drastischer fĂ€llt dieser Effekt aus.
So betrachtet sind bei den ĂŒblicherweise verwendeten 750er-Goldlegierungen bereits nur ca. die HĂ€lfte der Legierungsatome Gold. Extremes Beispiel ist eine 333er-Goldlegierung, hier kommen nur 2 Goldatome auf 9 Zusatzatome. Dies erklĂ€rt auch die sehr unedlen Eigenschaften dieses Materials, wie hohe Anlaufneigung, Korrosionsverhalten und geringe Farbtiefe. Viele Goldschmiede und LĂ€nder, wie z. B. die Schweiz, lehnen es ab, diese Legierung noch als âGoldâ aufzufassen.
Rotgold ist eine Goldlegierung, bestehend aus Feingold, Kupfer und gegebenenfalls etwas Silber, um die mechanische Verarbeitbarkeit zu verbessern. Der relativ hohe Kupferanteil, der deutlich ĂŒber dem des Silbers liegt, ist fĂŒr die namensgebende âroteâ FĂ€rbung und HĂ€rte des Materials verantwortlich. Der Farbton ist kupferĂ€hnlich.
Regional sind bestimmte Goldfarbtönungen beliebt; so akzeptiert der Osten und SĂŒden Europas doch eher die dunkleren und farbstarken rötlicheren Goldlegierungen. Umgangssprachlich wurde Rotgold in der DDR auch als Russengold bezeichnet; teilweise ist in SĂŒddeutschland auch heute noch der Begriff TĂŒrkengold gebrĂ€uchlich. Russengold hat den ungebrĂ€uchlichen Feingehalt von 583 und ist daran sehr gut zu erkennen. Die FĂ€rbung ist auch etwas heller als bei heutigem Rotgold.
Dabei handelt es sich um eine dem Feingold Ă€hnelnde gelbe Goldlegierung aus Feingold mit Silber und Kupfer. Das VerhĂ€ltnis beeinflusst die Farbe. Mit abnehmendem Goldgehalt reduziert sich auch die Tiefe des Gelbtons sehr schnell. Ăblicherweise ist das VerhĂ€ltnis der dem Gold zugesetzten Metalle untereinander ca. 1:1; die Tönungen und FarbintensitĂ€t können stufenlos und beliebig gewĂ€hlt werden. Die Farbe reicht von hellgelb mit deutlichem Silberanteil bis zu gelborange mit dem umgekehrten VerhĂ€ltnis zum Kupferzusatz. Gelbgold ist durch ihren hohen Erkennungswert weltweit mit Abstand die beliebteste Goldfarbe.
GrĂŒngold ist eine grĂŒnlichgelbe Goldlegierung ohne Kupferzusatz. Die Farbe entsteht durch AnnĂ€herung an das AtomverhĂ€ltnis Gold:Silber 1:1, was im optimalen Fall einem Goldanteil von 646 entspricht, bei dem der deutlichste GrĂŒnton auftritt. Da in diesem Falle der Silberanteil schon ĂŒber 40 % betrĂ€gt, ist der Farbton relativ hell. Bis zu einem Drittel des Silbers lĂ€sst sich durch Cadmium ersetzen, was den GrĂŒnton intensiviert, die gĂŒnstigen Anlaufeigenschaften und die Schmelztemperatur allerdings reduziert. Die Legierungen sind sehr weich und wenig farbstark. GrĂŒngold wird selten verwendet, ĂŒblicherweise z. B. zur Darstellung von LaubblĂ€ttern oder Ă€hnlichem.
Diese fast farblosen Werkstoffe wurden in den Jahren 1912/13 als kostengĂŒnstiger und punzierfĂ€higer Platinersatz fĂŒr Schmuckzwecke in Pforzheim entwickelt und werbewirksam als WeiĂgold eingefĂŒhrt. Im frankophonen Sprachraum sind diese Werkstoffe treffender als âor grisâ, Graugold bekannt. Ziel war ein gut zu verarbeitendes, anlaufbestĂ€ndiges Material, in dem farblose Brillanten hervorragend ihre Wirkung zeigen konnten. Bis dato war man auf Silber, das leider nachdunkelt, oder eben Platin und das etwas dunklere und leichtere Palladium angewiesen. Folgerichtig existieren auch vor dieser Zeit keine SchmuckstĂŒcke mit WeiĂgold.
WeiĂgold als Sammelbegriff bezeichnet Goldlegierungen, die durch Beimischung deutlich entfĂ€rbender Zusatzmetalle eine weiĂ-blassgetönte Goldlegierung ergeben. Als LegierungszusĂ€tze werden hauptsĂ€chlich das Platinnebenmetall Palladium, (frĂŒher sehr hĂ€ufig) Nickel oder bei niedrigen Goldgehalten Silber verwendet. Die EntfĂ€rbung des von Natur aus gelben Goldes tritt kontinuierlich ein und setzt eine gewisse Menge des entfĂ€rbenden Zusatzes voraus; der Rest, der dann noch bis zum berechneten Gesamtvolumen fehlt, wird oft aus Kupfer/Silber gestellt.
Viele Metalle bilden mit Gold âweiĂeâ Legierungen, so Amalgam, Eisen, das sogar rostet, dann auch Platin, das eine schwere, teurere und sehr gut aushĂ€rtbare Legierung mit Gold bildet. Die in prĂ€kolumbischer Zeit in SĂŒdamerika hergestellten Platinobjekte bestehen aus diesem weiĂlich-beige und schmutzig-grau aussehenden Material.
Nickelhaltiges WeiĂgold (eine Gold-Kupfer-Nickel-Zink-Legierung mit variablen 10â13 % Nickelanteil) kann auch als durch den Nickelzusatz entfĂ€rbte Rotgoldlegierung aufgefasst werden; demzufolge ist es auch relativ hart und kann bis zur FederhĂ€rte gewalzt, gezogen oder geschmiedet werden. Die hohe Grundfestigkeit ermöglicht beispielsweise geringere WandstĂ€rken bei gleicher StabilitĂ€t. Weitere Eigenschaften wie hervorragende Zerspanbarkeit und Polierbarkeit sind von groĂem Vorteil. Dazu kommen noch der niedrige Schmelzpunkt und gĂŒnstigere Preis, der wiederum daraus resultiert, dass keine weiteren Edelmetalle im Zusatz enthalten sind und die Dichte geringer ist als beim palladiumlegierten Pendant. FĂŒr mechanisch beanspruchte Teile wie Broschierungen, Nadeln, Scharniere und Verbindungsteile wird dieses Material von den Schmuckherstellern und Juwelieren aufgrund der Festigkeit sehr geschĂ€tzt. NickelweiĂgold ist die Basis von weiĂgoldenen Lotlegierungen. Da jedoch der Nickelanteil auf der Haut allergische Reaktionen hervorrufen kann, wird es mittlerweile in fast allen modernen Schmucklegierungen weitestgehend vermieden.
Die edlere Alternative ist palladiumhaltiges WeiĂgold, eigentlich treffender als Graugold zu bezeichnen. Es ist vergleichsweise weich, wobei es unterschiedliche Rezepturen von harten bis weichen Legierungen gibt. Es handelt sich um Mehrstofflegierungen mit bis zu sechs Komponenten. Der Grundfarbton der palladiumbasierten Goldmischungen ist allgemein dunkler, eben âgrauerâ als der des nickelbasierten WeiĂgoldes. Der Palladiumzusatz mit ca. 13â16 % muss höher als beim NickelweiĂgold gewĂ€hlt werden, um die Gesamtmischung vergleichbar zu entfĂ€rben. Ăblicherweise werden diese WeiĂ-/Graugoldlegierungen meistens nach der Bearbeitung sowieso rhodiniert. Daher ist es weniger wichtig, dass die Legierung so ganz farbrein weiĂ oder hellgrau erscheint, und man spart bewusst am Palladiumzusatz, der doch sehr den Preis auftreibt und zudem die Mischung nachteilig auch dunkler fĂ€rbt. Nativ sehen diese Werkstoffe demzufolge oft leicht beige aus. Der Vergleich mit Platin oder Silber ist augenfĂ€llig. Die Verarbeitungseigenschaften, wie Zerspanbarkeit, welche bei maschinellem Drehen beispielsweise von Trauringen gefordert ist, stellen andere Anforderungen an die Werkzeuge. Die GieĂeigenschaften (höherer Schmelzpunkt und höhere OberflĂ€chenspannung der Schmelze) unterscheiden sich auch vom nickelbasierten Pendant. Eine strukturelle ZĂ€higkeit der Legierungen erhöht z. B. den Aufwand der Hochglanzpolitur in ungewohnter Weise. Nachteilig ist der erhöhte Preis durch den nicht unbetrĂ€chtlichen Palladiumanteil und die höhere Dichte des Materials. Positiv zeigen die Legierungen ihren hohen Anteil an Edelmetallen (Gold-Palladium-Silber) in deren Eigenschaften. Ein SchmuckstĂŒck in PalladiumweiĂgold ist derzeit (Januar 2007) ca. 20 % teurer als das vergleichbare aus Gelbgold bei gleichem Feingehalt.
Anbieter von Goldlegierungen entwickeln immer wieder neuartige Werkstoffe. So gibt es WeiĂgoldlegierungen mit Cobalt, Chrom, Mangan-Germanium, und anderen Metallen. Verarbeitungsprobleme, Preisentwicklungen oder mangelnde Akzeptanz der Kunden fĂŒhren aber auch dazu, dass solche neuen Goldlegierungen wieder vom Markt verschwinden.
Da sich âweiĂesâ Gold nicht elektrochemisch abscheiden lĂ€sst, werden Schmuckerzeugnisse aus WeiĂgold in der Regel auf galvanischem Wege rhodiniert. Dieser Ăberzug mit Rhodium, einem Platin-Nebenmetall, bewirkt eine Farbverbesserung hin zu einem reinen, silberartigen WeiĂ, sowie einer verbesserten Kratzfestigkeit gegenĂŒber der unbeschichteten MetalloberflĂ€che aus reinem WeiĂgold. Dieser RhodiumĂŒberzug muss nicht explizit angegeben werden. Durch Abtragen dieses Ăberzuges kommt das eigentliche WeiĂ- oder Graugold wieder zum Vorschein, was z. B. bei Trauringen oft zu optischen BeeintrĂ€chtigungen fĂŒhrt.
Eine aushĂ€rtbare Titan-Gold-Legierung mit 99 % Gold und 1 % Titan wird in der Trauringherstellung und Medizintechnik eingesetzt. Der hohe Edelmetallanteil in Verbindung mit hoher Festigkeit machen den Werkstoff interessant. Die gelbe Farbe ist vergleichbar mit der von 750 Gelbgold, jedoch âgrauerâ. Durch den Titanzusatz ist die Legierung beim Schmelzen sehr empfindlich und reagiert mit Sauerstoff und Stickstoff.
Mit Gold, welches fĂŒr wertvoll und kostbar steht, bezeichnet man auch andere wertvolle Sachen. Meist wird ein Adjektiv davor gesetzt, wie zum Beispiel âSchwarzes Goldâ fĂŒr Ăl. Wörter und Redewendungen, in denen Gold vorkommt, sind zudem in ihrer Bedeutung meist positiv oder euphemistisch besetzt.
Beispiele:
Allerdings gibt es zu diesen positiv besetzten AusdrĂŒcken auch Gegenbeispiele, so sind z. B. goldene WasserhĂ€hne nicht nur Zeichen von groĂem Luxus, sondern auch Sinnbild fĂŒr Dekadenz.
Schrottsammler bezeichnen Kupfer mit âGoldâ, da sie unter den gĂ€ngigen Metallen fĂŒr Kupfer den höchsten Preis erzielen.
In der Heraldik wird Gold, wegen seiner gelben Farbe, als Metall bezeichnet, das zu den heraldischen Tinkturen zÀhlt.
Vor allem aufgrund des hohen Preises von Gold hat man Legierungen aus unedlen Metallen entwickelt, die als Goldersatz benutzt werden oder als Unterlage bei der Herstellung von Doublé Verwendung finden.[32]
Dies sind in den meisten FÀllen ungenormte Kupferlegierungen mit den verschiedensten ZusÀtzen.
Besteht eine solche Legierung aus mindestens 50 % Kupferanteil, manchmal auch geringfĂŒgig darunter liegend, kombiniert mit Zink als Hauptlegierungsanteil (bis ĂŒber 44 %), so bezeichnet man sie als Messing. Manchmal ist hier bis zu 3 % Blei enthalten, um die Zerspanbarkeit des nicht leicht zu verarbeitenden Messings zu erhöhen. Dies ist wichtig, wenn man es drehen, sĂ€gen, bohren oder gravieren will. Steigt der Kupferanteil des Messings auf ĂŒber 67 %, so nennt man es Tombak. Von Sondermessing spricht man, wenn kleine Mengen von Aluminium, Eisen, Mangan, Nickel, Silicium, Zinn oder in seltenen FĂ€llen auch Gold hinzulegiert sind.
Doch auch aus Edelmetallen werden Legierungen hergestellt, die wie Gold erscheinen können, ohne dass Gold in ihnen enthalten ist. Bei manchen Legierungen wird jedoch auch Gold selbst in geringen Anteilen hinzugegeben.
Namen von Goldimitaten und goldÀhnlich aussehenden Legierungen sowie ihre jeweilige Zusammensetzung:
Gold kommt in seinen Verbindungen hauptsĂ€chlich in den Oxidationsstufen +1 und +3 vor. Daneben kennt man auch â1-, +2- und +5-wertiges Gold. Goldverbindungen sind jedoch sehr instabil und zersetzen sich bei ErwĂ€rmung leicht unter Entstehung von elementarem Gold.
Gold und Goldverbindungen sind fĂŒr Lebewesen nicht essentiell. Da Gold in MagensĂ€ure unlöslich ist, ist beim Verzehr (z. B. als Dekoration) von reinem metallischem Gold keine Vergiftung zu befĂŒrchten. Reichern sich hingegen Gold-Ionen, zum Beispiel bei ĂŒbermĂ€Ăiger Aufnahme von Goldsalzen, im Körper an, kann es zu Symptomen einer Schwermetallvergiftung kommen. Die meisten Pflanzenwurzeln werden durch Gabe (hoher Mengen) an Goldsalzen geschĂ€digt.
Es gibt Menschen, die allergisch auf Goldverbindungen reagieren. Diese Goldallergie ist allerdings extrem selten und noch nicht ausreichend untersucht. Bei der Verwendung von GoldfĂŒllungen ist zu beachten, dass Goldamalgam auch Quecksilber enthĂ€lt und daher die Wirkung nicht von dem Metall Gold allein ausgelöst wird.
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Dieser Artikel wurde am 23. Juli 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |