|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Goldman Sachs Group Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Inc. |
| ISIN | US38141G1040 |
| Gründung | 1869 |
| Sitz | New York City |
| Leitung | Lloyd C. Blankfein (Chairman & CEO) |
| Mitarbeiter | 33.300 (2011)[1] |
| Umsatz | 28,811 Mrd. $ (2011)[1] |
| Gewinn | 4,442 Mrd. $ nach Steuern (2011)[1] |
| Produkte | Investmentbank |
| Website | www.gs.com |
Die Goldman Sachs Group, Inc. (kurz: GS) ist ein weltweit tätiges Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen mit Sitz in New York. Goldman Sachs ist hauptsächlich als Finanzdienstleister für Großunternehmen und institutionelle Investoren tätig, daneben existiert ein kleiner Zweig für wohlhabende Privatkunden. Im Zuge der Finanzkrise ab 2007 haben die noch verbleibenden großen US-Investmentbanken im September 2008 auf ihren rechtlichen Sonderstatus als Investmentbanken, der aus dem US-Trennbankensystem als Gegenstück zu den Geschäftsbanken (commercial banks) entstanden war, verzichtet. Goldman Sachs wurde 1869 von dem deutschen Auswanderer Marcus Goldman gegründet; Hauptsitz ist das Goldman Sachs New World Headquarters an der 200 West Street in Lower Manhattan in New York City.
Goldman Sachs unterhält Niederlassungen und Tochterunternehmen in allen wichtigen Finanzzentren weltweit und bietet Beratungsdienstleistungen bei Mergers and Acquisitions, Underwriting, Asset Management und Brokerage seinen Kunden zu denen große Unternehmen, Staaten und Länder sowie High Net Worth Individuals gehören, an. Goldman Sachs betreibt des Weiteren eine ertragreiche Eigenhandelabteilung und ist Primary Dealer im United-States-Treasury-Securities-Markt.
Ehemalige Mitarbeiter wie Robert Rubin und Henry Paulson wurden Mitarbeiter des US Finanzministeriums (United States Secretary of the Treasury), nachdem sie Goldman Sachs verlassen hatten.
Die Bank ist eine der 29 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institutions“ (systemrelevante Finanzinstitute) eingestuft wurden.[2] Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital. [3]
Inhaltsverzeichnis |
Goldman Sachs wurde 1869 vom deutschen[4] Auswanderer Marcus Goldman gegründet.[5] Er begann mit einem Ein-Zimmer-Büro in New York, Pine Street. Im Jahr 1882 bekam die Bank den Namen M. Goldman Sachs, als Samuel Sachs in die Firma seines Schwiegervaters Marcus Goldman eintrat.[6] Im Jahre 1885 nahm Goldman seinen Sohn Henry und seinen Schwiegersohn Ludwig Dreyfuss in das Unternehmen auf und der Firmenname wurde auf Goldman Sachs & Co. geändert[7] Das Unternehmen machte sich einen Namen in seiner Vorreiterrolle bei der Nutzung von Commercial Papers für Unternehmen und wurde im Jahr 1896 eingeladen, der New York Stock Exchange beizutreten.
Im frühen 20. Jahrhundert war Goldman ein führendes Unternehmen zur Entwicklung des Initial Public Offering-Marktes. Es gelang einer der größten damaligen Börsengänge, das der Sears, Roebuck and Company im Jahre 1906. Am 4. Dezember 1928 wurde die „Goldman Sachs Trading Corp.“ gegründet, ein geschlossener Investmentfonds, dessen Geschäftsmodell Ähnlichkeiten mit einem Schneeballsystems aufwies. Der Investmentfonds scheiterte während des Börsencrashes im Jahre 1929 und die Unternehmensreputation war für einige Jahre stark beschädigt.[8]
Im Jahr 1930 übernahm Sidney Weinberg die Rolle des Senior-Partners und verschob Goldman Sachs Fokus weg vom Wertpapierhandel zum Investment Banking. Weinberg verhalf die Reputation des Unternehmens wieder zu steigern und den angeschlagenen Ruf loszuwerden. Unter Weinberg war Goldman Sachs Lead Advisor für den Börsengang der Ford Motor Company im Jahre 1956 einer der damals größten Börsengänge. Unter der Leitung Weinbergs begann Goldman Sachs auch eine eigene Researchabteilung, sowie das Brokergeschäft für Anleihen der US-amerikanischen Gemeinden und Kommunen.
Gus Levy trat dem Unternehmen in den 1950er Jahren als Effektenhändler bei. Dieser Zeitpunkt markierte auch einen Trend bei Goldman Sachs, ab dem es zu internen Machtkämpfen zwischen dem Investment Banking und dem Wertpapierhandel kam. Während der 1950er und 1960er Jahre also ein Machtkampf zwischen Weinberg und Levy. 1969 übernahm Levy die Leitung von Weinberg, der in den Ruhestand ging, als Senior-Partner und baute Goldman Sachs Handelssparte weiter aus. Unter Levys Führung etablierte sich die Philosophie des "langfristig gierig" („long-term greedy“) was bedeutete, dass, solange Geld auf lange Sicht verdient werde, kurzfristige Verluste nicht besorgniserregend zu sein brauchen. Während Levys Zeit als Senior-Partner reinvestierten die meisten Partner große Teile ihrer Gewinne in das Unternehmen, so dass der Fokus stets auf der Zukunft lag.[9]
Eine weitere schwere Krise traf das Unternehmen im Jahre 1970, als die Penn Central Transportation Company Konkurs mit über 80 Millionen US-Dollar in ausstehenden Commercial Paper ein Großteil davon ausgestellt von Goldman Sachs anmeldete. Die Konkursmasse war klein und der Schaden für Goldman Sachs groß und die daraus resultierenden Klagen bedrohten das Unternehmen ernsthaft zu gefährden. In Folge des Konkurses der Penn Central Transportation Company wurden Bonitätsratings für Emittenten von Commercial Paper eingeführt.[10]
Nach diesem Debakel begann Goldman Sachs in den 1970er Jahren weltweit zu expandieren. Unter der Leitung von Senior-Partner Stanley R. Miller, eröffnete Goldman Sachs seine erste internationale Niederlassung in London im Jahr 1970 und schuf eine "Private Wealth"-Abteilung zusammen mit einer Fixed Income Abteilung im Jahre 1972. Darüber hinaus nahm Goldman Sachs eine Vorreiterrolle bei der "White Knight"-Strategie im Jahr 1974 während seiner Versuche Electric Storage Battery gegen ein feindliches Übernahmeangebot von International Nickel und Goldman Sachs Rivale Morgan Stanley zu verteidigen.[11] John Weinberg, der Sohn von Sidney Weinberg, und John C. Whitehead übernahmen als Co-Senior-Partner im Jahr 1976 die Geschäftsführung. Eine ihrer Initiativen war die Errichtung der vierzehn Geschäftsprinzipien („Business Principles“) [12], die noch bis heute Bestand haben.
Am 16. November 1981 übernahm Goldman Sachs die J. Aron & Company, ein Rohstoffhandelsunternehmen, welches mit der Fixed Income Abteilung zusammengeführt wurde und zur Fixed Income, Currencies und Commodities. J. Aron & Company Unternehmensschwerpunkt war der Kaffee- und Goldmarkt. Im Jahre 1985 war Goldman Sachs Underwriter des Börsenganges des Real Estate Investment Trust, dem unter anderem auch das Rockefeller Center gehörte. Im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion beteiligte sich Goldman Sachs auch bei der Privatisierung ehemaliger Staatsunternehmen.
Im Jahr 1986 wurde das Unternehmen „Goldman Sachs Asset Management“ gegründet, welches bis heute die Mehrheit der Investmentfonds und Hedge-Fonds verwaltet. Im selben Jahr war Goldman Sachs Underwriter für den Börsengang von Microsoft, Berater von General Electric bei der Übernahme der Radio Corporation of America und schloss sich der London Stock Exchange sowie der Tokyo Stock Exchange an.
Robert Rubin und Stephen Friedman übernahm die Co-Senior-Partnerschaft im Jahr 1990 und versprachen auf die Globalisierung des Unternehmens und die Stärkung der Merger & Acquisition and Handelsgeschäftsfelder zu konzentrieren. Während ihrer Geschäftsführerzeit führte die Firma den papierlosen Handel an der New York Stock Exchange und war Lead Manager für die erste globale Schuldverschreibung eines US-amerikanischen Unternehmens. Zu dieser Zeit wurde auch der Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) entwickelt und im Jahre 1994 eine Niederlassung in Peking gegründet. 1994 übernahm Jon Corzine nach dem Weggang von Rubin und Friedman die Leitung des Unternehmens.
Global:
Deutschland:
Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern konnte Goldman Sachs Verluste aufgrund der Subprime-Krise auf Gesamtunternehmensebene vermeiden. Dennoch verloren drei von Goldman Sachs Asset Management verwaltete und gemanagte Hedge Fonds substantiell an Wert, so dass der Global-Equity-Opportunities-(GEO)-Fonds als einer der GS-Hedge-Fonds durch milliardenschwere Investitionen gestützt werden musste. Dabei investierten Goldman Sachs selbst 3 Mrd. USD und Eli Broad, der ehemalige Chef der American International Group, Maurice Greenberg und die Perry Capital LLC zusammen die gleiche Summe in den Fonds.[13]
Anfang Juli 2009 wurde der ehemalige Programmierer Sergeij Aleinikow von Goldman Sachs vom FBI verhaftet, da er Teile der Software kopiert haben soll, mit der Goldman Sachs einen automatisierten Handel mit Wertpapieren betreibt.
Die Börsenaufsicht SEC hat am 15. April 2010 gegen Goldman Sachs & Co. und dessen Angestellten Fabrice Tourre[14] eine Klage wegen möglicher Verstöße gegen das Wertpapiergesetz (Securities Act) am District Court in New York eingereicht.[15] Goldman Sachs soll demnach Anfang 2007 bei Anlegern zum Kauf eines synthetischen CDOs Abacus 2007-AC1 geworben haben und dabei entscheidende Tatsachen über die Anlagerisiken verheimlicht haben. Insbesondere soll der Hedgefonds Paulson & Co. insgeheim am Aufbau des Portfolios mitgewirkt und dafür besonders verlustträchtige Investments ausgesucht haben.[16] Anschließend habe dieser mit Kreditausfallversicherungen, sogenannten Credit Default Swaps (CDS) auf ein Scheitern gewettet, was nach dem Einbruch am US-Immobilienmarkt wirklich geschah. Insgesamt sollen die Anleger bei dem genannten Finanzprodukt mehr als eine Milliarde Dollar verloren haben. Fast die gleiche Summe soll der Hedgefonds Paulson dabei gewonnen haben. Die Anleihen waren an die deutsche IKB und die US-amerikanischen ACA Capital Management verkauft worden. Die Royal Bank of Scotland, die zwischenzeitlich die niederländische ABN Amro übernommen hatte, verlor dabei über die CDS rund 800 Millionen US-Dollar.[17]
Goldman Sachs wurde von der SEC schon im Juli 2009 über die eingeleitete Untersuchung dieses Falls formell benachrichtigt; diese Benachrichtigung war jedoch vom Unternehmen seinen Anlegern gegenüber verschwiegen worden, weswegen eine Reihe von Investorklagen eingereicht wurden.[18] Grundsätzlich wird kritisiert, dass durch die verschiedenen Tätigkeitsbereiche des Unternehmens ein Konflikt mit den Interessen der Kunden vorprogrammiert sei; das Unternehmen hinwieder beruft sich darauf, dass es hierbei nur mit professionellen Kunden zu tun habe.[19]
Im Juli gab Goldman zu, seinen Kunden beim Verkauf des Abacus 2007-AC1 wesentliche Informationen vorenthalten zu haben, und zahlte 550 Mio. USD Strafe. Von dieser Summe gingen 300 Mio. US$ ans US-Finanzministerium, 150 Mio. USD an die IKB und 100 Mio. USD an die RBS. Allein im ersten Quartal 2010 hatte Goldman 3,5 Mrd. USD Gewinn gemacht.[20]
In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen im März 2012 nachdem Greg Smith, ehemals Leiter des Goldman Sachs US equity derivatives business-Sparte in einem Artikel in der New York Times die Gründe für sein Ausscheiden aus dem Unternehmen öffentlich darlegte.[21] Er beklagte den Verlust an Unternehmenskultur, der sich in den letzten 10 Jahren abgespielt hätte und bezichtigte seinen ehemaligem Arbeitgeber einer unmoralischen Profitgier, die sich vom eigentlichen Kundeninteresse abgelöst hätte. Kunden würden nur als Profitquelle wahrgenommen und zum Teil in firmeneigenen emails als „muppets“ (etwa: Vollidiot) bezeichnet, die erklärtermaßen ausgenommen werden sollten („ripping them off“).
Eine beachtliche Anzahl von Goldman-Sachs-Mitarbeitern hat entweder eine Karriere bei anderen Unternehmen oder in der Politik gemacht. Hier einige Beispiele:
Politik bzw. Öffentlicher Dienst
Leitende Angestellte bzw. Investoren
3M | Alcoa | Altria Group | Apple | Abbott Laboratories | Allstate | Amazon.com | American Electric Power | American Express | Amgen | AT&T | Avon Products | Bank of America | Baker Hughes | Bank of New York Mellon | Baxter International | Berkshire Hathaway | Boeing | Bristol-Myers Squibb | Citigroup | Caterpillar | Coca-Cola Company | Campbell Soup Company | Capital One | Cisco Systems | Colgate-Palmolive | Comcast | ConocoPhillips | Costco Wholesale | Chevron Corporation | CVS Caremark | Dell | Devon Energy | Dow Chemical | FedEx | DuPont | EMC Corporation | Entergy | Exelon | ExxonMobil | Ford | Freeport-McMoRan | General Dynamics | General Electric | Gilead Sciences | Google Inc. | Goldman Sachs | Halliburton | Home Depot | H. J. Heinz Company | Hewlett-Packard | Honeywell International | IBM | Intel | Johnson & Johnson | JPMorgan Chase & Co. | Kraft Foods | Lockheed Martin | Lowe’s | MasterCard | McDonald’s | Medtronic | Metropolitan Life Insurance Company | Microsoft | Monsanto | Morgan Stanley | MSD Sharp & Dohme | National Oilwell Varco | News Corporation | Nike | Norfolk Southern Railway | NYSE Euronext | Oracle | Occidental Petroleum | PepsiCo | Pfizer | Procter & Gamble | Philip Morris International | Qualcomm | Raytheon | Regions Financial | Sara Lee | Schlumberger | Southern Company | Sprint Nextel | Target Corporation | Time Warner | Texas Instruments | UnitedHealth | United Parcel Service | U.S. Bancorp | United Technologies Corporation | Verizon Communications | Walgreens | Wal-Mart | The Walt Disney Company | Wells Fargo | Weyerhaeuser | Williams Companies | Xerox