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| Kalaallit Nunaat (grönl.) GrÞnland (dÀn.) | |||||
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| Amtssprache | GrönlĂ€ndisch[1] Rechtlich berĂŒcksichtigte Verkehrssprache: DĂ€nisch[2] | ||||
| Hauptstadt | Nuuk (dÀnisch GodthÄb) | ||||
| Staatsoberhaupt | Königin Margrethe II. (vertreten durch die Reichsombudsschaft in Grönland) | ||||
| Regierungschef | Premierminister Kuupik Kleist | ||||
| FlĂ€che | 2.166.086 kmÂČ | ||||
| Einwohnerzahl | 56.890 (1. Juli 2011) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 0,026 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| WĂ€hrung | DĂ€nische Krone | ||||
| Nationalhymne | Nunarput utoqqarsuanngoravit, Nuna asiilasooq | ||||
| Nationalfeiertag | 21. Juni | ||||
| Zeitzone | UTC±0 (Danmarkshavn) UTCâ1 (Ittoqqortoormiit) UTCâ3 (Westgrönland und Tasiilaq) UTCâ4 (Qaanaaq) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | KN | ||||
| Internet-TLD | .gl | ||||
| Telefonvorwahl | +299 | ||||
Grönland (grönlĂ€ndisch Kalaallit Nunaat â âLand der Menschenâ; dĂ€nisch GrĂžnland [ËgÊĆnlanÊ] â âGrĂŒnlandâ) ist die gröĂte Insel der Erde und wird geologisch zum arktischen Nordamerika gezĂ€hlt. Aus politischer Sicht ist es ein selbstverwalteter und autonomer Bestandteil des Königreichs DĂ€nemark.
Inhaltsverzeichnis |
Grönland reicht von 59°46' nördlicher Breite (Kap Farvel) bis 83°40' nördlicher Breite (Kaffeklubben-Insel bei Kap Morris Jesup) und ist 2650 km lang. Die Breite betrĂ€gt maximal 1200 km von Kap Alexander im Westen bis Nordostrundingen im Osten. Grönlands NordkĂŒste ist mit 710 km Abstand die dem Nordpol am nĂ€chsten gelegene gröĂere zusammenhĂ€ngende Landmasse.
Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irmingersee, im Westen an die DavisstraĂe und die Baffin Bay, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklĂŒftete und Ă€uĂerst weitlĂ€ufige Inselwelt der Königin-Elisabeth-Inseln ĂŒber.
Grönland hat ĂŒberaus groĂe Eisvorkommen. Der bis 3400 m mĂ€chtige, durchschnittlich 2000 m starke GrönlĂ€ndische Eisschild bewegt sich an den KĂŒsten zum Meer und lĂ€sst oft Eisberge von mehreren Kilometern LĂ€nge entstehen.
Lediglich 410.000 kmÂČ der FlĂ€che Grönlands sind eisfrei, das sind 18,9 % (zum Vergleich: die FlĂ€che Deutschlands betrĂ€gt 357.093 kmÂČ). In Grönland befinden sich mit bis zu 3400 m die zweitgröĂten Eisdicken der Welt, nur die Antarktis weist mit bis zu 4776 m noch gröĂere auf. WĂŒrde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so wĂŒrde der Wasserstand weltweit um sechs bis sieben Meter steigen. In dem Buch Der Planet Erde â Gletscher wird zudem erwĂ€hnt, wie stark Wasser in Form von Eis auf die ErdoberflĂ€che drĂŒckt. Darin heiĂt es beispielsweise: âSollte das Grönlandeis eines Tages verschwinden, so wĂŒrde sich die Insel um etwa 600 Meter heben.â (Isostatische Bodenhebung). Das Inlandeis ist weniger eine Folge des heutigen Klimas, vielmehr ist es ein Ăberbleibsel der letzten Kaltzeit, die vor etwa 11.500 Jahren endete. Kartografisch wird Grönland oft verzerrt dargestellt, weil die Landmasse durch die zweidimensionale Darstellung gestreckt wird. In der Mercatorprojektion zum Beispiel wirkt Grönland gröĂer als Afrika.
Die sommerliche Eisdecke Grönlands hat sich nach gegenwĂ€rtigen Erkenntnissen von 4,267 Mio. kmÂČ (2007) auf etwa 4,24 Mio. kmÂČ (2011) verringert. Das wĂŒrde einem RĂŒckgang des Sommereises um 50 Prozent seit 1972 entsprechen.[3] 2006 war eine jĂ€hrliche Verringerung der Eisdecke um 240 Kubikkilometer errechnet worden, eine Verdreifachung gegenĂŒber dem Beobachtungszeitraum 1997-2003.[4]
Im SĂŒden ist Grönland ein leicht gewelltes Hochland, das an der KĂŒste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und MeeresstraĂen gegliedert ist. Im Zentrum und im Norden besteht der Untergrund aus einem riesigen, zum Teil unter dem Meeresspiegel liegenden Becken. An seinem Hochlandsrand umsĂ€umen Grönland sehr hohe Berge und Gebirge, die im Watkins Gebirge am Ostrand der Insel mit dem GunnbjĂžrn Fjeld, das auch als Hvitserk bezeichnet wird, bis zu 3694 m hoch aufragen.
Die Insel liegt auf dem Grönland-Schild, der zu einer prĂ€kambrischen Plattform gehört. In eisfreien KĂŒstenstreifen treten prĂ€kambrisch gebildete, ablaufend verformte und metamorph ĂŒberprĂ€gte Sedimente auf, welche sich im Norden der Insel bis ins Mesozoikum fortsetzen. In Ost- und Westgrönland gibt es Zeugen von tertiĂ€rem Vulkanismus. Die wichtigsten Gesteinsprovinzen liegen im SĂŒden bei FiskenĂ€sset (metamorphe Magmatite, Ultramafite und Anorthosite). Ăstlich von Nuuk in der ĂŒber 3,0 Mrd. Jahre alten Isukasia-Eisenerz-Region mit einem Alter von 3,8 Mrd. Jahren die Ă€ltesten Gesteine der Welt, darunter Grönlandit, entstanden vor 3,8 Mrd. Jahren, sowie Nuummit; benachbart eine 2,6 Mrd. Jahre alte Granitintrusion; nahe Nuuk die kleine Insel Akilia, ein neu entdecktes Vorkommen auĂergewöhnlich seltener Mineralien. Im SĂŒden die Alkalipegmatit-Komplexe Illimaussaq (Nephelin Syenite wie z.B. der Kakortokit und der Naujait, sowie Sodalitit; Narssarssuq und Kungnat: Der fluoridfĂŒhrende Pegmatit von Ivigtut, sowie die sogenannten Gardar-Alkalipegmatit-Intrusionen (Augit Syenite, Gabbro, etc.). Im W und SW palĂ€ozoische Carbonatitkomplexe bei Kangerdlugsuaq (Gardiner-Komplex) und Safartoq, sowie basische und ultrabasische Eruptivgesteine bei Ovifaq auf der Diskoinsel, wo bis zu 25 t schwere gediegene Eisenmassen in den Basalten vorkommen.[5]
In Grönland herrscht polares und subpolares Klima, das an der WestkĂŒste durch den Grönlandstrom gemildert wird, den hier der Nordatlantische Strom und der Golfstrom mit relativ warmem Wasser versorgen. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Minimum von -70 °C; im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran. Die KĂŒstenstreifen, an der WestkĂŒste bis 150 km breit, und alle vorgelagerten Inseln sind eisfrei und haben Tundrenvegetation, die nach Norden hin stark abnimmt.
Die Wölbung des Inlandeises nach oben verhindert Windstille oder stabile WindverhĂ€ltnisse. Föhnwinde und warme SchneestĂŒrme strömen, vor allem im Winter oft sehr plötzlich, zur KĂŒste hin, die dadurch im Westen z.T. eine Trockensteppe mit salzhaltigen Seen geworden ist.[6]
Rund 100 km von der KĂŒste entfernt ist das Klima deutlich kontinental geprĂ€gt, Ă€hnlich dem Klima Sibiriens oder Mittelalaskas. Ein Beispiel hierfĂŒr ist die Stadt Kangerlussuaq (SĂžndre StrĂžmfjord).
In den Bohrkernen von Material unter dem mehr als 2000 Meter dicken Eis wurden DNA-Spuren von Pinien, Eiben und Erlen sowie von Schmetterlingen und anderen Insekten gefunden, die ein Alter zwischen 450.000 und 800.000 Jahren aufzuweisen scheinen, aufgrund von Messunsicherheiten aber auch nur etwa 120.000 Jahre alt sein könnten. Die Forscher um Martin Sharp (University of Alberta, Kanada) vermuten daher, dass Grönland vor der Vergletscherung wĂ€hrend der RiĂ-Kaltzeit ein âgrĂŒnes Landâ mit deutlich wĂ€rmerem Klima als heute war.
Auch wĂ€hrend der Mittelalterlichen Warmzeit wurde die sĂŒdwestliche KĂŒste als ein âgrĂŒnes Landâ bezeichnet und von Wikingischen Siedlern bewohnt. Diese Siedlungen gingen im 15. Jahrhundert zugrunde, als sie einem Zusammenspiel der Kleinen Eiszeit mit Ăberweidung und der Konkurrenz durch die Thule-Kultur der Inuit ausgesetzt waren.
Die StĂ€dte und Siedlungen liegen durchweg im eisfreien KĂŒstenstreifen, vor allem an der WestkĂŒste, an der der Fischhandel blĂŒht, weil das Meer dank des Golfstroms im Winter nicht zufriert. Im kĂŒstenfernen Inlandeis wurden zeitweilig Forschungsstationen wie Eismitte und North Ice unterhalten.
| Kangerlussuaq | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (ErklÀrung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Klimatabelle fĂŒr Kangerlussuaq
Quelle: DĂ€nisches Meteorologisches Institut und Klima.org
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Grönland verfĂŒgt ĂŒber eine artenreiche Fauna; Amphibien und Reptilien kommen hier allerdings nicht vor.
Die GewĂ€sser um Grönland werden von zahlreichen Fischarten bevölkert. Die am hĂ€ufigsten vorkommenden Arten sind Dorsch, Heilbutt, Lachs, Wandersaibling und SteinbeiĂer.
Man schĂ€tzt, dass auf der Insel Grönland ĂŒber 700 Insektenarten, vor allem blutsaugende Stech- und KriebelmĂŒcken, aber auch Hummeln und Schmetterlinge, sowie Spinnenarten vorkommen.
Bekanntester Vertreter der grönlĂ€ndischen Tierwelt ist der EisbĂ€r (Inuktitut: Nanuq). Sein hauptsĂ€chlicher Lebensraum befindet sich im Ă€uĂersten Norden sowie im Nordost-Grönland-Nationalpark, dem gröĂten Nationalpark der Welt. Mit dem Treibeis, das sich mit dem Ostgrönlandstrom um Kap Farvel bis nach SĂŒdgrönland bewegt, gelangen EisbĂ€ren auf der Jagd nach Robben bis in den Ă€uĂersten SĂŒden (Nanortalik) und mit anderen Treibeisströmungen nach Upernavik in Nordwestgrönland.
Der zweitgröĂte LandsĂ€uger Grönlands ist der Moschusochse (Inuktitut: umimmaq, auch umingmaq), der ursprĂŒnglich nur in Nordostgrönland in oft groĂen Herden vorkam. Insgesamt 27 Moschusochsen wurden 1962 und 1965 auch an der WestkĂŒste ausgesetzt, etwa in Kangerlussuaq, Ivittuut und bei Upernavik, und vermehrten sich hier inzwischen auf etwa 4.000 Tiere. Man schĂ€tzt, dass heute etwa 40 % der Gesamtpopulation der Erde auf Grönland leben.
Rentiere kommen, zum Teil in groĂen Herden, vor allem an der mittleren WestkĂŒste vor. Doch kann man sie auch im Nordwesten bis nach Upernavik und im SĂŒden bis Paamiut in den trockenen Steppengebieten antreffen.
KleinsĂ€uger wie Hermelin und Lemming leben nur in Nordostgrönland. Auch der Polarwolf kommt nur dort und im Ă€uĂersten Norden vor. Weit verbreitet sind dagegen der Polarhase und der Polarfuchs.
MeeressĂ€uger kommen in den GewĂ€ssern um Grönland in zahlreichen Arten vor: Minkwal, Buckelwal, Beluga, Schwertwal, Narwal, Grönlandwal, Atlantik-Walross, KlappmĂŒtze, Sattelrobbe, Bartrobbe und Ringelrobbe. Die Inuit zĂ€hlen auch den EisbĂ€r zu den MeeressĂ€ugern, weil dieser wesentliche Zeit seines Lebens auf dem Meer, insbesondere auf dem Pack- und Treibeis, verbringt.
Die Vogelwelt ist ebenfalls sehr reichhaltig. Rund 200 Arten kann man auf Grönland beobachten, davon etwa 50 Arten das ganze Jahr ĂŒber. Am meisten verbreitet sind Kolkrabe, Gryllteiste, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Eistaucher, OdinshĂŒhnchen und Alpenschneehuhn.
An den Vogelfelsen, vor allem in der NÀhe von Upernavik, Qaanaaq und Ittoqqortoormiit, nisten viele Seevögel.
In groĂer Zahl treten Dickschnabellummen auf. Ihre gröĂten Brutkolonien liegen im Upernavik-Distrikt; weitere Kolonien befinden sich in den Distrikten Qaanaaq, Ilulissat (Ritenbenk/Appat), Maniitsoq, Nuuk, Ivittuut, Ittoqqortoormiit und in dem zu Qaqortoq gerechneten Ydre Kitsitsut-Archipel.
Trottellummen sind vergleichsweise selten und vor allem an einigen Vogelfelsen in SĂŒdwestgrönland zu beobachten. Der hocharktische Krabbentaucher kommt in riesigen Kolonien bei Qaanaaq und Ittoqqortoormiit vor. Kleinere Kolonien liegen bei Upernavik (Horse Head) und in der Diskobucht (Grönne Ejland).
Der Papageitaucher hat fĂŒr nordatlantische VerhĂ€ltnisse eher kleinere Kolonien in Grönland, etwa bei Aasiaat, Upernavik, Nuuk, auf Ydre Kitsitsut (Qaqortoq) und vor Nanortalik sowie bei Ittoqqortoormiit und Qaanaaq. Gryllteisten sind in ganz Grönland verbreitet und leben nicht nur an den Vogelfelsen. Weitere Bewohner der Vogelfelsen sind Dreizehenmöwen und Kormorane.
KĂŒstenseeschwalben haben ihre gröĂten Kolonien in der Diskobucht (Grönne Ejland). ThorshĂŒhnchen und Prachteiderenten sind vor allem in Gebieten nördlich der Diskobucht vertreten. Seeadler sind in SĂŒdwestgrönland verbreitet, wĂ€hrend Falken und Skuas wesentlich ausgedehntere LebensrĂ€ume besiedeln.
Die Schneeeule lebt hauptsĂ€chlich in Nord- und Nordostgrönland. Auch viele GĂ€nsearten (etwa Nonnengans, Schneegans, BlĂ€ssgans u. a.) leben in Grönland. Die hocharktische Rosenmöwe kommt nur im Ă€uĂersten Norden vor.
Auf Grönland wachsen etwa 500 Arten höhere Pflanzen (Samenpflanzen). AuĂerdem kommen hier noch ĂŒber 3.000 Arten von Moosen, Flechten, Pilzen und Algen vor. Das Pflanzenwachstum ist allgemein sehr niedrig; es nimmt von SĂŒden nach Norden ab, und nur in besonders geschĂŒtzten Fjorden des Ă€uĂersten SĂŒdens wachsen BĂ€ume (Birken und Weiden).
Systematisch ist die Insel in vier verschiedene Biome aufgeteilt, die durch die hocharktische, niederarktische und subarktische Klimazone charakterisiert sind:
88 % der Bevölkerung gelten als GrönlĂ€nder (Nachfahren der Kalaallit, einer Untergruppe der Inuit), 12 % sind europĂ€ischen, meist dĂ€nischen, Ursprungs. Etwa 20 % der Einwohner wurden auĂerhalb des Landes geboren. Aufgrund der andauernden RĂŒckwanderung der Bewohner bleibt die Bevölkerungszahl fast konstant (Bevölkerungswachstum 2007: 0 %). 98 % der Bevölkerung sind evangelisch.
Die Inuit Grönlands werden in drei Gruppen unterteilt:
Vor allem in den gröĂeren Orten Grönlands (s.u.) lebt auch eine europĂ€ische, meist dĂ€nische Minderheit, die insgesamt etwa 12 % betrĂ€gt. Diese Minderheit ist zu 90 % in Nuuk zu finden.
Das hĂ€ufige Vorkommen deutscher Familiennamen wie Fleischer, Kleist, Chemnitz oder Kreutzmann beruht auf der PrĂ€senz evangelischer, vor allem Herrnhuter, Missionare. Sie heirateten Inuitfrauen und / oder adoptierten Inuit-Kinder. Die heutigen NamenstrĂ€ger sind GrönlĂ€nder, die auĂer dem Namensgeber zumeist keine deutschen Vorfahren haben.
An der UniversitĂ€t von Grönland in Nuuk, âIlisimatusarfikâ, studieren etwa 120 Studenten, davon wenige AuslĂ€nder. In den StudienfĂ€chern Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte Grönlands sowie GrönlĂ€ndische Sprach-, Literatur- und Medienstudien können Bachelor- und Master-AbschlĂŒsse erworben werden. AuĂerdem gibt es das Studienfach Theologie. Unterrichtet wird gröĂtenteils auf DĂ€nisch, in einigen Kursen auch auf GrönlĂ€ndisch.
In Nuuk befindet sich die 1956 gegrĂŒndete Landesbibliothek Nunatta Atuagaateqarfia. Sie fiel 1968 einem Brand zum Opfer, wurde aber 1976 in einem neuen GebĂ€ude wiedereröffnet. Seit 1980 fungiert sie als grönlĂ€ndische Nationalbibliothek. Ihre Groenlandica-Sammlung wurde 2008 auf den neuen Campus Ilimmarfik der UniversitĂ€t ausgelagert.[7]
Mit Knud Rasmussen hatte Grönland Anfang des 20. Jahrhunderts seinen eigenen Polarforscher, der von Thule ausgehend sieben Expeditionen unternahm.
Laut einer dĂ€nischen Reportage sollen ein Drittel der MĂ€dchen bis 15 Jahre sexuell missbraucht worden sein und Grönland eine der höchsten Selbstmordraten der Welt haben, dies vor allem bei Kindern und Jugendlichen[8]. Danach hatte der Suizid, ebenso wie der sexuelle Umgang miteinander, in der Historie (siehe Absatz ĂŒber die anderen Kulturen im Artikel Suizid) in der Inuitgesellschaft einen anderen Stellenwert als in der christlichen Kultur. Alkoholmissbrauch ist in Grönland eine weitverbreitete Krankheitsursache. Die meisten Straftaten wie Körperverletzung und Totschlag werden unter Einfluss von Alkohol begangen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich sei gröĂer als in den USA. Die Schulbildung sei schlecht, es gebe hohe Abbruchquoten. Nur zwei Prozent der SchĂŒler erreichen einen UniversitĂ€tsabschluss, viele Studenten denken darĂŒber nach, Grönland zu verlassen. Das Land sei von einem sozialen Zusammenbruch bedroht.
Im Jahr 2009 steht Grönland zum ersten Mal auf der Liste der LÀnder, die die UN-Kinderrechtskonvention missachten. Nach Angaben der UNICEF leidet jedes sechste grönlÀndische Kind an UnterernÀhrung und geht hungrig in die Schule oder ins Bett.[9]
GröĂere Orte sind:
Ebenfalls Stadtstatus haben:
Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit ĂŒber die BeringstraĂe aus Asien nach Alaska.
Um 2500 v. Chr. begannen die ersten Einwanderungen von PrÀ-Dorset-Eskimos nach Grönland (u. a. Menschen der Saqqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind JagdplÀtze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der NÀhe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen. Von 500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. siedelten Angehörige der Dorset-Kultur in Grönland.
Um 875 entdeckte der Norweger GunnbjĂžrn die Insel und nannte sie GunnbjĂžrnland. 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schlieĂlich im SĂŒdwesten Grönlands. Er gab der Insel ihren Namen GrĂŠnland (altnordisch fĂŒr âGrĂŒnlandâ), was wahrscheinlich darauf zurĂŒckzufĂŒhren ist, dass aufgrund der mittelalterlichen Warmzeit im KĂŒstengebiet eine ĂŒppigere Vegetation entstehen konnte, aber möglicherweise auch nur ein Euphemismus war um potentielle Siedler zu motivieren.[10] Die in Grönland siedelnden Wikinger wurden daher GrĂŠnlendingar genannt. Mit Erik begann daher die vielversprechende Landnahme. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um BrattahlĂð. 986 erreichten nur 14 von 25 islĂ€ndischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland. Aus der Zeit um 1000 sind im SĂŒden Wohn- und Kirchenruinen nordlĂ€ndischer Siedler erhalten.
1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurĂŒck. Die grönlĂ€ndischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche. Eriksson entdeckte in dieser Zeit dann, von Grönland kommend, Nordamerika (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert. Ebenfalls in dieser Zeit wanderten aus Alaska und Nordkanada Inuit der Thule-Kultur ein und verdrĂ€ngten die bisher dort lebenden Dorset-Inuit.
1076 gab Adam von Bremen in seiner Geschichte des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis ĂŒber die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heiĂt. Grönland gehörte damals kirchlich administrativ zum Erzbistum Hamburg-Bremen.
Um 1124 bis 1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, der Bischofssitz war in Gardar, dem heutigen Igaliku. 1350 berichtete der islÀndische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der NordmÀnner aus der östlichen Siedlung, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab.
SpĂ€testens um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Neuere genetische Untersuchungen sowohl an heutigen Inuit als auch an archĂ€ologischen Ăberresten der GrĂŠnlendingar scheinen eine Vermischung der beiden Gruppen auszuschlieĂen, d. h., die GrĂŠnlendingar sind wahrscheinlich ausgestorben.
Bis heute gibt es fĂŒr das Verschwinden der NordmĂ€nnersiedlungen keine allgemein akzeptierte ErklĂ€rung. Vermutlich wirkten verschiedene EinflĂŒsse, wie das Ende der mittelalterlichen Warmzeit sowie die Ausbreitung der Thule-Inuit in die Gebiete der GrĂŠnlendingar-Siedlungen zusammen.
Verschiedene in der Forschung vertretene AnsÀtze werden im Artikel GrÊnlendingar vorgestellt.
Nachdem der Kontakt Europas mit den Siedlern auf Grönland 1408 abgerissen war, blieb die Insel wegen ihrer Unwirtlichkeit 300 Jahre lang unbeachtet. Erst 1721 begannen dĂ€nische WalfĂ€nger, dauerhafte StĂŒtzpunkte anzulegen. Wegen der mittlerweile verschlechterten klimatischen Bedingungen waren das aber keine autarken Siedlungen wie zuvor die der Wikinger, sondern blieben stets von DĂ€nemark abhĂ€ngig.
Mit der Landung des dĂ€nisch-norwegischen Pfarrers Hans Egede 1721 begann die protestantische Missionierung der Inuit, an der auch deutsche Missionare groĂen Anteil hatten. Gleichzeitig wurden Handelsstationen errichtet. 1776 bekam der Kongelige GrĂžnlandske Handel (KGH) das Handelsmonopol ĂŒber Grönland. Der KGH ĂŒbernahm auch die Verwaltung und weitere MissionstĂ€tigkeit.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederlĂ€ndischen, dĂ€nisch-norwegischen, deutschen und anderen WalfĂ€ngern besucht. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgröĂter Hafen im dĂ€nischen Gesamtstaat war.
1814 wurde im Frieden von Kiel die dÀnisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an DÀnemark.
Ab 1862 wurden die Einheimischen formal in die lokale Verwaltung sozialer Angelegenheiten miteinbezogen. Ab 1911 entstanden GemeinderÀte und zwei LandrÀte, und ab 1925 wurde das Land von der GrÞnlands styrelse regiert, deren Direktor dem dÀnischen Staatsministerium unterstand. 1953 wurde Grönland gleichwertige Provinz im dÀnischen Königreich.
Im Ersten Weltkrieg blieb DÀnemark (und damit auch Grönland) neutral.
1921 erklĂ€rte DĂ€nemark seine Oberhoheit ĂŒber Grönland. Auf norwegischer Seite behauptete man, dass gemÀà dem Frieden von Kiel die dĂ€nische Hoheit nur fĂŒr die wirtschaftlich erschlossenen Gebiete in Westgrönland gelte. Dennoch erkannte Norwegen die dĂ€nischen AnsprĂŒche zunĂ€chst an. Als DĂ€nemark allerdings Ostgrönland fĂŒr Nicht-DĂ€nen schloss, erhob sich erneut norwegischer Protest. 1930 begannen norwegische Fischer mit dem Wohlwollen ihrer Regierung mit der Besetzung der OstkĂŒste Grönlands, so dass 1931 eine Teilung der Insel drohte. 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des StĂ€ndigen Internationalen Gerichtshofes in Den Haag seine AnsprĂŒche auf Grönland endgĂŒltig zugunsten DĂ€nemarks auf.
Im Zweiten Weltkrieg wurde DĂ€nemark am 9. April 1940 im Rahmen der Operation WeserĂŒbung von der Wehrmacht besetzt und blieb bis zum Kriegsende unter deutscher Besatzung. Grönland war von diesem Zeitpunkt an von DĂ€nemark abgeschnitten. Die dĂ€nischen Beamten vor Ort ĂŒbernahmen die Staatsgewalt. Einen Tag nach der deutschen Besetzung erklĂ€rte der dĂ€nische Gesandte in den USA, Henrik Kauffmann, dass er keine Weisungen aus Kopenhagen mehr entgegen nehmen werde. Washington betrachtete ihn dennoch weiterhin als den bevollmĂ€chtigten dĂ€nischen Botschafter und ging mit ihm am 9. April 1941 einen Vertrag ein, der die Errichtung von US-amerikanischen Basen in Grönland garantierte, nachdem deutsche Kriegsschiffe vor Grönland auftauchten. Daraufhin diente Grönland vor allem als Basis fĂŒr atlantikĂŒberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Basis und Auftankstation fĂŒr eigene Seemissionen benutzt. Es gab darĂŒber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis mit dem Unternehmen Holzauge, Unternehmen Bassgeiger, Unternehmen EdelweiĂ und Unternehmen Zugvogel zu nutzen. Als GegenmaĂnahme wurde die Sirius-Patrouille aufgestellt.
Mit dem Vertrag vom 27. April 1951 wurde Grönland in ein gemeinsames dĂ€nisch-amerikanisches Verteidigungsgebiet unter NATO-Regie umgewandelt. Die USA erbauten ab 1952 gröĂere LuftstĂŒtzpunkte wie die Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die NĂ€he zur UdSSR quer ĂŒber den Nordpol fĂŒr Bomber und AufklĂ€rungsflugzeuge, die entlang einer Orthodrome in die UdSSR fliegen konnten, eine wichtige Rolle. 1953 wurden die Inuit aus Thule nach Qaanaaq umgesiedelt.
1950 erlosch das dĂ€nische Handelsmonopol. Grönland wurde damit fĂŒr den Freihandel geöffnet. Der KGH verlor auch seine administrative Gewalt. Verwaltungschef wurde ein von DĂ€nemark ernannter Landeshauptmann, und es gab einen demokratisch gewĂ€hlten Landrat (landsrĂ„d), der allerdings nur beratende Funktion hatte. Der Aufbau der Infrastruktur wurde nun durch die GrĂžnlands Tekniske Forvaltning (GTO) ĂŒbernommen (bis 1987). Neue technische Möglichkeiten wie Flugzeuge, Hubschrauber, Eisbrecher, Trawler usw. ermöglichten die Schaffung einer Versorgungslage auf sehr hohem Niveau.
Mit dem Inkrafttreten des neuen dĂ€nischen Grundgesetzes am 5. Juni 1953 war Grönland keine Kolonie mehr. Das Land wurde nach dĂ€nischem Vorbild in drei Verwaltungsbezirke (dĂ€n. amter) mit insgesamt 18 Kommunen eingeteilt. Seit 1953 entsendet Grönland auch zwei demokratisch gewĂ€hlte Abgeordnete ins dĂ€nische Folketing, erstmals nach der Wahl am 22. September 1953. Am 30. August 1955 wurde in Kopenhagen ein spezielles Grönlandministerium eingerichtet, das bis 1987 existierte. Erster Grönlandminister war Johannes KjĂŠrbĂžl. Letzter Minister fĂŒr Grönland war Tom HĂžyem.
Die formale Entkolonialisierung und die wirtschaftliche Ăffnung blieben nicht ohne Folgen fĂŒr die traditionelle JĂ€gergesellschaft der Inuit, sodass viele auch von einer âkulturellen Kolonialisierungâ sprachen, vor der die Inuit zu Zeiten der Isolation weitgehend geschĂŒtzt waren. In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die JĂ€gergesellschaft schlagartig ins Industriezeitalter versetzt. Die UmwĂ€lzungen schufen unmittelbar bessere Lebensbedingungen und Ausbildungsmöglichkeiten nach dĂ€nischen Standards, sie fĂŒhrten jedoch auch zu einer tiefgreifenden nationalen IdentitĂ€tskrise. Alkohol und KriminalitĂ€t wurden zu einem Problem.
Seit dem Beginn der 1960er-Jahre wurde die Nationalbewegung mit ihrer Forderung nach Selbstverwaltung immer stĂ€rker; sie richtete sich gegen ein Gesetz, in dem DĂ€nen bei gleicher Arbeit ein höherer Lohn zustehen sollte als den geborenen GrönlĂ€ndern. Nach dem Beitritt DĂ€nemarks (mit Grönland) zur EuropĂ€ischen Gemeinschaft 1973 verschĂ€rfte sich der Protest erneut, denn bei der entsprechenden dĂ€nischen Volksabstimmung am 2. Oktober 1972 stimmten lediglich 3.905 GrönlĂ€nder fĂŒr den Beitritt, wĂ€hrend 9.386 dagegen stimmten. In der Folge wurde 1975 eine paritĂ€tisch besetzte grönlĂ€ndisch-dĂ€nische Kommission gebildet, die ein Autonomiegesetz nach dem Vorbild der FĂ€röer ausarbeiten sollte. Im Ergebnis der Verhandlungen der Kommission wurde 1978 ein entsprechendes Gesetz vom Folketing verabschiedet. Bei der darauf folgenden Volksabstimmung in Grönland am 17. Januar 1979 sprach sich die groĂe Mehrzahl der GrönlĂ€nder fĂŒr dieses Autonomiegesetz (hjemmestyreloven) aus.
Am 1. Mai 1979 erlangte Grönland schlieĂlich seine Selbstverwaltung sowie die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. Erster MinisterprĂ€sident war Jonathan Motzfeldt. Seitdem besteht Grönland als âNation innerhalb des Königreichs DĂ€nemarkâ.
Aufgrund der Zugehörigkeit zu DĂ€nemark war Grönland Mitglied der EuropĂ€ischen Gemeinschaft. Das hatte zur Folge, dass europĂ€ische Hochseeflotten in den GewĂ€ssern Grönlands fischen und europĂ€ische Konzerne auf Grönland nach BodenschĂ€tzen suchen konnten. Dagegen entwickelte sich eine Volksbewegung mit dem Ziel, die Mitgliedschaft in der EuropĂ€ischen Gemeinschaft zu beenden. In Deutschland warb das UnterstĂŒtzungskomitee fĂŒr die Selbstbestimmung der Inuit in Grönland fĂŒr das Anliegen der GrönlĂ€nder. Am 23. Februar 1982 gab es eine Volksabstimmung ĂŒber den Austritt aus der EuropĂ€ischen Gemeinschaft, der am 1. Januar 1985 vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Ăberfischung grönlĂ€ndischer GewĂ€sser durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genieĂt in der EU allerdings weiterhin den Status eines âassoziierten ĂŒberseeischen Landesâ mit den Vorteilen einer Zollunion (vgl. Art. 188 EG-Vertrag). Dennoch gehört Grönland gemÀà Art. 3 Abs. 1 Zollkodex nicht zum Zollgebiet der Gemeinschaft.
Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militĂ€rische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es BemĂŒhungen seitens der USA, auf Grönland Bodenstationen fĂŒr den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dĂŒrfen. Im Jahr 2007 erlangte Grönland, das jahrzehntelang von den Medien nicht beachtet worden war, im Zuge der Debatte um den Klimawandel ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit. Dazu trug auch der spontane Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei.[11]
Grönland ist innenpolitisch vollstĂ€ndig unabhĂ€ngig, wird in allen auĂenpolitischen Angelegenheiten jedoch von DĂ€nemark vertreten. Am 25. November 2008 fand eine Volksabstimmung statt, mit der die Ersetzung des seit 1979 geltenden Autonomiestatuts durch eine Selbstverwaltungsordnung erreicht wurde.[12] Sie wurde am 21. Juni 2009 umgesetzt.
Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (grön. Inatsisartut) wird alle vier Jahre gewÀhlt und wÀhlt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Naalakkersuisut).
Die grönlĂ€ndische Regierung und das Landsting verwalten die grönlĂ€ndischen Angelegenheiten. Das geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. DĂ€nische Gesetze können vom Landsting ĂŒbernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt dem dĂ€nischen MilitĂ€r, die AuĂenpolitik ist weitgehend von DĂ€nemark ĂŒbernommen, dabei sind spezielle auĂenpolitische Interessen zu berĂŒcksichtigen, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU.
Grönland ist durch zwei direkt gewÀhlte Abgeordnete im dÀnischen Parlament vertreten.
Grönland arbeitet mit Island und den FÀröern im Westnordischen Rat zusammen (seit 1985/1997). Weiterhin ist es als Teil der dÀnischen Delegation seit 1983 Mitglied im Nordischen Rat. Am 5. September 2007 wurde das à landsdokument beschlossen, das den Autonomiegebieten à land, den FÀröern und Grönland die gleichwertige Mitgliedschaft im Nordischen Rat ermöglicht.
GegenwĂ€rtig wird durch die ErschlieĂung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von DĂ€nemark zu lösen. âDie GrönlĂ€nder [...] trĂ€umen von einer besseren Zukunft, manchmal sogar von einem Ălfund vor der KĂŒsteâ.[13] Auch der politisch vorangetriebene Ausbau des Survival- und Kreuzfahrttourismus und das durch die Berichterstattung ĂŒber den Klimawandel gestiegene Interesse an Grönland gilt als Chance â ist aber aus ökologischer Sicht nicht unproblematisch.
Am 25. November 2008 fand eine Volksabstimmung ĂŒber das Gesetz zur Selbstverwaltung statt. Bei einer Wahlbeteiligung von nahezu 72 % stimmten 39.611 Wahlberechtigte ab. Eine groĂe Mehrheit von 75,5 % stimmte fĂŒr die erweiterte Selbstverwaltung.[14] Das Gesetz, das als Schritt zur UnabhĂ€ngigkeit von DĂ€nemark zu werten ist, regelt unter anderem die Ăbernahme verschiedener Verwaltungseinheiten von DĂ€nemark und die Eigentumsrechte an BodenschĂ€tzen.[15]
Am 21. Juni 2009 trat ein Abkommen zur erweiterten Autonomie in Kraft (Lov om GrĂžnlands Selvstyre)[16]. Nur noch AuĂen- und Verteidigungspolitik verbleiben in dĂ€nischer Verantwortung.[17] GrönlĂ€ndisch, die Sprache der einheimischen Inuit, wird Landessprache; die grönlĂ€ndische Regierung ĂŒbernimmt unter anderem die ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr Polizei, Justiz und den KĂŒstenschutz. Königin Margrethe II. bleibt Staatsoberhaupt Grönlands. Sie wird weiterhin durch die Reichsombudsschaft in Grönland vertreten, zur Zeit durch die Reichsombudsfrau Mikaela Engell.
2005â2009 gab es eine Koalitionsregierung aus Siumut, Inuit Ataqatigiit und Atassut.
Seit der Wahl 2009 besteht eine Koalitionsregierung aus Inuit Ataqatigiit (IA), Demokraten (D) und Kattusseqatigiit (K).
Bis 2009 war Grönland in 18 Kommunen aufgeteilt; wenn nicht anders angegeben, lagen diese im Verwaltungsbezirk Kitaa:
Seit dem 1. Januar 2009 wird Grönland in vier GroĂkommunen eingeteilt:
AuĂerdem gibt es noch die
Die Wirtschaft Grönlands ist der geringen Bevölkerungszahl und den klimatischen Bedingungen entsprechend schwach ausgebildet. Das zeigt auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,1 Milliarden Dollar (2001).[19] Die Arbeitslosigkeit betrug 2005 9,3 %.
Eine der Haupteinnahmequellen ist der Tourismus, der derzeit stark ausgebaut wird. Die steigenden Besucherzahlen sollen in Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen.[20] Inzwischen wurde Grönland auch von den Medien entdeckt. So gilt Grönland inzwischen nicht mehr nur als Geheimtipp fĂŒr alle, die keinen Massentourismus mögen, sondern auch als neues Ziel fĂŒr Auswanderer.[21][22] Die Haupthandelspartner sind DĂ€nemark, Japan und Schweden.
Wie schon seit langer Zeit bilden die Fischerei und der Robben-, Walross- und Walfang die weiteren Grundlagen der Wirtschaft. Die Fischerei alleine macht bis zu 85 % des Warenexports aus.[23] Schafzucht und Landwirtschaft werden fast ausschlieĂlich in SĂŒdgrönland betrieben und machen nur einen geringen Teil der Wirtschaftskraft aus. In den letzten Jahren ist insbesondere der Anbau von Gurken und Brokkoli möglich geworden, wofĂŒr es in der traditionellen Sprache der Ureinwohner nur das Wort Salat gibt.[24] Auch Kartoffeln gedeihen z. B. in den Buchten der SĂŒdspitze seit einigen Jahren, derzeit aber noch im Versuchsanbau. UrsĂ€chlich fĂŒr die auf 120 Tage verlĂ€ngerte Wachstumsperiode im Sommer ist vor allem der Klimawandel der letzten 30 Jahre mit einem Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur (bei Qaqortoq) um 1,3 Grad Celsius.[25] Die Kehrseite des Klimawandels ist jedoch das schmelzende Eis auf den Fjorden, wodurch die Jagd schwieriger wird.
Grönland sieht in der ErschlieĂung seiner Rohstoffvorkommen einen wichtigen Bestandteil seiner politischen EigenstĂ€ndigkeit. âWir mĂŒssen das grundlegende Eigentumsrecht der GrönlĂ€nder an den Ressourcen des Landes beschĂŒtzen und das Recht, das Land selbst zu steuern, sichernâ, sagte in dem Zusammenhang der sozialdemokratische grönlĂ€ndische Regierungschef Enoksen 2008.[26] Unter dem grönlĂ€ndischen Eis verbirgt sich ein enormer Reichtum an BodenschĂ€tzen wie Zink und Ăl. In den Arktischen Seegebieten vor Grönland wurden groĂe Vorkommen an unterseeischem Erdgas und Erdöl geortet. Durch den Klimawandel schmilzt teilweise das Eis und es lohnt sich in vielen FĂ€llen, bislang aus KostengrĂŒnden brachliegende Vorkommen abzubauen.
Im Sommer 2010 startete ein schottisches Energieunternehmen Cairn Energy in der grönlĂ€ndischen Arktis mit Bohrungen in bis zu 500 Metern Tiefe nach Ăl. 175 Kilometer vor der WestkĂŒste Grönlands im sogenannten âPlanquadrat Siggukâ in Höhe der Disko-Bucht und der kanadischen Baffin-Insel fand die Firma Erdgas. Dort errichtet sie eine Bohrplattform.
Naturschutzorganisationen sehen durch die Bohrungen eine enorme Gefahr fĂŒr das Ăkosystem Arktis. Um die Bohrplattformen zu sichern muss groĂer technischer Aufwand getrieben werden um Kollisionen mit Eisbergen zu verhindern: Schiffe besprĂŒhen Treibeis mit FlĂŒssigkeiten und Schlepper versuchen den Kurs von Eisbergen durch Schleppeinsatz zu Ă€ndern. Greenpeace entsandte sein arktistaugliches Schiff Esperanza, um die AktivitĂ€ten auf der Bohrplattform zu ĂŒberwachen. Bei einem Unfall wie einem Blowout bei der Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im April 2010 wĂ€ren die Folgen sehr viel verheerender. Da das Meeresgebiet ein halbes Jahr von Eis bedeckt ist, kann ein eventueller Ălaustritt aus den gebohrten Löchern zwischen Oktober und Mai nicht bekĂ€mpft werden. An den unzugĂ€nglichen grönlĂ€ndischen KĂŒsten kann das Ăl nicht aufgesammelt werden. Im kalten Wasser Grönlands verdunstet Ăl deutlich langsamer als im Golf von Mexiko. Der kommunale Bereitschaftschef an der betroffenen KĂŒste Grönlands sagte 2010: âWenn etwas passiert, sind wir verloren. Wir könnten nichts tun, als zuzuschauen.â[27]
Cairn Energy hat kaum Erfahrung mit Arktis- und Tiefseebohrungen. Das kleine Unternehmen aus Edinburgh hatte durch eine geschickte Ăbernahme eines Ălfeldes vor Indien groĂe Gewinne erzielt und reinvestierte diese in die Arktisbohrungen.
Eine wesentliche Rolle spielt neben der Schifffahrt vor allem der Flugverkehr. Der gröĂte Flughafen ist Kangerlussuaq (SĂžndre StrĂžmfjord). Internationale FlĂŒge fĂŒhren hauptsĂ€chlich nach Kopenhagen. Ab Mai 2007 verkehrte Air Greenland auch zweimal pro Woche nach Baltimore, USA[28], jedoch wurde diese Verbindung noch im gleichen Jahr wegen Unwirtschaftlichkeit wieder eingestellt. Weitere FlughĂ€fen befinden sich in Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und DĂ€nemark), Nuuk (Anbindung an Island), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Constable Point bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island).
Die Inuit haben ihre eigene kunsthandwerkliche Tradition; beispielsweise schnitzen sie den Tupilak. Dieses Kalaallisut-Wort bedeutet Seele oder Geist eines Verstorbenen und umschreibt heute eine meist nicht mehr als 20 Zentimeter groĂe, ĂŒberwiegend aus Walrosselfenbein geschnitzte Kunstfigur mit verschiedenartiger, ungewöhnlicher Gestalt. Diese Skulptur stellt eigentlich ein mythisches oder spirituelles Wesen dar; gewöhnlich ist sie aber wegen ihres grotesken Aussehens zum reinen Sammelobjekt geworden.
Grönland hat auch eine eigene bemerkenswert moderne Musikkultur. Die erste Band, die grönlÀndisch sang, war in den 1970ern die Gruppe Sumé (grönlÀndisch: wo?). Wichtigste Bands sind Chilly Friday (Rock), Disko Democratic Republic (Rock) und Nuuk Posse (Hip-Hop). Bekanntester Liedermacher ist Angu Motzfeldt. International am bedeutendsten ist der SÀnger und Schauspieler Rasmus Lyberth.
Kalaallit Nunaata Radioa betreibt auf Grönland je einen Fernseh- und einen Radiosender. AuĂerdem gibt es einen zusĂ€tzlichen 100-Watt-Hörfunksender in Nuuk, der das Programm von Danmarks Radio (DR P1) ausstrahlt, wo es von 90 Prozent der dĂ€nischsprachigen Minderheit gehört werden kann.
Trotz der geringen Bevölkerungsdichte gibt es in Grönland ein reichhaltiges Medienangebot. Zum grönlĂ€ndischen Radio- und Fernsehverband STTK gehören insgesamt neun Radio- und elf Fernsehstationen.[29] Beispielsweise verweist Nuuk TV darauf, mit fast 4000 Haushalten fast 75 Prozent aller Haushalte in der Hauptstadt mit 23 Fernseh- und acht RadiokanĂ€len digital verschlĂŒsselt erreichen zu können. Das private lokale Fernsehhauptprogramm sendet darĂŒber hinaus unverschlĂŒsselt digital und analog fĂŒr die Region Nuuk.[30]
Nach Angaben der DĂ€nischen Botschaft in Deutschland erreichen jedes Jahr tausende Briefe das Weihnachtspostamt des Weihnachtsmanns in Grönland, weil viele Kinder auf der Welt glauben, der Weihnachtsmann wohne dort. Im Sommer kann man sein Haus besichtigen. Es liegt einen kleinen Spaziergang auĂerhalb der Ortschaft Uumannaq, unterhalb des markanten Robbenherzberges.
Trotz der Anbindung an DĂ€nemark gibt es eine Art GrönlĂ€ndische FuĂballnationalmannschaft. Grönland ist aber bisher nicht Mitglied der FIFA. Ein Beitritt wird zwar angestrebt, CONCACAF, UEFA und FIFA sperren sich allerdings dagegen. Jahrelang wurde als Grund das Fehlen von NaturrasenplĂ€tzen angegeben. Seitdem auf Kunstrasen gespielt werden darf, wird als Grund angegeben, dass die FIFA nur noch souverĂ€ne Staaten als Mitglieder akzeptiert. Die FĂ€röer-Inseln oder auch die vier Nationalteams des Vereinigten Königreichs (England, Schottland, Wales und Nordirland) fielen allerdings nicht unter diese Regel.
Die GrönlĂ€ndische MĂ€nner-Handballnationalmannschaft erreichte ĂŒber die kontinentalamerikanische Qualifikation die Handball-Weltmeisterschaften 2001 in Frankreich, 2003 in Portugal und 2007 in Deutschland.
Das Wort âKajakâ ist dem Inuktitut entnommen. Die Inuit bezeichnen mit âQajaqâ ein Boot, das ursprĂŒnglich aus Walknochen, spĂ€ter aus Holzverstrebungen konstruiert und mit Robbenhaut bespannt wurde. Anders als der Umiak, das Frauen-Boot, war der Kajak sehr schmal und dem Körper der ihn nutzenden Person so genau angepasst, dass der Unterkörper wassergeschĂŒtzt blieb und dem Insassen die sogenannte Eskimorolle ermöglichte. Der Kajak wurde schon von den Menschen der Thule-Kultur im Sommer fĂŒr Jagd und Fischfang genutzt. Auch nachdem Kanus mit AuĂenbordmotoren und sogar Jachten sich in der Arktis durchgesetzt und die traditionellen Kajaks und Umiaks weitgehend verdrĂ€ngt haben, werden in entlegenen Regionen wie Qaanaaq, Ittoqqortoormiit oder in einzelnen Ansiedlungen der Kommune Upernavik aus TraditionsgrĂŒnden noch immer auch Kajaks verwendet.
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