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Graz

Graz
Wappen von Graz
Graz (Österreich)
Graz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: s2
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen:
FlĂ€che: 127,56 kmÂČ
Koordinaten: left|60101|1}}_type:city 47° 4â€Č N, 15° 26â€Č O]47.06666666666715.433333333333353Koordinaten: 47° 4â€Č 0″ N, 15° 26â€Č 0″ O{{#coordinates:47,066666666667|15,433333333333|primary dim=10000 globe= name= left|60101|1}} type=city
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Postleitzahlen: 801x, 802x, 803x, 804x, 805x
Vorwahl: 0316
Gemeindekennziffer: 6 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
8011 Graz
Website: [http://www.graz.at www.graz.at]
Politik
BĂŒrgermeister: Siegfried Nagl (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(48 Mitglieder)
17
10
7
7
6
1
17 10 
Von 48 Sitzen entfallen auf:
Grazer Rathaus
Grazer Rathaus
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Graz ist die Landeshauptstadt der Steiermark und mit {{#invoke:FormatNum|format|265778|format=dewiki}} ({{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}) Einwohnern die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt der Republik Österreich. Die Stadt liegt an der Mur im Grazer Becken. Der Großraum Graz ist mit rund 599.000 Einwohnern[1] nach den Metropolregionen Wien und Linz die drittgrĂ¶ĂŸte Metropolregion Österreichs. Der Großraum Graz war in den letzten 10 Jahren der am schnellsten wachsende Ballungsraum Österreichs.

Das Grazer Feld war in der römischen Kaiserzeit eine dicht besiedelte Agrarlandschaft. Im 6. Jahrhundert wurde hier eine Burg errichtet, von der sich der Name Graz ableitet (alpenslaw. gradec bedeutet kleine Burg).[2] Das Stadtwappen erhielt Graz 1245, von 1379 bis 1619 war Graz habsburgische Residenzstadt und widerstand in diesem Zeitraum mehreren osmanischen Angriffen. 2003 war Graz die Kulturhauptstadt Europas.

Graz hat sich zu einer UniversitĂ€tsstadt mit insgesamt ĂŒber 45.000 Studierenden entwickelt. Sie wurde zur Menschenrechtsstadt erkoren und ist TrĂ€gerin des Europapreises. Die Altstadt von Graz und das Schloss Eggenberg gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Graz ist Bischofssitz der Diözese Graz-Seckau. Seit MĂ€rz 2011 ist Graz als UNESCO City of Design Teil des Creative Cities Network.[3]

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage und Stadtgliederung

Graz liegt an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt fĂŒllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten fast vollstĂ€ndig aus und ist an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das verbaute Stadtgebiet um bis zu 400 m ĂŒberragen. Nach SĂŒden öffnet sich das Stadtgebiet ins Grazer Feld.

Der höchste Punkt in Graz ist der Plabutsch mit 754 m im Nordwesten der Stadt, die tiefste Stelle, mit etwa 330 m, befindet sich dort, wo die Mur die Stadt im SĂŒden verlĂ€sst. Innerhalb von Graz befinden sich zwei markante Erhebungen: einerseits der Schloßberg und andererseits der Austein mit dem Kalvarienberg.

Graz liegt rund 150 km sĂŒdwestlich von Wien. Die nĂ€chste Stadt mit ĂŒberregionaler Bedeutung ist Marburg an der Drau (Maribor) in Slowenien, rund 60 km sĂŒdlich von Graz gelegen. Die beiden StĂ€dte verbinden immer enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die Europaregion Graz-Maribor ist ein Beispiel dafĂŒr.

Graz Stadtbezirke2.png

Luftbild der Grazer Altstadt Der Grazer Schloßberg Murinsel bei Nacht Blick vom Schloßberg in den SĂŒden von Graz Blick vom Schloßberg in den Norden von Graz Graz gegen SĂŒden, die Mur mit BrĂŒcken Wahrzeichen der Stadt: Der Grazer Uhrturm

Bezirke

→ Hauptartikel: Liste der Stadtbezirke von Graz

Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 Stadtbezirke gegliedert. Rund um den ersten Bezirk, der Inneren Stadt (I.), reihen sich St. Leonhard (II.), Geidorf (III.), Lend (IV.), Gries (V.) und Jakomini (VI.). Abgesehen von der Altstadt sind fĂŒnf der sechs Kernbezirke historisch gewachsen.

InnerstĂ€dtische Zentren, von denen das Wachstum ausging, waren der Murplatz, heute SĂŒdtiroler Platz, in der ehemaligen Murvorstadt, der Jakominiplatz, die ehemals eigenstĂ€ndige Vorstadt Geidorf, die sich um die Leechkirche gebildet hatte und der Guntarn-Hof, ein historischer Hof auf dem Areal der Leonhardkirche, der als zweites Grazer Siedlungsgebiet gilt. In der Murvorstadt entwickelten sich die Bezirke Gries um den Griesplatz und Lend um den Lendplatz.

Die restlichen Bezirke bilden den Ă€ußeren Ring von Graz: Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Mariatrost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf, Straßgang und Puntigam. Der gesamte Ă€ußere Ring der Vorstadtgemeinden wurde 1938 in Stadtbezirke umgewandelt, es kam zur Bildung von „Groß-Graz“ und zu einem dadurch bedingten Bevölkerungsanstieg[4]; die Abspaltung Puntigams von Straßgang erfolgte 1988.

Katastralgemeinden

Graz ist in 28 Katastralgemeinden[5] aufgeteilt: Die Bezirke Innere Stadt, St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries, Jakomini, Wetzelsdorf, Gösting sowie Waltendorf bilden je eine Katastralgemeinde.

Einige Ă€ußere Bezirke bestehen aus Katastralgemeinden, die mit dem jeweiligen Bezirk nicht deckungsgleich sind. Diese sind Engelsdorf, Messendorf (teilweise), Thondorf, Liebenau, Murfeld und Neudorf in Liebenau; Stifting und Ragnitz in Ries; Wenisbuch und Fölling in Mariatrost; Andritz, St. Veit ob Graz und Weinitzen in Andritz; Algersdorf und Baierdorf in Eggenberg; Straßgang (teilweise) und Webling (teilweise) in Straßgang; sowie Gries (teilweise), Rudersdorf, Straßgang (teilweise) und Webling (teilweise) in Puntigam.

Bei einigen Katastralgemeindenamen ist die alte, dörfliche Struktur erhalten geblieben. Drei Beispiele: Algersdorf war ein eigenstĂ€ndiges Dorf außerhalb des Stadtgebietes, wie Thondorf im heutigen Liebenau oder Wenisbuch in Mariatrost. Andere Dörfer und Ortschaften wie St. Johann oder Kroisbach im Bezirk Mariatrost, die vor der Eingemeindung einen geschlossenen Siedlungskern bildeten, werden nicht als Katastralgemeinden gefĂŒhrt.

Nachbargemeinden

Graz ist umgeben vom politischen Bezirk Graz Umgebung, in dem sich alle benachbarten Gemeinden befinden:

Gratkorn,
Judendorf-Straßengel
Stattegg Weinitzen,
Kainbach bei Graz
Thal Nachbargemeinden Hart bei Graz
Attendorf, Seiersberg Feldkirchen bei Graz Gössendorf, Raaba

Klima

Graz liegt im Bereich der illyrischen Klimazone. Durch die Lage am sĂŒdöstlichen Alpenrand ergibt sich eine gute Abschirmung gegenĂŒber den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwetterlagen. GrĂ¶ĂŸere Niederschlagsmengen dringen daher vorwiegend aus dem mediterranen Bereich ein.

Die Durchschnittstemperaturen betragen am Flughafen Graz-Thalerhof 8,7 Â°C[6] und bei der UniversitĂ€t Graz 9,4 Â°C[7]. Der mittlere Jahresniederschlag ergibt bei durchschnittlich 92,1 Niederschlagstagen (Messpunkt UniversitĂ€t Graz) eine Gesamtmenge von 818,9 mm.

Durch die geschĂŒtzte Lage herrscht mildes Klima, sodass in den Parkanlagen und auf dem Schloßberg Pflanzenarten gedeihen, die ĂŒblicherweise erst in SĂŒdeuropa anzutreffen sind. Der mediterrane Einfluss zeigt sich in ĂŒber 2100[8] jĂ€hrlichen Sonnenstunden sowie einer durchschnittlichen Julitemperatur von 21 Â°C im zehnjĂ€hrigen Mittel[9]. Die Beckenlage hat klimatische Nachteile: Besonders im Winter kommt es oft zur Inversionswetterlage, die einen Luftaustausch im Grazer Becken verhindert und eine hohe Smog- und Feinstaubbelastung bewirkt.

Etwa 140.000 Autos, die wochentags im innerstĂ€dtischen Verkehr unterwegs sind, tragen neben den Haushalts- und Industrieabgasen maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei. In einer vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebenen Studie findet sich ein direkter Zusammenhang zwischen Feinstaub und Erkrankungen in der Bevölkerung. Es wurde ermittelt, dass der Feinstaub fĂŒr ein erhöhtes Krankheitsrisiko verantwortlich ist. Der motorisierte Individualverkehr wurde in dieser Studie als Hauptverursacher des Feinstaubs in Graz eruiert. Der Grenzwert der Feinstaubbelastung von 50 Â”g/mÂł wird in Graz seit Jahren regelmĂ€ĂŸig ĂŒberschritten.

Graz
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
24
 
3
-4
 
 
30
 
6
-2
 
 
44
 
11
1
 
 
49
 
15
5
 
 
86
 
21
10
 
 
118
 
23
13
 
 
125
 
25
14
 
 
113
 
25
14
 
 
81
 
20
11
 
 
62
 
15
6
 
 
52
 
8
1
 
 
35
 
4
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Zentralanstalt fĂŒr Meteorologie und Geodynamik [5]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Graz
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,8 5,8 10,7 15,3 20,5 23,4 25,3 24,7 20,4 14,6 7,7 3,6 Ø 14,6
Min. Temperatur (°C) -3,7 -2,4 1,0 4,9 9,5 12,7 14,4 14,3 10,6 5,9 0,9 -2,3 Ø 5,5
Temperatur (°C) -1,0 1,0 5,1 9,6 14,6 17,7 19,5 18,9 14,7 9,4 3,7 0,1 Ø 9,5
Niederschlag (mm) 23,9 30,4 44,1 49 86 117,8 125,1 113 81,1 61,7 51,9 34,9 ÎŁ 818,9
Sonnenstunden (h/d) 2,92 4,21 4,70 5,55 6,77 7,1 7,56 7,32 5,8 4,5 3,1 2,54 Ø 5,2
Regentage (d) 4,8 4,8 6,6 7,9 10,6 11,5 10,7 9,7 7,5 6,3 6,5 5,2 ÎŁ 92,1
Luftfeuchtigkeit (%) 89 86,1 86 81,7 81,6 81,3 82,7 87,1 91,7 92 90,3 89,4 Ø 86,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,8
-3,7
5,8
-2,4
10,7
1,0
15,3
4,9
20,5
9,5
23,4
12,7
25,3
14,4
24,7
14,3
20,4
10,6
14,6
5,9
7,7
0,9
3,6
-2,3
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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d
e
r
s
c
h
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a
g
23,9 <div title="Januar" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 30,4 <div title="Februar" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 44,1 <div title="MĂ€rz" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 49 <div title="April" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 86 <div title="Mai" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 117,8 <div title="Juni" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 125,1 <div title="Juli" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 113 <div title="August" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 81,1 <div title="September" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 61,7 <div title="Oktober" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 51,9 <div title="November" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div> 34,9 <div title="Dezember" style="background: #8AB0FF; border-color: #739CF1; border-style: solid; border-width: 0px 1px 0px 1px; width: 19px; height:Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „{“px"></div>
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Zentralanstalt fĂŒr Meteorologie und Geodynamik [6]

Geologie

Das Gebirgsland nördlich von Graz auf beiden Seiten des engen Murtals besteht aus Kalk und Schiefer aus dem PalÀozoikum.

Hydrologie

Das Stadtgebiet von Graz wird von der Mur durchflossen. Neben diesem gibt es noch eine Reihe von FließgewĂ€ssern. Siehe Liste der FließgewĂ€sser in Graz.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl von Graz ĂŒberschritt etwa im Jahr 1870, in der sogenannten GrĂŒnderzeit, die 100.000er-Marke. In der Folge stieg die Einwohnerzahl bis in die 1970er Jahre stetig an – teilweise durch natĂŒrlichen Zuwachs und Zuwanderung, teilweise durch Eingemeindung von Nachbarorten im Jahre 1938 nach dem Anschluss Österreichs durch die Nationalsozialisten. Von Ende der 1970er Jahre bis 2001 verringerte sich die Zahl wieder, da viele Grazer in die Umlandgemeinden zogen.

Obwohl in diesen Jahren die Zahl der Bewohner mit Hauptwohnsitz abnahm, gab es zeitgleich eine Zunahme an Bewohnern mit Zweitwohnsitz und seit 2001 wieder eine Zunahme von Einwohnern mit Hauptwohnsitz. Hinzu kommen in Graz wohnende jĂŒngere WerktĂ€tige, die ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern außerhalb von Graz haben. Das stellt Graz vor finanzielle Probleme, da die Stadt die Infrastruktur fĂŒr alle in und um Graz wohnenden Menschen bereitstellen muss, vom Bund jedoch nur Geld fĂŒr die Bewohner mit Hauptwohnsitz erhĂ€lt. Andererseits profitieren der Wirtschaftsstandort und die Bauwirtschaft von den meist jĂŒngeren Leuten, die in Graz ihren Zweitwohnsitz haben.[10] Graz hat zirka 110.000 Haushalte mit einem Frauenanteil von 52 Prozent.

Am 9. JĂ€nner 2014 hatten 271.998 Personen ihren Hauptwohnsitz in Graz, 31.375 ihren Nebenwohnsitz, und es gab 358 gemeldete Obdachlose in der Stadt.[11]

Bevölkerungsstruktur

18,14 % der Grazer sind unter 20 Jahre alt, 64,58 % zwischen 20 und 65. Der Anteil der Senioren (Über-65-JĂ€hrige) betrĂ€gt 17,27 %. 51,66 % der Grazer sind Frauen. 223.071 der Menschen (83,56 %) mit Hauptwohnsitz in Graz sind österreichische StaatsbĂŒrger, 16.548 EU-BĂŒrger (6,20 %) und 27.346 Nicht-EU-BĂŒrger (10,24 %). Von den Nicht-EU-BĂŒrgern stammen 2.445 aus Afrika, 1.169 aus Nord- oder SĂŒdamerika, 7.662 aus Asien, 79 aus Ozeanien, 1.380 aus Russland und insgesamt 14.285 aus Nicht-EU-Staaten Europas. 326 Grazer sind staatenlos.[12]

Staaten, aus denen mindestens 500 Menschen in Graz leben: Bosnien und Herzegowina (5.575), Kroatien (4.912), Deutschland (5.372), TĂŒrkei (4.688), RumĂ€nien (4.584), Ungarn (2.012), Russland (1.510), Slowenien (1.386), Italien (1.031), Nigeria (911), Ägypten (716), Mazedonien (675), Polen (639), Volksrepublik und Republik China (615), Slowakei (612), Bulgarien (591),Serbien und Montenegro (550).[13]

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte von Graz

Graz, vom Gipfel des Schöckl aus gesehen, im JĂ€nner 2007. Deutlich zu erkennen ist der Grazer Schloßberg.

Politik

Graz ist eine Statutarstadt. Das bedeutet, dass die Gemeindeorganisation durch ein eigenes Landesgesetz (Statut der Landeshauptstadt Graz aus dem Jahr 1967) geregelt wird und die Gemeindeorgane (insbesondere der Magistrat) neben den ĂŒblichen Aufgaben einer Gemeinde die der Bezirksverwaltungsbehörde innehaben. Die Grazer Gemeinderatswahlen finden nicht gleichzeitig mit den steirischen Gemeinderatswahlen statt. Graz ist Sitz des Steirischen Landtages (im Landhaus), der SteiermĂ€rkischen Landesregierung und aller Landesbehörden, der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung, der Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Arbeiterkammer Steiermark, der Landespolizeidirektion Steiermark, des Oberlandesgerichtes, der Finanzlandesdirektion und des Arbeitsmarktservices.

Gemeinderat

17
10
7
7
6
1
17 10 
Von 48 Sitzen entfallen auf:

In den letzten Jahrzehnten kam es innerhalb der Grazer Kommunalpolitik zu einigen Besonderheiten: Das in Graz traditionell politisch starke deutschnationale Lager, vertreten durch die FPÖ, erhielt ĂŒberdurchschnittlich viele WĂ€hlerstimmen und stellte zwischen 1973 und 1983 mit Alexander Götz den BĂŒrgermeister. Danach fiel die FPÖ auf wenige Mandate zurĂŒck. Zur gleichen Zeit war Graz die erste Großstadt in Österreich, in der die GrĂŒnen – als Alternative Liste Graz (ALG) – in den Gemeinderat einzogen (1983). Nachdem in der folgenden Legislaturperiode die MehrheitsverhĂ€ltnisse nicht eindeutig waren, teilten sich zwei BĂŒrgermeister die Amtszeit, zuerst Franz Hasiba (ÖVP) und anschließend Alfred Stingl (SPÖ), der nach der Wahl 1988 bis 2003 BĂŒrgermeister blieb. In der folgenden Amtsperiode wurde die KPÖ mit ĂŒber 20 % der Stimmen drittstĂ€rkste politische Kraft. Dieser Erfolg wird dem sozialen Engagement des damaligen KPÖ-Spitzenkandidaten und Gemeinderates Ernest Kaltenegger zugeschrieben. Nachdem Kaltenegger fĂŒr die KPÖ-Steiermark bei den Landtagswahlen (Oktober 2005) antrat und in den Landtag einziehen konnte, verließ er den Grazer Gemeinderat. Seine Nachfolgerin Elke Kahr setzte dieses Engagement fort.[14]

Gemeinderatswahl 2008

siehe: Gemeinderatswahl in Graz 2008

Gemeinderatswahl 2012

siehe: Gemeinderatswahl in Graz 2012

Stadtrat

Der Grazer Stadtrat umfasst sieben Mitglieder, die gemĂ€ĂŸ den Gemeinderatswahlergebnissen auf die fĂŒnf vertretenen Parteien aufgeteilt werden.

Amt Name Partei Ressorts
BĂŒrgermeister Siegfried Nagl ÖVP BĂŒrgermeisteramt, Magistratsdirektion, PrĂ€sidialabteilung, BĂŒrgerInnenamt, Stadtbaudirektion, Abteilung fĂŒr Grunraum und GewĂ€sser, Stadtvermessungsamt, Stadtplanungsamt, Abteilung fĂŒr Katastrophenschutz und Feuerwehr, BĂŒro fĂŒr Frieden und Entwicklung
VizebĂŒrgermeisterin Martina Schröck SPÖ Sozialamt, Amt fĂŒr Jugend und Familie, Amt fĂŒr Tourismus und Wirtschaftsentwicklung, Kulturamt, Kindermuseum Frida&Fred
Stadtrat Kurt Hohensinner ÖVP Magistratsdirektion, Amt fĂŒr Jugend und Familie, Sportamt, Kulturamt, Stadtschulamt
Stadtrat Mario Eustacchio FPÖ Magistratsdirektion, PrĂ€sidialabteilung, BĂŒrgerInnenamt, Sozialamt, Amt fĂŒr Jugend und Familie, Gesundheitsamt, Straßenamt, Abteilung fĂŒr Verkehrsplanung, Bau- und Anlagenbehörde in allen Angelegenheiten des ĂŒbertragenen Wirkungsbereiches, Grazer Parkraum Service, GPS GmbH
StadtrĂ€tin Elke Kahr KPÖ Bau- und Anlagenbehörde in allen Angelegenheiten des ĂŒbertragenen Wirkungsbereiches, Amt fĂŒr Wohnungsangelegenheiten, BĂŒro fĂŒr Frieden und Entwicklung
StadtrĂ€tin Lisa RĂŒcker GrĂŒne Gesundheitsamt, Kulturamt, Kulturbeteiligungen, Umweltamt
Stadtrat Gerhard RĂŒsch ÖVP Personalamt, Finanzdirektion, Abteilung fĂŒr Gemeindeabgaben, Abteilung fĂŒr Rechnungswesen, Abteilung fĂŒr Immobilien, Stadtbaudirektion, Amt fĂŒr Wirtschafts- und Tourismusentwicklung

BĂŒrgermeister

Der erste gewĂ€hlte Grazer BĂŒrgermeister in der Nachkriegszeit war Eduard Speck (SPÖ), welcher sein Amt bis 1960 ausĂŒbte. Er wurde von seinem Parteikollegen Gustav Scherbaum (SPÖ) abgelöst, dieser regierte bis 1973. Nach dem Erstarken des rechtsnationalen Lagers unter der FPÖ wurde 1973 Alexander Götz BĂŒrgermeister; er ĂŒbte das Amt bis 1983 aus. Auf ihn folgten Franz Hasiba (ÖVP) und Alfred Stingl (SPÖ), welche sich zunĂ€chst eine fĂŒnfjĂ€hrige Amtsperiode aufteilten, Stingl behielt das BĂŒrgermeisteramt jedoch bis 2003. Auf ihn folgte Siegfried Nagl (ÖVP), der bei den Gemeinderatswahlen 2008 und 2012 nochmals als BĂŒrgermeister bestĂ€tigt wurde.

StÀdtepartnerschaften

Denkmal fĂŒr StĂ€dtefreundschaft auf dem Schloßberg (2008) Graz unterhĂ€lt StĂ€dtepartnerschaften mit folgenden StĂ€dten:

Den meisten StĂ€dten, mit denen StĂ€dtepartnerschaften eingegangen werden, sind im Stadtgebiet einige Straßen- und Wegnamen gewidmet: Am hĂ€ufigsten vertreten sind Alleebezeichnungen: Coventryallee, Dubrovnikallee, Montclairallee, PĂ©csallee sind Wege im Grazer Stadtpark, der Groningenplatz ist eine FreiflĂ€che im Bereich der Burgringkurve, die St.-Petersburg-Allee befindet sich im Augarten.

Die Darmstadtgasse und die Trondheimgasse sind Wohn- und Parallelstraßen im Bezirk Lend. Der Pula-Kai ist ein Murkai zwischen AugartenbrĂŒcke und Berta-von-Suttner-FriedensbrĂŒcke in Jakomini, der Marburger Kai in der Innenstadt, sowie die Marburger Straße beim ORF-Landesstudio, liegen außerhalb der Parkanlage. Die Triester Straße ist eine der Grazer Fernstraßen. Keine Entsprechung im Straßennetz haben die StĂ€dte Temeswar, Laibach und Zababdeh.[15]

Stadtwappen

Stadtwappen

Das Grazer Stadtwappen Ă€hnelt dem steirischen Landeswappen und geht diesem in seiner Darstellung voraus. Es zeigt im grĂŒnen Feld einen aufrecht nach rechts schreitenden, silbernen, goldgewaffneten Panther. Er ist gekrönt mit einer goldenen, dreiblĂ€ttrigen Laubkrone im Gegensatz zum steirischen Wappen, bei dem der Panther behörnt ist und der Schild den Herzogshut der Steiermark trĂ€gt. Aus den Leibesöffnungen schlagen rote Flammenzungen. Das Stadtwappen ist jenem der oberösterreichischen Stadt Steyr Ă€hnlich.

Medien

ORF-Landesstudio Steiermark Villa Ferry, ehemaliges ORF-Landesstudio

Zeitungen

Graz ist eine Stadt mit langer Zeitungstradition. Gab es zu Zeit Kaiser Josefs II. fĂŒnf Zeitungen in der Stadt, reduzierte sich deren Anzahl unter Erzherzog Johann auf eine, die „GrĂ€tzer Zeitung“, die einer strengen Kontrolle unterlag.[16] Ein wichtiger Grazer Medienkonzern ist die Styria, die neben der regionalen „Kleinen Zeitung“, mit einer Reichweite von 50 % in den BundeslĂ€ndern Steiermark und KĂ€rnten, die „Presse“ und andere Zeitschriften und Zeitungen in Österreich, Slowenien und Kroatien herausgibt.

Jede österreichweit erscheinende Tageszeitung hat eine eigene Redaktion in Graz, die „Kronen Zeitung“ produziert in Graz eine eigene Steiermark-Ausgabe. Es gibt in Stadt und Umgebung vier kostenlos verteilte Zeitungen, die wöchentlich erscheinen: „G7“ (in Kooperation mit der „Kleinen Zeitung“), die "Grazer Stadtzeitung", die „Woche“ und der „Grazer“. Die „Neue Zeit“, eine sozialdemokratische Tageszeitung, erschien zwischen 1945 und 2001. Seit Oktober 1995 erscheint monatlich die Straßenzeitung „Megaphon“ mit den Schwerpunkten Sozialpolitik und Integration. Der Vertrieb erfolgt ĂŒber den Straßenverkauf.

Rundfunk

In Graz gibt es, wie in jeder Landeshauptstadt, ein ORF-Landesstudio. Von dort aus wird das 24-Stunden-Vollprogramm Radio Steiermark gesendet. Die tagesaktuelle TV-Sendung Steiermark heute wird im Landesstudio produziert und im Vorabendprogramm auf ORF 2 ausgestrahlt. Bevor das Landesstudio in der Marburger Straße errichtet wurde, sendete der ORF sein Programm aus der Villa Ferry[17] in der Zusertalgasse im Bezirk Geidorf. Mit Steiermark1 und MemaTV, einem Sender der nur gelegentlich Programm sendet, gibt es in Graz zwei weitere TV-Anstalten.

Der erste Radiosender, der sich neben den ORF-Radios etablieren konnte, ist die Antenne Steiermark. Sie war 1995 der erste Privatsender Österreichs und hat ihren Sitz in Dobl bei Graz. Mit Radio Graz, Radio Soundportal und dem freien Radio Helsinki können in Graz drei weitere RadiokanĂ€le empfangen werden. Das österreichweit gesendete Radio KroneHit hat eine Zweigstelle in Graz. Am Grazer Hausberg, dem Schöckl, steht die gleichnamige Rundfunk-Sendeanlage, die Graz, die gesamte SĂŒdsteiermark, das SĂŒdburgenland und andere Gebiete mit Radio- und Fernsehprogrammen versorgt.

Tourismus

Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume gelangte auf seiner berĂŒhmten Reise nach Syrakus im Jahre 1802 unter anderem nach Graz. Er schrieb:[18]

„Hier will ich einige Tage bleiben und ruhen; die Stadt und die Leute gefallen mir. Du weiĆżst, daĆżs der Ort auf den beyden Seiten der Murr sehr angenehm liegt; und das Ganze hat hier ĂŒberall einen Anblick von Bonhommie und Wohlhabenheit, der sehr behaglich ist. [...] GrĂ€z ist eine der schönsten groĆżsen Gegenden, die ich bis jetzt gesehen habe; die Berge rund umher geben die herrlichsten Aussichten, und mĂŒssen in der schönen Jahrszeit eine vortrefliche Wirkung thun. Das SchloĆż, auf einem ziemlich hohen Berge, sieht man sehr weit; und von demselben hat man rund umher den Anblick der schön bebauten Landschaft, die durch FlĂŒsse und Berge und eine Menge Dörfer herrlich gruppiert ist.“

– Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

Heute setzt Graz im Tourismus vor allem auf die historische Substanz der Altstadt und auf das sĂŒdliche Flair. Die offiziellen Auszeichnungen der Stadt als Kulturhauptstadt 2003, als Weltkulturerbe unterstreichen diese Positionierung. Durch den Grazer KrauthĂ€uptel, der vor rund hundert Jahren als Slowene aus Krain in die Steiermark und nach Graz gekommen ist,[19] wurde die Stadt von der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH zur „Genuss Hauptstadt“ erhoben.[20]

Große Bedeutung kommt Graz auch als Kongressstadt zu. Graz verfĂŒgt aktuell ĂŒber rund 5.000 GĂ€stebetten im gewerblichen Bereich, dazu kommen weitere ca. 1.000 GĂ€stebetten im nicht gewerblichen Bereich (inkl. Camping, Jugendherbergen und Privatzimmer). Rund 50 % aller NĂ€chtigungen sind dem Segment der GeschĂ€ftsreisenden zuzurechnen. Etwa 13 % entfallen auf das Segment Kongress- und Seminartourismus. Bereits 37 % entfallen auf das Segment des klassischen StĂ€dte- und Kulturtouristen. Dieses Segment weist in den letzten Jahren die stĂ€rkste Wachstumsrate auf. Das Krisenjahr 2009 konnte Graz mit rund 788.000 NĂ€chtigungen abschließen, was gegenĂŒber dem Jahr zuvor nur einen RĂŒckgang von 1 % bedeutet. Bemerkenswert im Hinblick auf die GĂ€stestruktur ist der hohe Anteil an InlandsgĂ€sten (rund 47 %) und der gleichzeitig sehr internationale GĂ€stemix. Als beste Reisezeit gilt nach wie vor die warme Jahreszeit, die in Graz von April bis Oktober dauert. Die Adventszeit (Ende November – Weihnachten) hat sich durch die AdventmĂ€rkte in der Zwischenzeit ebenfalls zu einer sehr attraktiven Besuchszeit entwickelt.

SehenswĂŒrdigkeiten

Grazer Altstadt

Graz, Mur und Schloßberg 1912 Grazer Dom Freiheitsplatz mit Persönlichkeitsdenkmal Kaiser Franz I. Grazer Burg mit Burggarten Fassade des Landhauses und Landeszeughauses Herzogshof, sogenanntes „Gemaltes Haus“ Franziskanerkirche Stadtpfarrkirche

Allgemeines

Die Grazer Altstadt wurde 1999 wegen ihres Erhaltungszustandes und der Sichtbarkeit der baugeschichtlichen Entwicklung im Altstadtbild zum UNESCO-Weltkulturerbe erklĂ€rt und 2010 auf Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg erweitert. Diese Auszeichnung ist verbunden mit der Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem seit der Gotik errichteten Bauensemble zu erhalten und neue Architektur harmonisch einzufĂŒgen. Die meisten Grazer SehenswĂŒrdigkeiten befinden sich in der Altstadt. Diese erstreckt sich ĂŒber den gesamten Bezirk Innere Stadt.

Schloßberg und Umgebung

Im geographischen Zentrum der Stadt liegt der Schloßberg, der zwischen 1125 und 1809 als Festung diente. Nach der erfolgreichen Verteidigung der Anlage gegen die Truppen Napoleons unter dem Kommando von Genieoberst Franz Xaver Hackher zu Hart und dem Friedensschluss erfolgte die Sprengung der Schloßbergfestung. Die Grazer BĂŒrger kauften den Uhrturm und den Glockenturm frei, sodass beide bis in die Gegenwart erhalten sind. Ab 1839 begann der Ausbau des kahlen Felsens zur Parkanlage. Neben den beiden TĂŒrmen sind noch einige Festungsreste und denkmalgeschĂŒtzte Bauwerke aus der Zeit erhalten geblieben, unter ihnen die Reste der Thomaskapelle, BĂŒrger- und Stallbastei und die Kasematten (ehemaliges Verlies). Zu erreichen ist das Schloßbergplateau mit seinen DenkmĂ€lern, von denen nicht alle freigelegt sind, ĂŒber den Kriegssteig, die Schloßbergbahn, dem Lift und ĂŒber einige Fußwege. Im Berg selbst befinden sich einige Kilometer lange Stollensysteme, die im Zweiten Weltkrieg Schutzbunker bei Luft- und Bombenangriffen waren. In der Gegenwart wird ein Teil davon fĂŒr Veranstaltungen („Dom im Berg“) oder als MĂ€rchengrottenbahn genutzt. Das Eisenbahnmuseum im Berg ist fĂŒr die Öffentlichkeit nicht zugĂ€nglich.

Der Schloßberg ist ĂŒber ein Weg- und Straßennetz umrund- und erschließbar. Der Rundgang beginnt mit dem Ă€ußeren Paulustor in der gleichnamigen Paulustorgasse, dem einzigen erhaltenen Stadttor des Renaissance-BefestigungsgĂŒrtels, der von Domenico dell’Allio ausgefĂŒhrt wurde. Das nĂ€chste Bauwerk stadteinwĂ€rts ist die Palmburg mit ihrer mĂ€chtigen Auffahrtsrampe. Unmittelbar daneben befindet sich das Volkskundemuseum und die unscheinbare Antoniuskirche. Die Bauzeit des Sakralbaus war zwischen 1600 und 1602, nachdem im Jahr 1600 ĂŒber 10.000 protestantische BĂŒcher an ihrem Standort verbrannt wurden. Dieser Bereich heißt Paulustorvorstadt.

Den Eingang zur Sporgasse, einem steil abfallenden und engen Gassenzug, dominiert das Palais Saurau mit seinem wuchtigen Portal und der Halbfigur eines TĂŒrken unterhalb der Dachkante. Es folgen das ehemalige Gasthaus „Zur goldenen Pastete“ mit seinem in Graz einmaligen Runderker, das ehemalige Augustinereremitenkloster und die Stiegenkirche, das Deutschritterordenshaus und einige reprĂ€sentative BĂŒrgerhĂ€user mit GeschĂ€ftslokalen, bevor die Gasse in den Hauptplatz mĂŒndet. Die Stiegenkirche, die ĂŒber einen Stiegenaufgang erreichbar ist, war Teil der Paulsburg, dem Ă€ltesten Teil der Grazer Stadtbefestigung.

Vom Hauptplatz fĂŒhrt die Sackstraße in Richtung Norden. Zu Beginn des Straßenzugs steht das „Hotel Erzherzog Johann“, danach folgen das Warenhaus Kastner & Öhler, die Landschaftsapotheke, die Ă€lteste Grazer Apotheke, das Gasthaus „Zum Roten Krebsen“, das Palais Kellersberg, das Witwenpalais und die Palais Attems, Herberstein und Khuenburg. Das Palais Attems mit seiner Prunkfassade ist „das bedeutendste Adelspalais der Steiermark“,[21] an seiner RĂŒckseite angebaut ist der Admonterhof. Das Palais Herberstein beherbergt das „Museum im Palais“; im Palais Khuenburg, dem Geburtsort des 1914 in Sarajewo ermordeten Habsburger Thronfolgers Franz Ferdinand, sind das Grazer Stadtmuseum und das Apothekermuseum untergebracht. Unmittelbar daneben steht der Reinerhof, das Ă€lteste urkundlich erwĂ€hnte Grazer GebĂ€ude.

Vom Schloßbergplatz aus sind der Kriegssteig und der Schloßbergstollen, eine direkte Verbindung zum Karmeliterplatz, zu sehen. Der Platzanlage gegenĂŒber liegt die Dreifaltigkeitskirche. Sie zĂ€hlt zum GebĂ€udekomplex der Schulschwesternschule. Die Sackstraße mĂŒndet in den Kaiser-Franz-Josef-Kai, ein Straßenzug der anstelle einer abgebrochenen HĂ€userzeile das Murufer sĂ€umt. Die Grazer Sackstraße bestand ursprĂŒnglich aus drei „SĂ€cken“, also abgeschlossenen Verbauungszonen. Mit der Zeit durchbrachen insgesamt drei, nicht mehr bestehende Sacktore die Mauern, um Wohnraum zu gewinnen. Dieses Gebiet galt lange Zeit als das am dichtesten besiedelte in Graz. Am Kai, der in die stark befahrene Wickenburggasse mĂŒndet, liegen die Talstation der Schloßbergbahn und BĂŒrgerhĂ€user. Es sind noch Reste der alten Bastei des dritten Sacktores erkennbar.

Historische Stadtansichten

Grazer Stadtkrone

Am Fuße des Schloßberges liegt die „Grazer Stadtkrone“. Sie besteht aus vier Monumentalbauten: dem gotischen Dom (Domkirche St. Ă„gidius), dem bedeutenden manieristischen Bau des Mausoleums[22] mit integrierter Katharinenkirche aus dem 17. Jahrhundert, der alten Jesuiten-UniversitĂ€t und der Grazer Burg.

Der Grazer Dom ist seit 1786 Domkirche[23] der Diözese Graz-Seckau und Pfarrkirche der Grazer Dompfarre. Der außen unscheinbar anmutende Sakralbau mit schlichtem Dachreiter diente von 1577 bis 1773 den Grazer Jesuiten als Ordenskirche.[24] Er ist das kunst- und kulturhistorisch bedeutendste innerstĂ€dtische Sakralbauwerk, wurde unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert errichtet und war Hofkirche der römisch-deutschen Kaiser. Der Dom war einst mit einem Verbindungsgang mit der Grazer Burg verbunden. Der Hauptaltar ist in seiner Gestaltung ein barockes Gesamtkunstwerk. In den beiden Seitenschiffen befinden sich die Brauttruhen der Paola Gonzaga aus dem Herrschergeschlecht von Mantua – geschaffen von Andrea Mantegna in der italienischen FrĂŒhrenaissance. An der Außenwand des Doms ist ein Fresko, das sogenannte Landplagenbild[25], angebracht.

Unmittelbar neben dem Dom steht die Katharinenkirche mit dem Mausoleum, ein GebĂ€ude im Stil des Manierismus. Es ist die GrabstĂ€tte von Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) und der grĂ¶ĂŸte Mausoleumsbau der Habsburger. Zwischen Domkirche und Mausoleum steht auf einem Sockel eine Bronzeskulptur des Kirchenpatrons Ägidius, die nach der Vorlage des Grazer KĂŒnstlers Erwin Huber gestaltet wurde.

Graz war von 1379 bis 1619 Residenzstadt der Habsburger. Untrennbar mit der Grazer Geschichte verbunden ist der Jesuitenorden. GegenĂŒber der alten und ersten Grazer UniversitĂ€t[26] bewohnten die Mönche den Domherrenhof[27]. Die Grazer Burg[28] mit dem Burggarten ist der Sitz der steirischen Landesregierung. Ihr Bau wurde 1438 unter Herzog Friedrich V. begonnen und unter Erzherzog Karl II. und seinem Sohn, Kaiser Ferdinand II., weitergefĂŒhrt. Ein Relikt aus der ersten, gotischen Bauphase ist die Doppelwendeltreppe[29] von 1499. In das GebĂ€ude integriert ist das Burgtor, neben dem Ă€ußeren Paulustor[30] das letzte erhaltene Stadttor von Graz.

Zentrum

Das Grazer Zentrum besteht in großen Teilen aus dem Hauptplatz, der Herrengasse, FĂ€rberplatz und Mehlplatz, Teilen der Burggasse und BĂŒrgergasse, der Schmiedgasse, Raubergasse, Neutorgasse, dem Marburger Kai, Andreas-Hofer-Platz und dem Franziskanerviertel mit den jeweiligen Nebengassen.

Der Grazer Hauptplatz ist eine unregelmĂ€ĂŸige und historisch gewachsene Platzanlage mit Marktfunktion, die sich frĂŒher bis zur Landhausgasse erstreckte. Er wird von allen Straßenbahnlinien frequentiert. An der SĂŒdseite steht das Grazer Rathaus, das in seiner jetzigen Form seit 1889 existiert und den Grazer Gemeinderat beherbergt. Das Erzherzog-Johann-Brunnendenkmal in der Platzmitte ist ein Brunnen mit einem ĂŒberlebensgroßen Bronze-Standbild des Erzherzogs Johann und den allegorischen Darstellungen der vier FlĂŒsse Mur, Enns, Drau und Sann. Den Hauptplatz sĂ€umen BĂŒrgerhĂ€user und Stadtpalais: das Weißsche Haus, die Adler-Apotheke, die beiden stuckverzierten Luegg-HĂ€user an der Ecke zur Sporgasse, das Weikhard-Haus mit der gleichnamigen Standuhr und das Palais StĂŒrgkh.

Zwischen dem Hauptplatz und dem zweiten zentralen Platz, dem Jakominiplatz, verlĂ€uft die Herrengasse, eine barocke Prunkstraße. Hier stehen das Landhaus mit seinem Renaissancearkadenhof, das Landeszeughaus mit der grĂ¶ĂŸten frĂŒhneuzeitlichen Waffensammlung der Welt, das sogenannte „Gemalte Haus“ und die Stadtpfarrkirche, die Grazer Hauptpfarrkirche. Bevor die Herrengasse in die Ringstraße mĂŒndet, durchquert sie den Platz Am Eisernen Tor mit seinem Brunnen und der MariensĂ€ule. Das namensgebende Eiserne Tor war bis ins 19. Jahrhundert ein Stadttor des Renaissance-BefestigungsgĂŒrtels. Im sĂŒdlichen Teil der Herrengasse befand sich, geographisch von Kaiserfeldgasse und Schmiedgasse begrenzt, bis 1439 das Grazer Judenghetto.[31]

Von der Stadtkrone erreicht man das 1776 eröffnete Grazer Schauspielhaus am Freiheitsplatz und ĂŒber Hofgasse und BĂŒrgergasse das Gassensystem um den Glockenspielplatz mit dem Glockenspielhaus. Am Ende der Engen Gasse kann man via Stempfergasse, eine Einkaufsstraße, in die Herrengasse gelangen oder beim Bischofplatz das Bischöflichen Palais sehen.

Die Franziskanerkirche, die zweitgrĂ¶ĂŸte Grazer Kirche, ist am Ostufer der Mur zu finden und Mittelpunkt des Franziskanerviertels. Wegen ihrer einstigen Insellage ist die erste Grazer Klosterniederlassung schrĂ€g gestellt.[32] Der Verlauf der sogenannten „Kot(h)mur“, ein Abwasserkanal, trennte das Areal vom Rest der Innenstadt.

Vom Franziskanerviertel ist das Joanneumviertel, zwischen Raubergasse, Landhausgasse und Andreas-Hofer-Platz gelegen, erreichbar. Es besteht aus zwei Monumentalbauten und beherbergt das Haupthaus des grĂ¶ĂŸten steirischen Museums, dem Joanneum. Im neu gestalteten Innenhof befand sich einst der alte botanische Garten, der nach Geidorf ausweichen musste. Anstelle des neuen Joanneums und des PostamtsgebĂ€udes von Friedrich Setz stand bis 1884 das abgebrochene Neutor. Das MagistratsgebĂ€ude der Stadt Graz dominiert das Straßenbild der Schmiedgasse. Am SĂŒdende des Marburger Kais steht das Oberlandesgericht Graz.

An wenigen oberirdischen Stellen ist die alte Stadtmauer sichtbar: die Glacisstraße und der Stadtpark erinnern namentlich und rĂ€umlich an die FreiflĂ€che vor der Stadtfestung; im Pfauengarten und im Stadtpark ist je ein Mauerrest erhalten geblieben. Die Anlage der Ringstraße folgt ungefĂ€hr dem Verlauf des ehemaligen Wassergrabens; an einigen Ecken ist aus der Luft die Lage der ehemaligen Basteien zu sehen. Der Grazer Stadtpark, der den Großteil des alten Glacis bedeckt, ist der grĂ¶ĂŸte innerstĂ€dtische GrĂŒnraum. Neben zahlreichen DenkmĂ€lern befinden sich in ihm das Forum Stadtpark, das KĂŒnstlerhaus, der Musikpavillon, der Stadtparkbrunnen und einige NaturdenkmĂ€ler. Im Jahr 1869 begann die Anlage des Parks, 1873 eröffnete sie BĂŒrgermeister Moritz Ritter von Franck. Außerhalb des Stadtparks und auf dem Gebiet der Innenstadt wurde das 1899 eröffnete Opernhaus Graz errichtet.

BrĂŒcken und Tore

Franz-Carl-BrĂŒcke (um 1910) Neutor Die Beschreibung der Grazer BrĂŒcken und Stege beschrĂ€nkt sich auf jene, die den Murfluss ĂŒberqueren. Im Norden des Stadtgebiets befindet sich die 1922 eröffnete und unter Denkmalschutz stehende WeinzöttlbrĂŒcke. Es folgen der Pongratz-Moore-Steg und die 1991/92 erbaute KalvarienbrĂŒcke mit einem Dreiecksrahmen innerhalb der Tragwerke.[33]

Die nordwestlich des Schlossbergs gelegene FerdinandsbrĂŒcke, benannt nach Kaiser Ferdinand I., war die erste KettenbrĂŒcke der Steiermark und die grĂ¶ĂŸte Österreichs, ab Herbst 1833 vom PĂ€chter der Überfuhr, Franz Strohmeyer, erbaut nach den PlĂ€nen des Wiener Architekten Johann JĂ€ckl,[34] eingeweiht am 19. April 1836 von FĂŒrstbischof Roman Sebastian ZĂ€ngerle.[35] Sie wurde 1920 in KeplerbrĂŒcke umbenannt[Anm. 1], zu Ehren von Johannes Kepler, der hier sechs Jahre lebte und forschte. 1963 erfolgte ein BrĂŒckenneubau. FlussabwĂ€rts liegen die Murinsel und der Erich-Edegger-Steg, bevor die Erzherzog-Johann-BrĂŒcke in Sichtweite kommt. Die ehemalige Furt war die erste und ĂŒber 400 Jahre einzige Grazer MurbrĂŒcke. 1843 errichtete die Stadt eine KettenbrĂŒcke, die 1892 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt wurde. 1918 wurde die Franz-Carl-KettenbrĂŒcke in HauptbrĂŒcke umbenannt. Ein Neubau der Erzherzog-Johann-BrĂŒcke erfolgte 1964.[33] Die Figuren der Austria und Styria, die auf der BrĂŒcke standen, befinden sich im Stadtpark.

Nach der Erzherzog-Johann-BrĂŒcke folgen flussabwĂ€rts die 1975 fertiggestellte TegetthoffbrĂŒcke, die denkmalgeschĂŒtzte RadetzkybrĂŒcke, die AugartenbrĂŒcke als letzte bestehende BetonbogenbrĂŒcke, der Augartensteg, eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke, und die Berta-von-Suttner-FriedensbrĂŒcke. Bevor die Mur das Stadtgebiet verlĂ€sst queren den Fluss: die EisenbahnbrĂŒcke der steirischen Ostbahn, der Rohrsteg, der nicht begehbar ist, der Puchsteg und die Puntigamer BrĂŒcke, eine StraßenbrĂŒcke, die 1995/96 neu errichtet wurde.[36]

Von den insgesamt elf Grazer Stadttoren sind zwei in der Gegenwart erhalten: das Burgtor als Abschnitt der Grazer Burg und das Ă€ußere Paulustor am Ende der Paulustorgasse. WĂ€hrend das Paulustor das einzig erhalten gebliebene Walltor des historischen SpĂ€trenaissance-BefestigungsgĂŒrtels ist, der von Festungsbaumeister Domenico dell’Allio geplant worden war, ist das Burgtor[37] weder der mittelalterlichen, noch der neuzeitlichen Stadtbefestigung zuzuordnen.

Von der mittelalterlichen Mauer ist nichts mehr erhalten. Die beiden Murtore in der Murgasse wurden 1837 abgetragen, 1846 folgte das innere Paulustor[38] in der Sporgasse, die drei Sacktore in der Sackstraße sind seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr vorhanden. Am Platz zum Eisernen Tor stand das gleichnamige Stadttor[39] der Renaissance-Mauer. Es Ă€hnelte wie das Neutor[40], 1884 als letztes der alten Tore abgebrochen, dem Ă€ußeren Paulustor. Am kĂŒrzesten bestand das Franzenstor an der MĂŒndung der Burggasse in den Roseggergarten. Der 1835 errichtete Zierbogen wurde 1856 wieder entfernt. Die Abrisse der Grazer Stadttore wurden durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und durch die gestiegene BautĂ€tigkeit legitimiert. Nach der Schleifung der Festungswerke Mitte des 19. Jahrhunderts verloren sie ihre Schutzfunktion.

Bis zum Anschluss Österreichs (MĂ€rz 1938) wurde an den Grazer Stadttoren ein Pflasterzoll erhoben (diese Maut war im 19. Jahrhundert fast ĂŒberall in Europa abgeschafft worden).

SehenswĂŒrdigkeiten außerhalb der Altstadt

Schloss Eggenberg Planetengarten im Schlosspark Eggenberg (Detail)

Schloss Eggenberg

Das Schloss Eggenberg und der Schlosspark sind mit jĂ€hrlich mehr als einer Million Besuchern die meistfrequentierte SehenswĂŒrdigkeit außerhalb der Grazer Innenstadt. Es zĂ€hlt seit 2010 mit der Altstadt zum UNESCO-Welterbe.

Das Schloss gilt als die bedeutende barocke Schlossanlage der Steiermark.[41] Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurĂŒck. Ab 1625 wurde es im Auftrag Hans Ulrichs von Eggenberg (1568–1634) und unter der Leitung des Hofarchitekten Giovanni Pietro de Pomis zur reprĂ€sentativen VierflĂŒgelanlage ausgebaut. Das Schloss war direkt ĂŒber die Eggenberger Allee mit der Innenstadt verbunden; von der Prachtstraße sind nur mehr ein kleiner Abschnitt mit Alleebestand unmittelbar in SchlossnĂ€he und ein Straßenname ĂŒbrig geblieben.

Schloss Eggenberg ist nach einer kosmischen Zahlensymbolik ausgerichtet. Die vier EcktĂŒrme stehen fĂŒr die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente. Die Anlage besitzt 365 Außenfenster fĂŒr die Tage eines Jahres. Im zweiten Stock, der Beletage, befinden sich 52 Außenfenster fĂŒr die Wochen eines Jahres. Jedes Stockwerk im Haus hat genau 31 RĂ€ume fĂŒr die maximale Anzahl der Tage eines Monats. Im zweiten Stock sind außen, ringförmig 24 PrunkrĂ€ume angeordnet, die die Stunden eines Tages symbolisieren. Das Konzept soll an die Gregorianische Kalenderreform von 1582 erinnern.

Ein Zyklus von 24 PrunkrĂ€umen mit originaler Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer InnenrĂ€ume Österreichs. Selten hat sich eine Raumausstattung von vergleichbarer QualitĂ€t so vollstĂ€ndig erhalten. Ihr Mittelpunkt ist der stuckverzierte Planetensaal mit dem GemĂ€ldezyklus von Hans Adam Weissenkircher.[42]

Der öffentlich zugĂ€ngliche Schlosspark wurde zusammen mit dem Schloss konzipiert. Im Verlauf der Geschichte wechselte er hĂ€ufig sein Aussehen. Er ist einer der wenigen historischen GĂ€rten Österreichs, die unter Denkmalschutz stehen. An der Nordecke befindet sich der seit 2000 neu angelegte Planetengarten. Im Schlosspark leben frei laufende Pfauen.[43]

Sakralbauten

Grabenkirche

Leechkirche, die UniversitĂ€tskirche der Karl-Franzens-UniversitĂ€t Rupertikirche in Graz-Straßgang, eine der Ă€ltesten der Grazer Kirchen Grazer Kalvarienberg auf dem Austein Basilika Mariatrost mit Angelus-Stiege Maria VerkĂŒndigungskirche in Graz-Kroisbach Neubau der Grazer Synagoge In Graz gibt es, wie in den meisten StĂ€dten im katholisch geprĂ€gten Österreich, zahlreiche Sakralbauten. Zu den Ă€ltesten Kirchen der Stadt zĂ€hlen die Leechkirche nahe der UniversitĂ€t Graz, deren UrsprĂŒnge in das Jahr 1202 zurĂŒckgehen, die Stiegenkirche als Teil der historischen Paulsburg in der Sporgasse und die Rupertikirche in Straßgang. Die höchsten Kirchen sind die im neugotischen Backsteinstil erbaute Herz Jesu Kirche und die Franziskanerkirche – deren Turmunterteil einst Teil der Grazer Stadtmauer war. Die Herz-Jesu-Kirche ist mit 109,6 m die dritthöchste Kirche Österreichs und das höchste GebĂ€ude von Graz. Im selben Bezirk befindet sich gegenĂŒber dem LKH Graz die 1361 erstmals urkundlich erwĂ€hnte Pfarrkirche St. Leonhard. An dieser Stelle stand mit dem Meierhof Guntarn im Mittelalter die erste Grazer Siedlung außerhalb der Innenstadt.

In Graz existieren zahlreiche Ordensniederlassungen, von denen viele im Zuge der Josephinischen Reformen von 1783 aufgelöst wurden. Es blieben hauptsĂ€chlich Klöster bestehen, die sich der Krankenpflege und der Bildung widmeten. In der Innenstadt hat sich seit dem 13. Jahrhundert ein Franziskanerkloster erhalten, am gegenĂŒberliegenden Murufer liegt das Minoritenkloster mit der barocken Mariahilferkirche. In der Sackstraße, direkt gegenĂŒber dem Schloßbergsteig, ist die Dreifaltigkeitskirche zu sehen, die bis 1900 die Kirche des ehemaligen Ursulinenkonvents war. In der Paulustorgasse steht neben dem Volkskundemuseum die Antoniuskirche.

Zu den grĂ¶ĂŸeren Anlagen auf Grazer Stadtgebiet zĂ€hlen (in Auswahl) der Dominikanerkonvent in der MĂŒnzgrabenstraße, das Lazaristenkloster in der Mariengasse, unmittelbar daneben steht das Kloster der Barmherzigen Schwestern. Die Barmherzigen BrĂŒder unterhalten in Graz zwei KrankenhĂ€user: eines in der Marschallgasse und eines in Eggenberg. Frauenorden, die sich der Krankenpflege widmen, sind die Elisabethinen im Bezirk Gries und die Kreuzschwestern mit Konvent und Privatklinik in Geidorf. Im Schulbetrieb tĂ€tig sind die Ursulinen in der Leonhardstraße, die Schulschwestern am Fuße des Schloßberges und in Eggenberg, sowie Schule und Kloster des SacrĂ© Coeur Graz.

In den Grazer Kernbezirken St. Leonhard und Geidorf befinden sich die Leonhardkirche, die neugotische Herz-Jesu-Kirche, die Leechkirche, die Grabenkirche als Klosterkirche der Ordensniederlassung der Kapuziner, die Erlöserkirche am GelĂ€nde des LKH Graz und die Kirche Maria Schnee als Teil des Karmelitenklosters in der Grabenstraße. Neben dem MĂ€nnerkloster steht das weibliche Pendant, das Karmelitinnenkloster mit der Kirche zum Hl. Josef, deren erstes Konvent am ehemaligen Fischplatz (heute Andreas-Hofer-Platz) 1782 aufgelöst und das GebĂ€ude 1934 abgebrochen wurde. Neben der Kreuzschwesternkirche mit der Privatklinik ist in Geidorf mit der Salvatorkirche ein moderner Sakralbau erhalten.

Der Grazer Kalvarienberg befindet sich im vierten Bezirk Lend. Die Anlage auf dem Austein wurde im 16. Jahrhundert gegrĂŒndet und von den Jesuiten verwaltet. Besonders sehenswert ist die hochbarocke Kalvarienbergkirche mit der Heiligen Stiege und der Ecce-Homo-BĂŒhne und die zahlreichen Kapellen. Im selben Bezirk sind außerdem die Barmherzigenkirche und die Marienkirche in der NĂ€he des Grazer Hauptbahnhofs erwĂ€hnenswert.

In Gries stehen mit der Kirche St. AndrĂ€, der Welschen Kirche am Griesplatz und der BĂŒrgerspitalkirche bedeutende gotische und barocke Kirchenbauten. Neben der barocken Karlauerkirche und der Zentralfriedhofskirche im neugotischen Backsteinstil gibt es einige moderne Kirchenbauten: St. Lukas mit seiner ungewöhnlichen Innenausstattung, St. Johannes als Teil der Triestersiedlung, sowie Kirche und Pfarrzentrum Don Bosco, in deren GebĂ€ude eine Mautstelle und ein Pulvermagazin untergebracht waren. Der Bezirk Jakomini ist vor allem durch den modernen Kirchenbau der MĂŒnzgrabenkirche und durch die Josefkirche geprĂ€gt.

Ein sakrales Zentrum in Graz ist der Außenbezirk Mariatrost. Die Basilika Mariatrost, eine ĂŒberregional bekannte und barocke Wallfahrtskirche auf dem Purberg ist offiziell seit 1714 Ziel großer Pilgerströme. Verehrt wird eine wundertĂ€tige Marienstatue aus dem Stift Rein in Eisbach. Die Errichtung des Sakralbaus dauerte von 1714 bis 1779. Nach den Josephinischen Reformen wurden die Klostertrakte als Stallungen zweckentfremdet. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen die Franziskaner die Wallfahrtstradition bis 1996 wieder auf. Im selben Jahr ernannte Papst Johannes Paul II. Mariatrost zur Basilica minor. 1968 kam es in der Wallfahrtskirche zur Veröffentlichung der Mariatroster ErklĂ€rung.

Neben der Mariatroster Kirche befinden sich zwei weitere Sakralbauten im Stadtbezirk: zum einen die MariagrĂŒner Kirche, die als bedeutendste kirchliche Stiftung eines BĂŒrgers der Stadt Graz gilt. Louis Bonaparte, ein Bruder Napoleons, besuchte auf seinen SpaziergĂ€ngen oftmals den Kirchenbau. 1873 heiratete der steirische Schriftsteller Peter Rosegger seine erste Frau in der MariagrĂŒner Kirche. Zum anderen die moderne Maria VerkĂŒndigungskirche in Kroisbach, die, in eine Wohnsiedlung integriert, 1974 geweiht wurde.

Im Stadtbezirk St. Peter steht weithin sichtbar die Pfarrkirche St. Peter. Im Nordosten von Graz kann man die Kirche St. Ulrich samt dazugehörigem Quellheiligtum, die Pfarrkirche St. Veit und die Kirche Heilige Familie in Andritz besichtigen. In zwei Stadtbezirken gibt es jeweils einen Sakralbau: St. Paul in der Eisteichsiedlung in Waltendorf und die Bruder-Klaus-Kirche nahe der Satelliten-Stadt am Berliner Ring in der Ragnitz.

Am rechten Murufer sind in den Bezirken Gösting und Eggenberg die Kirche St. Anna, die Schlosskirche des Schlosses Eggenberg, der Vierzehn-Nothelfer-Kirche, die moderne Schutzengelkirche, die Vinzenzkirche und auf einem Bergkamm in Wetzelsdorf die Kirche St. Johann und Paul zu sehen. Im sĂŒdlichen Stadtteil Straßgang befinden sich mit der Kirche Maria im Elend, der Schlosskirche St. Martin, der etwas entlegenen Florianikirche auf dem Florianiberg, der Elisabethkirche und der erwĂ€hnten Rupertikirche weitere Grazer Sakralbauten. Im jĂŒngsten Grazer Bezirk Puntigam gibt es die 1967 erbaute Pfarrkirche St. Leopold und die Anstaltskirche des LSF Graz.

Die Heilandskirche, in der NĂ€he des Grazer Opernhauses gelegen, ist die grĂ¶ĂŸte evangelische Kirche der Stadt Graz. Der heute bestehende Bau wurde im historistischen Stil ab 1853 errichtet, nachdem sich seit 1824 ein evangelisches Bethaus an dieser Stelle befand. Er ist Teil eines GebĂ€udekomplexes mit PfarrgebĂ€uden und des Martin-Luther-Hauses. Zur evangelischen Konfession zĂ€hlen auch die Kreuzkirche am Rande des Volksgartens, deren Pfarrheim das MĂŒhl-Schlössl ist, die Christuskirche in Eggenberg, die Evangelische Johanneskirche in Andritz und die Erlöserkirche in Liebenau.

Neben den katholischen und evangelischen Kirchenbauten findet man in Graz in der Kernstockgasse die altkatholische Kirche, in der Wiener Straße die koptische Kirche und ĂŒber das Stadtgebiet verstreut Zentren diverser Konfessionen, darunter in Eggenberg ein Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen).

Graz besitzt auch eine Synagoge. Die alte Grazer Synagoge wurde im Jahr 1892 errichtet und gehörte zur jĂŒdischen Gemeinde mit ihren 2500 Mitgliedern. Sie war ein Nachfolgebau der Synagoge im ehemaligen Judenviertel in der Grazer Innenstadt. In der sogenannten Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde das Gebetshaus niedergebrannt und das gesamte Areal eingeebnet, um die Erinnerung an die Synagoge auszulöschen. SĂ€mtliche Grazer Juden wurden nach Wien deportiert und Graz zur ersten „judenfreien“ Großstadt der Ostmark erklĂ€rt. Bis ins Jahr 1998 befand sich an der Stelle der zerstörten Synagoge nur eine RasenflĂ€che mit einem Gedenkstein. Unter Verwendung des alten Ziegelwerks wurde die neue Grazer Synagoge 1998 erbaut.

Profanbauten

Ruine Gösting

Schloss Gösting Palais Kottulinsky in der Elisabethstraße Schloss St. Martin mit Schlosskirche Meerscheinschlössl in der Mozartgasse Am nördlichen Grazer Stadtrand befindet sich die Burgruine Gösting, eine Ruine mit sehr gutem Überblick, von der aus das Murtal nördlich von Graz einst kontrolliert wurde. An jener Stelle befand sich im 10. und 11. Jahrhundert eine VorgĂ€ngeranlage auf dem Frauenkogel, deren Reste wie die Burg denkmalgeschĂŒtzt sind. Die Burg Gösting selbst ist im 12. Jahrhundert datiert und war Teil eines Kreidfeuer-Warnsystems, das die Bevölkerung vor Bedrohungen warnen sollte.[44] 1723 wurde die Burg durch Blitzschlag zerstört, heute ist die Ruine ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Zerstörung erbauten die Grafen Attems als neuen Sitz das Barockschloss Gösting.

Der grĂ¶ĂŸte Jugendstilbaukomplex Österreichs liegt im Osten der Stadt, das LKH-UniversitĂ€tsklinikum Graz. Es „galt damals als das modernste Krankenhaus des Kontinents und wurde vielfach sogar als Weltwunder bezeichnet“[45]. Die relativ weite Entfernung vom Stadtzentrum erregte jedoch den Unmut der Grazer BĂŒrgerschaft. Der GebĂ€udekomplex ist durch ein unterirdisches Tunnelsystem verbunden. Jede medizinische Abteilung besitzt ihr eigenes GebĂ€ude.[45] Im Laufe der Zeit wurden Modernisierungsmaßnahmen ausgefĂŒhrt. In der NĂ€he des Krankenhauses findet man auch die Rettenbachklamm, eine ganzjĂ€hrig begehbare Klamm im Stadtgebiet, das Naherholungsgebiet Leechwald, den kĂŒnstlich angelegten Hilmteich mit einem Schlössl und die Hilmwarte.

Außerhalb der Innenstadt sind relativ wenige Palais vorhanden, die meisten sind Eigentum der öffentlichen Hand. In St. Leonhard steht am Stadtparkrand das Palais Kees, ein Bauwerk des SpĂ€tklassizismus. Es beherbergte unter anderem das k.u.k. Korpskommando. Seit einer Renovierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird es als Studentenheim genutzt. Das Palais Meran, der ehemalige Stadtsitz Erzherzog Johanns, findet seit 1963 als HauptgebĂ€ude der Grazer KunstuniversitĂ€t Verwendung. Die Elisabethstraße ist mit zahlreichen Palais und Villenanlagen eine der Grazer Prachtstraßen aus der GrĂŒnderzeit. Zu erwĂ€hnen sind die Palais Apfaltrern, Auersperg, Kottulinsky, KĂŒbeck und Prokesch-Osten und die MeranhĂ€user. In den RĂ€umlichkeiten des Palais Mayr-Melnhof ist das Grazer Literaturhaus untergebracht. Etwas stadtauswĂ€rts liegen (in Auswahl) die Villen Kollmann und Lazarini. Das Geidorfer Villenviertel erstreckt sich von der Elisabethstraße ĂŒber die Leechgasse bis zur Schubertstraße.

Das Palais Thinnfeld im Bezirk Lend ist direkt das Grazer Kunsthaus angeschlossen. Eine Besonderheit am Palais Wertl von Wertlsberg ist sein schlossĂ€hnlicher Charakter, der durch zwei polygonale EcktĂŒrme und einen Eck-Erker erzielt wird. Am Eingang zur Dominikanergasse steht mit dem Palais Gleispach das einzige Palais im Bezirk Gries. In allen anderen Grazer Stadtbezirken existieren keine Palais, sondern Schlösser und Edelhöfe.

Da Graz wĂ€hrend der Monarchie ein beliebter Sitz von Adeligen und höheren Beamten war, findet man auf dem Stadtgebiet viele Schlösser und Palais. Neben den zahlreichen Innenstadtpalais sind es vor allem Schlösser und Edelhöfe die das Grazer Erscheinungsbild in den Randbereichen prĂ€gen. Neben dem Schloss Eggenberg mit seiner Parkanlage, dem Barockschloss Gösting und der Grazer Burg sind einige Bauten erwĂ€hnenswert. Inmitten von Geidorf steht das Meerscheinschlössl, ein barocker Bau mit ehemals weitlĂ€ufigem Park. Das Hallerschloss und das Schloss LustbĂŒhel mit integriertem Kindergarten liegen in Waltendorf. Im ehemaligen Schloss Liebenau war eine Kadettenschule untergebracht, seit den 1970er Jahren befindet sich in den RĂ€umlichkeiten das HIB Liebenau.

Zu den innerstĂ€dtischen Schlössern zĂ€hlen das Messe-Schlössl, das Metahof-Schlössl in BahnhofsnĂ€he, das MĂŒhl-Schlössl beim Volksgarten oder das Tupay-Schlössl in der ehemaligen Schönau. In den Randbezirken stehen an prominenter Lage Schloss St. Martin und das St. Veiter Schlössl, etwas verborgen Schloss Algersdorf, Schloss Reinthal, Schloss Moosbrunn oder Schloss Kroisbach. Neben den Grazer Schlössern gibt es einige erhaltene Edelhöfe[46], also Ansitze, die hĂ€ufig von Steuern befreit waren und als Gutsbetrieb gefĂŒhrt wurden. Ein Beispiel ist der Weisseneggerhof[47] am Esperantoplatz. Die meisten Anlagen befinden sich in Privatbesitz.

Eine Besonderheit ist das ehemalige Jagdschloss Karlau. Es war in das ursprĂŒngliche Gebiet der Karl-Au eingebettet und von einem Tiergarten und dem kaiserlichen Jagdgebiet umgeben. Im Tiergarten wurden neben WassergeflĂŒgel und Rotwild auch Falken, Reiher und Fasanen gezĂŒchtet, in den Mur-Auen ausgesetzt und bejagt. Noch heute erinnern etliche Straßennamen (Tiergartenweg, Rebhuhnweg, Reiherstadlgasse, Falkenturmgasse, Fasangartengasse, Auf der TĂ€ndelwiese) in der Umgebung an Tiergarten und Jagdgebiet. „TĂ€ndel“ zum Beispiel ist eine alte Bezeichnung fĂŒr Rotwild. Im Laufe seiner Geschichte nutzte man das Schloss als Kriegsgefangenenhaus, ab 1769 als Arbeitshaus, bis 1803 die Einrichtung zum Provinzialstrafhaus erfolgte. Nach vielen Aus- und Umbauten ist vom Schloss nur mehr der Kern der Justizanstalt Graz-Karlau erhalten geblieben.

DenkmÀler und Brunnen

Erzherzog-Johann-Brunnen am Hauptplatz

Statue der MariensÀule Am Eisernen Tor

Rosariumbrunnen im Rosegger-Garten am Opernring Graz besitzt eine FĂŒlle an DenkmĂ€lern. Zu den prominentesten zĂ€hlen (in Auswahl) die MariensĂ€ulen (1666–70) am Eisernen Tor, am Karlauplatz (1762)[48] und am Marienplatz (1680)[49], die PestsĂ€ulen am Karmeliterplatz (1680)[50], Lendplatz (1680)[49] und Griesplatz (1680)[48], die als VotivsĂ€ulen nach Pestepidemien oder Feindinvasionen von der BĂŒrgerschaft gestiftet wurden. Dazu zĂ€hlt auch das Pestdenkmal Am Damm, ein Denkmal in Kapellenform aus 1680[49]. Die verstĂ€rkte Errichtung solcher PestsĂ€ulen und -denkmĂ€ler um das Jahr 1680 entsprang der Dankbarkeit wegen des Endes einer Pestepidemie in Graz, die mit ĂŒber 3.500 Todesopfern ungefĂ€hr ein FĂŒnftel der Stadtbevölkerung das Leben kostete.[51]

Der Erzherzog-Johann-Brunnen (1878) am Hauptplatz mit einem ĂŒberlebensgroßen Bronze-Standbild des Erzherzogs Johann und den allegorischen Darstellungen der vier FlĂŒsse Mur, Enns, Drau und Sann wurde von Franz Pönninger entworfen und am 8. September 1878 enthĂŒllt. An den vier Ecken sind Brunnenschalen eingefasst. Die Sockel sind mit allegorischen Bronzereliefs verziert. UrsprĂŒnglich sollte der Brunnen im Joanneumsgarten oder am Eisernen Tor aufgestellt werden.[50] Das Erscheinungsbild einiger Grazer PlĂ€tze und Parks ist durch Brunnen geprĂ€gt. Das Major-Hackher-Denkmal („Hackher-Löwe“, 1909) am Schloßberg ist dem gleichnamigen Oberst gewidmet, der 1809 den Schloßberg erfolgreich gegen die Truppen Napoleons verteidigte. 1909 schuf Otto Jarl zum hundertjĂ€hrigen Gedenken die erste Löwenplastik, die nach ihrer Einschmelzung 1943 erst 1966 durch eine Bronzeplastik Wilhelm Gössers ersetzt wurde.[52]

Einige PlĂ€tze der Grazer Innenstadt sind mit exponierten PersönlichkeitsdenkmĂ€lern versehen. Das ĂŒberlebensgroße Persönlichkeitsdenkmal Kaiser Franz I. (1838/41)[53] steht am Freiheitsplatz, eine BronzebĂŒste Josephs II. (1887)[53] am Opernring, das Persönlichkeitsdenkmal Peter Roseggers von Wilhelm Gösser und der Rosariumbrunnen befinden sich im Roseggergarten[54]. Im Stadtpark, auf dem Schloßberg und in OpernnĂ€he sind zahlreiche DenkmĂ€ler und BĂŒsten aufgestellt, wie das Welden-Denkmal[53]. In der NĂ€he des Stadtparkbrunnens (1873)[50], der fĂŒr die Wiener Weltausstellung gefertigt wurde, am Platz der Menschrechte stehen die Bronzefiguren der Austria und Styria von Hans BrandstĂ€tter, die sich auf der ehemaligen HauptbrĂŒcke (gegenwĂ€rtig: Erzherzog-Johann-BrĂŒcke) befanden.[55] Ebenfalls im Stadtpark steht Moritz Ritter von Franck-Denkmal. Das Persönlichkeitsdenkmal des Admirals Wilhelm von Tegetthoff dominiert den Tegetthoffplatz[56], das Maria-GrĂŒner-Denkmal, eine SĂ€ule mit bekrönender Terrakotta-Vase und Versen von Louis Bonaparte, Castelli und Anastasius GrĂŒn.[57] befindet sich in unmittelbarer NĂ€he zur MariagrĂŒner Kirche.

Sonstiges

Auf Teilen des ehemaligen Glacis wurde durch den Grazer BĂŒrgermeister Moritz Ritter von Franck ein großer Park begrĂŒndet, der heute den Stadtpark bildet. In der NĂ€he des Stadtparks liegt das Opernhaus Graz, das zweitgrĂ¶ĂŸte Opernhaus Österreichs, welches Ende des 19. Jahrhunderts von dem Wiener ArchitekturbĂŒro BĂŒro Fellner & Helmer erbaut wurde. Direkt neben dem Opernhaus steht eine moderne Stahlskulptur, das „Lichtschwert“. Direkt gegenĂŒber, am Westufer der Mur, befinden sich die modernen GebĂ€ude, das Kunsthaus und dazwischen die Murinsel. Weiterhin sind die HauptgebĂ€ude der Karl-Franzens-UniversitĂ€t, der Technische UniversitĂ€t und der UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst, sowie die Leechkirche, die Ă€lteste Kirche in Graz (1202), in den an die Altstadt angrenzenden Bezirken zu finden. Unweit der Karl-Franzens-UniversitĂ€t liegt der Botanische Garten.

Museen

Altes Joanneum in der Raubergasse Tramway-Museum in Mariatrost

Universalmuseum Joanneum in Graz

Das Universalmuseum Joanneum in der Steiermark ist nicht nur das Ă€lteste und – nach dem Kunsthistorischen Museum in Wien – das zweitgrĂ¶ĂŸte Museum Österreichs, sondern seiner Vielfalt und des Umfanges der SammlungsbestĂ€nde wegen auch das bedeutendste unter den österreichischen Landesmuseen. Namensgeber des Museums ist Erzherzog Johann, der im Jahr 1811 seine privaten Sammlungen stiftete mit dem Auftrag, „das Lernen zu erleichtern und die Wissbegierde zu reizen“. Der Erzherzog legte besonderes Gewicht auf Technik und Naturwissenschaften.[58]

Die Idee zu einer naturwissenschaftlichen Lehranstalt stammte aus 1775 vom ehemaligen Jesuiten Leopold Biwald. Neben dem Unterhalt eines Lyzeums und den Ankauf des Lesliehofes, das fortan als Altes Joanneum bekannt ist, war die GrĂŒndung eines Landesarchives PrimĂ€rziel von Erzherzog Johann. Seine SammlertĂ€tigkeit ermöglichte dessen Eröffnung und der erste Joanneumsarchivar Josef Wartinger konnte eine erste „kurzgefasste Geschichte der Steiermark“[58] verfassen. Den GrĂŒndungsstatuten des Erzherzogs zufolge erfĂŒllt das Universalmuseum Joanneum – gemĂ€ĂŸ der Idee des Sammelns, Forschens, Bewahrens und Vermittelns – nach wie vor die Aufgabe, ein umfassendes Bild der Entwicklungen von Natur, Geschichte, Kunst und Kultur in der Steiermark zu zeigen.

Grazer Kunsthaus bei Nacht Die meisten der sechzehn Ausstellungsorte liegen in Graz: Die Alte Galerie im Schloss Eggenberg verfĂŒgt ĂŒber bedeutende BestĂ€nde europĂ€ischer Kunst; von Romanik und Gotik ĂŒber die deutsche und italienische Renaissance bis zu reich bestĂŒckten Kennerkabinetten des Barock. Die Neue Galerie umfasst bedeutende Sammlungen bildender Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Sie ist seit 2011 im Joanneumsviertel untergebracht, das mit den Multimedialen Sammlungen sowie dem im MĂ€rz 2013 neu eröffneten Naturkundemuseum zwei weitere sehenswerte Museen beheimatet.

Schloss Eggenberg, die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark, zĂ€hlt mit seiner erhaltenen Ausstattung, dem weitlĂ€ufigen Landschaftsgarten, sowie mit den im Schloss untergebrachten Sammlungen (Alte Galerie, MĂŒnzkabinett und ArchĂ€ologiemuseum) zu den wertvollsten KulturgĂŒtern Österreichs. Außerhalb des renovierten Joanneumviertels befinden sich das als „Friendly Alien“ bekannte Kunsthaus mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und das KĂŒnstlerhaus im Stadtpark, welches bildenden KĂŒnstlern zur VerfĂŒgung steht. In der Paulustorgasse beherbergt das Volkskundemuseum die Ă€lteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung der Steiermark. Das Landeszeughaus in der Herrengasse ist ein Museum fĂŒr RĂŒstungen und Waffen und mit zirka 32.000 EinzelstĂŒcken (im Originalzustand) die grĂ¶ĂŸte historische Sammlung der Welt.

Weitere Museen

Kirche zum gekreuzigten Heiland am Grazer Zentralfriedhof

Friedhöfe

UrsprĂŒnglich wurden die Friedhöfe rund um die Kirchen angelegt. Durch das Bevölkerungswachstum wurden ab dem 16. Jahrhundert auch außerhalb der Stadtmauern, in den VorstĂ€dten, Friedhöfe angelegt. Kaiser Joseph II. erließ im Rahmen der SanitĂ€tsreform 1782 ein generelles Verbot fĂŒr innerstĂ€dtische Beisetzungen. In der Folge wurden die innerstĂ€dtischen Friedhöfe aufgelassen und neue außerhalb der Stadt angelegt. Die Grazer Friedhöfe sind alle im kirchlichen Besitz, ausgenommen der Urnenfriedhof, welcher der Stadt Graz (Grazer Bestattung) gehört.[60]

Mit einem Alter von rund eintausend Jahren ist der, an der sĂŒdlichen Stadtgrenze gelegene, Friedhof Feldkirchen bei Graz der Ă€lteste bestehende Friedhof, welcher von der Grazer Bestattung zu den Grazer Friedhöfen gezĂ€hlt wird. Er besitzt auch ein eigenes Beinhaus mit den Gebeinen von 1.767 Menschen aus Galizien und der Bukowina, welche 1936 nach Schleifung des Internierungslagers und des dazugehörenden Friedhofs im Bereich des heutigen Flughafens Graz-Thalerhof, hierher ĂŒberfĂŒhrt worden sind.[60]

Architektur und Stadtentwicklung

Schloßberg und Franziskanerkirche von der Tegetthoff-BrĂŒcke Das Stadtbild der inneren 6 Stadtbezirke ist, wie fĂŒr eine mitteleuropĂ€ische Stadt typisch, vor allem durch eher niedrige, gleichmĂ€ĂŸige Verbauung sowie durch zahlreiche Sakralbauten geprĂ€gt. Die restlichen Bezirke von Graz sind geprĂ€gt von den Baustilen der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Abgesehen von der Altstadt lĂ€sst sich an den vorherrschenden Baustilen der Stadtteile sehr gut die Epoche, in denen sie ihren grĂ¶ĂŸten Ausbau und Bevölkerungszuwachs erfuhren, erkennen. So werden die direkt an die Altstadt angrenzenden inneren sechs Stadtbezirke vom Baustil der GrĂŒnderzeit, dem Historismus, geprĂ€gt. Ganze, bisher vorstĂ€dtisch geprĂ€gte Stadtviertel, wurden mit mehrgeschossigen ZinshĂ€usern, die reichen Fassadenstuck aufweisen, verbaut.

FĂŒr die neu entstandene Klasse der Großindustriellen entstanden auch mehrere vornehme Villenviertel. In der Zwischenkriegszeit war die BautĂ€tigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gedĂ€mpft. Trotzdem gelang es der Stadt Graz einige Wohnsiedlungen und öffentliche GebĂ€ude zu bauen, ansonsten aber wurde in diesen Jahren wenig errichtet. Die stĂ€rkste VerĂ€nderung des Stadtbildes wurde in den Zeit zwischen 1950 und 1980 vollzogen, da die vielen kriegszerstörten HĂ€user oft mit HochhĂ€usern ersetzt wurden und zugleich die Wohnungsnot mit dem Bau von großen Hochhaussiedlungen in den Außenbezirken bekĂ€mpft wurde. Außerdem wurden auch weite Teile der Außenbezirke von Graz mit einem Teppich aus EinfamilienhĂ€usern verbaut. Das Bauerbe des Historismus wurde in der Nachkriegszeit als geschmacklos empfunden und bei vielen HĂ€usern wurden die Stuckfassaden abgeschlagen, auch wenn sie den Krieg unbeschĂ€digt ĂŒberstanden hatten. Das geschah vor allem in jenen Stadtteilen, die der Bombenkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen hatte.

In den Stadtteilen Geidorf und St. Leonhard, die den Bombenkrieg fast unbeschĂ€digt ĂŒberstanden hatten, gibt es aber noch ganze Viertel mit HĂ€usern deren Fassadenstuck intakt ist. 1972 wurde die Altstadt unter Schutz gestellt, um den geplanten Abriss von ganzen HĂ€userzeilen zu verhindern. 1974 wurde ein Hochhausbauverbot fĂŒr die gesamte Stadt verordnet, als Reaktion auf den oft unsensiblen Umgang der Investoren mit dem Stadtbild. Weiterhin wurden auch Teile der Außenbezirke als GrĂŒngĂŒrtel unter Schutz gestellt, und die Bebauungsdichten im gesamten Stadtgebiet wurden drastisch gesenkt. WĂ€hrend die Unterschutzstellung der Altstadt und des GrĂŒngĂŒrtels heutzutage als großer Erfolg gewertet werden, wurden das Hochhausverbot und die niedrigen Bebauungsdichten inzwischen teilweise revidiert. Die Stadtplaner hatten erkannt, dass Zersiedlung ein großes Problem darstellt; daher ist der Bau von HochhĂ€usern in mehreren Gebieten außerhalb der Altstadt und der GrĂŒnderzeitviertel wieder erlaubt.

Moderne Architektur

"Frog Queen" der Grazer Gruppe "SPLITTERWERK" als Headquarters von "Prisma Engineering" in Liebenau 1965 entstand die „Grazer Schule“. Bemerkenswert ist eine ganze Reihe von spannenden GebĂ€uden im Bereich der Grazer UniversitĂ€ten. Dazu zĂ€hlen z. B. die GewĂ€chshĂ€user von Volker Giencke, oder das RESOWI-Zentrum von GĂŒnther Domenig. 2003 bestĂ€rkte Graz als Kulturhauptstadt Europas seinen Ruf mit mehreren neuen Bauten – Stadthalle, Kindermuseum, Helmut-List-Halle, Kunsthaus und Murinsel waren und sind vielbeachtete Highlights. Letztere knĂŒpfen, obwohl nicht von heimischen Architekten und KĂŒnstlern, in ihrer Formgebung an die Grazer Schule an. Ein bemerkenswertes Wohnbauprojekt der letzten Jahre ist das Rondo. Seit 2009 besitzt die KunstuniversitĂ€t mit dem sogenannten Mumuth von Ben van Berkel einen modernen Veranstaltungsort.

GrĂŒnanlagen und Parks

Stadtpark (im Hintergrund der Uhrturm) Blick in den Augarten (2008)

70 % der StadtflĂ€che von Graz werden von GrĂŒnflĂ€chen eingenommen, wobei einen großen Teil dieser FlĂ€chen die GĂ€rten der zahlreichen EinfamilienhĂ€user ausmachen. Der GrĂŒngĂŒrtel, der unter besonderem Schutz steht, nimmt den ganzen westlichen, nördlichen und östlichen Stadtrand ein. Sehr beliebt als Ausflugsziele im GrĂŒngĂŒrtel sind die Platte, der Leechwald und der Plabutsch. Es gibt zahlreiche Parkanlagen in Graz. Neben dem Stadtpark, dem grĂ¶ĂŸten Park in Graz, sind auch noch Volksgarten, Augarten, Schlosspark Eggenberg, Eustacchio Naturpark und Burggarten nennenswert. Auch der Schloßberg wurde nach der Schleifung der Burg im 19. Jahrhundert begrĂŒnt und dient heute als Erholungsraum.

Ausflugsziele

Die Berge, die das Grazer Becken von Westen bis Nordosten umschließen (Buchkogel, Plabutsch, Hohe Rannach, Leber, Platte, LustbĂŒhel), laden zu kurzen SpaziergĂ€ngen oder ausgedehnten Wanderungen ein und bieten schöne Ausblicke auf die Stadt; zudem sind sie vom Zentrum aus leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. DarĂŒber hinaus gibt es ein immer dichter werdendes Netz von Mountainbike-Routen mit den Hauptgebieten Schöckl und Plabutsch. Das nordöstlich anschließende Grazer Bergland − das sich vom Grazer Hausberg Schöckl (1445 m) bis hin zum Hochlantsch (1720 m) erstreckt − erweitert diese Möglichkeiten nochmals um sehenswerte Klammen und Höhlen wie die BĂ€renschĂŒtzklamm, die Kesselfallklamm oder die Lurgrotte.

FĂŒr historisch Interessierte bieten sich TagesausflĂŒge zum Österreichischen Freilichtmuseum im rund 20 Kilometer nördlich der Stadt gelegenen StĂŒbing oder beispielsweise zum BundesgestĂŒt Piber an, in dem die Lipizzaner fĂŒr die Spanische Hofreitschule in Wien gezĂŒchtet und dressiert werden.

Im Großraum Graz finden sich auch Kirchen, die von österreichischen KĂŒnstlern neu gestaltet wurden. In BĂ€rnbach die Hundertwasserkirche (umgestaltet von Friedensreich Hundertwasser) und im Vorort Thal bei Graz die St. Jakob Kirche mit dem Zubau und der Ausstattung von Ernst Fuchs. Auch in BĂ€rnbach wurde ein Brunnen von Ernst Fuchs gestaltet.

Kultur

Die Stadt Graz hat wegen ihrer Lage am Schnittpunkt europĂ€ischer Kulturen eine jahrhundertealte Tradition als internationales Kulturzentrum. Durch die Funktion als Hauptstadt Innerösterreichs ab 1379 gewann Graz grĂ¶ĂŸeren Einfluss im Alpen-Adria-Raum. Die romanischen und slawischen EinflĂŒsse sind bis in die Gegenwart bemerk- und vor allem durch die Bauwerke der Altstadt gut sichtbar. 1993 fand in Graz der EuropĂ€ische Kulturmonat statt. Am 1. Dezember 1999 wurde Graz fĂŒr seine Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas. Seit 2010 zĂ€hlt das Barockschloss Eggenberg zum Weltkulturerbe.

Grazer Oper Grazer Stadthalle Grazer VarietĂ© Orpheum, Großer VarietĂ©saal, Ansichtskarte, um 1900

Veranstaltungsorte

Zu den wichtigsten Grazer Veranstaltungsorten zĂ€hlen seit 2002 die Stadthalle Graz auf dem MessegelĂ€nde, die bis zu 11.030 Menschen Platz bietet, der Stephaniensaal im Congress Graz[61], die Helmut-List-Halle mit Platz fĂŒr bis zu 2.400 Besucher, das Veranstaltungszentrum Seifenfabrik, ein 2003 eröffnetes Zentrum, das in einer ehemaligen Seifenfabrik etabliert wurde.[62]

Eine der Ă€ltesten SpielstĂ€tten auf Grazer Stadtgebiet ist das Grazer Orpheum. Es zĂ€hlt neben der KasemattenbĂŒhne auf dem Schloßberg und dem Dom im Berg zu den sogenannten „Grazer SpielstĂ€tten“. Das Orpheum, die GeburtsstĂ€tte des Circus Roncalli, ist der 1950 errichtete Nachfolgebau des alten Grazer VarietĂ© Orpheum, das zwischen 1899 und 1936 bestand. Der Dom im Berg wurde fĂŒr die Landesausstellung 2000 in den Schloßbergstollen errichtet und bietet bis zu 600 Personen Platz[63]. Die Kasematten-BĂŒhne auf dem Schloßberg ist eine ĂŒberdachte FreilichtbĂŒhne, die zur Bestandszeit der Festung als Vorratskeller oder Kerker diente. Seit 2005 steht fĂŒr Veranstaltungen die Alte UniversitĂ€t Graz in der Hofgasse zur VerfĂŒgung.

Veranstaltungen und Festivals

Der 1967 gegrĂŒndete steirische herbst ist ein internationales Mehrsparten-Festival fĂŒr zeitgenössische Kunst; die styriarte ist ein Musikfestival fĂŒr Klassik und Barock, das springfestival eine Veranstaltung fĂŒr elektronische Kunst und Musik und das Aufsteirern ein Fest der Volkskultur.

Zu den wichtigsten Grazer Veranstaltungen zĂ€hlen die Diagonale, ein jĂ€hrlich stattfindendes Filmfestival, das Elevate Festival mit Schwerpunkt zeitgenössischer Musik, Kunst und politischen Diskurs, der Jazz-Sommer Graz, sowie LaStrada, eine internationale Veranstaltungsreihe fĂŒr Straßen- und Figurentheater. Seit 1987 wird in Graz der Grazer Kleinkunstvogel-Preis vergeben, ein Wettbewerb, der als Ă€ltestes deutschsprachiges Sprungbrett fĂŒr den Kabarett- und Kleinkunst-Nachwuchs gilt.

Film

Die österreichische Filmproduktion ist auf Wien zentriert.

In Graz entstanden 1919 die Kurzstummfilme (600 bis 800 Meter) „Der Sprung in die Ehe“ mit Ernst Arnold als Hauptdarsteller und „Die Zwangsjacke“ mit SĂ€ngern des Opernhauses Graz als Darsteller. Beide stammten von der Grazer „Alpin-Film“. Ebenfalls in Graz produzierte man die Filme „Czaty“, „Die schöne MĂŒllerin“ und „Schwarze Augen“. Alle drei Filme inszenierte Ludwig Loibner und wurden von der „Mitropa-Musikfilm“ produziert. Besonderheit dieser Stummfilme war, dass es keine Zwischentitel gab, da stattdessen SĂ€nger und Orchester den Film begleiteten, wozu Adolf Peter Balladenmusik von Carl Loewe und Liedmusik von Franz Schubert bearbeitete. Problematisch war natĂŒrlich die Abstimmung von Orchester und SĂ€nger auf die Geschwindigkeit des Films, weshalb abgesehen von der Premiere der Filme am 19. September 1921 keine weiteren AuffĂŒhrungen belegt sind.

Ebenfalls in der Steiermark stellte der Dokumentarfilmpionier Bruno Lötsch, Vater von UmweltschĂŒtzer und Museumsdirektor Bernd Lötsch, seine ersten Aufnahmen fĂŒr das ab 1920 erschienene „SteiermĂ€rkische Filmjournal“ her, eine Wochenschau im Grazer Kinovorprogramm.

Im MĂ€rz 2004 wurde die CINESTYRIA laut Eigendefinition als eine regionale, nationale und internationale Schnittstelle fĂŒr Filmförderung, Information, Service und Support steiermarkrelevanter Film- und TV-Projekte eingesetzt. Die verbesserte Kunst- und Nachwuchsförderung fĂŒhrte zu neuen Impulsen in der lokalen Filmszene.

Die Nachwuchsfilmgruppe LOOM drehte 2005 in Graz ihren Kinofilm Jenseits (2006, Regie Stefan MĂŒller, u. a. mit Andreas VitĂĄsek), u. a. in den Bezirken Mariatrost, Liebenau und St. Leonhard.

Zwei jĂŒngere Fernsehproduktionen, die in Graz spielen und gedreht wurden, sind: Die Liebe hat das letzte Wort (2004, Regie Ariane Zeller, u. a. mit GĂŒnther Maria Halmer und Ruth Maria Kubitschek), sowie Die Ohrfeige (2005, Regie Johannes Fabrick, u. a. mit Alexander Lutz und Julia Stemberger).

Auch der Handlungsort des dreifachen Gewinners des Österreichischen Filmpreises 2011 "Die unabsichtliche EntfĂŒhrung der Frau Elfriede Ott" ist Graz.

Musik

Die bekannteste Grazer Band ist Opus mit dem Welthit „Live Is Life“ aus dem Jahr 1985. Wilfried (Wilfried Scheutz) vertrat Österreich beim Eurovision Song Contest 1988 mit „Lisa Mona Lisa“ und mit dem bekanntesten PopsĂ€nger Österreichs Falco ist Graz durch seine Ehefrau verbunden.

In den Jahren 2004 und 2005 konnten die Bands Shiver und Rising Girl, deren Bandmitglieder aus Graz kommen, in der österreichischen Hitparade beachtliche Platzierungen landen. Weitere Bands, die im regionalen Bereich sowie teilweise österreichweit und auch in Deutschland Beachtung finden sind Binder & Krieglstein, Jerx, Antimaniax, The Staggers, Facelift und Red Lights Flash.

Im Jahr 2002 formierte sich ein Orchester neu: Das Recreation – Großes Orchester Graz, welches oft auch in kleiner Besetzung auftritt. Auch die Worls Chor Games fanden in Graz statt.

Literatur

Die Literaturzeitschrift manuskripte erscheint seit 1960 in Graz, die Perspektive seit 1977 und die Lichtungen seit 1979. Wichtige Örtlichkeiten der Literaturszene sind das Forum Stadtpark und ist das Grazer Literaturhaus in der Elisabethstraße. Mit Graz verbunden sind der SchriftstellerverbĂ€nde der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und der Grazer Gruppe.

Sport

Fußballspiel in der UPC-Arena

Mit dem SK Sturm und dem GAK, die sich seit Jahrzehnten auf Augenhöhe duellierten, stellt die Stadt zwei der großen Traditionsvereine des österreichischen Fußballs. WĂ€hrend Sturm aktuell in der Fußball-Bundesliga spielt, musste der GAK 2012 Konkurs anmelden; der Nachfolgeverein GAC startet neu in der untersten Liga. Durch die EC Graz 99ers ist Graz ebenso in der höchsten Spielklasse der österreichischen Eishockeyliga vertreten, durch den ATSE Graz zudem auch in der zweithöchsten. Im American Football sind die Graz Giants in der Austrian Football League aktiv.

Auch der Laufsport ist unter den BĂŒrgern der steirischen Landeshauptstadt sehr beliebt. Die Stadt bzw. die nĂ€here Umgebung bieten eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten. So bieten der Murradweg und die Naherholungszentren Leechwald (21,5 km Laufwege) und Platte beschilderte und vermessene Laufwege. Diese Wege sind auch unter Mountainbikern und Nordic-Walkern beliebt. Höhepunkte der Laufsaison sind der Graz-Marathon (Ende Oktober), der Grazer Volkslauf, welcher am 17. April 1983 erstmalig ausgetragen wurde und somit der Ă€lteste Volkslauf Österreichs ist, weiterhin der Business-Lauf und der Frauenlauf und schließlich als Jahresabschluss der Grazer Silvesterlauf. Bekannt ist auch der sogenannte USI-Lauf oder Kleeblatt-Lauf, der einmal jĂ€hrlich vom Sportinstitut der Grazer UniversitĂ€t abgehalten wird. Er wird jedes Jahr begleitet vom USI-Fest, das stets abends auf den Kleeblattlauf folgt und mit bis zu 25.000 Besuchern als das grĂ¶ĂŸte Studentenfest Europas gilt. Graz ist auch Zentrum des Orientierungslauf, mit drei ansĂ€ssigen Klubs (Sportunion Schöckl Graz, OLC Graz und HSV Graz), die regelmĂ€ĂŸig nationale, aber auch internationale WettkĂ€mpfe veranstalten.

Internationale Aufmerksamkeit brachte das jahrelang unmittelbar nach der Tour de France durchgefĂŒhrte „Grazer Altstadtkriterium“, ein Radrennen mit StreckenfĂŒhrung durch die engen Gassen der Grazer Altstadt, an dem internationale Spitzenradsportler wie Lance Armstrong oder Jan Ullrich teilnahmen.[64]

Im Sommer bietet die Stadt zahlreiche Bade- und Schwimmmöglichkeiten. Die FreibĂ€der der Grazer Freizeitbetriebe Augarten (Jakomini), Eggenberg, Margarethen (Geidorf), Stukitz (Andritz) und Straßgang werden jeden Sommer von BadegĂ€sten besucht. Auch die in Graz-Umgebung gelegenen Badeseen in Kumberg (Well-Welt), das Schwarzl-Freizeitzentrum in UnterpremstĂ€tten und die Copacabana in Kalsdorf bei Graz ziehen jedes Jahr hauptsĂ€chlich Grazer GĂ€ste an. In den Freizeitzentren, aber auch in den FreibĂ€dern, gibt es zahlreiches Sportangebot (Beachvolleyball, -soccer, Paddle, Minigolf und so weiter).

Im Winter bestehen je nach WitterungsverhĂ€ltnissen mehrere Eislaufmöglichkeiten. Natureis gibt es beispielsweise am Hilmteich, im Volksgarten oder in Mariatrost. Die einzige Kunsteisbahn befindet sich in der Liebenauer Eishalle, die unabhĂ€ngig von den Außentemperaturen benutzt werden kann.

SchlittschuhlÀufer des Eislaufvereines der Turnhalle Graz im Jahre 1909

Eislaufen und Eiskunstlaufen haben in Graz und in der Steiermark eine lĂ€ngere Tradition. So wurde der Steirische Eislaufverband mit dessen ersten PrĂ€sidenten Leo Scheu bereits 1923 gegrĂŒndet. Zu Ehren von Scheu wird in Graz jĂ€hrlich eine große Eislaufveranstaltung, die Icechallenge (das Leo Scheu Memorial) veranstaltet. Diese Veranstaltung mit jĂ€hrlich bis zu 150 Sportlern wurde seit dem Jahr 1971 insgesamt bereits 35 Mal in der Liebenauer Eishalle durchgefĂŒhrt.

Der Steirische Eislaufverband konnte sportlich einige Erfolge verbuchen. In den letzten fĂŒnf Jahren konnte bei den Damen durch Karin BrandtstĂ€tter 2005, Kathrin Freudelsperger 2007 (beide vom Grazer Eislaufverein) und durch Denise Kögl 2008 (Eissportclub) insgesamt drei Österreichische Staatmeistertitel gewonnen werden. Zudem wurden erstmals ĂŒberhaupt mit Kathrin Freudelsperger 2007 und Denise Kögl 2008 steirische Einzelsportler im Eiskunstlaufen zu Weltmeisterschaften entsandt.

Auch Ultimate Frisbee wird in Graz professionell gespielt. Drei österreichische Nationalspieler trainieren in Graz. Das österreichische Nationalteam wurde im Sommer 2004 in Portugal Weltmeister.

Als berĂŒhmte Sportler, die aus Graz stammen, sind an oberster Stelle die Medaillengewinner bei Olympischen Spielen zu nennen: Harald Winkler (Gold, Viererbob 1992), Franz Brunner und Walter Reisp (Silber, Handball 1936), und Ine SchĂ€ffer (Bronze, Leichtathletik 1948) sowie Marion Kreiner (Bronze, Snowboard 2010).

→ Hauptartikel: Liste Grazer Sportvereine

Warenhaus Kastner & Öhler Das Puch-Hochhaus in Thondorf Brauerei Puntigam

Wirtschaft

Graz hat durch seine gĂŒnstige Lage im SĂŒdosten Österreichs eine wichtige Standort-Funktion fĂŒr internationale wie nationale Unternehmen. Der Zentralraum Graz erwirtschaftet mehr als ein Drittel der industriellen Wertschöpfung des Bundeslandes Steiermark und bietet mehr als 40 % der steirischen Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz. Graz und die Steiermark sind Österreichs Innovationszentrum und Technologiefabrik, jede dritte High-Tech-Innovation in Österreich kommt aus dieser Region.

2003 arbeiteten in Graz 184.135 Personen in 10.692 ArbeitsstĂ€tten, rund 70 % davon im Dienstleistungssektor (besonders öffentlicher Dienst, Handel, Geld- und Versicherungswesen). Zum Vergleich: Im Jahr 2001 waren es noch 158.268 Personen. 2003 wurden 996 neue Grazer Unternehmen gegrĂŒndet.Seit 1906 finden in Graz jĂ€hrlich die Grazer Herbstmesse und zahlreiche Fachmessen im Messecenter Graz statt, bei denen hĂ€ufig mehr als 200.000 Besucher registriert werden. Aufgrund der großen wirtschaftlichen Anziehungskraft der Stadt sind mehr als 75.000 der Arbeitnehmer Einpendler. Mehr als 40 % der gesamten steirischen Wirtschaftsleistung werden im Zentralraum Graz erwirtschaftet.

Unternehmen und Wirtschaftsgeschichte

Graz ist Sitz bedeutender, global wie national agierender Unternehmen und wichtigster Wirtschaftsstandort der Region und SĂŒdösterreichs. Zu den großen und bekannten Arbeitgebern zĂ€hlen der Anlagenbauer Andritz AG, der Automobilhersteller Magna Steyr, ein vom Austro-Kanadier Frank Stronach gegrĂŒndeter und international tĂ€tiger Konzern, der sich auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Eurostar Automobilwerkes befindet. Das VorgĂ€ngerunternehmen war Steyr Daimler Puch. Die Fabriken der Puch-Werke in Thondorf wurden von Steyr adaptiert. Der Grazer Unternehmer Johann Puch hatte seine Fabrik 1899 in der Grazer Strauchergasse gegrĂŒndet; das Werk wurde wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges nach Thondorf verlegt, um fĂŒr die RĂŒstungsindustrie produzieren zu können.

Graz ist weltweit bekannt fĂŒr hochspezialisierte ,insbesondere im KMU-Bereich angesiedelte Unternehmen des Maschinenbaus und der Umwelttechnik. Das Schuhhandelshaus Stiefelkönig wurde 1919 in Graz gegrĂŒndet. Die AVL List unter der Leitung von Helmut List und Anton Paar hat ihren Sitz in Graz, wie der Versicherungskonzern der Grazer Wechselseitigen und die Merkur Versicherung, zahlreiche Banken, sowie verschiedenste Mittel-, Klein- und Kleinstbetriebe aus Gewerbe und Industrie. In Puntigam befindet sich die gleichnamige , berĂŒhmte Brauerei, die mittlerweile Teil des Heineken-Konzerns ist. Bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1947 gab es in Eggenberg die Brauerei Reininghaus. Das Reininghaus-Bier wird in Puntigam abgefĂŒllt.

Im Laufe der langen Geschichte entstanden viele historisch interessante Unternehmen auf dem Grazer Stadtgebiet. Ehemalige Grazer Unternehmen sind, in Auswahl, die Maschinen- und Motorenfabrikanten Simmering-Graz-Pauker, der Automobilhersteller Dietrich & Urban, der 1914 bestand und nur ein Modell herstellte, die 1825 gegrĂŒndete und Ende des 19. Jahrhunderts geschlossene Grazer Zuckerfabrik, die erste steirische Sektkellerei und Weingroßhandlung der BrĂŒder Kleinoscheg oder die Hutfabrik Josef Pichler & Söhne.

Autocluster

Der stark wachsende Autocluster Steiermark (oder „ACstyria“) ist ein Zusammenschluss von mehr als 180 steirischen Unternehmen, die in der Autozulieferindustrie tĂ€tig sind. Das Zentrum des Autoclusters ist Graz. GrĂ¶ĂŸtes Unternehmen und Leitbetrieb ist der Magna-Konzern. Im Autocluster arbeiteten im Jahr 2006 zirka 44.000 Menschen, die einen Umsatz von 9,6 Mrd. â‚Ź und eine Wertschöpfung von 1,6 Mrd. â‚Ź erwirtschafteten. KTM fertigt seinen Sportwagen X-Bow im neu erbauten Werk in Graz (Bezirk St. Peter).

Grazer Hauptplatz: Eingang zur Sackstraße (links) und Sporgasse (rechts)

DarĂŒber hinaus entwickeln sich innerhalb der Stadtgrenzen Branchen wie Nano- und Biotechnologie, Umwelttechnologie, Medizintechnik und Flugzeugbau in rasantem Tempo.

Einkaufsstraßen und Shoppingzentren

Graz ist eine bedeutende, ĂŒberregionale Einkaufsstadt, deren Einzugsgebiet sich weit ĂŒber die Stadtgrenzen und das Umland hinaus bis ins sĂŒdliche Burgenland, nach Slowenien, Ungarn und Kroatien erstreckt.

Eine beliebte Einkaufsstraße ist die Herrengasse in der Inneren Stadt. Die Annenstraße, welche vom Hauptplatz nach Westen Richtung Hauptbahnhof fĂŒhrt, war frĂŒher eine sehr belebte Einkaufsstraße. Sie hat mittlerweile, trotz einiger Revitalisierungsversuche, viel von ihrer einstigen Bedeutung verloren. Weitere Einkaufsstraßen sind die Sackstraße, wo viele kleine Galerien und KunstgewerbegeschĂ€fte zu finden sind, die Sporgasse sowie die Murgasse.

Das Großkaufhaus Kastner & Öhler, das Ă€lteste Grazer Kaufhaus, steht in der Sackstraße. In und um Graz gibt es eine Reihe von Einkaufszentren: Das Shopping Center West am WeblingergĂŒrtel, das Einkaufszentrum Murpark an der Liebenauer Tangente, den Citypark am LazarettgĂŒrtel sowie das Einkaufszentrum Shopping Nord in Gösting, an der Kreuzung Wiener Straße−Autobahnzubringer Nord.

In der Grazer Nachbargemeinde Seiersberg liegt das grĂ¶ĂŸte Einkaufszentrum, die Shopping City Seiersberg. In Planung befindet sich ein Outletcenter in Puntigam. Seit der Eröffnung des Shopping Nord im MĂ€rz 2008 weist Graz die höchste Dichte an Einkaufszentren in ganz Österreich auf. Damit kommt auf jeden Einwohner der Stadt mindestens ein Quadratmeter Einkaufszentrum.[65]

Landwirtschaft

Graz ist die grĂ¶ĂŸte Landwirtschaftsgemeinde der Steiermark. Etwa 7.600 Rinder, Schweine, Schafe, HĂŒhner und sonstiges GeflĂŒgel sowie Ziegen und Zuchtwild werden in etwa 340 Betrieben im Stadtgebiet gehalten.[66] Auf 14 verschiedenen BauernmĂ€rkten bieten die Landwirte das ganze Jahr ĂŒber Kulinarisches aus Eigenproduktion an.[67] Die MĂ€rkte am Kaiser-Josef-Platz und am Lendplatz zĂ€hlen zu den grĂ¶ĂŸten und Ă€ltesten Grazer MĂ€rkten. Von einem reichhaltigen Angebot an frischen Lebensmitteln aus biologischem Anbau profitiert auch die berĂŒhmte und stark expandierende Spitzengastronomie der Stadt.

Infrastruktur

Energie Graz, VerwaltungsgebÀude (2008)

Strom, Wasser und Abfallentsorgung

Solaranlage auf der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau

Graz besitzt eine ausgeprĂ€gte FernwĂ€rmeversorgung mit einer Anschlussleistung von mehr als 500 MW. Im Winter wird die WĂ€rme ĂŒberwiegend aus AbwĂ€rme der Stromerzeugung genutzt, im Sommer stammt die Energie teils aus industrieller AbwĂ€rme und Gaskesseln. Graz beschreitet technologisch neue Wege: Thermische Solaranlagen mit mehreren Tausend mÂČ KollektorflĂ€che liefern mehrere Megawatt WĂ€rme: auf dem Dach der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau (direkt neben der UPC-Arena) mit 700 kW Leistung, auf der Siedlung Berliner Ring (1300 kW), am Fernheizkraftwerk und auf den DĂ€chern der stĂ€dtischen AEVG (Abfall-Entsorgungs- und Verwertungs-GmbH, 3000 kW) und beim Wasserwerk der Graz AG (2000 kW).

Die Wasserversorgung in Graz stellt die Grazer Stadtwerke bereit. Das Wasser stammt ausschließlich vom Grundwasser der quartĂ€ren SchotterfĂŒllungen des Murtales. Die Quellen liegen in Friesach, im Stadtbezirk Andritz und in St. Ilgen am Hochschwab. Das Verteilsystem in Graz hat eine LĂ€nge von 835 km; inklusive den etwa 30.000 HausanschlĂŒssen 1.273 km. Die Grazer Stadtwerke verfĂŒgen ĂŒber 23 TrinkwasserhochbehĂ€lter mit einem Gesamtspeichervolumen von 34.742 mÂł.[68]

Die Abfallentsorgung in Graz wird seit 1984 von der AEVG wahrgenommen. Sie ist ein Unternehmen der Grazer Stadtwerke und der Stadt Graz. JĂ€hrlich entsorgt das Unternehmen zirka 135.000 t MĂŒll, davon landen etwa 20.000 t auf einer Deponie. Der Betrieb trĂ€gt das Emas-GĂŒtesiegel fĂŒr geprĂŒftes Umweltmanagement.[69]

Gesundheitswesen

Krankenanstalten

Luftaufnahme des UniversitÀtsklinikums

Das UKH und das LKH-West Einfahrtsbereich der LSF

In Graz decken sieben KrankenhĂ€user, mehrere Privatkliniken/Sanatorien sowie ĂŒber 40 Apotheken und zahlreiche niedergelassene Ärzte die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ab. Das LKH-UniversitĂ€tsklinikum Graz ist ein Krankenhaus mit Maximalversorgung, ĂŒber 1500 Betten und 7190 Mitarbeitern. Es deckt den Grazer Osten ab und dient außerdem als Schwerpunkt-Klinik fĂŒr Patienten aus der gesamten Steiermark. FĂŒr den Westen sind das LKH Graz-West in Eggenberg mit 280 Betten und rund 500 Mitarbeitern, sowie das Unfallkrankenhaus der AUVA mit 180 Betten und rund 440 Mitarbeitern zustĂ€ndig.

In der Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF), einer öffentlichen Sonderkrankenanstalt in Straßgang, werden Patienten mit psychischen, psychosomatischen und neurologischen Erkrankungen ambulant und stationĂ€r betreut. FĂŒr diese stehen 780 Betten zur VerfĂŒgung.

Weiters bestehen im Grazer Westen das geriatrische Krankenhaus Albert-Schweitzer-Klinik in Gries mit ĂŒber 300 Betten, das Krankenhaus der Barmherzigen BrĂŒder I in Lend mit etwa 220 Betten, das Krankenhaus der Barmherzigen BrĂŒder II in Eggenberg mit 260 Betten und das Krankenhaus der Elisabethinen in Gries mit rund 180 Betten. Es gibt in Graz einige Privatkliniken: die Privatklinik Kastanienhof, die Privatklinik Leech, die Privatklinik der Kreuzschwestern, das Sanatorium St. Leonhard, das Sanatorium Hansa und die Privatklinik Graz-Ragnitz.

Rettungsdienst

→ Hauptartikel: Rettungsdienst in Graz

Den Rettungsdienst deckt in Graz das Österreichische Rote Kreuz mit zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, drei Notfallwagen (Jumbo) und mehr als 30 Rettungswagen (RTW) ab. Die „Jumbo“ genannten Notfallwagen sind eine Grazer Besonderheit und im österreichischen Rettungsdienst einmalig, da sie besetzt mit sogenannten Rettungsmedizinern (Medizinstudenten kurz vor Studienabschluss) ein Mittelding zwischen Rettungs- und Notarztwagen darstellen. Weiteres ist Graz der Standort der Landesleitstelle des steirischen Roten Kreuzes.[70] Neben dem Roten Kreuz sorgen der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Malteser und das GrĂŒne Kreuz fĂŒr den Krankentransport. ZusĂ€tzlich ist am Flughafen Graz-Thalerhof der Christophorus Notarzthubschrauber C12 stationiert.[71]

In Graz gibt es einen Ärztenotdienst, der außerhalb der Praxisöffnungszeiten eine allgemeinmedizinische Versorgung in und um Graz bietet. Er wird von praktischen Ärzten, in Zusammenarbeit mit der Infrastruktur des Roten Kreuzes, besetzt.

Sicherheit

Polizei

Als Sicherheitsbehörde fĂŒr die Stadt fungiert die Landespolizeidirektion Steiermark mit Sitz in der Straßganger Straße. Ihr unterstellt als Dienststelle des Wachkörpers fĂŒr das Stadtgebiet ist das Stadtpolizeikommando Graz.

Ordnungswache

→ Hauptartikel: Ordnungswache Graz

Als ErgĂ€nzung zur Polizei dient die stĂ€dtische Ordnungswache. Sie dient der Überwachung der örtlichen Sicherheit, darf aber keine gerichtlich strafbaren Taten verfolgen und fĂŒhrt auch keine ÜberwachungstĂ€tigkeiten im Gebiet des Straßenverkehrs durch.

Feuerwehr

Wie fast alle anderen großen österreichischen StĂ€dte verfĂŒgt auch Graz ĂŒber eine hauptberufliche Feuerwehr. Mit insgesamt drei Wachen in den Bezirken Lend, St. Leonhard und Puntigam wird die Stadt im Regeldienst durch die Berufsfeuerwehr abgedeckt, zusĂ€tzlich gibt es noch eine Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Graz im Bezirk Mariatrost. Die Freiwillige Feuerwehr fungiert als ErgĂ€nzung zur Berufsfeuerwehr, die im Bedarfsfall alarmiert wird. Der Großteil der Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr ist im Sinne der Nutzung von Synergieeffekten in der Feuerwache SĂŒd der Berufsfeuerwehr stationiert. Eine Besonderheit bildet die Feuerwache Mariatrost, die von der Berufsfeuerwehr aufgelassen und an die Freiwillige Feuerwehr ĂŒbergeben wurde. Seitdem wird diese Wache ausschließlich von der Freiwilligen Feuerwehr besetzt, eine Lösung die steiermarkweit einmalig ist.

Verkehr

Der Binnenverkehr in Graz wird vor allem durch den motorisierten Individualverkehr geprĂ€gt, durch den rund 45 % der Wege zurĂŒckgelegt werden. Der öffentliche Personennahverkehr erreicht rund 20 %, etwa 16 % werden mit dem Fahrrad zurĂŒckgelegt und rund 19 % zu Fuß.[72]

FußgĂ€nger und Radverkehr

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Der Augartensteg, eine FußgĂ€nger- und RadfahrerbrĂŒcke

Einbahn ausgenommen Radfahrer, mit roter Bodenmarkierung Die Grazer Innenstadt ist von großflĂ€chigen FußgĂ€ngerzonen geprĂ€gt. Die Erweiterung wird von der Stadtplanung aktiv vorangetrieben. Dennoch ist ein Anstieg des motorisierten Individualverkehrs zu verzeichnen.

FĂŒr die positive Entwicklung des Grazer Radfahrnetzes war das Engagement Erich Edeggers entscheidend. 1980 markierten Aktivisten einen Radfahrstreifen mit einem Radfahrsymbol. Sie wurden polizeilich abgestraft und die Schablone von VizebĂŒrgermeister Edegger aufgekauft. Die Markierungsart wurde ĂŒbernommen, auch das Befahren der FußgĂ€ngerzone in der Schmiedgasse und das Fahren gegen die Einbahn wurden gesetzlich geregelt. Nach Edeggers Tod 1992 stockten seine begonnenen Initiativen. Der FußgĂ€nger- und Radfahrsteg zwischen Schloßbergplatz und Mariahilferplatz ist nach dem Stadtpolitiker benannt.

Graz ist eine relativ radfahrerfreundliche Stadt, auf deren Gebiet rund 120 km[73] Radverkehrsanlagen angelegt sind. ErklĂ€rtes Ziel der stĂ€dtischen Verkehrsplaner ist es, den Radverkehrsanteil von 14 % (2007) zu steigern. Ein Beschluss aus dem Jahr 1980, ein Netz aus 190 km Radverkehrsanlagen zu errichten, dĂŒrfte erst 2035 realisiert sein. Neben dem Bau dreier Stege ĂŒber die Mur gibt es an beiden Ufern Rad- und Fußwege. Befragungen zum Fahrradverhalten der BĂŒrger fĂŒhrt die Stadt in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden mit einem Fahrradklimatest durch.[74]

Die 365 km lange „Murradweg“, eine touristische Radroute und nach dem „Donauradweg“ der zweithĂ€ufigste frequentierte Radweg Österreichs, sowie die Mountainbike-Route „Alpentour“ fĂŒhren durch Graz. Die nĂ€here Umgebung kann man ĂŒber die gebirgige Radroute „Rund um Graz“ erkunden.

Seit 2007 fordert die Protestinitiative critical mass mehrfach mehr Platz fĂŒr Radfahren in der Stadt. Seit die grĂŒne VizebĂŒrgermeisterin Lisa RĂŒcker das Verkehrsresort ĂŒbernommen hatte, ist eine Forcierung des Radnetzausbaus zu beobachten. Dazu zĂ€hlen eine Liberalisierung von Radfahren im Zentrum (FußgĂ€ngerzonen, Parks, Einbahnen), die QualitĂ€tshebung von Radwegen, das Werben fĂŒr Radfahren als gesunde Bewegungsform, sowie die BerĂŒcksichtigung von WĂŒnschen der Nutzer (Aktion Radfalle), neben einer deutlichen Reduktion des Autoverkehrsanteils.

Motorisierter Individualverkehr

Graz besitzt ein Straßennetz von rund 1000 km. Als eine der ersten österreichischen StĂ€dte realisierte Graz im September 1992 eine flĂ€chendeckende Tempo-30-Zone (ausgenommen Vorrangstraßen), was zu einer deutlichen Reduktion der Unfallzahlen fĂŒhrte.

Nach massivem Bau von Tiefgaragen in der Innenstadt, unter anderem aufwĂ€ndig unter dem historischen GebĂ€ude des Kaufhauses Kastner & Öhler, wurden bis 2007 bei KaufhĂ€usern, Großbetrieben und am Stadtrand Auto-ParkflĂ€chen ausgebaut. Mit der zweiten Röhre im Plabutschtunnel, der Nordspange (GĂŒrtel-UnterfĂŒhrung) und Ausbauten am SĂŒdgĂŒrtel wurden großrĂ€umig wirksame KapazitĂ€ten geschaffen.

Öffentlicher Verkehr

Straßenbahn Cityrunner, Jakominiplatz Grazer Schloßbergbahn um 1905 Graz verfĂŒgt ĂŒber ein relativ gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das Teil des Steirischen Verkehrsverbunds ist.[75][76] Sechs regulĂ€re Straßenbahnlinien und viele Buslinien durchziehen das Stadtgebiet. Das Netz ist dicht ausgebaut und wird von vielen Grazern frequentiert (66.4 km Straßenbahn und 250 km Bus).[77] Eine steigende Anzahl von Bahnhöfen und Haltestellen fĂŒhrt zur zunehmenden BenĂŒtzung der S-Bahn innerhalb des Stadtgebietes. Die Holding Graz Linien betreiben mit der Grazer Schloßbergbahn eine Standseilbahn, die mit gewöhnlichen Fahrscheinen zu benutzen ist, und einen kostenpflichtigen Aufzug auf den Schloßberg. In den NĂ€chten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, sowie in den NĂ€chten vor Feiertagen verkehren Nachtbuslinien.

Die ursprĂŒnglichen Pferdebahnen (1878–1895) wurden durch elektrische Garnituren ersetzt. Die erste Grazer Straßenbahnlinie fĂŒhrte vom alten SĂŒdbahnhof (heute Hauptbahnhof) ĂŒber eine Strecke von 2,2 km zum Jakominiplatz. Nach stetigem Ausbau des Liniennetzes bis nach dem Zweiten Weltkrieg fiel ein Großteil der Anlagen in den 1950er- und 1960er-Jahren dem verstĂ€rkten Aufkommen des Individualverkehrs zum Opfer. Betroffen war die nicht mehr existierende Ringlinie 2. Sie wurde ersatzlos gestrichen und wird in der Liniennummerierung nicht gefĂŒhrt. Exponate, die an die historische Entwicklung der Grazer Straßenbahn erinnern, sind im Tramway-Museum bei der Mariatroster Endhaltestelle ausgestellt.

Den wichtigsten Knotenpunkt des innerstĂ€dtischen öffentlichen Verkehrs bilden der Jakominiplatz, an dem alle Straßenbahnlinien, zehn Buslinien und alle Nachtbuslinien zusammentreffen, und der Europaplatz vor dem Grazer Hauptbahnhof, der als Busbahnhof fĂŒr den Regionalverkehr dient. Zwischen 2005 und 2007 wurden die Straßenbahnlinien 4, 5 und 6 verlĂ€ngert – die erste nennenswerte Erweiterung (insgesamt 3,5 km), seit in der Nachkriegszeit fast die HĂ€lfte des Straßenbahnnetzes eingestellt worden war. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes Richtung SĂŒdwesten zum Nahverkehrsknoten Don Bosco und zum Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus, sowie der Bau einer Innenstadt-Entflechtungstrecke wurden vom Gemeinderat beschlossen. Weitere Projekte, etwa eine Nordwestlinie oder die Anbindung der Karl-Franzens-UniversitĂ€t, wurden aus finanziellen GrĂŒnden vorerst aufgeschoben. In der jĂŒngsten Gegenwart sorgt die hohe LautstĂ€rke (Luft- und Bodenschall) der neuen - schwereren und etwas breiteren - Variobahn-Triebwagen fĂŒr Aufregung.

Bahnverkehr

Halle des Grazer Hauptbahnhofs Blick Richtung Innenstadt mit dem Grazer Köflacherbahnhof im Vordergrund Der Grazer Hauptbahnhof, fĂŒr seine funktionale Innenarchitektur mit dem Brunel Award ausgezeichnet und bei einer VCÖ-Passagier-Umfrage als schönster Bahnhof bewertet, liegt an der SĂŒdbahn. Er ist der Ausgangspunkt der steirischen Ostbahn und der Graz-Köflacher Eisenbahn (GKB). Von ihm fahren S-Bahnen in alle Teile der Steiermark sowie direkte Intercity-ZĂŒge nach Wien, Salzburg, Innsbruck und Bregenz ab. EuroCity-ZĂŒge verbinden Graz direkt mit Marburg an der Drau und Laibach in Slowenien, Zagreb in Kroatien und Frankfurt am Main und SaarbrĂŒcken in Deutschland. ZĂŒrich in der Schweiz ist per EuroNight direkt erreichbar, Budapest in Ungarn mit einer Kurswagen-Verbindung. Die im Bau befindliche Koralmbahn soll die historisch und geographisch bedingte schlechte Anbindung von Graz an das europĂ€ische Eisenbahnnetz deutlich verbessern und Graz direkt mit Italien verbinden.

Neben dem Hauptbahnhof, der nach massivem Bombardement im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut werden musste, gibt es auf Grazer Stadtgebiet den Ostbahnhof, einen 1873 im Bezirk Jakomini eröffneten und denkmalgeschĂŒtzten Backsteinbau und den Köflacher-Bahnhof.

Zeitgleich mit der Koralmbahn soll der Semmeringbasistunnel, der sich gegenwĂ€rtig im Planungsstadium befindet, fertiggestellt sein und Graz direkt mit Nordosteuropa verbinden. Nach dem Bau könnte die Fahrzeit zwischen Wien und Graz um mehr als eine halbe Stunde reduziert werden. Im GĂŒterverkehr böte er deutliche Vorteile gegenĂŒber der bestehenden Semmeringbahn, da diese nur fĂŒr beschrĂ€nkte Lasten transportfĂ€hig ist. Ebenfalls in Planung befindet sich der Ausbau der Steirischen Ostbahn.

Die S-Bahn Steiermark wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Teilinbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung sollte bis 2016 erfolgen. Die S-Bahn bietet bessere Verbindungen im 15-Minuten-Takt. Insgesamt werden im Vollbetrieb neun S-Bahn-Linien im Großraum Graz im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, STLB und GKB.

Im Zuge des Ausbaus der SĂŒdbahn und der Koralmbahn sind mehrere neue Bahnhöfe im Stadtgebiet errichtet worden, diese stellen einen weiteren Schritt in Richtung Vollausbau der Grazer S-Bahn dar. Der sich im Umbau befindende Nahverkehrsknoten Hauptbahnhof soll eine zeitgemĂ€ĂŸe Umstiegsmöglichkeit zwischen den S-Bahn-ZĂŒgen und den innerstĂ€dtischen Verkehrsmitteln bieten. Die neue Anbindung der Straßenbahn an den Hauptbahnhof erfolgt mittels einer UnterfĂŒhrung des nahen EggenbergergĂŒrtels und einer Unterflurtrasse mit Doppelhaltestellen in Tieflage. Der Nahverkehrsknoten soll ab 2012 betriebsbereit und bis 2016 fertiggestellt sein.

Flughafen Graz

→ Hauptartikel: Flughafen Graz

Tower des Flughafens Graz-Thalerhof (2008) SĂŒdlich von Graz, etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich im Gemeindegebiet von Feldkirchen und Kalsdorf der Flughafen Graz, der im Linienverkehr vor allem als Zubringer fĂŒr internationale FlughĂ€fen dient. Dieser ist ĂŒber Bus- und Bahnverbindungen von Graz aus erreichbar. Der Flughafen Graz Thalerhof ist, nach dem Flughafen Wien dem Flughafen Salzburg und dem Flughafen Innsbruck, der viertgrĂ¶ĂŸte österreichische Flughafen im Personenverkehr und Frachtaufkommen. Am Flughafen befindet sich seit 1981 das österreichische Luftfahrtmuseum. Im Jahr 2007 wurden am Flughafen Graz 948.000 Passagiere gezĂ€hlt, 2008 ĂŒberschritten die Passagierzahlen erstmals die 1.000.000-Marke.

Im Linienverkehr werden verschiedene Destinationen im In- und Ausland angeflogen, unter anderem durch Austrian Airlines nach Wien, DĂŒsseldorf und Stuttgart, Lufthansa nach Frankfurt und MĂŒnchen, Intersky nach ZĂŒrich, Air Berlin nach Berlin und Niki nach Palma de Mallorca. Ziele des Charterverkehrs sind vor allem Mittelmeer-Destinationen.

Fernstraßen

Graz liegt am Kreuzungspunkt der Pyhrn Autobahn (A 9) und der SĂŒd Autobahn (A 2), die sich beim Knoten Graz-West schneiden. Die A9 verlĂ€uft auf Stadtgebiet beinahe komplett unterirdisch durch den zehn Kilometer langen Plabutschtunnel im Grazer Westen. PlĂ€ne, eine Stadtautobahn durch besiedeltes Gebiet zu fĂŒhren, wurden nach BĂŒrgerprotesten aufgegeben. Die A2 ist von Graz aus ĂŒber den Autobahnzubringer Graz-Ost erreichbar.

Weiterhin quert die B 67 im Westen die Stadt von Nord nach SĂŒd; sie ist durchgehend vierspurig ausgebaut und eine wichtige innerstĂ€dtische Transitstraße. Von ihr zweigen drei TeilstĂŒcke ab, die an der Stadtgrenze in Landesstraßen (ehemalige Bundesstraßen) mĂŒnden: die Gleisdorfer Straße (B 65), die Weizer Straße (B 72) und die Kirchbacher Straße (B 73).

Bildung

Karl-Franzens-UniversitÀt, HauptgebÀude Technische UniversitÀt Graz, Erzherzog-Johann-UniversitÀt, HauptgebÀude

UniversitÀtsbibliothek, Lesesaal

HauptgebÀude der KunstuniversitÀt Graz im Palais Meran Campus der Fachhochschule Joanneum

Schulen

Die Stadt ist in erster Linie fĂŒr die Pflichtschulen verantwortlich, fĂŒr welche sie die Infrastruktur zur VerfĂŒgung stellt. Es gibt 51 Volksschulen und 21 Hauptschulen in Graz.

Daneben wird auch mit den vom Bund betriebenen Allgemein- und Berufsbildenden Höheren Schulen zusammengearbeitet. In Graz existieren 23 Bundesgymnasien (z.B. das BRG Kepler), davon ein eigenstĂ€ndiges internationales Gymnasium Graz International Bilingual School und vier katholische Privatschulen. DarĂŒber hinaus gibt es in Graz acht höhere technische Lehranstalten (HTL), vier Handelsakademien/Handelsschulen (HAK/HASCH) sowie acht Schulen fĂŒr wirtschaftliche Berufe (HBLA). Das Schulzentrum St. Peter umfasst neben zwei Gymnasien sechs Landesberufsschulen.[78]

UniversitÀten, Akademien und Fachhochschulen

Graz ist mit ca. 50.000 Studenten und vier UniversitĂ€ten, zwei pĂ€dagogischen Hochschulen und zwei Fachhochschulen nach Wien der zweitgrĂ¶ĂŸte UniversitĂ€tsstandort Österreichs. Der Anteil der Studierenden in der Bevölkerung ist hoch und umfasst etwa jeden sechsten Einwohner.

Die im Bezirk Geidorf gelegene Karl-Franzens-UniversitĂ€t (Carola-Franciscea) wurde 1585 gegrĂŒndet und ist somit nach der UniversitĂ€t Wien die zweitĂ€lteste UniversitĂ€t Österreichs. Mit 28.500 Studenten ist die UniversitĂ€t Graz auch die zweitgrĂ¶ĂŸte UniversitĂ€t des Landes und bietet eine Vielzahl an Studienrichtungen und -fĂ€chern an. 11.500 Studenten besuchen die Technische UniversitĂ€t (Erzherzog-Johann-UniversitĂ€t) und weitere 4.300 sind an der Medizinischen UniversitĂ€t (Leopold-Auenbrugger-UniversitĂ€t) immatrikuliert. Auch diese beiden UniversitĂ€ten sind damit die zweitgrĂ¶ĂŸten des jeweiligen Fachbereiches in Österreich. ErgĂ€nzt wird die Reihe der Grazer UniversitĂ€ten durch die UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst mit 2.300 Studierenden (einschließlich Mitbelegern).[79] Auch die UniversitĂ€t Klagenfurt unterhĂ€lt im Rahmen der FakultĂ€t fĂŒr InterdisziplinĂ€re Forschung und Fortbildung einen Standort in Graz. Mit ĂŒber 40 Studentenverbindungen zĂ€hlt Graz in diesem Bereich zu den „Verbindungshochburgen“. Graz ist das grĂ¶ĂŸte österreichische Fachhochschulzentrum mit der Fachhochschule Joanneum, welche mit 3.400 Studierenden die zweitgrĂ¶ĂŸte Fachhochschule in Österreich darstellt, sowie mit der Fachhochschule Campus02, welche 1.000 Studierende ausbildet.[79] Neben diesen sind die pĂ€dagogischen Hochschulen (vor dem Wintersemester 2007 noch Akademien) â€“ die PĂ€dagogische Hochschule des Bundes in der Steiermark sowie die Kirchliche PĂ€dagogische Hochschule in Graz ansĂ€ssig.

FĂŒr die Musikausbildung unterhalb des Hochschulniveaus ist das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium des Landes Steiermark zustĂ€ndig. Weiters existiert das Konservatorium fĂŒr Kirchenmusik der Diözese Graz-Seckau.

DarĂŒber hinaus existiert in Graz auch eine Schule fĂŒr allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege.

Erwachsenenbildung

Anbieter berufsorientierter Weiterbildung sind das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Volksbildungshaus Urania, das Berufsförderungsinstitut Steiermark, die Volkshochschule Steiermark, das Gymnasium fĂŒr BerufstĂ€tige Graz, die BHAKB Bundeshandelsakademie fĂŒr BerufstĂ€tige, die Bulme Höhere Technische Bundeslehranstalt, FH Johanneum und FH Campus02.

Bibliotheken

Der breiten Öffentlichkeit stehen die Stadtbibliothek Graz mit sechs Zweigstellen, einer Mediathek, einem BĂŒcherbus und dem Zustellservice in allen Grazer Postfilialen,[80] die SteiermĂ€rkische Landesbibliothek sowie die Bibliothek der Arbeiterkammer Graz zur VerfĂŒgung. Auf dem wissenschaftlichen Sektor sind jene Bibliotheken zu nennen, die an allen Hochschulen, UniversitĂ€ten und Fachhochschulen eingerichteten sind und deren Ă€lteste, bedeutendste und umfangreichste die Bibliothek der UniversitĂ€t Graz mit derzeit mehr als 3 Millionen Medien ist.

Wissenschaft

Die Wissenschaftsstadt Graz ist in hohem Maß von Lehre und Forschung an ihren vier UniversitĂ€ten geprĂ€gt. Neben den akademischen BildungsstĂ€tten gibt es eine große Zahl von wissenschaftlichen Projekten und Institutionen. Dazu zĂ€hlt in erster Linie die Joanneum Research GmbH, die mit ca. 20 Instituten und ca. 400 Mitarbeitern die zweitgrĂ¶ĂŸte außeruniversitĂ€re Forschungseinrichtung Österreichs darstellt und ihre Zentrale sowie einige ihrer Institute in Graz hat.

Weitere außeruniversitĂ€re Einrichtungen sind:

  • IFZ – InteruniversitĂ€res Forschungszentrum fĂŒr Technik, Arbeit und Kultur
  • Akustikkompetenzzentrum
  • Angewandte Biokatalyse Kompetenzzentrum

Der Strafrechtler und Kriminologie Hans Gross lebte und wirkte in Graz. Er gilt als BegrĂŒnder der Kriminalistik, der Lehre von den Mitteln und Methoden der BekĂ€mpfung einzelner Straftaten und des Verbrechertums. Ihm und seiner Arbeit ist im Keller des HauptgebĂ€udes der Karl-Franazens-UniversitĂ€t ein eigenes Museum gewidmet.

Persönlichkeiten

GebĂŒrtige Grazer

Zu den bekanntesten in Graz geborenen Personen zĂ€hlen die beiden Kaiser Ferdinand II. und Ferdinand III., der Barockbaumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach, der 1914 in Sarajevo ermordete Erzherzog Franz Ferdinand und der Adelige Roman von Ungern-Sternberg. In der jĂŒngeren Geschichte haben Graz als Geburtsort: der jĂŒdische Kantor Leo Roth, Autor Gerhard Roth, Komponist Robert Stolz, Dirigent Karl Böhm, Schauspieler Rudolf Lenz, der ehemalige Rennfahrer und jetzige Motorsportberater von Red Bull Racing Helmut Marko, Zeitungsherausgeber Hans Dichand, der Architekt Friedrich St. Florian sowie der derzeitige BundesprĂ€sident Heinz Fischer.

Persönlichkeiten, die mit Graz verbunden sind

In Graz lehrte und forschte Johannes Kepler von 1594 bis 1600. Erzherzog Johann wirkte hier von 1811 bis zu seinem Tod. Johann Nestroy trat zwischen 1826 und 1833 als Schauspieler in Graz auf. Nikola Tesla erhielt seine Ausbildung 1876 bis 1878 an der Technischen UniversitĂ€t Graz. Der steirische Dichter und Publizist Peter Rosegger verbrachte in der Stadt einen Großteil seines Lebens. August Musger, der als Erfinder der Zeitlupe gilt, erwarb ab 1879 seine Ausbildung in Graz und starb in der Stadt.

Leopold von Sacher-Masoch studierte Jus, Mathematik und Geschichte an der UniversitÀt Graz. Der Namensspender des Masochismus stiftete am 28. Oktober 1863 mit sechs weiteren Personen das Corps Teutonia Graz.

Der Naturforscher und Arachnologe Anton Ausserer war ab 1874 Professor am 1. Staatsgymnasium in Graz.

Friedrich Schmiedl entwickelte in den 1920er und 1930er-Jahren in Graz seine Postraketen. Ludwig Boltzmann lehrte 1869–1873 und 1876–1890 an der Karl-Franzens-UniversitĂ€t. Auch der Chemiker und Pharmakologe Otto Loewi (Professur ab 1909), der Ökonom Joseph Schumpeter (1910-1920), der BegrĂŒnder der Kontinentalverschiebungstheorie, Alfred Wegener (ab 1924) und der Physik-NobelpreistrĂ€ger Erwin Schrödinger hatten eine Professur an der Karl-Franzens-UniversitĂ€t.

Literatur-NobelpreistrĂ€ger Ivo Andrić studierte in Graz Slawistik und promovierte daselbst 1924. Der Schauspieler Karlheinz Böhm kam 1946 mit seinen Eltern nach Graz und maturierte in der steirischen Landeshauptstadt. Nikolaus Harnoncourt, ein bekannter Dirigent, ist in Graz aufgewachsen und wirkt alljĂ€hrlich als ein wichtiger KĂŒnstler bei der Styriarte mit. Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt wuchs bei seinen Großeltern in Graz auf. Arnold Schwarzenegger, Bodybuilder, Schauspieler und von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien, besuchte in Graz die Schule, leistete den MilitĂ€rdienst ab und begann in der Stadt mit seinem Training.

EhrenringtrĂ€ger und EhrenbĂŒrger

Von der Stadt Graz zu EhrenbĂŒrgern und EhrenringtrĂ€gern ernannt wurden unter anderem: Karlheinz Böhm, Nikolaus Harnoncourt, David Herzog, Helmut List, Fritz Popelka, Arnold Schwarzenegger – er gab den Ehrenring am 19. Dezember 2005 zurĂŒck[81] – und Heinz Fischer.[82]

Panoramabilder

Panorama vom Schloßberg
Panorama von St. Leonhard in Richtung Altstadt
Panorama vom Grazer Hauptplatz

Literatur

  • Walter Brunner im Auftrag der Stadt Graz, Kulturamt (Hrsg.): Geschichte der Stadt Graz (in 4 BĂ€nden), Eigenverlag der Stadt Graz 2003, ISBN 3-902234-02-4
  •  Herwig Ebner: Burgen und Schlösser Graz, Leibnitz und West-Steiermark. Birken, Wien 1967, ISBN 3-85030-028-5.
  • Alois Kölbl und Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. Styria, Graz-Wien 2004.
  •  Karl A. Kubinzky, Astrid M. Wentner: Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung. Leykam, Graz 1996, ISBN 3-7011-7336-2.
  • Fritz Posch: Die Besiedelung des Grazer Bodens und die GrĂŒndung und frĂŒheste Entwicklung von Graz. In: Wilhelm Steinböck (Hrsg.): 850 Jahre Graz 1128–1978. Styria, Graz 1978, ISBN 3-222-11040-9
  • Alfred Schierer: Graz – Eine kurze Geschichte der Stadt, Graz 2003, ISBN 3-8000-3997-4
  • Ingrid Schubert: Graz. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5.
  •  Horst Schweigert: DEHIO Graz. Schroll, Wien 1979, ISBN 3-7031-0475-9.
  • Stadt Graz (Hrsg.): Historisches Jahrbuch der Stadt Graz, Graz ab 1968 jĂ€hrlich
  •  Werner W. Strahalm, Peter Laukhardt: Graz – Eine Stadtgeschichte. Strahalm, Graz 2008, ISBN 3-900526-84-2.
  • Claudia Friedrich, Eva Klein; Große Schau der Reklame: Reklame in Graz zwischen Umbruch und KontinuitĂ€t, Unipress Verlag, Graz 2009. ISBN 978-3-902666-04-8

Weblinks

 Commons: Graz â€“ Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Graz â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Graz â€“ Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ Eurostat Urban Audit: Metropolregionen (Larger Urban Zone) (abgerufen am 19. MĂ€rz 2014)
  2. ↑ Walter Brunner, Neues und Interessantes zur FrĂŒhgeschichte der Stadt Graz, in: Stadtarchiv und Stadtgeschichte 657, Linz 2004
  3. ↑ Design Bote: Graz wird City of Design
  4. ↑ Strahalm, Laukhardt: Graz. Eine Stadtgeschichte. Graz: Edition Strahalm 2008, S. 243.
  5. ↑ 126. Graz. In: Österreichischer Amtskalender online. Jusline Österreich GmbH, Wien 2002–, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  6. ↑ Zentralanstalt fĂŒr Meteorologie und Geodynamik: Klimadaten Graz Flughafen
  7. ↑ [1]
  8. ↑ Graz UniversitĂ€t Klimadaten (Landesstatistik Steiermark)
  9. ↑ Graz UniversitĂ€t Klimadaten (Landesstatistik Steiermark)
  10. ↑ Österreichischer Rechnungshof: Wirkungsbereich der Landeshauptstadt Graz (Absatz 3.3) (PDF; 671 kB)
  11. ↑ Graz in Zahlen, Bevölkerung mit Hauptwohnsitz in Graz: , Stand 9. JĂ€nner 2014
  12. ↑ Graz in Zahlen 2012 (PDF; 2,8 MB). Stand: 1. JĂ€nner 2012. Abgerufen am 17. November 2012.
  13. ↑ Stand 1. JĂ€nner 2014 (PDF; 5,6 MB)
  14. ↑ FAZ.net 19. April 2014: WĂŒrschtl statt Weltrevolution
  15. ↑ Kubintzky, Wentner: Grazer Straßennamen.
  16. ↑ Strahalm, Laukhardt: Graz. Eine Stadtgeschichte. Edition Strahalm, Graz 2008, S. 175.
  17. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 147.
  18. ↑ Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802, online frei verfĂŒgbar unter [2], S. 51, 56–57
  19. ↑ Der Lieblingssalat der Grazer DerStandard, 20. April 2011
  20. ↑ Salat macht Graz zur "Genuss-Hauptstadt"
  21. ↑ Hans Riehl in einem Gutachten fĂŒr das Land Steiermark, zitiert nach verwaltung.steiermark.at
  22. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 24-29.
  23. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 13-24.
  24. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 14.
  25. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 15.
  26. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 61f.
  27. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 60f.
  28. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 48-50.
  29. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 49.
  30. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 88f.
  31. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 5.
  32. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 34.
  33. ↑ a b Julia Schafferhofer: ErklĂ€r mir die BrĂŒcken der Stadt. Aus der Reihe Stadtleben in der Wochenbeilage G7 der Kleinen Zeitung vom 22. Mai 2011. S. 20.
  34. ↑ (August Mandel): Ueber den Bau der Ferdinands-KettenbrĂŒcke zu Gratz. In: Allgemeine Bauzeitung, Jahrgang 1836, Nr. 30/1836 (I. Jahrgang), S. 233–246 (Text); 53 f. (Plandarstellung). (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/abz.
  35. ↑ Wien. (
) Steyermark. GrĂ€tz. (
). In: Wiener Zeitung, Nr. 98/1836, 29. April 1836, S. 1, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.
  36. ↑ Julia Schafferhofer: ErklĂ€r mir die BrĂŒcken der Stadt. Aus der Reihe Stadtleben in der Wochenbeilage G7 der Kleinen Zeitung vom 22. Mai 2011. S. 21.
  37. ↑ Robert Engele: Das Torwachhaus ist heute ein schönes CafĂ©. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 23. Oktober 2011. S. 42.
  38. ↑ Robert Engele: Durch elf Tore kam man einst ins alte Graz. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 16. Oktober 2011. S. 34f.
  39. ↑ Robert Engele: Das Torwachhaus ist heute ein schönes CafĂ©. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 23. Oktober 2011. S. 43.
  40. ↑ Robert Engele: Ein neues Tor fĂŒr das KĂ€lberne Viertel. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 13. November 2011. S. 34.
  41. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 242.
  42. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 244.
  43. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 249.
  44. ↑ Strahalm, Laukhardt: Graz. Eine Stadtgeschichte. Edition Strahalm , Graz 2008, S. 14.
  45. ↑ a b Strahalm, Laukhardt: Graz. Eine Stadtgeschichte. Edition Strahalm , Graz 2008, S. 215.
  46. ↑ Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark.
  47. ↑ Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. S. 34-35.
  48. ↑ a b Schweigert: Dehio Graz. S. 197.
  49. ↑ a b c Schweigert: Dehio Graz. S. 175.
  50. ↑ a b c Schweigert: Dehio Graz. S. 109.
  51. ↑ Robert Engele: Jeder fĂŒnfte Grazer starb an der Pest. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 5. Februar 2011. S. 34.
  52. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 13.
  53. ↑ a b c Schweigert: Dehio Graz. S. 110.
  54. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 109ff.
  55. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 112.
  56. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 125.
  57. ↑ Schweigert: Dehio Graz. S. 220.
  58. ↑ a b Strahalm, Laukhardt: Graz. Eine Stadtgeschichte. Graz: Edition Strahalm 2008, S. 175.
  59. ↑ http://www.stadtmuseumgraz.at/index.php?pageid=9
  60. ↑ a b Wegweiser zu den RuhestĂ€tten der Stadt Graz. event media, Graz 2004.
  61. ↑ Veranstaltungszentrum GRAZER CONGRESS
  62. ↑ Veranstaltungszentrum SEIFENFABRIK
  63. ↑ Veranstaltungszentrum Dom im Berg
  64. ↑ Das von der Kleine Zeitung veranstaltete Grazer Altstadtkriterium wird bis auf weiteres nicht mehr stattfinden
  65. ↑ Artikel auf Handelszeitung.at: Graz ist Shopping-Hauptstadt
  66. ↑ http://www.graz.at/cms/beitrag/10040434/745414/ Abgerufen am 16. JĂ€nner 2010.
  67. ↑ http://www.graz.at/cms/beitrag/10017584/398520/ Abgerufen am 16. JĂ€nner 2010.
  68. ↑ Grazer Stadtwerke: Grazer Wasser
  69. ↑ Abfallentsorgungs- und Verwertungs GmbH Graz
  70. ↑ http://www.roteskreuz.at/stmk/organisieren/organisation/das-rote-kreuz-steiermark/die-abteilungen/landesleitstelle/
  71. ↑ ÖAMTC – Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club
  72. ↑ Webseite der Stadt Graz: KFZ Verkehr
  73. ↑ [3] graz.at: Abteilung fĂŒr Verkehrsplanung, Abgerufen am 20. August 2011
  74. ↑ Quelle: Fahrradklimatest Steiermark 2007 Fahrradklimatest Steiermark 2007 (2,3 MB; PDF)
  75. ↑ Martin Bauer Öffentlicher Personennahverkehr in Graz – gestern heute morgen. Vortrag. Graz, JĂ€nner 2007 (pdf, TU Graz)
  76. ↑ Graz Stadt. public-transport.at
  77. ↑ Webseite der Stadt Graz: Allgemeines
  78. ↑ https://citrix.lsr-stmk.gv.at/Schulen/default.htm SchulfĂŒhrer des Landesschulrats Steiermark
  79. ↑ a b http://www.bmwf.gv.at/submenue/wissenschaft/national/statistiken/ UniversitĂ€tsstatistiken dem Bundesministeriums fĂŒr Wissenschaft und Forschung
  80. ↑ Stadtbibliothek Graz
  81. ↑ ORF Steiermark: Schwarzenegger schickt Ehrenring zurĂŒck
  82. ↑ [4] Kronen Zeitung: BundesprĂ€sident Fischer wird Grazer EhrenbĂŒrger, 24. September 2008

Anmerkungen

  1. ↑ a b Der Gemeinderat von Graz beschloss am 27. Mai 1920, die Albrechts-, Franz-Karl- sowie die FerdinandsbrĂŒcke in TegetthoffbrĂŒcke, HauptbrĂŒcke sowie KeplerbrĂŒcke umzubenennen. â€“ Siehe: Kleine Chronik. (
) Straßenumbenennungen in Graz. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 20025/1920), 29. Mai 1920, S. 6, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
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