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| Greenpeace | |
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| Typ | Stiftung nach NiederlÀndischem Recht (Greenpeace International) |
| GrĂŒndung | 1971, Vancouver, BC, Kanada |
| Sitz | Amsterdam, Niederlande (Greenpeace International) |
| Personen | |
| Aktionsraum | Global |
| Schwerpunkt | Umweltschutz |
| Methode | Gewaltfreiheit, Lobbyismus, Forschung, Innovation |
| Angestellte | rund 1.200 Mitarbeiter |
| Mitglieder | rund 3 Mio.[1] |
| Website | www.greenpeace.org |
Greenpeace [ËgriËnpiËs] ist eine 1971 von Friedensaktivisten in Vancouver, Kanada gegrĂŒndete transnationale politische Non-Profit-Organisation, die den Umweltschutz zum Gegenstand hat. Sie wurde vor allem durch Kampagnen gegen Kernwaffentests und Aktionen gegen den Walfang bekannt. SpĂ€ter konzentrierte sich die Organisation darĂŒber hinaus auf weitere Themen wie Ăberfischung, die globale ErwĂ€rmung, die Zerstörung von UrwĂ€ldern und die Gentechnik.
Greenpeace hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2009 rund drei Millionen Fördermitglieder und beschĂ€ftigte rund 1.200 Mitarbeiter. Es gibt ĂŒber 40 Greenpeace-BĂŒros weltweit.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Die Organisation entstand Anfang der siebziger Jahre in Vancouver (Kanada) aus der Formation Donât Make a Wave Committee, die von amerikanischen und kanadischen Atomkraftgegnern und Pazifisten gegrĂŒndet worden war. Dieses Komitee kam in der Absicht zusammen, eine Serie von Atombombentests zu verhindern, welche die USA auf der zu Alaska gehörenden Insel Amchitka durchfĂŒhren wollten.
Am 16. Oktober 1970 fand ein Benefizkonzert von Joni Mitchell, James Taylor und Phil Ochs im Pacific Coliseum in Vancouver statt, dessen Erlöse (Eintritt: 3 Dollar pro Person) einer kleinen Gruppe friedensbewegter Menschen zugutekam, die den Plan hatten, mit einem Schiff vor der KĂŒste Alaskas gegen den anstehenden Atomtest auf Amchitka zu protestieren. Der Name der geplanten Aktion lautete Greenpeace.
Organisiert wurde das Benefizkonzert von Irving Stowe, einem Anwalt und spĂ€teren MitbegrĂŒnder von Greenpeace, der dabei von Joan Baez unterstĂŒtzt wurde. Joan Baez konnte damals nicht am Konzert teilnehmen, stellte aber die Verbindung zwischen Stowe und Mitchell her und Mitchell lud Ihren damaligen Freund James Taylor zum Konzert ein.
Das Konzert wurde 1970 auf Band aufgezeichnet und die BĂ€nder von Familie Stowe verwahrt. Die Stowes hatten nie das Geld, aber immer die Hoffnung gehabt, das Konzert irgendwann veröffentlichen zu können. Somit konnte die Familie die erforderlichen Restaurierungen nicht selbst durchfĂŒhren und wusste auch nicht, wie man sich die Rechte am Mitschnitt sichern könnte.
Das Ă€nderte sich 2006, als John Timmins, Bruder eines Cowboy-Junkies-Mitgliedes, als âFoundation Officerâ zu Greenpeace kam. Als Timmins von den BĂ€ndern erfuhr, besuchte er Barbara Stowe, Irvings Tochter, die ihm diese Geschichte erzĂ€hlte. Timmins gelang es danach, Joni Mitchell und James Taylors Vertreter zu kontaktieren, die erforderliche Erlaubnis zur Restaurierung der BĂ€nder zu erhalten und die Rechte zur Veröffentlichung der Aufnahmen zu sichern.[2] Das Benefizkonzert wurde dann im November 2009 durch Greenpeace als CD und Download-Album mit dem Namen Amchitka, the 1970 concert that launched Greenpeace veröffentlicht[3] und wird seither ĂŒber eine eigene Website vertrieben.[4]
Die Aktivisten des Donât Make a Wave Committee charterten im September 1971 den von John Cormack befehligten Fischkutter âPhyllis Cormackâ mit der Absicht, den angesetzten zweiten Atomtest zu stören und die ZĂŒndung der Bomben zu verhindern. Das Schiff wurde in Greenpeace umbenannt und setzte die Segel in Richtung des TestgelĂ€ndes nach Amchitka. Doch die US Coast Guard fing die Phyllis Cormack mit ihrem KĂŒstenwachenschiff Confidence ab und zwang sie, zum Hafen zurĂŒckzukehren.[5] Auf ihrer RĂŒckkehr nach Alaska erfuhr die Mannschaft, dass in allen gröĂeren StĂ€dten Kanadas Proteste stattgefunden und die USA den zweiten unterirdischen Test auf den November verschoben hatten. Die Versuche, mit einem zweiten gecharterten Schiff in die Testzone zu fahren, schlugen zwar fehl, dennoch fanden bei Amchitka keine weiteren Atomtests mehr statt.[6] SpĂ€ter Ă€nderte auch die Organisation ihren Namen in âGreenpeaceâ.
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Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Im Mai 1972 veröffentlichte die neu gegrĂŒndete Greenpeace-Stiftung einen Appell an verstĂ€ndnisvolle KapitĂ€ne, um ihnen beim Protest gegen die Atomtests der französischen Regierung im Pazifik-Atoll Mururoa zu helfen. Eine Antwort kam hierbei von David McTaggart, einem Kanadier und frĂŒheren Unternehmer, der zu diesem Zeitpunkt in Neuseeland lebte.
McTaggart verkaufte seine GeschĂ€ftsinteressen und zog in den SĂŒdpazifik. Sein Handeln war eine Reaktion auf eine Gasexplosion, die einen Angestellten in einer seiner SkihĂŒtten ernsthaft verletzt hatte. EntrĂŒstet darĂŒber, dass jede Regierung ihn von jedem Teil des Pazifiks ausschlieĂen könnte, stellte er aus dem Grund seine Jacht, die Vega, zur VerfĂŒgung und machte sich daran, eine Mannschaft zusammenzustellen.
1973 fuhr McTaggart die Vega in die Ausschlusszone um Mururoa, damit sein Schiff von der französischen Marine gerammt wurde.[7] Als er den Protest im Folgejahr wiederholte, bestiegen französische Seeleute die Vega und schlugen ihn zusammen.[8]
SpĂ€ter veröffentlichte die Marine organisierte Fotos, wie sich McTaggart mit oberen Marineoffizieren eine SchlĂ€gerei liefert, und verlangte von den beiden gegnerischen Parteien mehr ZurĂŒckhaltung. In einem anderen Licht erschien der Sachverhalt, als in den Medien Fotos erschienen, die McTaggart wĂ€hrend der SchlĂ€gerei zeigten, wie er das Mannschaftsmitglied Anne-Marie Horne aus der Jacht schmuggelt.
Die Kampagne zeigte Wirkung, als die französische Regierung eine Unterbrechung der oberirdischen Tests bekannt gab, wenngleich sie diese fortan unterirdisch durchfĂŒhrte. Auch in der Folgezeit veranstaltete Greenpeace Kampagnen gegen die Tests im Pazifik, bis die Franzosen ihr Testprogramm 1995 zu Ende brachten.
1975 gab es 15-20 verschiedene Gruppen mit dem Namen Greenpeace, erst spĂ€ter wurden sie in einer Organisation integriert, die am 14. Oktober 1979 unter dem Namen Greenpeace International gegrĂŒndet wurde.[9] Prominente GrĂŒndungsmitglieder waren unter anderem David McTaggart[10], Robert Hunter und Patrick Moore.
Auf Initiative McTaggarts wurde das Hauptquartier nach Europa verlegt, wo es gut organisierte Ableger der gab, welche finanziell besser aufgestellt waren als die kanadische Organisation.[9]
Im Jahr 1985 demonstrierte Greenpeace gegen französische Kernwaffentests auf dem Mururoa-Atoll. Dabei lieà der französische Geheimdienst das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior versenken, welches im neuseelÀndischen Auckland vor Anker lag.[11]
Der anhaltende Protest von Greenpeace gegen das Mururoa-Atoll veranlasste die Regierung Frankreichs, die Rainbow Warrior 1985 in Auckland mit Hilfe von SprengsĂ€tzen zu versenken.[12] Das Schiff war vom Nordpazifik aus gestartet. Dort hatte es bei der Evakuierung der Bewohner des zu den Marshallinseln gehörenden Rongelap-Atolls geholfen, die weiterhin an den gesundheitlichen Auswirkungen der radioaktiven Strahlung infolge der Atomtests der fĂŒnfziger und sechziger Jahre zu leiden hatten. Nach den Vorstellungen von Greenpeace sollte das Schiff eine Flottille von anderen Schiffen anfĂŒhren, die gegen die bevorstehenden Atomtests bei Mururoa protestieren sollten.
Am Abend des 10. Juli 1985 befestigten Taucher zwei Bomben am Schiffsrumpf. Die erste Bombe detonierte um 11:38 Uhr, kurz darauf folgte die zweite Explosion, die das Schiff sinken lieĂ. Dabei wurde der Fotograf Fernando Pereira getötet.[13]
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Nach Hinweisen aus der Ăffentlichkeit konnte die neuseelĂ€ndische Polizei Major Alain Mafart und den KapitĂ€n Dominique Prieur, beides Mitglieder der französischen StreitkrĂ€fte, als Bombenleger identifizieren. Die Polizei verhaftete beide.
Die beiden wurden in Neuseeland zu je zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Auf Grund einer unter der Vermittlung der UNO zwischen Frankreich und Neuseeland ausgehandelten Vereinbarung wurden die im Juli 1986 auf die Insel Hao (französisch Polynesien) verbracht, wo sie drei Jahre ihrer Strafe absitzen sollten. Nur kurze Zeit spĂ€ter wurden aber beide âaus gesundheitlichen GrĂŒndenâ nach Frankreich zurĂŒckgeholt, wo sie im Rang befördert wurden und in Kaderpositionen weiterhin in der Armee dienten.
Die UNO stellte spĂ€ter fest, dass Frankreich die Abmachung gebrochen hatte und verpflichtete es zu einer Geldzahlung an Neuseeland, aber Mafart und Prieur mussten dennoch nicht wieder ins GefĂ€ngnis zurĂŒck. Weitere am Attentat beteiligte Personen sind namentlich bekannt, wurden aber nie gerichtlich belangt.
AnfĂ€nglich bestritt die französische Regierung jegliche Beteiligung an der Versenkung, jedoch fĂŒhrte der steigende Druck der französischen und internationalen Medien am 22. September zum EingestĂ€ndnis, dass der französische Geheimdienst die Versenkung angeordnet hatte. Unmittelbar anknĂŒpfende Ermittlungen ergaben, dass Christine Cabon, eine Agentin des französischen Geheimdienstes, in das BĂŒro von Greenpeace Neuseeland in Auckland eingeschleust worden war, indem sie sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin ausgab, um Informationen ĂŒber die Mururoa-Kampagne und die Route der Rainbow Warrior zu sammeln.
Zwei Jahre spĂ€ter entschuldigte sich Frankreich offiziell fĂŒr die Versenkung und erklĂ€rte sich bereit, einen finanziellen Schadensersatz an Greenpeace und Neuseeland in Höhe von 13 Millionen neuseelĂ€ndischen Dollar zu bezahlen.
Mit der Versenkung der Rainbow Warrior stieg der Bekanntheitsgrad von Greenpeace aufgrund der dadurch verursachten, öffentlichen Aufmerksamkeit weiter an.
Die Umwandlung von Greenpeace von einem losen Netzwerk hin zu einer weltweiten Organisation, die sich einer kleinen Anzahl ökologischer Sachfragen widmete, um weltweite Aufmerksamkeit zu erzeugen, geht hauptsĂ€chlich auf Ideen von McTaggart zurĂŒck. Dieser fasste seine VorstöĂe in einer Mitteilung von 1994 folgendermaĂen zusammen:[14]
âKeine Kampagne sollte ohne klare Ziele begonnen werden; keine Kampagne sollte begonnen werden, ohne dass die Möglichkeit auf Erfolg besteht; keine Kampagne sollte begonnen werden, ohne dass man beabsichtigt, sie konsequent zu Ende zu fĂŒhren.â
â David McTaggart
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Ein zentrales Element der Greenpeace-Arbeit ist die Aktion. Hierbei begeben sich Aktivisten an einen Ort, der ihrer Auffassung nach symbolisch fĂŒr Umweltzerstörung steht und protestieren dort meistens mit Transparenten. Mittels oft spektakulĂ€rer Auftritte direkt am Ort des Geschehens versucht die Organisation, die Ăffentlichkeit aufmerksam zu machen, um meist groĂe Industriekonzerne oder Regierungen durch öffentlichen Druck zum Einlenken zu bewegen. Diese Art des Auftretens machte die Organisation in den achtziger Jahren bekannt.
Neben eher konventionellen Methoden von Umweltorganisationen wie Beeinflussung von Politikern und Anwesenheit bei internationalen Organisationen verfolgt Greenpeace noch die ausdrĂŒckliche Methodik direkter Aktionen ohne Gewaltanwendung.
Die Methode, die Aufmerksamkeit der Ăffentlichkeit auf sich zu lenken, wurde vom âBearing Witnessâ (Zeugnis ablegen) der QuĂ€ker abgeleitet. Dabei geht es Greenpeace nach eigenen Angaben darum, âZeugnis abzulegenâ ĂŒber Unrecht, das der Meinung der Organisation nach geschieht. So positionieren sich beispielsweise Mitglieder öffentlichkeitswirksam zwischen der Harpune der WalfĂ€nger und deren Beute oder dringen in Atomkraftwerke ein. Um ihre Standpunkte wissenschaftlich belegen beziehungsweise neue Standpunkte entwickeln zu können, beauftragt Greenpeace wie andere Umweltschutzorganisationen Wissenschaftler mit dem Anfertigen von Studien. AuĂerdem ist Greenpeace in vielen internationalen Gremien beratend tĂ€tig.
Von anderen Umweltschutzorganisationen grenzt sich Greenpeace unter anderem durch die BeschrĂ€nkung auf bestimmte, meist weltweit verfolgte, öffentlichkeitswirksame Themengebiete ab wie zum Beispiel Atomkraft, Globale ErwĂ€rmung, BiodiversitĂ€t und Artenschutz, GrĂŒne Gentechnik, Biopatente und Chemie. Bereits seit lĂ€ngerem plĂ€diert die Umweltschutzorganisation gegen den Import von Atomstrom [15] Eine weitere Kampagne der Organisation richtet sich beispielsweise gegen H&M. Der Modehersteller verwende zu viele chemische ZusĂ€tze in den Sachen. Nach langem Hin und Her beugte sich H&M und sicherte Greenpeace die Verringerung der chemischen ZusĂ€tze zu. [16] Themen wie Verkehr oder HausmĂŒll spielen höchstens eine untergeordnete Rolle in einigen Greenpeace-LĂ€nderbĂŒros. Auch ist Greenpeace entgegen weitlĂ€ufigen Annahmen keine Tierschutzorganisation.
Zu den Erfolgen der Organisation zÀhlen unter anderem das Ende des kommerziellen Walfangs, die Einrichtung eines Schutzgebietes in der Antarktis und der vorzeitige Stopp vieler Atombombentestreihen.
Zu den bedeutendsten Erfolgen, die die Organisation ihrem Einfluss zuschreibt, gehören unter anderem die Einstellung von Atomtests auf Amchitka in Alaska (1972) und die VerlÀngerung des Antarktisvertrages (1991), der die Besitznahme der Antarktis durch andere LÀnder oder aus kommerziellen Interessen verbietet.[17] Um letzteres zu sichern, wurde auf der Antarktis die World Park Base errichtet, die von 1987 bis 1992 in Betrieb war.
1980 in Bielefeld[18][19] von William Parkinson, Gerhard Dunkel, Dirk Rehrmann u.a. gegrĂŒndet, erlangte die heute in Hamburg ansĂ€ssige Organisation in Deutschland eine groĂe Bekanntheit mit ihren Protesten gegen die DĂŒnnsĂ€ureverklappung in der Nordsee und gegen die Luftverschmutzung mit Dioxinen durch den Chemiekonzern Boehringer.[20]
Den gröĂten von der deutschen Ăffentlichkeit wahrgenommenen Erfolg erreichte die Organisation 1995, als sie den Konzern Shell nach einem monatelangen Medienkrieg dazu bewegen konnte, auf die Versenkung des schwimmenden Ăltanks Brent Spar im Atlantik zu verzichten und zudem im Jahr darauf international ein Versenkungsverbot fĂŒr Ălplattformen im Nordatlantik festgeschrieben wurde. Greenpeace hat im Laufe dieser Kampagne eine maĂlos ĂŒbertriebene Angabe ĂŒber die Ălmenge an Bord des â nach Auffassung anderer harmlosen â Tanks gemacht und dies spĂ€ter der Ăffentlichkeit gegenĂŒber auf einen âMessfehlerâ[21] zurĂŒckgefĂŒhrt.
Greenpeace Deutschland ist ein als gemeinnĂŒtzig anerkannter, eingetragener Verein.[22] Die Mitgliederversammlung, das oberste Beschlussgremium, besteht laut Satzung aus 40 stimmberechtigten Mitgliedern â zusammengesetzt aus 10 Mitarbeitern von Greenpeace Deutschland, 10 Mitarbeitern von auslĂ€ndischen Greenpeace-BĂŒros, 10 Personen aus dem öffentlichen Leben sowie 10 ehrenamtlichen Mitgliedern. Diese 40 Mitglieder werden nicht von den Fördermitgliedern gewĂ€hlt, was Greenpeace schon den Vorwurf eingebracht hat, eine undemokratische Organisationsstruktur zu haben. Die Organisation verweist hingegen auf die höhere Effizienz, Schnelligkeit und UnabhĂ€ngigkeit dieser Organisationsform. Bei basisdemokratischen Mitgliederversammlungen sei meistens nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten anwesend, was es Splittergruppen oder Industrielobbyisten leicht machen wĂŒrde, ihre Stimmmacht zu missbrauchen.
Die HandlungsfĂ€higkeit der Organisation beruht im Wesentlichen auf den 566.000 Fördermitgliedern (Stand: 2011) [23], die Greenpeace zur gröĂten deutschen Umweltschutzorganisation machen. Als finanzstĂ€rkstes LĂ€nderbĂŒro schultert Greenpeace Deutschland schon seit Jahren den GroĂteil der Ausgaben fĂŒr internationale Greenpeace-Kampagnen.[23]
Im Jahr 2010 hat Greenpeace Deutschland JahresertrÀge von rund 47,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2009 (45,9 Millionen) entspricht das einem leichten Zuwachs.[24]
Seit 1995 gibt es Jugendaktionsgruppen (JAG) der Greenpeace-Jugend. In den JAGs können sich Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren fĂŒr den Umweltschutz engagieren. In rund 40 StĂ€dten sind ĂŒber 700 Jugendliche auf diese Art und Weise aktiv und richten sich mit ihren Aktionen auch an die Ăffentlichkeit und die Politik. Themenschwerpunkte sind dieselben wie die der Greenpeace-Mutterorganisation. FĂŒr Kinder zwischen 10 und 15 Jahren gibt es bei Greenpeace die Möglichkeit so genannte Greenteams zu grĂŒnden. Hier können sich die Kinder â mit ein wenig Hilfe von Erwachsenen â auch schon fĂŒr den Umweltschutz engagieren und eigene Aktionen gestalten.
Greenpeace arbeitet mit der Stralsunder Stiftung Deutsches Meeresmuseum zusammen. Die Organisation gestaltet eine Ausstellung im Ozeaneum Stralsund mit, in der unter dem Titel 1:1 Riesen der Meere in einer 18 Meter hohen Halle lebensgroĂe Modelle verschiedener Walarten prĂ€sentiert werden. AuĂerdem ist in einem 1.500 Liter fassenden, mit Formalin gefĂŒllten Wasserbecken ein aus Neuseeland stammender Riesenkalmar zu sehen.
Ein weiteres wichtiges Standbein von Greenpeace Deutschland sind die ĂŒber 100 Ortsgruppen mit ihren ĂŒber 3.800 ehrenamtlichen Mitarbeitern.[23] Ăber 4.100 AktivitĂ€ten sind 2010 mit Hilfe von Ehrenamtlichen in Deutschland unterstĂŒtzt worden.
Neben dem Verein gibt es noch andere Organisationen mit dem Namen Greenpeace in Deutschland: Die Greenpeace Stiftung ist verbunden mit dem Bergwaldprojekt, das 1987 durch Greenpeace Schweiz gegrĂŒndet wurde, und betreut den Tierpark Arche Warder.
AuĂerdem gibt es das Greenpeace-Magazin, das von der Greenpeace Media GmbH herausgegeben wird und neben Umweltschutz ebenso soziale und wirtschaftliche Themen behandelt. Die Redaktion ist unabhĂ€ngig vom Verein Greenpeace.
Im Laufe der Jahre versuchte die Organisation verstÀrkt, Alternativen aufzuzeigen und Antworten auf Umweltfragen vorzustellen:
Greenpeace arbeitet als international agierende Umweltschutzorganisation mit 27 nationalen und 15 regionalen BĂŒros.[23] Die Arbeiten der einzelnen Greenpeace-Sektionen sind untereinander koordiniert, die internationalen Kampagnen und Arbeitsgebiete werden unter FederfĂŒhrung von Greenpeace International entwickelt und fĂŒr alle LĂ€nderbĂŒros vorgeschlagen.
Die internationale Greenpeace-Organisation ist die Stichting Greenpeace Council, eine Stiftung nach niederlÀndischem Recht mit Sitz in Amsterdam. Sie ist unter der Nummer 41200415 der Handelskammer Amsterdam registriert.[27] Die Greenpeace Organisationen sind in den verschiedenen LÀndern in unterschiedlichen Rechtsformen organisiert: In Deutschland als eingetragener Verein, in der Schweiz als eine Stiftung.
2002 organisierte Greenpeace gegen die US-Importe von brasilianischem Mahagoni-Holz im Wert von zehn Millionen US-Dollar, nachdem die brasilianische Regierung eine Wartefrist fĂŒr Exporte von Mahagoni-Holz verhĂ€ngt hatte. Am 12. April 2002 enterten zwei Vertreter von Greenpeace das Schiff und trugen das Mahagoni-Holz, um ein Transparent mit der Aufschrift âPrĂ€sident Bush, stoppen Sie die illegale Abholzungâ aufzuhĂ€ngen. Die beiden Vertreter wurden zusammen mit vier anderen, die ihnen halfen, verhaftet. Nachdem sie sich schuldig bekannt und Ordnungsgeld gezahlt hatten, wurden sie zu einem Wochenende GefĂ€ngnis verurteilt.
Am 18. Juli 2003 verwendete das Justizministerium der USA den Vorfall dazu, die gesamte Organisation Greenpeace an sich unter das 1872 verabschiedete und relativ unbekannte âSailormongering-Gesetzâ zu stellen, das 1890 zuletzt angewendet worden war. Die Berufung auf dieses Gesetz, das den Zweck hatte, gewaltlose kriminelle Demonstranten strafrechtlich verfolgen zu können, löste auf der ganzen Welt Proteste aus. Zu den Kritikern dieser strafrechtlichen Verfolgung gehörten Al Gore, Patrick Leahy, die National Association for the Advancement of Colored People, die ACLU of Florida und die People For the American Way. Das Ministerium stellte dies spĂ€ter beim Bundesgericht in Miami am 14. November 2003 auf ĂŒberarbeitete Anklageschrift um, indem es die Aussage, dass Greenpeace fĂ€lschlicherweise behauptet hĂ€tte, dass das Mahagoni-Holz auf dem betroffenen Schiff Schmuggelware sei, fallen lieĂ.
Am 16. Mai 2004 entschied der zustĂ€ndige Richter Adalberto Jordan zugunsten von Greenpeace und kam zu dem Ergebnis, dass âdie Anklage eine seltene â und wohl auch beispiellose â strafrechtliche Verfolgung einer rechtlich legalen Gruppeâ sei, deren Verhalten zur freien MeinungsĂ€uĂerung gehöre.
In den letzten Jahren haben es sich Greenpeace-Aktivisten zur Aufgabe gemacht, Hersteller der IT-Industrie durch Kampagnen zu umweltbewussterem Handeln zu bewegen.
Zum Beispiel blockierten 2004 niederlĂ€ndische Greenpeace-Aktivisten in diesem Zusammenhang das Utrechter BĂŒro der Firma Hewlett-Packard und im Mai 2005 wurde vor der Genfer Zentrale eine LKW-Ladung Elektronikschrott abgeworfen. Im Dezember 2005 demonstrierten erneut Aktivisten vor dem Hauptquartier in Palo Alto, weil die Firma als fĂŒhrendes Unternehmen der Branche weitaus mehr gefĂ€hrliche Stoffe bei der Produktion verwende als die Konkurrenzunternehmen.[28][29]
2006 rief Greenpeace im Internet im Rahmen einer Mitmachkampagne die Apple-Nutzer zur kreativen Beteiligung auf, um den Hersteller dazu bewegen, weniger giftige Chemikalien bei der Herstellung seiner GerĂ€te zu verwenden. Ferner wurde hierbei das eingeschrĂ€nkte RĂŒcknahme- und Recyclingprogramm fĂŒr AltgerĂ€te von Apple kritisiert.[30] FĂŒr diese Aktion wurde Greenpeace 2007 von der International Academy of Digital Arts and Sciences bei der 11. Verleihung des Webby Awards mit einem Preis in der Sparte âAktivismusâ ausgezeichnet.[31]
Seit Greenpeace gegrĂŒndet wurde, spielen Hochseeschiffe in den jeweiligen Kampagnen eine sehr groĂe Rolle.
1978 stellte Greenpeace die Rainbow Warrior in Dienst, einen 40 Meter langen frĂŒheren Fisch-Trawler. Einer der ersten EinsĂ€tze der Rainbow Warrior wandte sich gegen islĂ€ndischen Walfang. Zwischen 1978 und 1985 engagierten sich Mitglieder der Mannschaft direkt bei friedlichen Aktionen gegen das Abladen von giftigem und radioaktivem MĂŒll in Ozeanen, gegen die Jagd auf die Kegelrobbe auf den Orkney-Inseln und gegen Atomtests im Pazifik.
1985 sollte Rainbow Warrior in den GewĂ€ssern um das Mururoa-Atoll demonstrieren, wo Frankreich gerade Atomtests durchfĂŒhrte. Bei der Versenkung des Schiffes (siehe Die Rainbow Warrior und deren Versenkung 1985) mit zwei Bomben durch den französischen Geheimdienst, kam auch der Fotograf Fernando Pereira ums Leben.
1989 gab Greenpeace den Auftrag, ein Ersatzschiff zu beschaffen, das Rainbow Warrior II genannt wurde und bis heute das Flaggschiff der Greenpeace-Flotte geblieben ist.
Am 4. Juli 2011 setzte sich durch den Stapellauf der Rainbow Warrior III die Namenstradition fort. Das neue Schiff hat Platz fĂŒr 32 Besatzungsmitglieder und einen Hubschrauberlandeplatz. Vornehmlich als Segler konzipiert, hat es dennoch einen effizienten Dieselmotor mit Katalysator, was bei Schiffsmotoren unĂŒblich ist. Der Preis fĂŒr das werftneue Schiff betrug 23 Millionen Euro.
Weitere Schiffe, die sich im Besitz von Greenpeace befinden, sind die Sirius (seit 1981),[32] die Arctic Sunrise (seit 1996), die Esperanza (seit 2002) und die Beluga II (seit 2004).[33]
Im Jahre 1995 erregte das gecharterte Greenpeace-Schiff Altair erhebliches Aufsehen in den Medien, erst als es am 30. April die Tank- und Verladeplattform Brent Spar in der Nordsee besetzte, um deren Versenkung im Atlantik zu verhindern, und dann ein zweites Mal, als es am 25. Oktober im italienischen Brindisi von der Besatzung einer französischen Fregatte geentert und beschÀdigt wurde.
Greenpeace wird vor allem von basisdemokratisch organisierten UmweltschĂŒtzern vorgeworfen, intern eine stark hierarchische Struktur zu haben. Dies fĂŒhrte 1982 zur Abspaltung einiger ehrenamtlicher Aktivisten und zur GrĂŒndung von Robin Wood. Andere kritisieren oft auch die Vorgehensweise der Organisation an sich, die sie fĂŒr zu direkt und teilweise illegal halten: Gerade bei Protesten auf oder direkt neben dem GelĂ€nde von Unternehmen reagieren die Betreiber oft mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Nötigung und versuchen, einstweilige VerfĂŒgungen gegen den Verein durchzusetzen. Greenpeace-Aktivisten gehen das Risiko einer Verurteilung ein, weil sie durch ihr Auftreten die Aufmerksamkeit der Ăffentlichkeit auf sich ziehen können, unter anderem, um deren Spendenbereitschaft zu erhöhen und sie damit höhere RechtsgĂŒter durchzusetzen hoffen, die ihrer Ansicht nach anders nicht durchzusetzen wĂ€ren.
Einige Kritiker der Organisation stellen deren steuerliche BegĂŒnstigung in Frage, in den USA etwa die von ExxonMobil finanzierte und ausschlieĂlich zur Beobachtung von Greenpeace gegrĂŒndete Public Interest Watch (PIW). Im MĂ€rz 2006 bestĂ€tigte die Steuerbehörde IRS, dass Greenpeace USA zu Recht die Steuervorteile einer Non-Profit-Organisation besitzt.
In Deutschland gab es mehrere Versuche, die GemeinnĂŒtzigkeit abzuerkennen, die jedoch bislang nicht erfolgreich waren. Im Dezember 2004 untersuchte das Finanzamt Hamburg, ob Greenpeace gegen Gesetze verstoĂen hat und dem Verein deshalb der Status der GemeinnĂŒtzigkeit fĂŒr 2003 aberkannt werden soll, weil die Organisation sich auf ihrer Internetseite nicht von bestimmten rechtswidrigen Aktionen distanziert habe.[34]
1989 wurde in Kanada das Steuerrecht fĂŒr gemeinnĂŒtzige Organisationen geĂ€ndert. Greenpeace und andere Organisationen verloren dadurch den Status der GemeinnĂŒtzigkeit.
Am 6. Mai 2011 wurde die Berufung im Zuge eines abgewiesenen Antrags von Greenpeace of New Zealand Inc. auf GemeinnĂŒtzigkeit durch das High Court of New Zealand abgelehnt, da die Organisation durch ihr Lobbying zu politisch orientiert sei.[35] In diesem Zusammenhang wurden auch potentiell illegale AktivitĂ€ten durch Greenpeace als BegrĂŒndung genannt.
Undemokratische Strukturen werden der Organisation immer wieder vorgeworfen. Im Gegensatz zu den meisten anderen groĂen Umweltorganisationen haben die Basis-Aktivisten und Förderer bei Greenpeace nur wenig bzw. kein Mitbestimmungsrechte, so spricht der Spiegel von einem "nicht eben demokratische[n] Verbandsaufbau"[36]. Bereits in den 1980er Jahren spaltete sich die Organisation Robin Wood "unter anderem aus Protest gegen den als undemokratisch empfundenen "Ăko-Multi" Greenpeace"[37] ab. Greenpeace argumentiert, dass eine international handlungsfĂ€hige Organisation nicht jede einzelne Entscheidung basisdemokratisch entscheiden könne und verweist auf die höhere Effizienz, Schnelligkeit und UnabhĂ€ngigkeit seiner Organisationsform.
Der UmweltschĂŒtzer Patrick Moore, GrĂŒndungsmitglied und ehemaliger PrĂ€sident von Greenpeace International, hat sich inzwischen von der Organisation abgewendet. Er wirft der Organisation ideologische Verblendung vor, die in einer rigorosen Protesthaltung gipfelte und bei der sich die Organisation weigere, Konsens in Bezug auf Ăkologie zu schaffen. So sagte der heute fĂŒr die Forstwirtschaft arbeitende Moore in einem Interview:[38]
âGreenpeace hat sich von Logik und Wissenschaft verabschiedet. Die Kampagnenprofis arbeiten mit emotionalen Bildern. FĂŒr viele Menschen sieht ein Tulpenfeld viel besser aus als ein frischer Kahlschlag, wo nur noch hĂ€Ăliche BaumstĂŒmpfe zu sehen sind. Viele denken leider nicht so weit, dass der Wald wieder nachwĂ€chst und dass die Forstindustrie auch ein starkes ökonomisches Interesse daran hat, dass er nachwĂ€chst. Die biologische Vielfalt eines Tulpenfeldes tendiert jedoch gegen Null.â
â Patrick Moore ĂŒber Greenpeace
Ein konkretes Beispiel fĂŒr den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit ist die Ablehnung des Goldenen Reis. Moore warnte Greenpeace mehrfach davor, dieses humanitĂ€re Projekt schlechtzuheiĂen. Laut Ingo Potrykus hĂ€tte Greenpeace Probleme, wenn die Menschen erkennen wĂŒrden, dass Angst unbegrĂŒndet ist und dass die Technologie zur Rettung von Menschenleben eingesetzt werden könnte.[39]
Paul Watson war 1972 einer der ersten Mitglieder von Greenpeace International und bis 1977 deren Vorsitzender. Seine Mitgliedsnummer ist die 007. Im Jahre 1977 verlieĂ Watson Greenpeace im Streit und grĂŒndete die Sea Shepherd Conservation Society. Ihm war die Organisation Greenpeace zu passiv und zu ineffizient.
Nach seinen Worten hat sich Greenpeace zur gröĂten âWohlfĂŒhlorganisationâ der Welt entwickelt. Er sagt, dass Menschen Greenpeace beitreten, um sich gut zu fĂŒhlen. Sie wollen sich als Teil der Lösung fĂŒhlen und nicht als Teil des Problems. Nach der Meinung von Paul Watson ist Greenpeace ein GeschĂ€ft. Dieses GeschĂ€ft verkaufe den Menschen ein gutes Gewissen.[40]
Greenpeace Schweiz (deutsch und französisch)