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GrenzflÀche

Als GrenzflĂ€che oder Phasengrenze wird in der Physik und Materialwissenschaft die FlĂ€che zwischen zwei Phasen bezeichnet, beispielsweise die FlĂ€che zwischen zwei nicht mischbaren FlĂŒssigkeiten wie Öl und Wasser.

Als GrenzflĂ€chen im engeren Sinn werden hingegen nur die FlĂ€chen zwischen flĂŒssigen und festen, flĂŒssigen und flĂŒssigen, sowie festen und festen Phasen bezeichnet, wĂ€hrend die FlĂ€che zwischen einer festen und einer gasförmigen Phase meist als OberflĂ€che bezeichnet wird. Die Unterscheidung zwischen Grenz- und OberflĂ€chen ist historisch bedingt und teilweise willkĂŒrlich. Dass auch der dritte o.a. Fall (GrenzflĂ€chen innerhalb eines Festkörpers) Bedeutung hat, zeigen die zahlreichen DiskontinuitĂ€ten in der Erdkruste und im Erdmantel.

Mit den Eigenschaften von GrenzflÀchen im weiteren Sinne beschÀftigen sich die OberflÀchenchemie und OberflÀchenphysik.

Inhaltsverzeichnis

Grenz– und OberflĂ€che

Eine OberflĂ€che lĂ€sst sich weniger klar definieren, als man annehmen könnte. Die geometrische Definition als Gesamtheit der FlĂ€chen, die einen Körper von außen begrenzen, wird ab dem mikroskopischen Bereich problematisch. Die „OberflĂ€chenatome“ sind keine scharf begrenzten Kugeln und zwischen ihnen können LĂŒcken vorliegen, die um vieles grĂ¶ĂŸer sein können, als die Atome selbst. Die GrĂ¶ĂŸe einer „Grenz- oder OberflĂ€che“ ist skalenabhĂ€ngig, also vom verwendeten Beobachtungsmaßstab abhĂ€ngig.

Daher ist auch eine Unterscheidung von Ă€ußerer und innerer OberflĂ€che bei allen porösen Materialien gegeben: Diese bilden „von außen“ betrachtet einen kompakten Körper, sind aber von zahlreichen HohlrĂ€umen erfĂŒllt. FĂŒr zahlreiche physikalische und chemische VorgĂ€nge sind diese innenliegenden OberflĂ€chen aber genauso relevant wie die Ă€ußere OberflĂ€che. Dabei ĂŒbersteigt die innere OberflĂ€che die Ă€ußere oft um viele GrĂ¶ĂŸenordnungen.

Typische Beispiele sind:

Grundlagen

Innerhalb einer Phase wechselwirken Atome bzw. MolekĂŒle in alle Raumrichtungen mit Atomen bzw. MolekĂŒlen in ihrer Nachbarschaft. Hier wirken in alle Richtungen gleiche WechselwirkungskrĂ€fte (KohĂ€sionen). In der NĂ€he der GrenzflĂ€che ist dies nicht der Fall. An der GrenzflĂ€che stehen in Richtung der Nachbarphase unter UmstĂ€nden keine oder nur ganz andere Nachbarn fĂŒr eine Wechselwirkung zur VerfĂŒgung. FĂŒr Atome bzw. MolekĂŒle ist es in der Regel energetisch ungĂŒnstig, sich in der NĂ€he der GrenzflĂ€che aufzuhalten. Daraus resultiert eine GrenzflĂ€chenspannung, im Fall flĂŒssig-gasförmig die OberflĂ€chenspannung.

  • An GrenzflĂ€chen zwischen festen und gasförmigen Phasen kommt es in der Regel zu einer Adsorption von Stoffen aus der Gasphase. Dieses PhĂ€nomen wird in vielen technischen Prozessen genutzt und spielt eine Rolle bei der heterogenen Katalyse.

Phasengrenze im Phasendiagramm

Die Phasengrenze wird im Phasendiagramm eines Stoffes durch die Phasengrenzlinie in AbhĂ€ngigkeit von Temperatur und kinetischem Druck dargestellt. Dieses Verhalten ist eine fĂŒr den Stoff typische Eigenschaft.

GrenzflÀche in der Tontechnik

Siehe den Druckstau beim GrenzflÀchenmikrofon.

Siehe auch

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