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| Gemeinde Guardamar del Segura | ||
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| Wappen | Karte von Spanien | |
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| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | Valencia | |
| Provinz: | Alicante | |
| Koordinaten | 38° 5′ N, 0° 39′ W38.086199-0.65126625Koordinaten: 38° 5′ N, 0° 39′ W | |
| Höhe: | 25 msnm | |
| Fläche: | 35,58 km² | |
| Einwohner: | 16.863 (1. Jan. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 473,95 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 03140 und 03149 (Almarjal, Moncayo u.a.) | |
| Gemeindenummer (INE): | 03076 | |
| Verwaltung | ||
| Webpräsenz der Gemeinde | ||
Guardamar del Segura oder Guardamar ist ein beschaulicher Erholungsort in der autonomen Region Valencia in Spanien. Guardamars Markenzeichen sind lange, naturbelassene Strände und üppige Grünanlagen. Die Kleinstadt liegt an der Costa Blanca im Südosten Spaniens am Mittelmeer in der Provinz Alicante, in der dortigen Comarca Vega Baja del Segura oder kurz Vega Baja. Die Ortsmitte von Guardamar del Segura liegt von Alicante im Norden rund 35 km und von Torrevieja im Süden rund 14 km entfernt.
Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Mündung des Flusses Segura ins Mittelmeer. Der Ort ist für seine Pinienwälder am Meer bekannt, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts gepflanzt wurden, um die ständige Fortbewegung der Dünen in Küstennähe einzudämmen. Seit 2010 ist wichtigstes kommunalpolitisches Thema das spanische Küstenschutzgesetz, dessen Umsetzung hunderte Immobilienbesitzer in Guardamar betrifft.
Inhaltsverzeichnis |
Guardamar hat offiziell 16.863 Einwohner (1. Januar 2011) doch steigt diese Zahl nach Schätzungen auf 45.000 während Ostern, Juli und August, wenn die Spanier, die Ferienwohnungen im Ort besitzen, dort ihren Urlaub verbringen.
Das Klima der Costa Blanca, zu der die Guardamar zählt, gilt als sehr gesundheitsfördernd. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf bescheinigte der Costa Blanca sogar das beste und gesündeste Klima der Welt. Das Heilklima dieser Region lindere nachweislich Krankheiten wie Rheuma, Gicht und Atemleiden, denn rasche Wechsel von Hochs und Tiefs gibt es an der Costa Blanca nicht. Das Sonnenlicht bestärkt das seelischen Wohlbefinden. Mediziner sind sich über die heilende Wirkung der Küste einig und erklären sie zum heilklimatischen Kurgebiet. Die Küstenregion wird durch die Betische Kordillere von Zentralspanien abgegrenzt und stellt dadurch das trockenste Gebiet der iberischen Halbinsel dar. Die gesamte Landschaft und Vegetation zeigt schon deutlich afrikanische Züge. Für den Besucher bedeutet dies absolute Sonnengarantie, Meerestemperaturen von 28 Grad im Sommer, Tagestemperaturen um die 30 Grad, selbst im Winter 16 bis 18 Grad. Guardamars Küstenlage garantiert im Sommer aber auch eine willkommene Meeresbrise, während im Hinterland, in den Städten Orihuela und Murcia, eine gewaltige Hitze entsteht, die die Bewohner jeden Sommer in die Sommerfrische der Küstenorte treibt.
Der feinsandige, elf Kilometer lange Strand von Guardamar gilt als einer der schönsten in Spanien, nicht zuletzt wegen des langen, parallel zu ihm verlaufenden Pinienwaldes. Von Norden nach Süden gibt es folgende Strände:
Guardamar ist insbesondere bekannt für seine Pinada de Guardamar in der Dünenlandschaft, eine großflächige Kiefernanpflanzung aus dem Anfang des 20. Jahrhundert, mit der der Wanderung der Sanddünen am Strand Einhalt geboten wurde. Die Dünen liege in einem Naturschutzgebiet. Die Pinada machte Guardamar zu einem beliebten Ausflugsziel an der südlichen Costa Blanca. Nirgendwo sonst zwischen Alicante und Cartagena lassen sich solch kilometerlangen und naturbelassene Dünenlandschaften auf ausgedehnten Spaziergängen erwandern. Leider wurden viele Pinien ab dem 8. Jahrhundert für den Bau von Kriegsschiffen der spanischen Armada abgeholzt, ohne jemals rekultiviert zu werden. Die Folge des menschlichen Eingreifens in die Natur war eine zunehmende Erosion des Bodens, die durch den Schwemmsand der Seguramündung und die starken Ostwinde zusätzlich gefördert wurde. Über die Jahrhunderte formten sich aus dem Sand schließlich Dünen, die so hoch waren, dass sie ab 1896 die nördlichen Teile des Dorfes in Gefahr brachten. Die Wanderdünen drohten damals ganze Häuser unter sich zu begraben.
Unter Francisco Mira y Botella, einem bekannten spanischen Landschaftsingenieur aus der Region Alicante, begannen um 1900 die ersten Baumpflanzungen zum Schutz des Dorfes. Der Großteil der heute 800 Hektar Dünenlandschaft umfassenden Pinada de Guardamar wurde mit Pinien, Palmen, Zypressen und Eukalyptusbäumen aufgeforstet, um das stetige Vordringen der Sanddünen zu verhindern.
Es sind vor allem zwei große Parkanlagen, die den Reiz der Gemeinde ausmachen. Die Grünanalagen Parque Alfonso XII. und Parque Reina Sofia locken Jahr für Jahr Tausende von Besuchern - für Wanderungen, Picknicken im Grünen, zum Joggen oder Spazierengehen.
Früher war Guardamar ein Fischer- und Bauerndorf. Das Ortsbild wird heute vornehmlich von städtebaulich moderaten fünf- bis sechsstöckigen Häusern geprägt, was gegenüber der oftmals als "Betonwüste" bezeichneten Nachbargemeinde Torrevieja als städtebauliche Zurückhaltung zu werten ist. Allerdings sind im Norden der Gemeinde in jüngster Vergangenheit höherstöckige Hochhäuser errichtet worden, die das Ortsbild mittlerweile ebenfalls nachteilig prägen.
Guardamar del Segura ist der südlichste Ort Spaniens, in dem katalanisch gesprochen wird.
Die Pinada ist eine Waldfläche mit einer Ausdehnung von 800 Hektar. Sie dehnt sich auf ehemaligen Wanderdünen aus, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts befestigt wurden, indem man verschiedene Pflanzenarten anbaute, wie vornehmlich Pinien, Palmen, Zypressen und Eukalyptusbäume. Das Projekt der Anpflanzung wurde 1900 begonnen und 1930 beendet. Seitdem zeigt sich die Pinada in der heutigen Gestalt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Meer. Die Dünen sind ein Produkt von Meeressedimenten, des Flusses Segura und des Ostwindes. Heute ist die Pinada in zwei Parks unterteilt, von denen der eine Park Alfonso XII. und der andere Park Königin Sofia genannt wird. Die Parks erstrecken sich zwischen dem Stadtzentrum und den Stränden von "Babilonia" und "Los Viveros".
Auf dem Gemeindegebiet hatte es schon immer einen dichten Pinienwald gegeben. Aber im 8. Jahrhundert wurde dieser Pinienwald für den Bau von Kriegsschiffen abgeholzt, ohne rekultiviert zu werden. Die Verwüstung wurde durch den Schemmsand der Seguramündung befördert, der vom Meer her wieder angeschwemmt wurde. Der Wind formte aus diesem Sand Dünen, die ab 1896 in den Nordteil des Dorfes eindrangen und dessen Häuser und Gärten bedrohte.
Wie viele Regionen entlang der Mittelmeerküste ist die Stadt über die Jahrhunderte hinweg von den verschiedensten Seefahrerkulturen stark beeinflusst worden. Auf dem Gemeindegebiet von Guardamar del Segura kam es zu verschiedenen archäologischen Funden, die auf eine phönizische und eine spätere iberische Besiedlung schließen lassen.
Die phönizische Kolonie Alonis gilt als die älteste Siedlung in Guardamar und ist besonders reich an archäologischen Fundstücken.
Ein bedeutender Fund aus der iberischen Zeit ist die berühmte Dama de Guardamar. Das archäologische Museum zeigt in einer Dauerausstellung die Ausgrabungen der Gegend und als dessen Prunkstück die über 2.300 Jahre alte "Dama de Guardamar". Die iberische Büste wurde 1987 entdeckt.
Später nannten die Araber den Platz وادالرمل „Guald-al-ramal“ („Sandfluss“), wovon der heutige Name wohl herrührt. Im Spanischen bedeutet „guardar“ „sicher halten“ und „mar“ bedeutet „Meer“, was eine andere Erklärung für den heutigen Ortsnamen ist.
Um 1244 eroberte Alfonso X. der Weise das Gebiet um Guardamar für die Krone von Kastillien, wobei die muselmanische Bevölkerung nicht vertrieben wurde. Ein Generalaufstand des Königs von Murcia im Jahre 1264 hatte jedoch als Gegenschlag die Vertreibung der Muselmanen zur folge. Einige Jahre später, 1277, gründete König Alfonso X. das christliche Guardamar del Segura auf der Höhe des heutigen "Castillo" auf dem Schlossberg. Der König gründete sie als unabhängige Gemeinde mit den gleichen Regierungsgesetzen wie die Stadt Alicante (el Fureo de Alicante und brachte die ersen Siedler aus Katalonien und Valencia für den Widerstand gegen die Mauren an die Levante-Küste. Aus diesem Grund ist Guardamar bis zum heutigen Tag die südlichste Stadt, in der valencianisch gesprochen wird.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besetzte eine kleine Gruppe den Ort und proklamierte die Verfassung von 1812, angeführt von den Gebrüdern Bazán. Die Erwartung, dass sich die gesamte Vega Baja gegen Fernando VII erheben würde, wurde enttäuscht.
Am 21. März 1829 forderte ein schweres Erdbeben zahlreiche Menschleben. Es hatte die Stärke von 6,6º auf der Richterskala und hatte 389 Todesfälle in der Comarca Vega Baja del Segura zur Folge. Es zerstörte mehr als 2000 Häuser in der Comarca. Über 3000 Menschen waren damals in der Comarca Vega Baja obdachlos. Das Erdbeben zerstörte in Guardamar den mittelalterlichen Ort auf dem Schlosshügel völlig. Das maurische Castillo de Guardamar, die Burganlage aus dem 14. Jahrhundert, und der wesentlich größere untere Stadtkern mit seiner gotischen Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert wurden nahezu komplett zerstört. Der Ort musste völlig neu geplant und unterhalb des Schlosshügels von Grund auf wieder aufgebaut werden. Das neue Guardamar wurde im neoklassischen Stadtstil geplant (geradlinige Straßen in senkrechter Nord-Süd-Ausrichtung und drei symmetrisch angelegte Plätze). Die neue Bauweise der Häuser sollte zukünftigen Erdbeben standhalten, so dass man niedrige Häuser mit großen Innenhöfen baute. Der Altort wurde als Steinbruch für das neue Guardamar gebraucht. Guardamar galt im 19. Jahrhundert durch seine orthogonale Anordnung, wie das moderne Japan unserer Zeit, als besonders erdbebensicher. Spuren des großen Erdbebens sind, mit Ausnahme der stadtarchitektonischen Planung und der alten Schlossruine, kaum noch vorhanden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts pflanzte man Pinien an, um das Vordringen der Sanddünen zu verhindern. Die Sanddünen drangen in den Ort ein und drohten die Häuser zu begraben. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts kamen die ersten Touristen nach Guardamar. Der Tourismus ist heute der wichtigste Wirtschaftsfaktor.
Das Gemeindegebiet Guardamars ist das südlichste, in dem der valencianische Dialekt gesprochen wird. Dieser Dialekt hat offiziellen Rang neben Castellano. Aktuell können 41,8 % der Bevölkerung noch Valenciano sprechen und 20,5 % sind noch in der Lage Valenciano zu lesen.
Das archäologische Museum liegt in der Altstadt und zeigt in einer Dauerausstellung die Ausgrabungen der Gegend um Guardamar. Prunkstück ist die Dama de Guardamar deren Original aus dem 6. Jahrhundert vor Christus stammt.
Mauren und Christen ("Moros y Cristianos"): Wie in den meisten Orten der Costa Blanca feiert man auch Guardamar den Sieg der Christen über die Mauren, und zwar in den beiden letzten Juliwochen. Das örtliche Patronatsfest feiert man am jährlich am 7. Oktober in Erinnerung an die Jungfrau del Rosario.
Die Bürgermeister von Guardamar seit der Einführung demokratischer Wahlen in 1979 sind:
Der Tourismus ist derzeit der wichtigste Wirtschaftszweig. Wichtig sind auch die Bau- und Landwirtschaft. Der Anbau von "Ñora" ist traditionell und tyisch für Guardamar. Der Fischfang von Garnelen und Aal war lange traditionell, ist heute aber im Aussterben begriffen ist. Die Industrie ist begrenzt auf eine Fabrik für Autobatterien im Norden des Ortes.