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| Haardt (Pfälzerwald) | |
|---|---|
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Die Haardt (aufgehellt) als Ostrand des Pfälzerwalds | |
| Höchster Gipfel | Kalmit (673 m ü. NHN) |
| Lage | Rheinland-Pfalz |
| Östlicher Gebirgsrand des | Pfälzerwaldes |
| Koordinaten | 49° 8′ N, 7° 48′ O49.137.8673Koordinaten: 49° 8′ N, 7° 48′ O |
| Typ | Bruchstufe; Teil des Westrandes des Oberrheingrabens |
| Gestein | Gesteinseinheiten Buntsandstein und Zechstein |
| Alter des Gesteins | Buntsandstein 251–243 Mio. Jahre, Zechstein 256–251 Mio. Jahre |
| Fläche | etwa 100 km² |
| Besonderheiten | Höchste Erhebung des Pfälzerwaldes und viele weitere der höchsten; zahlreiche Burgen und Burgruinen; Bergwälder früher intensiv bäuerlich genutzt; Dominanz anspruchsloser Nadelhölzer (hauptsächlich Kiefern); geschlossene Bestände von Edelkastanien |
Die Haardt ist als Landschaft in Rheinland-Pfalz (Deutschland) ein etwa 30 Kilometer langer, zwei bis fünf Kilometer breiter und bis 673 m ü. NN hoher Mittelgebirgszug des Pfälzerwaldes.[1][2]
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Haardt stammt vom althochdeutschen hart und bedeutet eigentlich Bergwald oder bewaldeter Hang, wobei sich diese Bezeichnung hauptsächlich auf bäuerlich genutzte Wälder bezieht. Der Begriff wird im deutschen Sprachraum in verschiedenen sprachlichen Varianten mit d, t und th am Ende oder mit einem oder zwei a verwendet. Er erscheint häufig in Waldnamen wie Hardtwald bei Karlsruhe und in Ortsnamen wie Haardt, dem Weindorf oberhalb von Neustadt, oder Harthausen bei Speyer. Am Beispiel Harz oder dem Lemma dieses Artikels wird deutlich, dass auch die Benennung ganzer Mittelgebirge oder Mittelgebirgsteile auf diese Wortwurzel zurückgeführt werden kann.[3]
Von der Haardt abgeleitet sind auch die Bezeichnungen Ober-, Mittel- und Unterhaardt für die Abschnitte der Weinstraße, welche jedoch, ähnlich der Bezeichnung Haardtrand für dieselbe Region, heute nicht mehr geläufig sind.
Nicht durchgesetzt hat sich die von der Haardt abgeleitete Bezeichnung Haardtgebirge für den gesamten Pfälzerwald und die Bezeichnung Neustädter Gebirgsrand für die Haardt selber, wie sie im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und dem Nachfolgeblatt Landau verwendet wurden.
Zu den Bergen der Haardt gehören − sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalnull (NN):[5]
(nach dem Gedankenstrich jeweils die Lage in südlicher (südlich des Speyerbaches) und nördlicher (zwischen Speyerbach und Isenach) Haardt sowie im nördlichen Haardtsporn (nördlich der Isenach); Berge in westlich angrenzenden Landschaften in Kleinschrift)
Ordnet man die Hauptberge orographisch von Norden nach Süden, so ergibt sich das folgende Höhenprofil (eingerückt je die Trennflüsse; links in Kleinschrift vor einem Schrägstrich je westlich unmittelbar benachbarte Berge, sofern diese höher sind):
Wie schon die etymologische Analyse der Bezeichnung „Haardt“ vermuten lässt (siehe Abschnitt Name), ist auch in diesem Teil des Pfälzerwaldes der Wald das alles beherrschende Landschaftselement.
Vor Eingreifen des Menschen war die Haardt etwa seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. hauptsächlich von Eichen, Buchen und einigen autochthonen Kiefernbeständen bedeckt, zu denen mit Vordringen der Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. noch die Edelkastanie hinzukam, welche vor allem in den klimatisch begünstigten, unteren Regionen des heutigen Pfälzerwaldes gute Wachstumsbedingungen vorfand.[6][7][3]
Seit dem Mittelalter, vor allem seit den Epochen der Salier und Staufer, erfolgten umfangreiche Kolonisations- und Erschließungsmaßnahmen des Mittelgebirges, so dass in der Folge eine vielfältige bäuerliche Nutzung des Gebirgswaldes möglich wurde. Dies galt insbesondere für die Wälder der Haardt, die von der östlich gelegenen, schon damals relativ dicht besiedelten Weinbauregion gut erreichbar waren. Standen zunächst das einfache Sammeln von Holz, Beeren und die Jagd im Vordergrund, so machten es später zunehmender Bevölkerungsdruck und die Entstehung von Großgewerbe (z. B. Papiermühlen, Eisen- und Glashütten) notwendig, den Wald immer systematischer als Quelle für Brennstoffe und Baumaterialien auszubeuten. Auch für den Weinbau war die Haardt von besonderer Bedeutung, da z. B. für die Anlage von Weinbergen Holzstangen vor allem aus Kastanienwäldern entnommen wurden („Kammertbau“); zur Düngung der Wingerte und als Einstreu für den Stall dienten Nadeln und Laub, die man auf dem Waldboden zusammenharkte.[6][3]
Diese Übernutzung führte über Jahrhunderte hinweg zu massiver Beschädigung ja Verwüstung vieler Haardtwälder. Durch den permanenten Entzug organischen Materials verarmten die Böden, so dass nur noch die anspruchslosesten Baumarten, nämlich Kiefern – oft in verkrüppelter Form – existieren konnten. Erst der Aufbau einer geregelten Forstverwaltung machte im 18. und 19. Jahrhundert diesem Raubbau ein Ende. Vor allem im 19. Jahrhundert wurden die verwüsteten Flächen durch die damalige bayerische Staatsforstverwaltung systematisch aufgeforstet, wobei aufgrund der geschädigten Böden auch hier vor allem Kiefern zum Einsatz kamen. Weitere Verbesserungsmaßnahmen erfolgten in den 50ern und 60ern Jahren des vorigen Jahrhunderts. In gezielten forstwirtschaftlichen Programmen wurde versucht, die bestehenden Kiefern-Monokulturen zu Mischwäldern umzugestalten und dadurch eine schrittweise Meliorisierung der verarmten Böden herbeizuführen. Diesen Bemühungen war nach Meyer (1996) bisher jedoch nur wenig Erfolg beschieden.[6]
| Baumarten und Flächenanteile |
in Prozent |
|---|---|
| Kiefer | 70 |
| Douglasie | 7 |
| Buche | 6 |
| Traubeneiche | 4 |
| Edelkastanie | 4 |
| Fichte | 4 |
| Lärche | 2 |
| übr. Edellaubhölzer | 1 |
| sonst. Laubhölzer | 1 |
| sonst. Nadelhölzer | 1 |
Ohne menschliche Einflussnahme wäre die Haardt wie auch der gesamte Pfälzerwald in erster Linie von relativ artenarmen Eichen- und Hainsimsen-Buchenwäldern bedeckt. Jahrhundertelange bäuerliche und forstwirtschaftliche Nutzung (siehe Abschnitt Waldgeschichte) führten jedoch zu einem ganz anders gearteten Wirtschaftswald, der sich heute zu 84 Prozent aus Nadel- und nur zu 16 Prozent aus Laubbäumen zusammensetzt. Dabei nimmt, wie aufgrund der Geschichte des Haardtwaldes nicht anders zu erwarten, die Kiefer mit 70 Prozent Flächenanteil die Spitzenposition ein, während andere Nadelhölzer wie Douglasie (7 Prozent Flächenanteil), Fichte (4 Prozent Flächenanteil) und Lärche (2 Prozent Flächenanteil) nur eine untergeordnete Rolle spielen (siehe nebenstehende Tabelle[8]). Die schwach vertretenen Laubhölzer setzen sich hauptsächlich aus Buchen – 6 Prozent Flächenanteil –, ferner aus Eichen und Edelkastanien mit jeweils 4 Prozent Flächenanteil zusammen; dabei sind Edelkastanien vor allem in wärmebegünstigten tieferen Lagen am Ostfuß der Haardt anzutreffen, wo sie häufig in größeren Beständen auftreten.
Defizite ergeben sich auch bei der Waldzusammensetzung, da Kiefern-Monokulturen („Reinbestände“) nach wie vor mit 55 Prozent über die Hälfte der gesamten Waldfläche einnehmen, während Mischbestände – Kiefern mit meist unterständigen Buchen und Traubeneichen – bei 45 Prozent Flächenanteil im Vergleich mit anderen Wachstumsbezirken des Pfälzerwaldes unterrepräsentiert sind.[8]
Auch der Altersaufbau der Haardtwälder besitzt asymmetrische Züge. Das Durchschnittsalter der Bäume beträgt 75 Jahre, wobei Bestände in der Altersspanne von 1 bis 80 Jahren dominieren, ältere (160 Jahre und mehr) dagegen vollständig fehlen. Kiefern sind relativ gleichmäßig in verschiedenen Altersklassen vertreten, während bei Edelkastanien, Fichten und vor allem Douglasien jüngere Exemplare überwiegen. Diese Daten verweisen auf die großen Programme zur Wiederaufforstung im 19. Jahrhundert und auf neuere Entwicklungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (genauer siehe Abschnitt Waldgeschichte).[8]
Aus dem Mittelalter stammen zahlreiche Burgen und Burgruinen, deren bekannteste das Hambacher Schloss ist, das ursprünglich Kästenburg hieß und wegen des Hambacher Festes von 1832 zum Freiheitssymbol wurde.[9]