|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Hader, hergeleitet vom althochdeutschen Wort „hadara“ („Schafspelz“), ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für ein abgerissenes oder abgeschnittenes Stück Stoff oder Zeug, einen „Lumpen“ oder „Fetzen“. Als Hader wird auch ein abgetragenes, zerschlissenes Kleidungsstück bezeichnet, das aus Altersgründen in Stücke zerfällt.
Inhaltsverzeichnis |
Bis ins 18. Jahrhundert bildeten Hadern aus Leinen, Hanf oder Baumwolle – zusammen mit Spinnerei- und Seilereiabfällen – den einzig verfügbaren Faserrohstoff bei der Herstellung von Papier, dem sogenannten Hadernpapier.
Seit dem Mittelalter bis hinein ins 20. Jahrhundert sammelten oder kauften umherziehende Lumpensammler als fahrendes Volk diese Textilien bei der Bevölkerung auf und veräußerten sie an Papiermühlen.
Heute werden bei der Papierherstellung weniger als 2 % der Faserrohstoffe aus Hadern gewonnen. Sie werden in einem „Hadernschneider“ oder „Haderndrescher“ so zerrissen oder zerkleinert, dass die Fasern möglichst unbeschädigt bleiben.
Hadern werden vor allem für die Fertigung hochwertiger, alterungsbeständiger und fester Papiere, an die besondere Ansprüche gestellt werden, verwendet. Grundlage für diese Papiere bilden die aus Hadern gewonnenen Fasern, die mit Zellstoff, sortenreinen Faserstoffzugaben (beispielsweise reiner Baumwolle) und zunehmend auch mit synthetischen Fasern vermischt werden.