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| Abkürzung: 琼 (Pinyin: Qióng) | ||
| Hauptstadt | Haikou | |
| Fläche - Gesamt |
Rang 28 von 33 33.920 km² | |
| Bevölkerung
- Gesamt 2010 |
Rang 28 von 33
8.640.000 Einwohner | |
| Verwaltungstyp | Provinz | |
| Gouverneur | Luo Baoming | |
| | ||
| ISO 3166-2-Code | CN-46 | |
| Bezirksebene | 2 Städte | |
| Kreisebene | 6 Autonome Kreise, 6 Städte, 4 Kreise, 4 Stadtbezirke, 1 Dienststelle | |
| Gemeindeebene | 183 Großgemeinden, 21 Gemeinden, 18 Straßenviertel | |
Hainan (chinesisch 海南省 Hǎinán Shěng)
Aussprache?/i ist seit 1988 eine Provinz im Süden der Volksrepublik China, welche aus verschiedenen Inseln besteht. Zuvor war die nun südlichste Provinz der Volksrepublik administrativer Teil der Provinz Guangdong (Kanton). Die größte der Inseln wird ebenfalls Hainan genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Insel Hainan (海南岛 Hǎinán Dǎo), die im Südchinesischen Meer liegt und über die ca. 15 bis 30 km breite und durchschnittlich 44 m tiefe Hainanstraße (Straße von Qiongzhou) vom chinesischen Festland abgetrennt ist, ist – nach Taiwan – mit 34.380 km² die zweitgrößte Insel der chinesisch geprägten Welt und die größte der Volksrepublik China. Die Hauptstadt ist Haikou.
Hainan wurde im April 1988 zu einer eigenständigen Provinz und zugleich zu Chinas größter wirtschaftlicher Sonderzone ernannt. Da die Volksrepublik China die Insel Taiwan als eigenständigen Staat nicht anerkennt, wird Hainan somit als die zweitgrößte Insel der Volksrepublik China geführt, mit einer Größe nur etwas geringer als Taiwan.
Dem chinesischen Großreich wurde Hainan bereits zu Zeiten der Han Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) angegliedert. Unter dem General Lu Bede wurden die südchinesischen Küstenstreifen befriedet, darunter fiel im Jahre 110 v. Chr. auch Hainan.[1]
In der Provinz Hainan gibt es zwei bezirksfreie Städte, die Hauptstadt Haikou 海口市 im Norden und die Stadt Sanya 三亚市 im Süden. Während Haikou sich auf Kreisebene aus vier Stadtbezirken zusammensetzt, hat Sanya keine weiteren Untergliederungen auf Kreisebene.
Außer den vier Stadtbezirken Haikous unterstehen alle anderen Verwaltungseinheiten auf Kreisebene direkt der Provinzregierung. Es sind dies sechs kreisfreie Städte, vier Kreise, sechs Autonome Kreise und eine Dienststelle:
Aufgrund von Abtreibungen weiblicher Föten (Femizid) kommen in Hainan pro 100 Mädchen über 130 Jungen zur Welt. Hainan Island hat im Jahre 2008 8.647.300 Einwohner. Davon gehören 7.139.531 den Han-Chinesen zu und 1.507.721 den Minderheiten. Die ethnischen Minderheiten gliedern sich wie folgt:
Als Ministerpräsident Zhao Ziyang 1983 nach Hainan reiste, war er entsetzt. Er habe gedacht, dass sich die ärmsten Regionen der Welt in Afrika befänden. 1988 wurde Hainan zur eigenständigen Provinz und Chinas größte Sonderwirtschaftszone.[2] Die großzügigen Freiheiten sollten wirtschaftlich eine Art „Start aus dem Stand“ initiieren, doch sie schufen auch einen Tummelplatz für Korruption. Mit dem Status einer Sonderwirtschaftszone sollte Hainan vor allem für ausländische Geschäftsleute und Investoren interessant gemacht werden.
Auf Hainan befindet sich eine Perlenzuchtindustrie.
Seitdem die Insel Hainan 1988 zu einer wirtschaftlichen Sonderzone ernannt wurde, erfuhr es ein kontinuierliches Wachstum. Heute zählt es zu einem der beliebtesten Tourismusziele Chinas. Nach dem Tourismus ist die heimische Landwirtschaft der zweitgrößte Wirtschaftsfaktor. Neben Kaffee, Bananen, Orangen, Ananas, Kokosnuss, Pfeffer, Cashewnüssen und Erdnüssen sind zahlreiche weitere subtropischer Früchte von Bedeutung für den Agrarhandel. Auf Hainan wird Fischzucht, Hühner- und Entenzucht betrieben. Weiterhin entwickeln sich Industrien im Elektro- und Pharmabereich, im Textilbereich und der Autoindustrie ("Heima"). Hainan verfügt über Erdgas- und Erdölvorkommen in seinen Seegebieten, deren Ausschöpfung vorangetrieben wird. Auf Hainan befindet sich eine der größten Papierfabriken Chinas, die von der APP (Asia Pulp and Paper Co.) betrieben wird. Zur 20-Jahresfeier im Jahr 2008 hat Peking einen neuen Dreijahresplan für die Insel bekanntgegeben. Danach soll ihre Entwicklung zu einem internationalen Anlaufpunkt für Umschlag, Handel und Tourismus vorangetrieben werden. Dazu gehört auch die Einrichtung von Freihandelszonen (Duty free shops) auf Hainan und der Ausbau des Hafen Yangpu an der Westküste der Insel zu einem Freihandelshafen.[1]
Seit 2010 befindet sich an der Westküste im autonomen Kreis Changjiang das Kernkraftwerk Changjiang im Bau.
Während die Insel früher ein Exil für in Ungnade gefallene chinesische Staatsdiener war und später hauptsächlich Rucksacktouristen kamen, gewinnt Hainan seit einigen Jahren zunehmend an Renommee und ist mittlerweile das wohl weltweit bekannteste Touristenparadies der Volksrepublik.
Besonders Sanya im Kreis Lingshui wird als Urlaubsziel immer beliebter. Nach Statistiken der Lokalregierung kamen 2007 etwa 500.000 auswärtige Touristen nach Sanya, eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Durch die rasche Entwicklung des Tourismus boomen auch die Branchen Hotellerie und Immobilienwirtschaft. Im Frühjahr 2008 waren die Bauarbeiten an einem Luxushotel sowie eines Yachthafens im Gange. Aufgrund eines Sondererlasses der chinesischen Zentralregierung dürfen mittlerweile Touristen aus 21 Ländern und Regionen ohne Visum nach Hainan einreisen. Der Phoenix International Airport in Sanya bietet immer mehr touristische Charterflüge an.[3] Auf dem Gebiet von Sanya befindet sich auch die Nanwan-Affen-Insel. Die Affeninsel ist ein Naturschutzgebiet für Makakenaffen und sehr beliebtes Touristenziel.
Hainan wird auch das „Hawaii von China“ genannt.[4]
Auf der Insel sollen bis 2010 zwanzig Golfplätze fertiggestellt sein. Im Boa Dorum in Qionghai findet das jährliche Präsidententreffen der ostasiatischen Staaten statt.[1]
Die Hauptstadt der Provinz Hainan ist die Stadt Haikou. Die Stadt ist auch bekannt als Koskosnuss-Stadt und hat interessante historische Sehenswürdigkeiten und einen für die Provinz wichtigen Hafen. Der sogenannte "Tempel der Fünf Beamten" (Chinesisch: 五公祠; Pinyin: Wŭgōng cí, 20°0′35.79″N 110°21′17.34″E / 20.0099417°N 110.3548167°E / 20.0099417; 110.3548167) besteht aus fünf traditionellen Tempeln und Hallen, die zu Ehren von fünf Beamten der Tang-Dynastie (618–907) und der Song-Dynastie (960–1279) errichtet wurden. Die Beamten wurden für einen Zeitraum von 11 Tagen bis 11 Jahren nach Hainan verbannt, da sie dem Kaiser widersprachen.
Die Grabstätte des Hai Rui (Chinesisch: 海瑞墓; Pinyin: Hǎi Ruì Mù) ist ein nationales Kulturdenkmal und stammt aus dem Jahr 1589. Die Grabstätte wurde zum Gedenken an die vielen guten Dinge des Hai Rui während seines Lebens errichtet und befindet sich im Südwesten der Stadt Haikou. Hai Rai war ein sehr beliebter Beamter mit hainanesischer Herkunft, der zur Zeit der Ming-Dynastie lebte. Er war berühmt für seine lebenslange Ehrlichkeit und seiner Bereitschaft, sich für die lokale Bevölkerung starkzumachen. Später fiel er in Ungnade des Kaisers und wurde verfolgt.
Die Festung Xiuying Barbette wurde 1891 gebaut, um den Südosten Chinas während des Sino-Französischen Krieges zu verteidigen. Die fünf großen Kanonen auf der Festung sind noch intakt und können besichtigt werden. Die Festung befindet sich an der Straße Haixiu im Stadtbezirk Xiuying von Haikou.
Die Insel Hainan hat viele Strände und auch heiße Quellen. Einige sehr schöne landschaftliche Gebiete sind der Badeort Yalong Bucht (In der Nähe von Sanya); der Badeort Dadonghai (In der Nähe von Sanya); Qizhi Shan (Sieben Finger Berg), die heiße Quelle Guantang (in Qionghai), Shishan Vulkanischer Garten; der Gebirgskamm Baishi und Baihua, Wanquan Fluss. Der Wanquan-Fluss entspringt am Wuzhi-Berg und ist mit einer Länge von 163 km der drittgrößte Fluss in Hainan. An seinem Ober- und Unterlauf wachsen üppige Bäume und Palmen. Der Abschnitt in Qionghai wurde zu einem Touristengebiet erschlossen.
Weitere Attraktionen sind die Qiong Oper und Yalong Wan (亞龍灣 Crescent Drachenbucht oder Yalong Bucht), ein 7 km langer Strand östlich von Sanya.
Im Süden Hainans befindet sich die bedeutende Marinebasis Sanya, die Ende April 2008 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Darüber hinaus beherbergt die Insel eine Reihe von Luftwaffenstützpunkten und gilt – nicht zuletzt wegen ihrer strategischen Lage in der Nähe wichtiger Seehandelsrouten – als wichtiger Standort der elektronischen Aufklärung der Volksbefreiungsarmee.
Nach langjährigen Machbarkeitsstudien hat der chinesische Staatsrat im Herbst 2007 den Bau eines neuen Raumfahrtzentrums bei Wenchang auf Hainan beschlossen (siehe: Kosmodrom Wenchang), das von einheimischen Politikern vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen seit langem vehement befürwortet worden war. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. September 2009.[5] Von dem über elf Quadratkilometer großen Gelände sollen geostationäre Satelliten, Raumsonden und Satelliten gestartet werden. Dabei soll auch die projektierte Schwerlastrakete Langer Marsch 5 zum Einsatz kommen, deren Entwicklung sich allerdings um mindestens zwei Jahre bis 2014 verzögern soll. Außerdem plant man in Wenchang die Einrichtung eines Themenparks für Luft- und Raumfahrt.[6]
Provinzen: Anhui | Fujian | Gansu | Guangdong | Guizhou | Hainan | Hebei | Heilongjiang | Henan | Hubei | Hunan | Jiangsu | Jiangxi | Jilin | Liaoning | Qinghai | Shaanxi | Shandong | Shanxi | Sichuan | Taiwan (beansprucht, nicht kontrolliert) | Yunnan | Zhejiang
Autonome Gebiete: Guangxi | Innere Mongolei | Ningxia | Xinjiang | Tibet
Regierungsunmittelbare Städte: Peking | Chongqing | Shanghai | Tianjin
Bezirksfreie Städte Haikou • Sanya
Stadtbezirke von Haikou Longhua • Meilan • Qiongshan • Xiuying
Kreisfreie Städte Danzhou • Dongfang • Qionghai • Wanning • Wenchang • Wuzhishan
Kreise Chengmai • Ding'an • Lingao • Tunchang
Autonome Kreise Baisha • Baoting • Changjiang • Ledong • Lingshui • Qiongzhong
Dienststelle der Xisha-, Nansha- und Zhongsha-Inseln*
*Die Entwicklung im Fall Sansha ist anscheinend offen.
19.1066666667109.5675Koordinaten: 19° 6′ N, 109° 34′ O