|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Trachycarpus | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), Habitat. | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Trachycarpus | ||||||||||||
| H.Wendl. |
Die Hanfpalmen (Trachycarpus von griech. trachys = rau und karpos = Frucht) sind eine Gattung der Palmengewächse (Arecaceae). Es sind sehr robuste Fächerpalmen, ursprünglich in der Himalaya-Region beheimatet, die durch ihre Kältetoleranz auch in gemäßigten Klimazonen Verbreitung findet.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stämme dieser Palmen sind oft von abgestorbenen Blattfächern bedeckt. Die Blattfächer sind rund oder halbrund und tief geteilt. Die Stiele der Fächer sind bewehrt. Die dreizähligen Blüten sind eingeschlechtig. Die Blütenstände beider Geschlechter sehen gleich aus.
Die Gattung Trachycarpus umfasst etwa acht Arten:
Weniger bekannte Arten sind:
T. fortunei und Trachycarpus takil können auch in Mitteleuropa ausgepflanzt werden, besonders in wintermilden Gebieten, in denen die Temperatur im Winter -17 °C nicht unterschreitet, wie beispielsweise der Kölner Bucht, der Nordseeküste oder vielen Weinanbaugebieten. Im Kanton Tessin und Mittelland in der Schweiz wird diese Palmenart verbreitet als Gartenbaum verwendet. Geschützte Lagen sind auch zur Vermeidung der Beschädigung der Wedel durch Wind von Vorteil. T. wagnerianus ist allerdings deutlich windresistenter und kommt auch mit offeneren Lagen zurecht. Jüngere Exemplare, Kübelpflanzen und noch nicht eingewöhnte Pflanzen (z. B. Importware) sind allerdings weniger frosttolerant. Schon ab -10 °C kann es hier zu Verlusten oder zumindest ernsthaften Schäden kommen. Wenn die Temperatur -15 °C unterschreitet, ist in jedem Fall ein Winterschutz erforderlich. Rund um den Stamm wird eine dicke Schicht Rindenmulch geschüttet. Als leichter Frostschutz für die Blätter wird die Blattkrone mit Sackleinen oder ähnlichem umwickelt. Besseren Schutz bietet ein Verschlag aus Dachlatten, Luftpolsterfolie oder gar Stegdoppelplatten, der die Pflanze vor Wind, Regen und starkem Frost schützt. Bei extremer Kälte kann sogar beheizt werden. Eine Belüftung am Tag und bei milderem Wetter muss jedoch ermöglicht werden, da sonst Schimmel oder Herzfäule entstehen können. Ein solcher Schutz sollte nicht länger als unbedingt nötig an der Pflanze verbleiben. Nach Frühlingsbeginn sollte auch der Rindenmulch zumindest teilweise wieder entfernt werden, seine isolierende Wirkung verhindert eine rasche Erwärmung des Bodens. Selbst nach starken Winterschäden, auch mit Blattverlust, treibt die Pflanze im nächsten Sommer meist neu aus. Es können aber bis zu zwei Jahre vergehen, bis sie sich vollständig regeneriert hat. Frostschäden sind also nach Möglichkeit zu vermeiden.
T. nanus hat erwartungsgemäß ebenfalls bereits eine gute Frosthärte bewiesen. Für alle anderen Arten liegen bisher kaum Freilanderfahrungen vor, da sie sich noch nicht lange in Kultur befinden.
Hanfpalmen sind ein Indikator für den weltweiten Klimawandel. Ausgepflanzte Exemplare gibt es in Mitteleuropa zwar bereits seit über 100 Jahren, jedoch konnte in den letzten Jahren im Kanton Tessin und Mittelland in der Schweiz wie auch in Norditalien beobachtet werden, dass die Palmen auch ohne menschliche Eingriffe in freier Natur verwildert heranwachsen können, während in der Vergangenheit nur Pflanzen ab einem bestimmten Alter in der Lage waren, in gemäßigten Klimazonen den Winter zu überstehen.[1] Zu dem zeigen die Pflanzen innerhalb ihrer Frosttoleranz ein unterschiedliches Wachstumsverhalten in Abhängigkeit mit den winterlichen Temperaturen, wodurch sich an ausgepflanzten Exemplaren erkennen lässt, welche Temperaturen an ihrem Standort in den vergangenen Jahren herrschte.[2]
Chinesische Hanfpalme (T. fortunei):