|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Hans-Gert Hermann Pöttering (* 15. September 1945 in Bersenbrück) ist ein deutscher Politiker (CDU) und war von 2007 bis 2009 der 23. Präsident des Europäischen Parlamentes.
Er ist seit der ersten Direktwahl 1979 Mitglied des Europäischen Parlaments und war von 1999 bis 2007 Fraktionschef der EVP-ED. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament 2004 und 2009 war er Spitzenkandidat der CDU Deutschlands. Als Teil einer Abmachung mit der sozialistischen Fraktion folgte er Josep Borrell in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode, ab 16. Januar 2007, als Parlamentspräsident. Am 14. Juli 2009 wurde er von Jerzy Buzek abgelöst.
Am 4. Dezember 2009 wurde er als Nachfolger von Bernhard Vogel zum Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung gewählt[1] und am 1. Juli 2011 im Amt bestätigt.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Pöttering lernte seinen Vater nie kennen, da dieser in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als Soldat fiel. Pöttering wuchs in Bersenbrück auf. 1966 machte er sein Abitur am Artland-Gymnasium in Quakenbrück. Er leistete bis 1968 seinen Wehrdienst und wurde Reserveoffizier. Anschließend nahm er sein Studium der Rechtswissenschaften, Politik und Geschichte an der Universität Bonn und der Universität Genf sowie am Institut des Hautes Études Internationales in Genf auf. 1973 legte er sein erstes juristisches Staatsexamen ab; nach einem Studienaufenthalt an der Columbia University in New York wurde er 1974 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit der Arbeit Die verteidigungspolitische Konzeption der Bundesregierung von 1955-1963, unter besonderer Berücksichtigung der Militärstrategie der USA promoviert. 1976 legte er sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Von 1976 bis 1979 war er wissenschaftlicher Angestellter, ab 1989 Lehrbeauftragter der Universität Osnabrück. 1995 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Osnabrück ernannt.[3]
Hans-Gert Pöttering hat zahlreiche Veröffentlichungen zur europäischen Politik publiziert.
Er lebt in Bad Iburg bei Osnabrück, ist katholisch, geschieden und hat zwei Söhne.
Von 1974 bis 1980 war er europapolitischer Sprecher der Jungen Union Niedersachsen und anschließend Landesvorsitzender der Europa-Union Niedersachsens von 1981 bis 1991. Von 1997 bis 1999 war Pöttering Präsident der überparteilichen Europa-Union Deutschlands (seitdem Ehrenpräsident).
Er ist seit 1990 CDU-Kreisvorsitzender im Landkreis Osnabrück. Er ist Mitglied des CDU-Präsidiums und seit 2009 Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Pöttering ist Mitglied im Schützenverein Bad Iburg und im Freundes- und Fördererkreis des Gymnasiums Bad Iburg. Er engagiert sich im Kuratorium des Europäischen Jugendparlaments in Deutschland e. V. und amtiert als Vorsitzender des Steering Committee, des parlamentarischen Lenkungsausschusses der Initiative A Soul for Europe.
Hans-Gert Pöttering ist Mitglied des Europäischen Parlaments für die Region Osnabrück, Emsland, Ostfriesland seit 1979. Er ist der einzige Europaparlamentarier der seit der ersten Direktwahl 1979 durchgehend gewählt worden ist.
Von 1994 bis 1999 war er stellv. Vorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament (Christlich-demokratische Fraktion) und stellv. Vorsitzender der Europäischen Demokraten (EVP-ED).
Von 1984 bis 1994 war er Vorsitzender des Unterausschusses „Sicherheit und Abrüstung“ des Europäischen Parlamentes. Während seiner Tätigkeit als Leiter der Arbeitsgruppe „Regierungskonferenz 1994“ von EVP und EVP-ED Fraktion in den Jahren 1994 bis 1996 wurden deren Vorschläge als Grundsatzpapier Anfang November 1995 vom Kongress der EVP in Madrid mit großer Mehrheit verabschiedet. Das Papier stellte die Position der EVP für den Vertrag von Amsterdam dar.
Von 1996 bis 1999 hatte Pöttering die Leitung der Arbeitsgruppe „Erweiterung der Europäischen Union“ von EVP und EVP-ED Fraktion inne.
Von 1999 bis 2007 war Hans-Gert Pöttering Vorsitzender der EVP-ED Fraktion im Europäischen Parlament (Nachfolger: Joseph Daul).
Am 16. Januar 2007 wurde Hans-Gert Pöttering zum Präsidenten des Europäischen Parlamentes gewählt.[4] Bereits im ersten Wahlgang erhielt er 100 Stimmen mehr als für die absolute Mehrheit erforderlich gewesen wären. Am 14. Juli 2009 wurde er vom früheren polnischen Ministerpräsidenten Jerzy Buzek abgelöst.
Er ist stellvertretender Vorsitzender des Advisory Boards der Initiative „A Soul for Europe".
Pöttering ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament.
Emmanuel Sassen (1953–1958) | Pierre Wigny (1958–1958) | Alain Poher (1958–1966) | Joseph Illerhaus (1966–1969) | Hans August Lücker (1969–1975) | Alfred Bertrand (1975–1977) | Egon Klepsch (1977–1982) | Paolo Barbi (1982–1984) | Egon Klepsch (1984–1992) | Leo Tindemans (1992–1994) | Wilfried Martens (1994–1999) | Hans-Gert Pöttering (1999–2007) | Joseph Daul (seit 2007)
Eugen Kogon (1949–1954) | Paul Leverkuehn (1954) | Ernst Friedlaender (1954–1957) | Friedrich Carl von Oppenheim (1957–1973) | Theo M. Loch (1973–1980) | Walter Scheel (1980–1989) | Egon Klepsch (1989–1997) | Hans-Gert Pöttering (1997–1999) | Elmar Brok (1999–2006) | Peter Altmaier (2006-2011) | Rainer Wieland (seit 2011)
Bruno Heck | Arnold Bergstraesser | Alfred Müller-Armack – Franz Thedieck | Bruno Heck | Bernhard Vogel | Günter Rinsche | Bernhard Vogel | Hans-Gert Pöttering
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pöttering, Hans-Gert |
| ALTERNATIVNAMEN | Pöttering, Hans-Gert Hermann (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdEP, 23. Präsident des Europäischen Parlamentes (2007–2009) |
| GEBURTSDATUM | 15. September 1945 |
| GEBURTSORT | Bersenbrück |