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Hans Heinrich Ehrler (* 7. Juli 1872 in Bad Mergentheim; † 14. Juni 1951 in Waldenbuch; auch Hanns Heinrich Ehrler oder Hans Heinz Ehrler) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Redakteur.
Inhaltsverzeichnis |
Hans Heinrich Ehrler stammte aus einer alten württemberg-fränkischen Handwerkerfamilie. Sein Vater, der Wachszieher und Lebzelter Johann Michael Ehrler dichtete Knittelverse und war in Wien mit Johann Strauss befreundet. Sein Geburtshaus ist das ehemalige Kanzlerhaus am Oberen Markt in Bad Mergentheim, der ihm zu Ehren in Hans-Heinrich-Ehrler-Platz umbenannt wurde. Seine Mutter Margaretha starb bereits 1877.
Als Kind wollte Hans Heinrich Ehrler in den geistlichen Stand eintreten und besuchte deshalb nach der Volksschule im Alter von 15 Jahren eine Schule des Franziskanerordens in Ingolstadt und wechselte dann auf das Internat für Realschüler in Landshut. Nachdem es aber mit 18 Jahren in ihm rebellierte, holte ihn sein Vater zurück nach Bad Mergentheim an die Mergentheimer Lateinschule. Da zu dieser Zeit der Abschluss dort jedoch nicht zum Reifezeugnis führte, machte Ehrler sein Abitur dann 1892 in Ellwangen. [1] Bereits in sein Schulzeit unternahm er lyrische Versuche.
An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Ludwig-Maximilians-Universität München studierte Ehrler katholische Theologie ohne Abschluss.
Bevor er sich als freier Schriftsteller ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Redakteur in Köln, Stuttgart, Heilbronn, Konstanz und Karlsruhe. In Friedrichshafen war er Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung. Seine 1904 geschlossene Ehe mit Melanie (geb. Frommherz) blieb kinderlos. 1911 veröffentlichte Ehrler seinen ersten Erzählband Briefe vom Land und ließ sich wieder in Friedrichshafen am geliebten Bodensee nieder. 1913 zog das Ehepaar nach Freiburg im Breisgau, dann nach Littenweiler.
Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Ehrler zunächst bei der Militärzensur, danach wurde er als Korrespondent der Militärverwaltung nach Stuttgart dienstverpflichtet. Er litt unter dem Krieg und als patriotisch gesinnter Deutscher unter der Niederlage. „Die Republik erkannte Ehrler an, die Revolution war ihm verhaßt. So holte er am 9. Januar 1919, dem Entscheidungstag gegen Spartakus, die rote Fahne von der Altane des Stuttgarter Rathauses und steckte die württembergische auf, weil Schwarzrotgold im ganzen Rathaus nicht aufzutreiben war.“ [2]
Erschüttert durch den Krieg zog sich Hans Heinrich Ehrler eine Zeit lang in das ehemalige Zisterzienserkloster Maulbronn zurück. Diese Zeit beschrieb er in seinem Buch Briefe aus meinem Kloster. In seinem 1925 erschienen Roman Wolfgang: Das Jahr eines Jünglings verarbeitete Ehrler die Kriegszeit und er wurde damit in der Jugendbewegung wahrgenommen. Große Erfolge bei den Lesern blieben aber zeitlebens aus, auch wenn der Autor 1928 für den Gedichtband Gesicht und Antlitz den Literaturpreis des Württembergischen Goethebundes erhielt. 1926 zog Ehrler dann endgültig nach Waldenbuch im Waldgebiet des Schönbuch südlich von Stuttgart, wo er bis zu seinem Tod mit seiner Frau lebte.
Als Student in München war Ehrler ein Anhänger Bismarcks gewesen. Danach stand er der liberalen Demokratischen Volkspartei nahe. Aber in der Katastrophe des Ersten Weltkrieges sah Ehrler eine Folge der sittlichen Verwahrlosung Deutschlands und so ließ er sich anfangs auch von den Phrasen der Nationalsozialisten beeindrucken. 1938 erhielt Ehrler für sein Gesamtschaffen den Schwäbischen Literaturpreis. Rechenschaft über sein Verhältnis zum Dritten Reich legte er in seinem Nachlass ab. Eine Anekdote erzählt, auf einem Treffen der Mitglieder der Reichsschrifttumskammer habe der eigentlich eher unpolitisch gesinnte Dichter für einen Eklat gesorgt, als er dem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels auf die Schulter schlug und zu ihm sagte: „Die mag i fei bloß halbe.“ [3] Ehrler begann zu trinken – nicht übermäßig, aber dennoch regelmäßig. Er begab sich in die Innere Emigration. Nach 1945 wurde es still um ihn, „er war vollends ein Unzeitgemäßer geworden.“[4]
Ein Jahr nach seinem Tod und seiner Beisetzung in Waldenbuch wurde der Leichnam des “Heimatdichters” Hans Heinrich Ehrler 1952 wieder in seiner Heimatstadt Bad Mergentheim, die er zeit seines Lebens regelmäßig zur Kur besucht hatte, auf den Friedhof St. Michael überführt.
Zahlreiche Gedichte Hans Heinrich Ehrlers wurden (häufig für Männerchor) vertont. Komponisten waren Ludwig Bibus, Georg von Albrecht, Julius Gessinger, Oskar Merkle, Wilhelm Rieth, Hermann Reutter, Quirin Resche und Eberhard Ludwig Wittmer.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ehrler, Hans Heinrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Ehrler, Hanns Heinrich; Ehrler, Hans Heinz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller, Lyriker und Redakteur |
| GEBURTSDATUM | 7. Juli 1872 |
| GEBURTSORT | Bad Mergentheim |
| STERBEDATUM | 14. Juni 1951 |
| STERBEORT | Waldenbuch |