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Hans Ramshorn

Hans Ramshorn

Hans Ramshorn (* 17. März 1892 in Mittelwalde; † 1. Juli 1934 bei Breslau) war ein deutscher Offizier und Politiker (NSDAP).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Deutsches Kaiserreich (1892 bis 1918)

Ramshorn war der Sohn des Majors Alexander Ramshorn. Nach dem Besuch der Vorschule trat Hans Ramshorn in das Königlich Preußische Kadettenkorps ein, wo er von 1902 bis 1910 die Schulbildung von der Sexta bis zur Selecta erhielt. Am 1. März 1910 wurde er zum Leutnant im Infanterie-Regiment „von Borcke“ (4. Pommersches) Nr. 21 ernannt.

Am Ersten Weltkrieg nahm Ramshorn nach Angaben des Reichstagshandbuches „von Anfang bis Ende“, also von 1914 bis 1918, mit dem Infanterie-Regiment Nr. 21 teil. An gleicher Stelle heißt es jedoch, dass er für die Dauer von eineinhalb Jahren in russische Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er schließlich fliehen konnte. Im Krieg wurde Ramshorn ferner zweimal verwundet und mit zahlreichen Kriegsorden dekoriert (Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse, Bulgarischer Verdienstorden mit Krone und Schwertern, Baltenkreuz).

Weimarer Republik (1919 bis 1933)

Nach dem Krieg beteiligte Ramshorn sich von Januar bis August 1919 am „Grenzschutz Ost“ bei Thorn und später im Baltikum. Anschließend schloss er sich der Marinebrigade Loewenfeld an, einem der zahlreichen sogenannten Freikorps, rechten Wehrverbänden, die im Gefolge der deutschen Kriegsniederlage versuchten, ein Übergreifen der russischen Revolution auf Deutschland zu verhindern. Mit der Brigade Loewenfeld nahm Rahmshorn am Kapp-Putsch und an den folgenden Kämpfen im Ruhrgebiet 1920 teil.

Am 1. August 1920 wurde Ramshorn Beamter bei der Sicherheitspolizei, in der er die Führung einer Hundertschaft in Düsseldorf übernahm. Seine Hundertschaft war an der Niederschlagung des Mitteldeutschen Aufstands 1921 beteiligt. Auf Ramshorns Veranlassung wurden dabei auch Zivilisten erschossen. Nachdem er 1923 aus disziplinarischen Gründen aus dem Polizeidienst entlassen worden war, schloss er sich der Schwarzen Reichswehr an. Er war zunächst auch Mitglied der Deutschvölkischen Freiheitspartei, trat aber schließlich am 1. Januar 1931 in die NSDAP ein. Von November 1932 bis zu seinem Tod im Juni/Juli 1934 gehörte er für diese während dreier Legislaturperioden als Abgeordneter dem Reichstag an, in dem er den Wahlkreis 9 (Oppeln) vertrat. Daneben gehörte er neben Edmund Heines zu den wichtigsten Führern der schlesischen Sektion der Sturmabteilung (SA), der Parteiarmee der NSDAP. Wie andere ranghohe SA-Mitglieder stand Ramshorn in dem Ruf, ein Homosexueller zu sein.[1]

NS-Zeit (1933 bis 1934)

Nach dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde Ramshorn mit dem Posten des Polizeichefs in der oberschlesischen Stadt Gleiwitz betraut. In der SA rangierte er nun als Brigadeführer.

Am 30. Juni 1934 wurde Ramshorn im Zuge der unter dem Propagandanamen Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen Säuberungsaktion, in deren Verlauf Hitler und andere nationalsozialistische Führer ihre tatsächlichen und vermeintlichen Widersacher in den eigenen Reihen beseitigen ließen, von Angehörigen der Schutzstaffel verhaftet und in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 gemeinsam mit sieben anderen SA-Führern in einem Waldstück bei Breslau erschossen. Die Staatspolizeistelle Breslau bescheinigte seinen Tod für den 1. Juli 1934, 3.00 Uhr morgens.[2]

Das Landgericht Osnabrück verurteilte am 2. August 1957 Udo von Woyrsch wegen der Weitergabe von Mordbefehlen während des „Röhm-Putsches“ in Schlesien zu zehn Jahren Haft. Nach Feststellungen des Gerichts wurde auf Grund dieser Befehle auch Ramshorn zwischen dem 30. Juni und dem 2. Juli 1934 in Breslau erschossen.[3]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ SA-Oberführer Hans Kallenbach wusste am 4. Juli 1934, unmittelbar nach dem „Röhm-Putsch“ von Bildern „wüstester Homosexualität“ zu berichten, die sich ihm, Kallenbach, als dem Organisator der schlesischen SA-Führerschulen morgens unter anderem beim Wecken Ramshorns geboten hätten. Siehe: Burkhard Jellonnek: Homosexuelle unter dem Hakenkreuz. Die Verfolgung von Homosexuellen im Dritten Reich, Paderborn 1990, S. 86; siehe auch Heinz Höhne: Mordsache Röhm. (pdf) In: Der Spiegel 26/84, S. 123.
  2. ↑ Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz I. HA Rep. 77, Personalakten Nr. 2097.
  3. ↑ Otto Gritscheder: „Der Führer hat Sie zum Tode verurteilt…“ Hitlers „Röhm-Putsch“-Morde vor Gericht, München 1993, S. 105f.
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