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Harrachov

Harrachov
Wappen von Harrachov
Harrachov (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Semily
Fläche: 3663 ha
Geographische Lage: 50° 47′ N, 15° 26′ O50.775277777815.4291666667665Koordinaten: 50° 46′ 31″ N, 15° 25′ 45″ O
Höhe: 665 m n.m.
Einwohner: 1.534 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 512 46
Verkehr
Bahnanschluss: Jelenia Góra–Kořenov
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Tomáš Ploc (Stand: 2007)
Adresse: Centrum 150
512 46 Harrachov
Gemeindenummer: 577081
Website: www.harrachov.cz

Harrachov (deutsch Harrachsdorf) ist eine Stadt am Flüsschen Mummel in Tschechien. Sie befindet sich in 700 m ü. M. am Westrand des Riesengebirges direkt an der Grenze zu Polen. Harrachov ist ein bedeutendes Wintersportzentrum mit Abfahrtshängen und Langlaufloipen. Es besitzt mit den Čerťák-Anlagen Skisprungschanzen in verschiedenen Größen sowie eine Skiflugschanze. Des Weiteren führt durch Harrachov die E 65 über den Neuweltpass (Novosvětský průsmyk) nach Polen. Oberhalb der Stadt befindet sich der Mummelfall.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Existenz der Gemeinde Harrachsdorf ist seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert. Im Jahre 1712 erhielt Elias Müller aus Seifenbach (Rýžoviště) durch Aloys Thomas Raimund Graf Harrach das Privileg zur Errichtung einer Glashütte im Neuen Wald, um die eine Siedlung entstand, die zunächst den Namen Grünwald, später Neuwald und ab 1863 Neuwelt trug.

In den 1930er Jahren erfolgte die Eingemeindung von Neuwelt (Nový Svět) und Seifenbach nach Harrachsdorf. 1959 wurden die Häuser an der Bahnstation nach Tanvald (Tannwald) nach Harrachov eingemeindet. Diese Siedlung mit dem Namen Mýtiny (Strickerhäuser, polnisch Tkacze) lag früher in Niederschlesien und gehörte seit 1945 zu Polen. Sie wurde im Austausch gegen ein gleich großes Stück Land östlich von Jakuszyce (Jakobsthal) vom tschechischen Staat erworben. Seit 1973 ist Harrachov eine Stadt.

Wirtschaft

Die Glasbläserei hat überall in den Wäldern der Sudeten Tradition. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in Harrachov die erste Glashütte gegründet. 1754 wurde sie vom Grafen Harrach erworben. Sie erlangte große Berühmtheit in ganz Europa; noch heute wird in Harrachov Glasherstellung betrieben. Davon zeugt auch das Glasmuseum in einem 1994 rekonstruierten Herrenhaus in der Nähe der Glasfabrik in Nový Svět.

Skischanzen Čerťák in Harrachov

Der bei Weitem wichtigste Wirtschaftsfaktor ist inzwischen jedoch der Tourismus. Besonders im Winter, aber auch im Sommer kommen zahlreiche Gäste aus Tschechien, Polen, Deutschland sowie aus den Niederlanden.

Harrachov besitzt seit 1963 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Jelenia Góra–Kořenov (Hirschberg–Polaun), die früher als „Zackenbahn“ bekannt war. Der grenzüberschreitende Verkehr nach Polen wurde im August 2010 wieder aufgenommen, nachdem er infolge des Zweiten Weltkrieges eingestellt worden war.

Mit dem nördlich gelegenen polnischen Nachbarort Jakuszyce verbindet die Stadt der Grenzübergang an der Europastraße 65, die im Tal der Mitmitz über den 886 m hohen Neuweltpass (polnisch Przełęcz Szklarska, tschechisch Novosvětský průsmyk) führt.

Tourismus

Durch Harrachov verläuft der Bergwanderweg Eisenach–Budapest.

Gemeindegliederung

Zu Harrachov gehören die Ortsteile Mýtiny (Strickerhäuser) mit Janov (Johannesthal) sowie Nový Svět (Neuwelt) und Ryžoviště (Seifenbach).

Weblinks

 Commons: Harrachov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)
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