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Der Hartware Medienkunstverein (HMKV; Eigenschreibweise: Hartware MedienKunstVerein) wurde 1996 von den Kuratoren Iris Dressler, Hans Christ und Jan-Peter E.R. Sonntag in Dortmund gegründet. Seit 2009 wird er von Inke Arns (künstlerische Leitung) und Frauke Hoffschulte (Geschäftsführung) geleitet.
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Seit der Gründung des Vereins fanden zahlreiche internationale Medienkunstausstellungen und Veranstaltungen statt.
Nach einem Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum von Dortmund (Plan B – Kunst Raum Stadt, 2000) kuratierte Hartware in den Jahren 2000 und 2001 Projekte in Rotterdam, Duisburg, Amsterdam und Kopenhagen. Von 2001 bis 2002 fanden im 400 m² großen Ausstellungsraum in der Güntherstraße in Dortmund verschiedene Ausstellungen statt, so z.B. Kontrollfelder. Programmieren als künstlerische Praxis (2002). Anfang 2003 zeigte der HMKV im Dortmunder Museum am Ostwall die international erste umfassende Retrospektive des spanischen Medienkünstlers Muntadas, der 2005 mit dem Spanischen Nationalpreis ausgezeichnet wurde. 2004 wurde die von der Kunststiftung NRW und von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Ausstellung games. Computerspiele von KünstlerInnen (2003) mit dem Innovationspreis des Fonds Soziokultur ausgezeichnet. Der internationale Kunstkritikerverband AICA, deutsche Sektion, bezeichnete games neben der Ausstellung Kunst in der DDR in der Neuen Nationalgalerie in Berlin als „besondere Ausstellung des Jahres 2003“. Von 2003 bis 2010 wurden in der 1895 erbauten 2.200 m² großen PHOENIX Halle viele Ausstellungen gezeigt, u.a. 2004 der Nam June Paik Award der Kunststiftung NRW (2004), vom Verschwinden. Weltverluste und Weltfluchten (2005), mit allem rechnen. Medienkunst aus Estland, Lettland und Litauen (2006, zusammen mit dem Museum am Ostwall), The Wonderful World of irational.org. Tools, Techniques and Events 1996-2006 (2006), History Will Repeat Itself. Strategien des Reenactment in der zeitgenössischen (Medien-)Kunst und Performance (2007), Anna Kournikova ... Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums (2008) und „Wach sind nur die Geister“ – Über Gespenster und ihre Medien (2009).
Seit Mai 2010 sind die Ausstellungen des Hartware MedienKunstVereins auf der 3. Etage des Dortmunder U, dem ehemaligen Gär- und Lagerhochhaus der Union-Brauerei, zu sehen. Im Wechsel mit anderen Institutionen wird auch die Wechselausstellungsfläche (6. OG) für groß angelegte Ausstellungsprojekte genutzt.
Mit Agents & Provocateurs eröffnete der HMKV Mitte Mai die erste Ausstellung im neuen Dortmunder U – zwei Wochen vor der offiziellen Eröffnung. Weitere Ausstellungen im Dortmunder U waren Building Memory – Four films about architecture, monuments and community, TRUST und inter-cool 3.0: Jugend Bild Medien. Die von der Europäischen Kommission geförderte Ausstellung Arctic Perspective in der PHOENIX Halle wurde von der amerikanischen Kunstzeitschrift Artforum zu den „Besten Ausstellungen 2010“ gezählt. Gleichzeitig war Arctic Perspective die (vorläufig) letzte Veranstaltung des HMKV in der PHOENIX Halle.
Im Rahmen der ISEA2010 RUHR fand die Ausstellung Elektronische Atmosphären im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund sowie an anderen Orten in der Stadt statt. International zeigte der HMKV 2010 die Ausstellungen “Wach sind nur die Geister” – Über Gespenster und ihre Medien in Torun (Polen) sowie Building Memory in Łodz (Polen) und Tel Aviv (Israel).
Der HMKV organisierte ferner vier internationale Konferenzen: die ISEA2010 RUHR, 16th International Symposium on Electronic Arts in Essen, Dortmund und Duisburg, die E-Culture Fair im Dortmunder U, Satellite / Border / Footprint im Rahmen von GrenzGebiete Ruhr und die Arctic Perspective Open Space Conference in der PHOENIX Halle Dortmund. Darüber hinaus bot der HMKV zahlreiche Workshops für Kinder und Jugendliche mit MedienkünstlerInnen und FotografInnen an.
Im Jahr 2011 erhielt der HMKV den Jahresförderpreis für Kunstvereine der Kunststiftung NRW Jump für seine herausragenden Leistungen in der Produktion, Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer (Medien-)kunst. Mit Barbara Breitenfellner: Traum einer Ausstellung wurde zum ersten Mal eine Einzelpräsentation einer jungen Künstlerin auf der 3. Etage des Dortmunder U gezeigt. Das Projekt Gone to Croatan – Strategien des Verschwindens setzte in Zusammenarbeit mit dem Centre of Contemporary Art ›Znaki Czasu‹, Torun (PL), die Tradition der großen internationalen Gruppenausstellungen fort und stellt die erste Bespielung der Wechselausstellungsfläche des Dortmunder U (6. OG) durch den HMKV dar. Einen thematischen Schwerpunkt innerhalb des HMKV Programms 2011 bildeten das Japan Media Arts Festival und die Schau Proto Anime Cut von Juli bis Oktober. Im November 2011 zeigte der HMKV im Rahmen der internationalen Gruppenausstellung The Oil Show fünfzehn zeitgenössische künstlerische Positionen, die sich mit den geopolitischen, gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen unserer Abhängigkeit vom Erdöl auseinandersetzten. Begleitet wurde die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit regelmäßigen Filmvorführungen, Workshops, Künstlergesprächen und der multimedialen Diskussionsveranstaltung Werden wir die Erde retten? zum Beginn des postfossilen Zeitalters. (in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes und dem Suhrkamp Verlag)
Der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) versteht sich als Plattform für die Produktion, Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer bzw. experimenteller Medienkunst. Aus der Vielzahl von internationalen Kooperationen ist ein breit gefächertes, internationales und offenes Netzwerk entstanden, das sich in einem facettenreichen Ausstellungsprogramm widerspiegelt. Der HMKV hat seit seiner Gründung im Jahr 1996 an die 100 Ausstellungen, Film-, Video-, Musik- und Performanceprogramme, Workshops, Vorträge, Tagungen und Konferenzen in diversen Städten im In- und Ausland realisiert. 2011 erhielt der HMKV den Jahresförderpreis für Kunstvereine der Kunststiftung NRW, „Jump“. In der dritten Etage des Dortmunder U zeigt der HMKV 2011 verschiedene internationale Medienkunstausstellungen. Im Wechsel mit anderen Partnern wird auch die sechste Etage für groß angelegte Ausstellungsprojekte genutzt.
Der HMKV war an der Gründung verschiedener Netzwerke in Dortmund und Nordrhein-Westfalen beteiligt: dem medien_kunst_netz dortmund, einem Zusammenschluss des Kulturbüros der Stadt Dortmund, der Universität Dortmund, des Museums am Ostwall und des HMKV, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Infrastrukturen für Medienkunst in Dortmund zu stärken (seit 2001). Ein weiteres Netzwerk, an dessen Gründung der HMKV 2001 beteiligt war, ist das Medienwerk NRW, zu dem sich verschiedene Institutionen aus NRW, die sich mit Medienkunst und -kulturen auseinandersetzen, zusammengeschlossen haben. Auch durch die Mitarbeit in diversen Fördergremien des Landes, mit denen junge Künstlerinnen und Künstler gefördert werden (Nachwuchsförderung der Kunststiftung NRW; Förderpreis des Landes NRW im Bereich Medienkunst) sowie durch die Betreuung des Stipendiums des Landes NRW für Medienkünstlerinnen aus NRW engagiert sich der HMKV aktiv in der Kulturpolitik des Landes.