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Ein Haus ist ein GebÀude, in dem Menschen leben oder arbeiten, d. h. ein WohngebÀude oder GeschÀftsgebÀude.
HĂ€user unterscheiden sich in ihrem Haustyp (Reihenhaus, Hochhaus, Mehrfamilienhaus) und hĂ€ufig auch nach ihrem Energiestandard. In vielen LĂ€ndern, beispielsweise in Nordafrika und SĂŒdasien sowie in Japan haben HĂ€user jedoch hĂ€ufig keinerlei WĂ€rmedĂ€mmung oder installierte Haustechnik.
Inhaltsverzeichnis |
Als eigenstĂ€ndiger Begriff[1][2] wird Haus vor allem fĂŒr GebĂ€ude mit Wohnfunktion gebraucht: âHaus ist ein GebĂ€ude, das Menschen zum Wohnen, Unterkunft und BeschĂ€ftigung dient.â[1] Umgangssprachlich wird das Wort synonym zu GebĂ€ude â ohne Kontext der Nutzung â verwendet (wie in Hochhaus). Haus wird im Deutschen mit verschiedenen Begriffen zur Bezeichnung unterschiedlicher GebĂ€udetypen oder dem Verwendungszweck verknĂŒpft, zum Beispiel Wohnhaus, Bauernhaus, Parkhaus, Rathaus, Kaufhaus, Krankenhaus, Waisenhaus, Elefantenhaus, Baumhaus etc.
Das Wort selbst hat eine lange Geschichte mit etlichen Bedeutungswandlungen:[1]
Althochdeutsch hĂ»s heiĂt ursprĂŒnglich âdas Bedeckendeâ. Es wurzelt in einer sehr alten, indogermanischen Grundbedeutung *kĂ»/*[s]keu âSchutz, umhĂŒllenâ, zu finden auch etwa in sanskr. sku âbedeckenâ, griech. ÏÎșÎ”Ï Î· skeue âKleidung, RĂŒstungâ, ÏÎșÏ ÏÎżÏ skytos âHaut, Lederâ, oder lat. scĂ»tum âSchildâ, wie auch Scheune[3]. Das deutsche Schluss-«s» wird als âRest eines Mittel oder Werkzeuge andeutenden Suffixesâ[1] gedeutet, und hĂ»s steht daher dem althochdeutschen hĂ»t nahe, das sich zu den Worten HĂŒtte, (Ob-)Hut/hĂŒten, und Haut ausdifferenziert, und wohl auch dem Hut m. zugrunde liegt.[4] Erhalten ist diese Bedeutung auch im GehĂ€use.
Das Wort bezeichnet in der Folge neben âGebĂ€udeâ zunehmend auch âWohnstĂ€tteâ (vgl. hausen âwohnenâ), âWohnungâ im Sinne Gemach, oder die âHaushaltungâ und das âGut des Hausesâ (den Hausrat), sowie den Hausstaat, also die âEheâ[5] und die âFamilieâ.[6]
Der Begriff erweitert sich folglich auf:
Mittelhochdeutsch steht verbreitet ausschlieĂlich hĂ»s im sĂ€chlichen Geschlecht, plur. hĂ»s und hiuser[6], neuhochdeutsch diphthongiert das lange «û» im Bairischen zu haus, hauĂ, von wo es Eingang in die Hochsprache findet, wĂ€hrend niederlĂ€ndisch huys, huis bildet, englisch house, die skandinavischen Sprachen behalten hus. Im Hochdeutschen ist es auch apokopiert (Verlust der mittelhochdeutschen Substantivendung «-e»), in âzu hauseâ, âim Hauseâ hat sich aber ein Rest erhalten.
Das Wort Haus, ursprĂŒnglich âSchutzâ (wie GehĂ€use), dann âWohnstattâ (in hausen), heute âWohngebĂ€udeâ ist schon in den FrĂŒhzeiten des Schrifttums auch als Rechtsbegriff ĂŒblich.
Das Hausrecht[15] ist ein weltweit ĂŒbliches Konzept, dass die rechtliche Hoheitsgewalt (die Hausgewalt) ĂŒber sein Eigentum und Besitz dem Hausherren zusteht, in Unterscheidung zum Kommunalrecht. Das Hausrecht umfasst die Hausgerichtsbarkeit und die Schirmgewalt (das Recht zur Verteidigung). Es ist schon im römischen Recht verankert und findet in der deutschsprachigen Rechtsauffassung auch im germanischen Recht StĂŒtze.
Haus und Hof[16] heiĂt schon ab den 12. Jh., spĂ€testens ab dem 15. Jh. auch im rechtlichen Sinne âWohnhaus und LĂ€nderbesitzâ[1], ist also kein Hendiadyoin (Beschreibung mit gleichem), sondern alliterierende Floskel. So findet sich 1227:
âsal sweren, dat he sines huses noch houes nicht ne wete â
â [Er] soll schwören, dass er nicht sein Haus noch Hof betritt[17]
Etwa Ende des 14. Jh. heiĂt es:
âim an eigen und an hofen ⊠mit ⊠eigen, do meint er acker und huz; daz heissen wir legende eigen; domete daz er spricht hofen, do meint er steende eigen, alzo husere â
â âIhm an Eigen und an Höfenâ â mit âEigenâ meint er âAcker und Hausâ, das nennen wir liegendes Gut, sagt er âHöfeâ, meint er stehendes Gut, also âHĂ€userâ[18]
âHausâ und âHofâ tauschen in der Sprachgeschichte ihre Bedeutung in Bezug auf die Liegenschaft aus: Hier steht huz noch fĂŒr GrundstĂŒck, den frĂŒheren Begriff Hof, âAcker und Hofâ fĂŒr Grund und Boden, (Bau-)GrundstĂŒck und FlurstĂŒck, und hofen, husere fĂŒr das heutige Haus als Bebauung. WĂ€hrend ursprĂŒnglich âHofâ die WohnstĂ€tte als Konzept bezeichnet, Haus nur die konkreten baulichen MaĂnahmen, ist heute Haus das Abstraktum (âzuhauseâ), und Hof nur untergeordneter baulicher Raum (Innenhof, Vorhof).[8][19]
Weitere stehende Wendungen sind:
Zugrunde liegt dem Begriff in den namenkundlichen Aspekten immer die Bedeutung âfestes GebĂ€udeâ, in Abgrenzung zu provisorischen und âwindigenâ Bauten. So steht im § 297 des Allgemeinen bĂŒrgerlichen Gesetzbuches 1812:
âEben so gehören zu den unbeweglichen Sachen diejenigen, welche auf Grund und Boden in der Absicht aufgefĂŒhrt werden, daĂ sie stets darauf bleiben sollen, als: HĂ€user und andere GebĂ€ude âŠâ
Insbesondere Ă€uĂert sich das in der mittelalterlichen Rechtswendung Haus und Rauch[13] fĂŒr das heizbare GebĂ€ude, so erhalten in zweierlei Sinne:
Orte mit der Namensendung -haus/e/n[22] sind typisch fĂŒr SiedlungsgrĂŒndungen im Zuge der frĂ€nkischen Landnahme, die im spĂ€ten 5. bis 7. Jahrhundert stattfand, und den anschlieĂenden Erweiterungen des Frankenreiches auf Bayern, und spĂ€ter Ăsterreich und Sachsen bis zum 9. Jahrhundert, wo sie aber deutlich seltener sind. Namen dieser Art finden sich aber auch in wesentlich spĂ€teren Sprachschichten.
Der Name ist im gesamten deutschen Sprachgebiet verbreitet und findet sich auch im NiederlÀndischen und Norwegischen.
Namensvarianten:
Entsprechungen