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Als Hausfrau wird eine Frau bezeichnet, die vorrangig in Haus- und Familienarbeit tätig ist und in der Regel keiner oder nur geringfügiger Lohnarbeit nachgeht[1]. Ehrenamtliche und freiwillige Tätigkeiten sind jedoch nicht ausgeschlossen.
Es werden auch die Begriffe Vollzeit-Hausfrau[2] oder Nur-Hausfrau verwendet. Mit Bezug auf die DDR wird bisweilen von der „Auch-Hausfrau“ gesprochen[3]. Wenn eine Mutter sich in der DDR entschied, ganztägig zuhause zu bleiben, geschah dies bisweilen aus einer bewussten, gesellschaftlich aber gering geschätzten Entscheidung, „die eigenen Kinder der staatlichen Erziehung und bzw. oder sich selbst einer Vergesellschaftung innerhalb des Berufs zu entziehen“.[4]
Im amerikanischen Englisch ist der Ausdruck „stay-at-home-mom“ (bleibt-zu-Hause-Mama, abgekürzt SAHM) üblich; im Französischen sagt man „femme au foyer“.
Für einen Mann in ähnlicher Rolle wird entsprechend der Begriff Hausmann verwendet.
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Im traditionellen bürgerlichen Familienmodell, das zwischen einer „männlichen“ außerhäuslichen Welt und einer „weiblichen“ häuslichen Welt unterscheidet, bildet die Hausfrau und Mutter das notwendige weibliche Gegenstück zum männlichen „Versorger“. Bis in die 1960er Jahre galt in Deutschland gemäß dem Leitbild der Familienpolitik die Rolle der Hausfrau und Mutter als der „natürliche Beruf der Frau“.[5] So hieß es in der Einführung zum Gleichberechtigungsgesetz von 1957: „Es gehört zu den Funktionen des Mannes, dass er grundsätzlich der Erhalter und Ernährer der Familie ist, während die Frau es als ihre vornehmste Aufgabe ansehen muss, das Herz der Familie zu sein.“[6] Historisch belastet ist das Hausfrauenkonzept in Deutschland und Österreich durch die Frauenpolitik im Nationalsozialismus.
In dem Maße, in dem in den Industriestaaten der westlichen Welt dieses Familienmodell moderneren und egalitären Konzepten weicht und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor allem für Frauen – und zunehmend auch für Männer − zu einem generationsprägenden Thema und erreichbaren Lebensform wird, verliert das Konzept der Hausfrau und Mutter einen Großteil seiner bisherigen Selbstverständlichkeit. Die wachsende Erwerbstätigkeit von Frauen ist ein Phänomen, das in allen reichen westlichen Ländern beobachtet werden kann. Die Rolle der Hausfrau und Mutter ist hier heute nur noch eine von vielen Optionen, zwischen denen Frauen wählen können. Die Bedingungen der weiblichen Erwerbstätigkeit im deutschsprachigen Raum haben jedoch auch in der Gegenwart noch nicht den Standard etwa der skandinavischen Länder oder Frankreichs erreicht.
Anteil der nicht erwerbstätigen Mütter in verschiedenen Ländern:
| Land | jüngstes Kind <6 | jüngstes Kind 6-17 | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Dänemark | 26 % | ||
| Deutschland | 47,1 %[7] | ||
| Frankreich | 41 % | ||
| Vereinigte Staaten[8] | 37,2 %[9] | 22,1 % | Frauen mit Kindern unter 1 Jahr: 46 %; Stand: 2003 |
In den Vereinigten Staaten war die Unzufriedenheit von Frauen mit College-Ausbildung, denen in den 50er Jahren nahegelegt wurde, ihre persönliche Erfüllung allein in der Rolle als Hausfrau und Mutter zu suchen - das, was Betty Friedan "das Problem ohne Namen"[10] nannte - einer der Ausgangspunkte für die zweite Welle der Frauenbewegung.
Heute, da sogar Mütter von Säuglingen mehrheitlich erwerbstätig sind, wird in den USA nicht nur das Image der stay-at-home-mom als problematisch empfunden, sondern vor allem die Tatsache, dass mit der fehlenden Berufstätigkeit der Frau auch ein Einkommen entfällt.[11]
In Japan ist die Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter von großer Bedeutung, und die Lebenswelten von Männern und Frauen unterscheiden sich deutlich. Den Müttern obliegt die Verantwortung für den Schulerfolg der eigenen Kinder im stark selektiven Schulsystem Japans.