|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Die Hebalm ist ein Alm- und Waldgebiet in Österreich an der Grenze von Steiermark und Kärnten. Sie bildet einen Straßenübergang über die Koralm.
Die Hebalm liegt auf dem Höhenrücken der nördlichen Koralm. Dieses Gebirge ist ein nord-südlich verlaufender Höhenzug im Südosten der Alpen. Er hat keine ausgeprägten Gipfelprofile, sondern ruhige und sanft verlaufende Gebirgsformen. Die höchsten Erhebungen ragen nicht wesentlich über den Hauptkamm empor.[1] Wegen seiner flachen Oberfläche wurde das Hebalmgebiet auch als Platte bezeichnet.[2]
Die Hebalm war nie eine Verwaltungseinheit. Sie hat keine klar umschriebenen Grenzen. Das Gebiet ist ca. 13 km² groĂź. Im Norden liegen das Forstgut Hebalm, die Freiländer Alm und das Filzmoos, im SĂĽden die beiden StoffhĂĽtten mit der See Eben. Im Westen befindet sich das Schigebiet Hebalm[3], im Osten das Hebalmschutzhaus und das Schigebiet der Klug‑Schlepplifte.
Die Hebalm liegt in drei politischen Bezirken und fĂĽnf Gemeinden:
Der Höhenzug der Koralm biegt bei der Hebalm von Nordwesten kommend nach Süden ab. Richtung Nordosten, später nach Osten, verläuft ein Seitenkamm der Koralm vom Münzer Kogel über das Schrogen-Tor, den Reinischkogel und das Mothil-Tor/den Absetzwirt zum Rosenkogel Richtung Bad Gams und Stainz.
Auf dem Koralm-Hauptkamm verläuft die Landesgrenze zwischen Steiermark und Kärnten. Im Hebalmgebiet folgt diese Grenze dem Höhenzug vom Klement Kogel im Nordwesten über den Lubach-Kogel zum Kampele-Kogel und weiter zur See Eben im Süden.
Die Hebalm liegt im Südwesten des Landschaftsschutzgebietes Pack-Reinischkogel-Rosenkogel.[4] Östlich der Freiländer Almhütte befindet sich das Naturdenkmal Birkenkögerl.
Die Hebalm liegt mit der Koralm im Windschatten der Alpen. Wettereinflüsse aus dem Westen, wie sie im Rest Österreichs vorrangig sind (Westwindzone), dominieren auch auf der Hebalm, sind aber schwächer. Die Koralm gehört zu den Gebieten der größten durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten und Sturmhäufigkeit in Österreich. In ihrem Bereich treffen einander Einflüsse zweiter Klimazonen (Subtropen-gemäßigte Breiten). Das Klima ist vom Mittelmeergebiet beeinflusst. Es ist milder als in den nördlichen Regionen gleicher Höhenlage in Österreich und weist im Vergleich längere Schönwetterperioden (Sonnenscheindauer) auf. Störungsfronten, die bei Westwetter in Österreich Regenfälle auslösen, gelangen vielfach nicht oder nur abgeschwächt zur Hebalm.
Regen im Sommer fällt meist in Form von Gewittern oder Wolkenbrüchen/Starkregen, die rasch vorübergehen, aber sehr heftig sein können. Beim Durchzug starker Störungsfronten ist auf der Hebalm auch im Hochsommer mit kurzen Schneeschauern zu rechnen. Die Sonnenscheinphasen bewirken klare, wolkenlose Nächte, in denen es auch im Sommer sehr kühl werden kann. Da sich die Hebalm weitab von Siedlungen befindet und die Belastung durch Lichtquellen gering ist, können in solchen Nächten gute Bedingungen zur Beobachtung astronomischer Objekte herrschen.
Die Hebalm gehört zu den Gebieten Österreichs mit der höchsten Zahl an Gewittertagen im Jahr (über 50 Tage mit Gewittern). Hagel ist verhältnismäßig häufig. Das Klima des Gebietes wird als relativ starkes Reizklima bezeichnet. Das Koralmgebiet, in dem die Hebalm liegt, ist eine eigene Klimaregion.[5]
Die Hebalm bietet einen GebirgsĂĽbergang ĂĽber die Koralm. Dieser Ăśbergang wird von der HebalmstraĂźe genĂĽtzt (steirische LandesstraĂźe 606) .
Die StraĂźenverbindung vermittelt einen kurzen Weg aus dem Bezirk Deutschlandsberg zur Autobahnanschlussstelle Pack der A 2 SĂĽdautobahn.
Die Strecke macht es möglich, dass auf der Kärntner Seite nicht über eine kurvenreiche steile Strecke bis ins Lavanttal gefahren werden muss, um die Autobahn zu erreichen: Das ist über die Hebalmstraße innerhalb weniger Minuten über die B 70 Packer Straße möglich. Die Strecke verläuft weitgehend in Wald und ist im Winter vor Schneeverwehungen und Stürmen geschützt. Die höchste Stelle des Straßenübergangs liegt bei 1420 m Seehöhe. Die Straße ist in den amtlichen Karten als wichtige Nebenverbindung markiert. Der nächste Übergang über die Koralm nördlich ist die Pack, südlich die Weinebene. Bis ins 18. Jahrhundert zweigte bei der Hebalmkapelle eine Straße nach Südosten über die See Eben Richtung Wolfsberg in Kärnten ab.
Der StraĂźenĂĽbergang auf der Almhöhe ist seit ca. 1965 asphaltiert. Die StraĂźe hatte frĂĽher die Nr. 180 und gehörte bis zum Ausbau in den 1960er‑Jahren zu den Herausforderungen damaliger Autofahrer.[6] Sie hatte starke Steigungen, enge Kurven und Hofdurchfahren. Mit Tieren auf der StraĂźe, fehlenden Banketten, aber auch händisch zu öffnenden/schlieĂźenden Tore an den Almgrenzen war zu rechnen.[7]
Die HebalmstraĂźe war 1860 die einzige BezirksstraĂźe ĂĽber den Koralmzug sĂĽdlich der Pack.[8]
Zentrum der Hebalm war bis in das beginnende 20. Jahrhundert das Gebiet um die Hebalmkapelle, das Forsthaus und den alten Hebalmstall (Haltstall). Dort trafen die Transportwege aus dem Lavanttal, von der Pack und aus der Weststeiermark zusammen, dort wurden die Hebalmkirtage abgehalten.[9] Das Gebiet westlich davon, bei den Gastronomiebetrieben des Schigebietes Hebalm (ehemaliger Steinbauerwirt, Fichtenhof usw.) wurde noch nicht zur Hebalm gerechnet, sondern zur Gemeinde Pack, Ortsteil Packwinkel-Schattseite.
Mit dem Bau des Hebalmschutzhauses in den Jahren um 1930 verlagerte sich das Zentrum nach Osten. Die Kirtage wurden bei diesem Schutzhaus abgehalten, der alte Haltstall verfiel. Hebalmkapelle und Forsthaus, in deren Umgebung auch weniger Platz vorhanden war, gerieten abseits. Die Almwirtschaft verlagerte sich zur Freiländer Almhütte, bei der auch ein neuer großer Almstall erbaut wurde.
Mit der Errichtung des Schizentrums Hebalm des Malteserordens[3] in den Jahren nach 1970 erhielt die Hebalm ein zweites Zentrum im Nordwesten. Dort liegt einer der Ausgangspunkte der Langlaufloipen, die das gesamte Hebalmgebiet durchziehen. Eine andere Einstiegsstelle befindet sich beim Forsthaus.
Die Koralm, auf der die Hebalm liegt, ist ein emporgehobener Gebirgsteil, eine Pultscholle.[10] Das Gebirge hat seine heutige grobe Form erst im letzten Teil der Gebirgsbildung der Alpen vor ca. 20 Mio. Jahren erhalten. Auch die nord‑sĂĽdliche Erstreckung des Gebirgszuges, quer zum Verlauf der Alpen, ist darauf zurĂĽckzufĂĽhren („kontinentale Fluchtschollentektonik“[11]).
Der Untergrund der Hebalm besteht im Wesentlichen aus Gneisglimmerschiefer. Kampelekogel, Laurakogel und Teile des Höhenzuges Richtung Süden zur See Eben sind als Granatglimmerschiefer ausgewiesen.[12]
In diesem Gestein können Kristalle des Halbedelsteins Granat und die Minerale Staurolith und Disthen gefunden werden. Diese Minerale werden teilweise auch in Hangrutschungen oder nach Arbeiten im Gelände (Forststraßenbau usw.) zugänglich.[13] Vorkommen von Hornblende, Quarz, Feldspat, Granat und Glimmer sind in der Fachliteratur mehrfach dokumentiert.[14] [15]
Die Hebalm ist für „… bemerkenswerte Funde von Bergkristall und Rauchquarz“[16] bekannt. An einer Straßenbaustelle der Hebalmstraße südlich des Blochriegels wurden mehrere Quarzgänge aufgeschlossen. Bei einem davon wurden auf Chlorit- und Plagioklas-Kluftflächen kleine Anatas-Kristalle und Rutil[17] sowie Brookit[18] gefunden.
An einigen Stellen kommen Quarzgänge als Pegmatit vor. Am Südhang des Blochriegels ist mit Eklogit (Eklogitamphibolit) das dichteste aller Silikatgesteine, das an der Erdoberfläche aufgeschlossen ist, zu finden. Der Gipfel des Schwarzkogels besteht ebenfalls aus diesem Gestein.[12]
Der Höhenzug ist wie die gesamte Koralm eingehend geologisch untersucht.[19] Die Plattengneise des Gebietes rund um die Hebalm sind ein Schlüsselgestein dafür, die Formation des Gebirges zu diskutieren.[20]
Das Gestein des Hebalmgebietes ist wesentlich älter als seine aktuelle Form. Das Gestein gehört zum mittelostalpinen Kristallin. Der Eklogit des Schwarzkogelgipfels wird auf bis zu eine halbe Milliarde Jahre geschätzt.[21] Seine Entwicklung beginnt mit dem Kambrium. Einige Schichten (Sedimente mit jung-präkambrischem Sedimentationsalter) haben ein höheres Alter von ca. 800 Mio. Jahren.[22]
Die Gesteine der Koralm und damit des Hebalmgebietes dokumentieren die Zeit vor der Entstehung der Alpen: Sie zeigen mit ihren Schiefern Ähnlichkeiten zur Böhmischen Masse nördlich der Alpen. Es handelt sich um einen verhältnismäßig starren alten Gesteinsblock, der sich als pannonische Masse in den Untergrund der ungarischen Ebene fortsetzt.[23] Er wird teilweise von anderen Gesteinsmassen überlagert, ist aber ca. 30 km östlich von Radkersburg noch in über 4 km Tiefe unter der Erdoberfläche auffindbar.[24]
An einigen Stellen befinden sich kleine Steinbrüche, an denen Material zum Bau von Forststraßen und Gebäuden gewonnen wurde. Einer dieser Brüche liegt wenige hundert Meter südwestlich der Hebalmkapelle.[12]
Der Name kommt vom Umladen (Umheben) von Wagenladungen an einer Grenze: Bauern und andere Untertanen, die bis in das 19. Jahrhundert Transporte durchzuführen hatten (z. B. als Robot-Dienste für die eigene Grundherrschaft), konnten bzw. durften mit diesen Fuhren nicht immer über die Grundherrschafts- oder Landesgrenze fahren, weil sie für das Verlassen des Gebietes ihrer Grundherrschaft Abgaben und Sicherheiten zu leisten gehabt hätten oder dies überhaupt verboten war.
Es waren aus diesem Grund an den höchsten Stellen der Verkehrswege, unweit der „Landesconfinen“ (Landesgrenzen) „… unterschiedlich eigene Heb- und Leg-Stätte errichtet, bis dahin die Steyerischen Fuhrleute, von dort aber die Kärntnerischen die Fuhren versehen haben.“ (Rectifikationsfassion[26] der Herrschaft Schwanberg, um 1750.)[27] Dabei konnten fallweise auch Geldbeträge (Zoll, Maut) zu leisten sein, soweit diese nicht bereits am Fuß der Pass-Straße eingehoben wurden.[28] [29]
Die Hebalm wurde auch „Freyländer Hebstatt“, „Höbalben“, „Hubstatt“ genannt.[28] [30] Ortsnamen auf der Höhe des Koralmzuges, die auf „‑eben(e)“ lauten, werden ebenfalls von frĂĽheren Umladestationen abgeleitet, wie Weineben[31] oder See Eben.
Hinweise darauf, dass der Name mit der griechischen Göttin Hebe zu tun hätte[32] oder mit der Einnahme von Getränken, treffen nicht zu. Ebenso nicht Ableitungen von Personennamen.[33]
Die Hebalm war eine von mehreren Pass-StraĂźen am Rand des Grazer Beckens in der Steiermark, die diesen Namen trugen.[34] Andere Stellen, die als Hebalm bezeichnet wurden, liegen auf der Gleinalm[35] und auf der Stubalm[36].
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Wege aus der Steiermark auf die Hebalm und weiter nach Kärnten Teil eines „Geflechtes von Weinstraßen“ und wichtige Handelswege z. B. für Salz oder Erzeugnisse aus Eisen.[37]
Im Mittelalter war „Heber“ ein Berufsstand, der sich mit dem Ab- und Aufladen von Waren beschäftigte.[38] Namen, die das Wort „Absetz“ enthalten, wie „Hube an der Absetz“ (Name des ersten Bauernhofes südöstlich der Hebalm im Tal des Rettenbaches, vlg. Nikljosl[39]) oder „Absetzwirt“ (beim Rosenkogel) erinnern ebenfalls an frühere Transportwege (Abladen der Frachten bzw. Absetzen getragener Lasten zumindest für die Dauer einer Rast).[40]
Der Name des Berges „Gfällkogel“ im Norden der Hebalm soll ebenfalls auf die Einhebung von Gebühren (früher „Gefälle“ genannt[41]) zurückzuführen sein.[42] Der Weg von der Hebalm nach Modriach führt zwar an diesem Kogel vorbei, das Wort Gefälle kann aber auch auf einen Witterungsschaden (Windbruch, Schneebruch)[43] im Wald zurückzuführen sein.
Das Wort kann das Stehenbleiben (stocken, innehalten) einer (Transport-, Reise-)Bewegung, das Fällen von Bäumen (abstocken, auf den Stock setzen), den Baumstrunk oder den (Geh-)Stock, mit dem Tiere angetrieben werden, bedeuten.[44] Dafür, ob eine dieser Bedeutungen für die Namensgebung hauptsächlich ausschlaggebend war, liegen keine Belege vor.
Im Alltag wird die Form „-alm“ verwendet. Das gilt auch für die Koralpe, auf deren Rücken die Hebalm liegt. Die Form -alm ist auch in Rechtsvorschriften vorhanden[45], eine „eindeutig richtige“ und damit zu bevorzugende Variante gibt es nicht.
Das Wort bezeichnet eine Weide am oder auf einem Berg, eine Bergweide.
Das Wort „Alm“ soll wie der Gebirgsname „Alb‑“ oder „Alpen“ auf ein vor‑indogermanisches alb fĂĽr Berg zurĂĽckgehen. Dieses Wort soll schon frĂĽh mit der Silbe alb(us)‑weiĂź zusammengefĂĽhrt bzw. vermischt („volksetymologisch angeschlossen“[46]) worden sein, aber damit nichts zu tun haben. Die Nebenform „Alm“ soll seit dem 15./16. Jahrhundert[46] durch Angleichung aus „alb(e)n“ (fĂĽr einen Weideplatz am Berg) entstanden sein.[47] Beleg fĂĽr diese Namensableitung ist die Bezeichnung der Hebalm in der Karte der Steiermark von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahr 1678: Nördlich der Freiländer Alm findet sich dort der Name „Deiggitsch Alben“[48] (nach dem Einzugsgebiet der Teigitsch, eines Nebenflusses der Kainach).
Zum Wort „Alpe“ wurde in der Sprachwissenschaft der Standpunkt vertreten, dass „Alpen“ aus dem Altertum stamme und es sich dabei um eine „gelehrte Neuauffrischung“[49] handle. Das Wort „Alpe“ wäre die erst viel später erfundene Einzahl dazu, „eine reine Papierform“[49]. Das Wort soll schon im Altertum für keltisch gehalten worden sein. Die Sprachwurzel, die ihm zugrunde liegt, soll auch in Alimenten vorkommen, also eine Beziehung zum Bereich Ernährung (hier: des Viehs) haben.[49]
In einer Landkarte wurden beide Schreibweisen nebeneinander verwendet.[50] Die Schreibweisen können auch zwischen zwei Überarbeitungsgenerationen (Revisionen) desselben Kartenwerkes wechseln: So ist das Forsthaus im Gebiet einmal als „Fh. Hebalpe“ ausgewiesen[51], in der folgenden Kartengeneration[50] als „Fh. Hebalm“. Die Veränderungen in der Schreibweise selbst amtlicher Karten sind zunächst Belege für die Unsicherheit der Schreibung. Die Variante „Hebalm“ wird häufiger verwendet als „Hebalpe“.
Manche Karten schränken das Wort „Hebalm“ auf das Schigebiet des Malteserordens im Nordwesten des gesamten Hebalmgebietes ein, wobei das Gesamtgebiet unbezeichnet bleibt.[52][53]
Die LandesstraĂźe 606, die durch das Gebiet fĂĽhrt, wird HebalmstraĂźe genannt.[54]
Das Grundbuch verwendet für die Eintragung der Agrargemeinschaft die Form „Freiländer Alpe“.[55]
Namen im Hebalmgebiet wurden teilweise für verschiedene Gebäude und Gebiete verwendet. Die nicht eindeutige Namensverwendung löst bei der Arbeit mit unterschiedlichen Kartenauflagen Irrtümer aus und kann bewirken, dass Auskünfte die falsche Richtung angeben, das falsche Schigebiet nennen oder Urkunden falsch interpretiert werden.
Um 1900 war der Nordhang des Kampele Kogels als „Stocker Alm“ bezeichnet, dieser Name scheint auf den Karten als Alternative zu „Hebalm“ auf (siehe Messtischblatt). Das Forsthaus war mit W.H., also als Wirtshaus bezeichnet.
Bis in die Jahre um 1930 war (nur) das alte Zentrum beim Forsthaus benannt: Forsthaus „Heb.A“. (siehe Bild der damals aktuellen amtlichen Karte).[56]
Diese Darstellung wurde in der Kartenberichtigung 1940[57] beibehalten. Dort ist jedoch erstmals das Hebalmschutzhaus verzeichnet, noch ohne Namen.
Die Kartenrevision 1969 der amtlichen Karte[51] verwendet „Hebalpe“ neben dem Forsthaus für das Gebiet vom alten Zentrum über die Grandner Alm bis nördlich des Münzerkogels in das Gebiet von Modriachwinkel. Der Name hat in dieser Karte die größte Ausdehnung.
Die Kartenrevision 1976 dieses Kartenwerkes[50] verwendet „Hebalpe“ für das Gebiet der Grandner Alm und des Gfällkogels nördlich der Freiländer Almhütte. Das Forsthaus wird mit „Fh. Hebalm“ bezeichnet. Der Namenszug liegt in dieser Kartenauflage in dem Bereich, der als „Revier Hebalm“ des Malteser Ritterordens[58] bezeichnet wird. Der Name steht in dem Gebiet, das ca. 1900 als „Stocker Alm“ bezeichnet war.
Die Kartenfortführung 1991 dieser Karte[59] ist „Hebalm“ einerseits für die Bezeichnung des gleichnamigen Schigebietes, andererseits für das Schutzhaus (Rehbockhütte) als „Wh. Hebalm“. Das Forsthaus trägt keinen Namen mehr. Diese Praxis findet sich auch in Karten privater Verlage.[53]
Die Kartenfortführung 1998[60] verwendet „Hebalm“ nur mehr für die Bezeichnung des gleichnamigen Schigebietes. Beim Schutzhaus steht der Name „Rehbockhtt.“.
Die Veränderungen der Namensgebung belegen die Entwicklung, mit der die ursprĂĽngliche Bedeutung der Silbe „Heb‑“ in Vergessenheit geriet: Wald‑ und Schigebiete wurde erst später mit diesem Namen belegt, als die ursprĂĽngliche Bedeutung des Wortes als Umlade‑, Umhebestation bereits vergessen oder zumindest verblasst war.
Die Hebalm gehörte mit dem Gebiet der Freiländer Alm vom 13. bis Mitte des 19. Jahrhunderts wie die Gemeinden Kloster und Freiland zur Grundherrschaft Freiland des Stiftes Admont. Diese Alm war Teil des Landgutes („predium“), das „… zwischen den beiden Flüssen, die »Losnitz« genannt werden, […] bis zu den Grenzen des bambergischen Besitzes …“ lag und mit einer Urkunde vom 6. Jänner 1203 dem Stift Admont übergeben worden war.[61] Das damalige Bistum Bamberg besaß im Mittelalter in Kärnten neben seinen Besitzungen um Villach auch Landgüter im oberen Lavanttal, die im westlichen Hebalmgebiet in der Gemeinde Preitenegg bis an die Grenze zur Steiermark reichten.[62]
Am Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte die Hebalm zum Operationsgebiet von Partisanen aus dem Gebiet des früheren Jugoslawien. Es kam zu Konflikten der Partisanengruppe mit Bewohnern eines Lagers des Reichsarbeitsdienstes in St. Oswald in Freiland und Polizeistellen in Deutschlandsberg.[63] Am 10. April 1945 wurden 18 Personen, denen Unterstützung der Partisanen vorgeworfen worden war, bei einem Bombentrichter an der östlichen Grenze der Hebalm erschossen.[64] Die Stelle ist nicht bezeichnet und liegt bei ca. 46° 54′ N, 15° 3′ O46.902133333315.0492027778 im Wald nördlich des ehemaligen Bauernhofes vlg. Leitner („Leitnerwald“) einige Meter südlich der heutigen Hebalmstraße, ca. zwei Kilometer südöstlich der Rehbockhütte und südlich des Blochriegels.[65]
Auf der Hebalm befinden sich zwei große Feuchtgebiete. Sie liegen auf Übergängen zwischen Berghöhen, sind schwer erreichbar und weitgehend im Naturzustand:
Der wasserundurchlässige Untergrund aus kristallinem Gestein bewirkt eine Reihe von weiteren kleinen Vernässungen.
Auf der Hebalm liegen mehrere Seen. Sie sind bis auf einen kĂĽnstlich angelegt.
Das Gebiet der Hebalm liegt in der montanen Höhenstufe, der Bergwaldstufe.
Die Hebalm ist in großen Teilen mit Wald bedeckt. Diese Waldgebiete sind dort, wo sie auf Wiederanpflanzungen (Rekultivierung) ehemaliger Almflächen beruhen, weitgehend reine Fichtenbestände (so z. B. auf der ehemaligen Grandner Alm). Der natürliche Wald ist ein Mischwald, der im Nadelholz von Fichten dominiert wird, aber auch Europäische Lärchen und seltener Waldkiefern und Weißtannen enthält. An Laubholz befinden sich in den Wäldern in kleinen Zahlen Hänge-Birken, Ahorne, Gemeine Eschen und Rotbuchen.
Die Bestände an Buchen sind wissenschaftlich untersucht worden.[66] Diese Baumart wächst auf der Hebalm nur mehr auf wenigen, kleinflächigen Standorten.[67] Buchen würden allerdings zur natürlichen Vegetation der Hebalm gehören. Das dennoch geringe Vorkommen von Buchen wird auf die historische Waldnutzung zurückgeführt. Holzkohle und Pottasche waren Grundstoffe für die Glaserzeugung im Koralmgebiet im 17. und 18. Jahrhundert.[68] Für 1 kg Glas waren 2400 kg Holz notwendig, 97 % davon in Form von Pottasche, 3 % zur Hitzeerzeugung.[69] Buchenholz ergab keine gute Ausbeute an Holzkohle, es wurde aber für die Produktion von Pottasche bevorzugt (Aschenbrennen). Beides führte dazu, dass die Bestände dieser Baumart verringert wurden:[70]
In Gebieten, in denen Holzkohle produziert wurde, wurden die Buchenbestände zugunsten von Bäumen, aus deren Holz mehr Holzkohle zu gewinnen war, zurĂĽckgedrängt. Wo die leichter transportierbare Pottasche erzeugt wurde, wurde (Rot‑)Buchenholz bevorzugt zu Asche verbrannt. Das war in Gebieten mit schlechten Wegverbindungen der Fall, wie es fĂĽr die Hebalm abseits der alten StraĂźen zutrifft.
Der größte Waldbesitzer ist das Forstgut Ligist.[58] Dieses Forstgut entstand 1928. In ihm wird naturnaher Forstbau betrieben.
Die Wiesen und Weiden sind die charakteristischen Pflanzengesellschaften für den kalkfreien, weitgehend mageren Boden: Bürstlingwiesen sind häufig, ebenso das „Erika“ genannte Heidekraut. Die Zwergbirken bei der See Eben wurden als Rest eines früher über die ganze Hebalm verlaufenden Vorkommens dieser Pflanze gedeutet.[71]
Auf der Hebalm wachsen Schwarzbeeren, Granten und verschiedene Arten von Speisepilzen wie Eierschwammerln und Steinpilze (Herrenpilze). Das Sammeln und Verwerten dieser Produkte bringt ein verbreitetes Nebeneinkommen.
Die Freiländer Alm wird im Sommer von den Rindern geprägt, die in Kleingruppen das Gebiet durchstreifen. Fleckvieh ist die häufigste Rinderrasse auf der Freiländer Alm. Diese Rasse löste in den Jahren ab 1950 das früher dominierende Murbodner Rind ab. 1954 hatten noch über 80 % der Gesamtzahl der Rinder zu den Murbodnern gehört.[72]
Rehe, Rotwild (Hirsche) und Gämsen sind die häufigsten Wildtiere des Hebalmgebiets. Häufiges Raubwild ist der Fuchs. Die großen zusammenhängenden Waldgebiete rund um den Schwarzkogel und in den Flusstälern beherbergen viele Vogelarten, auch Auerwild (Auerhuhn).
Die Hebalm umfasst mehrere Eigenjagdgebiete, so die Freiländer Alm.
Die Böden auf der Hebalm sind Felsbraunerden aus kristallinen Schiefern als mittelwertiges bis mageres Grünland mit nahezu allen Varianten der Wasserversorgung bis zum Pseudogley.
Eine Ackernutzung ist wegen der Höhenlage nicht sinnvoll. Sie soll aber bis in das 17. Jahrhundert stattgefunden haben.[73] Weit verbreitet sind auch nährstoffarme Ranker[74], auf denen Bürstlingwiesen liegen.
In den bewaldeten Gebieten der Hebalm bilden schwer zersetzbare Vegetationsrückstände wie Nadelstreu die ungünstige Humusform Rohhumus.
Bei der Freiländer AlmhĂĽtte befindet sich ein Bodenschutzpunkt (DLX 30) nach dem Steiermärkischen landwirtschaftlichen Bodenschutzgesetz. In der Steiermark ist in den Jahren 1986‑2006 ein Netz von ĂĽber 1000 Untersuchungsstellen geschaffen worden, aus deren Bodenproben die Böden auf allgemeine Eigenschaften, Nähr‑ und Schadstoffinhalte usw. untersucht werden. Daraus werden Schadstoffbelastung, Erosion und Bodenverdichtung beurteilt. Träger des Projekts ist das Referat fĂĽr Boden‑ und Pflanzenanalytik des Landwirtschaftlichen Versuchszentrums.[75]
Die Almflächen der Hebalm waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als doppelt so groß wie hundert Jahre später. Die größte seinerzeitige Alm, die Grandner Alm, aber auch eine Reihe anderer Bereiche, sind zu Wald geworden. Flurnamen wie Ochsenhalt, Kamperlehalt, Rößlwald, Kühroan, Lubachhalt, Münzerhalt, Rößlofen belegen die frühere wesentlich intensivere Nutzung des Hebalmgebietes als Viehweide.[76] Es gibt nur mehr ein Gebiet der Hebalm, das tatsächlich als Alm betrieben wird: die Freiländer Alm. Auch auf ihr hat der Waldbestand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich zugenommen.
Das Vordringen des Waldes ist auf die veränderte Wirtschaftsstruktur zurückzuführen. Viehhaltung auf Almen geht seit Mitte des 20. Jahrhunderts stark zurück. Schon von 1951 bis 1977 wurden im nördlichen Teil der Koralm zwischen Hebalm und Pack ca. 600 Weideeinheiten NKG-Normalkuhgras (Viehbesatz von 500 kg Lebendgewicht = eine Großvieheinheit über 100 Weidetage) der Almwirtschaft entzogen.[77] Das ist rund das Fünffache des jährlichen Besatzes der Freiländer Alm in den Jahren nach 2000. Grund dafür ist die Abwanderung aus dem bäuerlichen Bereich und die intensivere Bewirtschaftung der verbleibenden Bauernhöfe: Flächen früherer Höfe können als Weiden im Ortsgebiet verwendet werden, verbesserte Weideorganisation macht es möglich, auf weniger ertragreiche Almen zu verzichten.[78]
Das VorrĂĽcken des Waldes ist in den Unterlagen des Katasters und der Landesaufnahmen, in den Luftbildaufnahmen des Bundesamtes fĂĽr Eich- und Vermessungswesen‑BEV in Wien, in wissenschaftlichen[79] und ortskundlichen[80] Arbeiten dokumentiert
Die Freiländer Alm ist 3 km² groß. Sie besteht aus ca. 1 km² Almweide, 1,85 km² Wald und sonstigen Flächen: dem Filzmoos, dem Stausee, dem Grundstück der Almhütte samt Haltstall und Wegeverbindungen.[55] Eine andere Darstellung nennt 606 ha für die Freiländeralm, daneben noch eine Reihe von Almgebieten, die einzelnen Höfen des Einzugsgebiets zugeordnet werden.[81]
Eine Namensvariante ist „Freilander Alm“, was den Namen des historisch zusammengehörigen „freien Landes“ bewahrt, welches wegen der Zugehörigkeit zum Stift Admont von manchen Verpflichtungen gegenüber den Landesherrn befreit war. In alten Unterlagen kann das Gebiet nach dieser Grundherrschaft, zu der sie vom 13. bis zum 19. Jahrhundert gehörte, auch als „Admonter Alm“ bezeichnet sein.[82]
Im Jahr 2003 verbrachten 121 Rinder den Sommer auf dieser Alm.[83]
Die Alm ist durch das steiermärkische Almschutzgesetz geschützt.[84] Sie ist im Almkataster eingetragen.
Die Freiländer Alm wird seit dem 17. Jahrhundert von Bauern aus den Gemeinden Kloster, Freiland und Osterwitz bewirtschaftet.[9] Sie sind in einer Agrargemeinschaft zusammengeschlossen. Die Gemeinschaft besteht aus 41 Anteilen, die im Grundbuch unveräußerlich mit 35 Bauernhöfen (Stammsitzliegenschaften) in den Gemeinden Kloster (31 Höfe mit 33 Anteilen), Freiland bei Deutschlandsberg (3/7) und Osterwitz (1/1) verbunden sind. Zwei Auftriebsrechte sind als Dienstbarkeit zugunsten der römisch-katholischen Pfarrpfründe St. Oswald (in Freiland) eingetragen.[55] Die Gemeinschaft wird durch ihren Vorsitzenden, den „Almobmann“, vertreten.
Nach der Grundentlastung in Ă–sterreich infolge der Revolution 1848 (Bauernbefreiung) bestand die Gemeinschaft aufgrund eines kaiserlichen Patentes aus 1853.[85] Die Eintragung in das Grundbuch erfolgte aufgrund der Urkunde vom 21. April 1885.[55] Die Gemeinschaft wurde danach auf der Grundlage des steiermärkischen Teilungs‑ und Regulierungs‑Landesgesetzes ‑ TRLG[86] neu organisiert und formell eingerichtet. Seit 1985 gilt fĂĽr die Gemeinschaft das Agrargemeinschaftengesetz.[87]
Die Stocker Alm liegt südlich der Freiländer Alm. Sie ist ca. 0,3 km² groß. Wirtschaftlich wird diese kleine Almfläche als Teil der Freiländer Alm geführt.[88]
Ende des 19. Jh. wurde der Name „Stocker Alm“ für die wesentlich größere Almfläche am Nordhang des Kampele Kogels (siehe Bild: Messtischblatt) oder überhaupt als Synonym für die Hebalm[25] verwendet . Diese Fläche wurde im 20. Jh. zur Grandner Alm gezählt.
Die Grandner Alm nördlich der Freiländer Alm wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgelassen und ist seither Waldgebiet. Mit ca. 4,2 km² war sie die größte Alm im Hebalmgebiet. Das Gebiet dieser Alm wurde in einigen Landkarten in der Vergangenheit als Hebalm bezeichnet.[51] [50] Das Gebiet gehört seit 1928 zum „Forstgut Hebalm“ des Malteser-Ritter-Ordens.[58]
Die Grandner Alm ist Teil der „Gülten in der Pack und Modriach“. Dieser Name bezeichnet ein über 6,4 km² großes Landgut im Westen der Hebalm. Er ist im Titel der Grundbuchseinlage enthalten. Dieses Gut war in der Landtafel der Steiermark eingetragen.[89] Der Besitz eines solchen „landtäflichen Gutes“ war Adeligen und anderen Mitgliedern der jeweiligen Landstände vorbehalten und vermittelte im damaligen Herzogtum Steiermark bis in das 19. Jahrhundert politische Rechte und Pflichten (Landstandschaft). Eine Gült war das Recht einer Grundobrigkeit gegen ihre Untertanen auf Geld, Naturalien oder Arbeiten.[90] Diese Rechte wurden auch Urbarialrechte genannt. Sie umfassten auch die - ebenfalls Gült genannten - Steuern an die jeweiligen Landesherrn.
Der Name leitet sich von einem kleinen Gehöft (einer „HĂĽtte“) namens „Grandner“ oder „Grantner“ ab. Das Wort „Grand“ ist „… ein deutlich bair.‑österr. wort, …“ fĂĽr einen Trog oder (Wasser‑)Behälter. Das Wort kann aber auch (groben) Sand oder Kies bzw. (grobes) Mehl bedeuten.[91] Hinweise darauf, dass dieses Wort auf die im Gebiet häufigen „Granten“ (Preiselbeeren) hinweist, liegen nicht vor.
Der Stering-Bach, der im Gebiet der Grandner Alm auf alten Landkarten verzeichnet ist, bildet mit dem Namen einen Beleg für Rodungsarbeiten. „Sterring“ ist ein altes Wort für den nach dem Fällen verbleibenden Baumstumpf.[92]
Die Kapelle ist dem Hl. Hubertus, dem Patron der Jäger, geweiht. Ihr Innenraum ist selten zugänglich, nur an den Tagen der Hebalmkirtage wird ein Gottesdienst in der Kapelle gelesen. Die Kapelle gehört zur Pfarre Pack und damit zum römisch-katholischen Glauben und Ritus. Sie war früher Mariä Heimsuchung geweiht (wie bis ins 19. Jahrhundert auch die Pfarrkirche Osterwitz[93]). Das Altarbild, gemalt 1974, zeigt in moderner Malweise die Bekehrungslegende des Hl. Hubertus (Begegnung mit einem Hirsch, der ein Kreuz zwischen den Geweihstangen trägt). Dem früheren Patrozinium ist in der Altarausstattung durch ein Marienbild oberhalb des Altarblattes (Hauptbild des Altars) Rechnung getragen.
Im Jahr 1796 wird über einen Streit um diese Kapelle zwischen den Pfarren Osterwitz und Pack berichtet: Das Abhalten von Messen (Messlesen) durch einen Osterwitzer Kaplan wurde vom Dechant aus Edelschrott abgelehnt, ebenso vom Pfarrer von Preitenegg. Begründung war, dass Knechte und Mägde „Gelegenheit zu bösen Zusammenkünften und freyem Umgang zu pflegen hätten.“[73] Dass der Kaplan aus Osterwitz in der Kapelle die Messen las, ist ebenso wie das frühere Marienpatrozinium Beleg dafür, dass die Kapelle vor der Neuordnung der Grenzen im 19. Jahrhundert von der Pfarre Osterwitz aus betreut wurde.
Im Kapellenturm befindet sich eine kleine, hell klingende Glocke, die bei geöffneter Kapelle durch ein Zugseil geläutet werden kann. Das Dach der Kapelle wurde um das Jahr 2000 neu mit Holzschindeln gedeckt. Das Kapellentor trägt als Schmuck das Malteserkreuz.
Dieses Gebäude (ehemals Jagdhaus für die Gäste des Grundbesitzers, des Malteserordens[58]) wird nur mehr selten und vorübergehend benutzt. Es hat im Jahr 2006 eine neue Dachdeckung aus Holzschindeln erhalten. Damit ist dieses Haus neben der (schräg gegenüber liegenden) Hebalmkapelle eines der letzten schindelgedeckten Gebäude des Gebietes.
Beim Forsthaus befindet sich eine Einstiegsstelle in die Langlaufloipen. Über diese Loipen können im Winter alle Teile der Hebalm, beide Schigebiete und auch das Hebalmschutzhaus erreicht werden.
Das Haus wurde in um 1930 an der Kreuzung der Hebalmstraße mit den Wegen nach Norden in die Freiländer Alm und nach Süden in die Stocker Alm und zur Stoffhütte erbaut. Ursprünglich hatte es die Funktion eines Schutzhauses für die Besucher der Alm, z B. Bauern, die ihr Vieh betreuten. Es liegt auf 1365 m Seehöhe. Bauherr war die Bauerngemeinschaft Freiländer Alm, die die Gastwirtschaft verpachtet hatte und später das Haus verkaufte. Der Anschluss an das öffentliche Stromnetz erfolgte um 1970.
Im Sprachgebrauch des Gebietes wird das Haus nach seiner ursprünglichen Schutzhausfunktion auch als Alm„haus“ bezeichnet. Mit Alm„hütte“ oder Freiländerhütte wird dann der ca. 1,5 Wegkilometer östlich gelegene Betriebssitz der Betreuer („Almhalter“) der Freiländer Alm bezeichnet.
Im Sommer ist das Haus einer der StĂĽtzpunkte fĂĽr Wanderer auf dem HöhenrĂĽcken der Koralm, im Winter fĂĽr die BenĂĽtzer des daneben liegenden Schigebietes der Klug‑Lifte.
Der Nord‑SĂĽd-Weitwanderweg berĂĽhrt das Haus nicht, sondern fĂĽhrt einige hundert Meter westlich am Höhenzug der Koralm vorbei. Es gibt keine Ăśbernachtungsmöglichkeit.
Zweimal jährlich wird um das Haus der Hebalmkirtag abgehalten.
Ab 15. Juni 1962 war das Haus Sitz einer Poststelle (ab 1972 als Saison‑Poststelle vom 1. Juni bis 15. September, ab 1984 nach Einrichtung des Schigebietes der „Klug‑Lifte“ auch mit Winterbetrieb). Ab 9. April 1988 sollte die Poststelle ganzjährig gefĂĽhrt werden, sie wurde aber kurz danach am 20. Juni 1989 aufgelassen.[94]
Die Gebäude dieser Hütte sind der Betriebssitz der Almhalter[95] auf der Freiländer Alm.
Die Stoffhütte war ursprünglich ein Hirtenhaus der damaligen Stoff- oder Franzbaueralm. Seit 1889 wurde dort eine Gaststätte unterhalten.[96] Seit ca. 1990 ist sie nur mehr selten (an Winterwochenenden für Langläufer) geöffnet. Die (alte) Stoffhütte war Unterkunft eines alpinen Vereines, sie wurde bis zum Auslaufen des Pachtvertrages 1976 als Schutzhütte geführt.[97] Das später gebaute Haus (neue Stoffhütte) dient als Wohnhaus. Wenige hundert Meter westlich der Stoffhütten liegt die See Eben.
Im Frühjahr 2008 wurde am nördlichen Rand der See Eben ein kleiner Aussichtsturm aus Holz aufgestellt, der einen Blick über das Hochmoor bietet. Diese Plattform ist über die alte Wegeverbindung vom Forsthaus Hebalm nach Süden zu erreichen.
Dieser Gasthof befand sich im Nordteil des Hebalmgebietes an der Grenze zu Kärnten. Sein Gebäude brannte in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1998 ab.[98] Der Betrieb wurde als Teil der Gastronomiebetriebe des Schizentrums Hebalm neu aufgebaut.
Die Hebalm ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar. In den Wintermonaten werden die Schigebiete von Charterbussen aus Graz und Klagenfurt angefahren. Die nächste Tankstelle befindet sich an der Packer Straße im Ort Pack.
Mobilfunkempfang ist nicht in allen Bereichen möglich. Öffentliche Telefonsprechstellen gibt es im Gebiet nicht. Die nächsten Briefkästen befinden sich in St. Oswald in Freiland in der Gemeinde Kloster und in Preitenegg an der Packer Straße.
Meldestellen für Alpine Unfälle befinden sich beim Gasthof Rehbockhütte (Hebalmschutzhaus) und beim Schizentrum Hebalm. Das östliche Gebiet der Hebalm gehört zum Bereich der Ortsstelle Schwanberg, das Gebiet im Westen zur Ortsstelle Voitsberg des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Diese Ortsstelle ist an Schiwochenenden mit zwei Stützpunkten im Schigebiet Hebalm vertreten.[99]
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Ferienwohnungen beim Schigebiet Hebalm.
Auf der Hebalm befinden sich zwei Schigebiete.[100] Im Winter sind Langlaufloipen durch das Gebiet angelegt.
Dieses Schigebiet liegt seit ca. 1980 im Nordwesten des Gebietes. Es wird mit mehreren Schleppliften und einem 4er Sessellift vom Malteserorden[3] betrieben. Es liegt nicht in einem Almgebiet, sondern befindet sich im Bereich der ehemaligen Bauernhöfe Schriebl und Pöschl in der Gemeinde Pack[56], Ortsteil Packwinkel-Schattseite. Die Gastronomiebetriebe dieses Gebietes an der Hebalmstraße liegen im Bereich des ehemaligen Gasthofes „Steinbauerwirt“. Das Schigebiet wird hauptsächlich von Tagesgästen des Gebiets von Klagenfurt bis Graz genützt, pro Wintersaison sind 100.000 Tagesgäste auf den Schipisten und 10.000 Tagesgäste auf den Langlaufloipen publiziert.[101]
Dieses Schigebiet liegt beim Hebalmschutzhaus (Rehbockhütte) und wird von der Familie Klug aus Rettenbach betrieben. Es verwendet einen Doppelschlepplift. An seinem oberen Ende steht eine kleine Hütte (Gipfl-Hitt'n) für kleine Speisen und Getränke zur Verfügung.[102] Diese Liftanlage wurde 1968/69 errichtet. Ein Schlepplift, der sich ab 1970 auf dem Südhang des Blochriegels befand, wurde nach wenigen Jahren wieder ab- und parallel zum bestehenden Schlepplift aufgebaut.[103] Die Schneise der Lifttrassse dieses Schilifts ist in der Vegetation noch zu sehen.
Grundlage für Orientierungsläufe auf der Hebalm sind zwei Speziallandkarten:
Hebalmkirtage sind Feste auf der Hebalm. Ihre Termine im Sommer jedes Jahres sind mit zwei Marienfesten verbunden, die in der angrenzenden Pfarre Osterwitz Bedeutung haben.
Der Hebalmkirtag gibt nicht nur der der Dorfgemeinschaft von Kloster, in deren Gemeinde er stattfindet, Gelegenheit zu geselligem Zusammensein.
Bis in die 80er‑Jahre des 20. Jahrhunderts wurde bei ihm auch ein Viehmarkt abgehalten. Dieser Markt gehörte zu den privilegierten Märkten, deren Termine vor gleichzeitig abgehaltenen anderen Märkten geschĂĽtzt waren. Das Privileg war zwischen 1853 und 1890 verliehen worden.[107]
Ein Hebalmkirtag beginnt mit der Hl. Messe bei der Hebalmkapelle ‑ in der Pfarrkirche St. Oswald in Freiland in Kloster findet an diesem Tag kein Gottesdienst statt.
Im Anschluss an die Messe findet eine Autosegnung statt.
Beim Kirtagbesuch werden auch Wanderungen zur Freiländer Almhütte unternommen oder das auf der Alm befindliche Vieh besucht.
Mitbringsel vom Kirtag an die daheimgebliebenen Familienmitglieder sind traditioneller Weise Süßigkeiten wie Lebkuchenherzen, Türkischer Honig und Kokosstangerln etc. bzw. kleine Gegenstände des täglichen Bedarfes und kleine Spielzeuge. An den Kirtagständen werden weiters Gegenstände für den Alltagsbedarf einer Alm (Stricke, Halfter, Ketten, Glocken, Messer, Wetzsteine etc.) und Kleidungsstücke angeboten.
Seit dem 20. Jahrhundert finden die Hebalmkirtage rund um das Hebalmschutzhaus statt. Vorher wurden sie näher bei der Hebalmkapelle und dem Forsthaus bei einem Stallgebäude abgehalten. Dieses Gebäude, der „Alte Haltstall“, lag südöstlich der Kapelle am alten Weg von der Hebalm über die See Eben in das Lavanttal.
Bei Schönwetter werden die Kirtage beim Almhaus von bis zu tausend Personen besucht.
An den Kirtagsterminen sind auch bei der Freiländer Almhütte einige Kirtagstände vorhanden und wird Musik gespielt. Es entsteht bei dieser Hütte eine kleinere, familiäre Kirtagsatmosphäre, die besonders von Einheimischen geschätzt wird.
Der Dom des Waldes ist eine Waldlichtung, die als Land‑Art‑Projekt ausgestaltet ist.
Die Anlage befindet sich in der Nähe des Schigebietes Hebalm. Es handelt sich nicht um ein Gebäude, sondern um einen besonders gestalteten bzw. unberührt gelassenen Bereich in einem Hochwald.
Der Grundriss des Mailänder Domes und seine Tore sind dort maßstabgetreu nachgebildet. In diesem Rahmen wird Raum für gesellschaftliche Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Hochzeiten, aber auch Ruheraum zur Besinnung angeboten. Die umgebende Natur soll unberührt bleiben. Das Projekt wird von der Gemeinde Pack in Zusammenarbeit mit den Künstlern Anne und Peter Knoll und dem Waldbetrieb des Malteser-Ritterordens getragen.[58]
Im Gebiet der Hebalm sind noch einige Wörter bekannt, die in anderen Gebieten nicht mehr gebräuchlich sind und die an die Besiedlung des Gebiets aus dem bairischen Sprachraum erinnern.
Das Wort „Granten“ für Preiselbeere dokumentiert eine Sprachgrenze innerhalb des bairischen Sprachraumes. Einzahl und Mehrzahl werden gleich gesprochen: „eine Granten“ bzw. „Granten klauben gehen“. Diese Grenze wird durch den Gebirgszug der Koralm gebildet: Preiselbeere ist mittelbairisch, Granten südbairisch. Das Wort wird als Dokument einer von Norden nach Süden zunehmenden sprachlichen Konservativität und als Erinnerung an die Besiedlung gesehen, die zuerst aus dem süddeutschen Raum erfolgt ist. Die Hebalm ist Teil einer Sprachgrenze (Mundartgrenze). Sie gehört zur „Koralpenschranke“, die „die letzten mittelbairischen Vorstöße in die Ober- und Weststeiermark abfängt.“ [108]
Granten ist ein altes Wort, es ist eine mundartliche Variante in den Ostalpen von „Grandenbeere“ oder „Grante“.[109]
Die Richtung, in die ein Tier (im Viehtrieb, beim Pflügen, vor dem Wagen, beim Ziehen von Holzstämmen usw.) gehen soll, wird durch Zurufe ausgedrückt, die sogenannten Fuhrmannsrufe. Oft sind dafür „hü“ (links oder geradeaus) und „hott“ (rechts)[110] gebräuchlich.
Im Hebalmgebiet ist für „geh' nach links“ das Wort „wist“ (wista, wistaha)[111] zu hören: Der Ruf stammt aus dem Altgermanischen, aus winistar und ist nach seiner Wortbildung (doppelter Komparativ auf -is- und -tra-) und Bedeutung mit lat. „sinister“ verwandt.[112] Das Wort soll darauf zurückgehen, dass in vorchristlicher Zeit die linke Seite stärker geschätzt wurde.[113] Der Leitruf für „rechts“ wie „diö“ (düö, düwo, üüwa, iiwa usw.) findet sich nur am Südrand Altbayerns und weist auf die oberbairische Herkunft der früheren deutschen Besiedlung hin.[113]
Historische Karten sind Belege fĂĽr die Nutzung des Hebalmgebietes fĂĽr Almweiden und Waldgebiete und fĂĽr die Verkehrsbeziehungen dieses Gebietes.[Anm 1]
Kerngebiet der Hebalm (links unten, ca. 1789, Josephinische Landesaufnahme)
Westen der Hebalm, in Preitenegg
Weineben und Speikkogel sĂĽdlich
westlicher, steirischer Teil, ca. 1835, Franziszeische Landesaufnahme
östlicher Teil beim Schwarzkogel
steirische Seite von Weineben und Koralmzug
Spezialkarte der franzisco-josephinischen (3.) Landesaufnahme, Darstellung 1894, teilweise berichtigt bis 28. XI. 1913
Generalkarte von Mitteleuropa: Koralm, Weststeiermark und Grazer Becken, ca. 1893
Spezialkarte Stand 17. IX. 37
Pack: Stocker Alpe
Oberpreitenegg: westlich der See Eben
Osterwitz: Talschluss des Rettenbachtales mit der See Eben
Osterwitz: sĂĽdlich der See Eben, Einzugsgebiet des Stoffbaches beim Hof Steffelpeter
Planskizze der Gemeinde Kloster auf der Urmappe des Franziszeischen Katasters.
Kloster Blatt VI: Wolfsriegel, Rometzen
Kloster zu Blatt III: Grenze zu Edelschrott und Modriach
46.912713888915.0304916667Koordinaten: 46° 54′ 45,8″ N, 15° 1′ 49,8″ O
Alpl | Ammer | Annaberg | Arlberg | Ascher | Bielerhöhe | Birkfelder Gschaid | Brenner | Buchauer | Buchener Höhe | Dientner | Eibegg | Eisentalhöhe | Faschina | Feistritz | Fern | Filzen | Flattnitz | Flexen | Furkajoch | Fuscher Törl | Gaberl | Gailberg | Gerichtsberg | Gerlos | Grießen | Griffner | Gschütt | Hahntennjoch | Hals | Haselrast | Hebalm | Hengst | Hirschegger | Hochegger | Hochrindl | Hochtannberg | Hochtor | Holzleiten | Iselsberg | Josefsberg | Kalte Kuchl | Kartitscher | Katschberg | Kernhofer Gscheid | Kerschbaumer | Klammljoch | Klippitztörl | Klostertaler Gscheid | Kreuzberg | Kühtai | Lahn | Lienbach | Loibl | Losen | Naßfeld | Neumarkter | Niederalpl | Norberthöhe | Obdacher | Oberjoch | Och | Pack | Paulitsch | Perchauer | Pfaffen | Pielachtaler Gscheid | Pillerhöhe | Plöcken | Pogusch | Pölshals | Pötschen | Präbichl | Preiner Gscheid | Pretal | Pyhrn | Radl | Radstädter Tauern | Rechberg | Rohrer | Schaida | Schanz | Schiestelscharte | Schober | Seeberg | Seefelder | Semmering | Kleiner Semmering | Silzer | Soboth | Staller | Steirischer Seeberg | Sölk | Thurn | Timmelsjoch | Triebener Tauern | Turrach | Ursprung | Wechsel | Weinebene | Windische Höhe | Wurzen | Zellerrain