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| Heer | |
|---|---|
| Erkennungszeichen des Heeres, ein Balkenkreuz | |
| Aktiv | |
| Land | |
| Streitkräfte | Wehrmacht |
| Typ | Teilstreitkraft (Landstreitkräfte) |
Das Heer war neben Kriegsmarine und Luftwaffe eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht und umfasste die große Masse der Bodentruppen.
Inhaltsverzeichnis |
Bei den deutschen Streitkräften gab es ab Beginn des Zweiten Weltkrieges in zunehmendem Maße größere Verbände an Bodentruppen, die nicht zum Heer gehörten, das heißt nicht dem Oberkommando des Heeres (OKH) unterstellt waren. Dies ist zwar auch bei anderen Streitkräften innerhalb gewisser Grenzen üblich, man denke z. B. an die US-amerikanischen Marines; im Dritten Reich jedoch war die Lage aufgrund des im nationalsozialistischen Deutschland typischen und von Adolf Hitler zur Sicherung seiner eigenen Position ausdrücklich gewollten Nebeneinanders von konkurrierenden Zuständigkeiten besonders unübersichtlich.
Ein weiterer Grund seitens der NS-Führung, Verbände dem unmittelbaren Zugriff des Heeres zu entziehen, lag darin, dass Hitler der Heeresgeneralität wenig traute, wie es ja auch von dieser Seite schon lange vor dem 20. Juli 1944 öfters Umsturzpläne gab.[1] Durch die Aufstellung von Bodentruppen seitens der Luftwaffe und der Waffen-SS, die unter dem Oberbefehl der Parteiführer Hermann Göring und Heinrich Himmler standen, sollte ein zuverlässiges, nationalsozialistisch eingestelltes Gegengewicht gegen das Heer gebildet werden.
Dieser Überblick umfasst alle Großverbände der Bodentruppen unbeschadet ihrer Zugehörigkeit zu Heer, Luftwaffe, Waffen-SS usw. Im normalen Frontbetrieb wurde hier sowieso eng zusammengearbeitet; für die Kampfeinsätze waren z. B. die 6. SS-Panzerarmee und die 1. Fallschirm-Armee den entsprechenden Heeresgruppenkommandos unterstellt, die Eigenständigkeit machte sich vor allem bei Fragen der Erziehung im nationalsozialistischen Geist, beim Disziplinarrecht und der Gerichtsbarkeit bemerkbar.
Bei Korps, Armee und Heeresgruppe handelte es sich zunächst einmal nicht um Truppenverbände, sondern um Befehlshaber und deren Stäbe mit dem Chef des Generalstabes (Chef d. Gen.St.) an der Spitze.[9] Dabei war der Stabschef im deutschen System seinem Befehlshaber fast gleichgestellt und vertrat diesen auch bei Abwesenheit im Kommando – anders als bei den alliierten Armeen, wo der Stabschef nur eine Art „Bürovorsteher“ war.[10]
Idealerweise sollte bei Korps, Armee und Heeresgruppe zwischen den Kommandobehörden / Stäben und den durch sie zusammengefassten Truppen unterschieden werden und dies wird in der Literatur gelegentlich auch gemacht: Die Führung eines Korps wird dann als „Generalkommando“ oder „Höheres Kommando“ mit dem „Kommandierenden General“ (KG) an der Spitze bezeichnet, eine Armee wird von einem „Armeeoberkommando“ (AOK) mit seinem „Oberbefehlshaber“ (OB) geführt, eine Heeresgruppe von einem „Heeresgruppenkommando“ (H.Gr.K) und dem OB. In der Praxis ist diese Unterscheidung eher selten notwendig, jedoch muss darauf hingewiesen werden, dass in bestimmten Fällen die Beachtung des Unterschieds unbedingt erforderlich ist, nämlich immer dann, wenn eine Heeresgruppe „neu aufgestellt“ oder „aus der Front herausgezogen wurde“. So wurde z. B. am 27. November 1942 im Süden der Ostfront nach dem Durchbruch der Russen die Heeresgruppe Don eingeschoben; hierbei handelte es sich nicht um neue Kampftruppen, sondern lediglich um den umbenannten Stab + OB (Manstein) der 11. Armee – deren Truppen wiederum auf andere Armeen verteilt wurden –, die die Führung von vier Armeen der Heeresgruppe B übernahmen. Als die Heeresgruppe B am 9. Februar 1943 aus der Front herausgezogen wurde, bedeutete dies lediglich, dass der Stab nebst Oberbefehlshaber (Weichs) in die Heimat verlegt wurde und die Truppen auf die Heeresgruppen Mitte und Don (ab 12. Februar „Süd“) verteilt wurden. Ähnliches gilt für sämtliche Neuaufstellungen von Heeresgruppen, die besonders ab 1943 inflationäre Ausmaße erreichten: [11] Es handelte sich jeweils nicht um neue Truppen, sondern nur um neu aufgestellte Kommandobehörden, denen nur gelegentlich eine geringe Anzahl neuer Verbände zugeführt wurde. Ähnlich besaß z. B. die im November 1944 an der Schweizer Grenze aufgestellte sogenannte 24. Armee zu keinem Zeitpunkt eigene Kampftruppen, weswegen die terminologisch einwandfreie Bezeichnung auch nur „AOK 24“ lauten kann.
Die Generalstabs- bzw. Stabsabteilungen waren auf allen Ebenen gleich gegliedert. Folgende Bezeichnungen wurden dabei verwandt:
| Ia | Führungsabteilung |
| Ib | Quartiermeisterabteilung |
| Ic | Feindaufklärung und Abwehr; geistige Betreuung im NS-Sinn |
| Id | Ausbildung |
| IIa | 1. Adjutant (Offizierpersonalien) |
| IIb | 2. Adjutant (Unteroffiziere und Mannschaften) |
| III | Gericht |
| IVa | Intendant (Rechnungswesen, allgemeine Verwaltung) |
| IVb | Arzt |
| IVc | Veterinär |
| IVd | Geistlicher |
Das Heer verfügte mit Stand vom 3. Januar 1939[12] über sechs Heeresgruppenkommandos (1–6), denen die Armeekorps (AK) und gegebenenfalls weitere Stäbe und Truppen unterstanden.
Die Heeresgruppenkommandos wurden alle bei Mobilmachung am 26. August 1939 umbenannt oder in Armeenoberkommandos umgegliedert.
| Heeresgruppe | Hauptquartier | Unterstellungen | Umgliederung |
|---|---|---|---|
| 1 | Berlin | I., II., III. und VIII. Armeekorps Kommandanturen der Befestigungen bei Breslau, Glogau, Neustettin und Oppeln Grenzkommandantur Küstrin; Inspektion der Ostbefestigungen |
Heeresgruppe Nord |
| 2 | Frankfurt am Main | V., VI. und XII. Armeekorps; Generalkommando der Grenztruppen Saarpfalz Kommandostäbe Eifel und Oberrhein, Landwehrkommandeure Hanau und Heilbronn (Neckar) Inspektion der Grenzbefestigungen |
Heeresgruppe C |
| 3 | Dresden | IV., VII. und XIII Armeekorps | AOK 8 |
| 4 | Leipzig | XIV., XV. und XVI. Armeekorps | AOK 10 |
| 5 | Wien | XVII. und XVIII. Armeekorps 4. leichte Division und 2. Panzerdivision Festungsinspektion XI |
AOK 14 |
| 6 | Hannover | IX., X. und XI. Armeekorps | AOK 4 |
Demgegenüber entstand das Heeresgruppenkommando „Süd” bei der Mobilmachung aus dem AOK 12.
Im Krieg wurden Heeresgruppen normalerweise mit Buchstaben bezeichnet. Dies gilt auch mit Abstrichen für die ersten drei Heeresgruppen der Jahre 1939–1941, auch wenn die Heeresgruppen A und B im Polenfeldzug kurzzeitig umbenannt wurden, sodass die Namen im September 1939 “Süd”, “Nord” und “C” lauteten. Mit dem Beginn des Feldzugs gegen die Sowjetunion wurden diese drei Heeresgruppen an der Ostfront umbenannt, und die Praxis, bereits bestehende Heeresgruppenkommandos im Osten umzubenennen, wurde bis zum Ende des Krieges beibehalten. Die Heeresgruppen auf den sogenannten OKW-Kriegsschauplätzen hingegen behielten ihre einmal erhaltenen Bezeichnungen. Insgesamt gab es 15 Heeresgruppenkommandos:[13]
| Heeresgruppen Umbenennungen während des Krieges | Einsatzort |
|---|---|
| Heeresgruppe Süd (1)* – A (1)* – Süd (2)* – B (2; inoffiziell auch „Stalingrad”)* | Polen – Frankreich – Ostfront |
| Heeresgruppe Nord (1)* – B (1)* – Mitte (1)* – Nord (3)* | Polen – Frankreich – Ostfront |
| Heeresgruppe C (1)* – Nord (2)* – Kurland | Frankreich – Ostfront |
| Heeresgruppe D | Westfront |
| Heeresgruppe A (2; inoffiziell auch “Kaukasus”)* – Südukraine – Süd (4)* – Ostmark | Ostfront |
| Heeresgruppe Don – Süd (3)* – Nordukraine – A (3)* – Mitte (2)* | Ostfront |
| Heeresgruppe E | Balkan |
| Heeresgruppe Afrika | Tunesien |
| Heeresgruppe B (3)* | Westfront |
| Heeresgruppe C (2)* / OB Südwest | Italien |
| Heeresgruppe F | Balkan |
| Heeresgruppe G | Westfront |
| Heeresgruppe H | Niederlande |
| Heeresgruppe Oberrhein | Westfront |
| Heeresgruppe Weichsel | Ostfront |
| * Die Namen A, B, C, Süd, Nord und Mitte wurden mehrfach durch Neuaufstellung oder Umbenennung vergeben; die Zahlen in Klammern waren nicht Teil der offiziellen Bezeichnung, sie dienen hier lediglich der Unterscheidung.[14] | |
Zum Zeitpunkt der Mobilmachung am 26. August 1939 bestanden 15 Generalkommandos, vier Korpskommandos der motorisierten Truppen und drei Generalkommandos der Grenztruppen. Die Generalkommandos umfassten sowohl die Armeekorps als auch die Wehrkreise, in denen die Wehrersatzorganisation sowie die ortsfesten Einrichtungen territorial zusammengefasst waren und die sich über das gesamte Gebiet des Deutschen Reiches erstreckten. Bei der Mobilmachung wurden in den Wehrkreisen stellvertretende Generalkommandos gebildet, die dem Ersatzheer unterstanden. Die Tabelle zeigt den letzten Stand des Friedensheeres vor der Mobilmachung .[15]
| Armeekorps | Hauptquartier | Divisionen |
|---|---|---|
| I* | Königsberg | 1. Inf.-Div. (ID), 11. ID, 21. ID |
| II* | Stettin | 12. ID, 32. ID |
| III* | Berlin | 3. ID, 23. ID |
| IV* | Dresden | 4. ID, 14. ID |
| V* | Stuttgart | 5. ID, 25. ID, 35. ID |
| VI* | Münster | 6. ID, 16. ID, 26. ID |
| VII* | München | 7. ID, 27. ID, 1. Geb.-Div. (GD) |
| VIII* | Breslau | 8. ID, 18. ID, 28. ID |
| IX* | Kassel | 9. ID, 15. ID |
| X* | Hamburg | 22. ID, 30. ID |
| XI* | Hannover | 19. ID, 31. ID |
| XII* | Wiesbaden | 33. ID, 34. ID, 36. ID |
| XIII* | Nürnberg | 10. ID, 17. ID, 46. ID |
| XIV | Magdeburg | 2. ID (motorisiert), 13. ID (mot.), 20. ID (mot.), 29. ID (mot.) |
| XV | Jena | 1. leichte Division, 2. leichte Division, 3. leichte Division |
| XVI | Berlin | 1. Pz.-Div. (PD), 3. PD, 4. PD, 5. PD, |
| XVII* | Wien | 44. ID, 45. ID |
| XVIII* | Salzburg | 2. GD, 3. GD |
| XIX | Wien | 2. PD, 4. leichte Division |
| Eifel# | Bonn | |
| Saarpfalz#[12] | Kaiserslautern | |
| Oberrhein# | Baden-Baden | |
| * Gleichzeitig Wehrkreis; # Generalkommando der Grenztruppen | ||
Zu den Namen: Normalerweise werden AOKs mit arabischen Zahlen bezeichnet, nur in Ausnahmefällen gibt es geographische Bezeichnungen. Ähnlich wie bei den Heeresgruppen wurden auch AOKs gelegentlich umbenannt, so geschehen etwa aus Tarnungsgründen vor dem Westfeldzug. Des Weiteren wurden mehrfach gleiche Zahlen für verschiedene AOKs verwendet. Zur Unterscheidung werden diese hier mit Buchstaben in Klammern unterschieden; dies war natürlich nicht der offizielle Brauch.
| AOK | Einsatzort oder Unterstellung |
|---|---|
| AOK 1 | Westen |
| AOK 2 (a) – Heeresgruppe Nord (a) | Polen |
| AOK 3 – AOK 16 | Polen - Westen - Ostfront |
| AOK 4 | Polen - Westen - Ostfront |
| AOK 5 – AOK 18 | Westen – Ostfront |
| AOK 7 | Westen |
| AOK 8 (a) – AOK 2 (b) – AOK Ostpreußen | Polen – Westen – Ostfront |
| AOK 9 | Westen – Ostfront |
| AOK 10 (a) – AOK 6 (a) | Polen – Westen – Ostfront |
| AOK 12 (a) – Heeresgruppe Süd (a) | Polen |
| AOK 14 – AOK 12 (b) – Heeresgruppe E | Polen – Westen – Balkan |
| AOK Norwegen | Norwegen |
| AOK 11 (a) – Heeresgruppe Don | Ostfront |
| AOK 15 | Westen |
| AOK 17 | Ostfront |
| AOK Lappland – GebirgsAOK 20 | Finnland – Norwegen |
| [Armee-Abteilung Hollidt] - AOK 6 (b) | Ostfront |
| [Armee-Abteilung Kempf] – AOK 8 (b) | Ostfront |
| AOK 10 (b) | Italien |
| [Armeegruppe Felber] – AOK 19 | Westen |
| AOK 14 (b) | Italien |
| [Heeresgruppe Nord (c)] – AOK 12 (c; inoffiziell auch „Armee Wenck“) | im April 1945 sowohl West- als auch Ostfront |
| [Reste AOK 4] AOK 21 | Ostfront |
| AOK 24 | „Alpenfestung“ an der Schweizer Grenze |
| AOK 25 | Niederlande |
| AOK Ligurien | gemischter deutsch-italienischer Verband - Italien |
| [Panzergruppe 1] – PzAOK 1 | |
| [Panzergruppe 2] – PzAOK 2 | |
| [Panzergruppe 3] – PzAOK 3 | |
| [Panzergruppe 4] – PzAOK 4 | |
| [Panzergruppe Afrika] – PzAOK Afrika – Deutsch-Italienisches PzAOK – HGr Afrika | Nordafrika |
| PzAOK 5 (a) | Tunesien |
| [Panzergruppe West] – PzAOK 5 (b) | Westen |
| SS-PzAOK 6 | Westen – Ostfront |
| SS-PzAOK 11 – AOK 11 (b) | Ostfront – Harz |
| FallschirmAOK 1 | Westen |
Neben diesen ‚normalen’ Einheiten gab es gelegentlich noch solche, die als ‚Armeegruppe’, ‚Armee-Abteilung‘ oder einfach nur ‚Gruppe‘ bezeichnet wurden. Eine genaue Festlegung des Umfangs dieser Einheiten unterblieb dabei in der Regel, sie waren meist von eher kurzer Lebensdauer und wurden entsprechend normalerweise nach ihren jeweiligen Führern benannt.
Die „Armeegruppe Weichs“ im Süden der Ostfront 1942 zum Beispiel bestand aus drei Armeen (2., 4. Panzer und 2. ungarische), entsprach also von der Größenordnung her durchaus einer Heeresgruppe. An der Ostfront wurden verbündete Armeen verschiedentlich deutschen AOKs unterstellt, die dann ebenfalls als Armeegruppen bezeichnet wurden, z. B. die „Armeegruppe Fretter-Pico“, die im September 1944 aus der 6. deutschen und der 2. ungarischen Armee bestand. Die am 25. Mai 1942 in Frankreich errichtete „Armeegruppe Felber“ entsprach hingegen von der Größe her einem Korps; sie diente im August 1943 als Basis für die Aufstellung der 19. Armee. Die „Armeegruppe Blumentritt“[16] im April/Mai 1945 schließlich kann nur noch als ein Sammelsurium, bestehend aus allen sich im Raum Unterelbe – Schleswig-Holstein befindlichen Truppen, bezeichnet werden.[17]
Bei Armee-Abteilungen handelte es sich öfters um Reste von zerschlagenen Verbänden, die eilig zu neuen Einheiten zusammengefasst wurden; von der Mannschaftsstärke her sind sie in der Regel in etwa zwischen Korps und Armee anzusiedeln.[18] Einige dieser Abteilungen dienten auch als Grundstock für die Wiederaufstellung von Armeen: Im Sommer 1943 entstanden so aus der “Armeeabteilung Hollidt” die (neue) 6. Armee, aus der „Armee-Abteilung Lanz/Kempf“ die (neue) 8. Armee. Demgegenüber war die „Armee-Abteilung A“ ein regulär aufgestellter Verband, der im September 1939 zur Sicherung der Westgrenze bei Aachen eingesetzt wurde, bevor er durch das AOK 4 abgelöst wurde.
Diese waren in der Kriegsspitzengliederung ursprünglich nicht vorgesehen. Ihre in der Regel zumindest anfangs mit einem Heeresgruppen-Kommando gekoppelten Befugnisse[19] entstanden, als die Tätigkeit des Oberkommandos des Heeres auf den östlichen Kriegsschauplatz beschränkt wurde und die Führung auf den übrigen Kriegsschauplätzen auf den Wehrmachtführungsstab unter General Jodl direkt überging.[20]
Als Oberbefehlshaber Ost oder West bezeichnete Kommandos hatte es schon nach Abschluss der Kämpfe in Polen und im Westen gegeben, die allerdings keine Kampf-, sondern Besatzungstruppen führten:
Für Kriegsschauplätze wurden dann folgende Oberbefehlshaber ernannt:
Der größte reguläre Truppenverband und zugleich die kleinste operative Einheit war die Division, die auch den primären Bezugspunkt für den Frontsoldaten darstellte. Die darüber angesiedelten Einheiten Korps, Armee und Heeresgruppe waren genau genommen nur Kommandobehörden,[22] die im Krieg für die Koordinierung bestimmter Aufgaben eine nicht festgelegte Zahl von unterstellten Großverbänden zusammenfassten. Entsprechend werden Truppenstärken grundsätzlich entweder als Anzahl der Mannschaften oder der Divisionen – und zum Beispiel nicht als Anzahl der Armeen – angegeben.[23] Zu Beginn des Krieges hatte eine Division eine Sollstärke von 15.000 bis 17.000 Mann. Allerdings sank durch die hohen Verluste besonders an der Ostfront die Stärke kontinuierlich: Bereits im November 1941 war die Gefechtsstärke der Infanteriedivisionen auf 65% abgesunken.[24] Dem wurde dadurch Rechnung getragen, dass im Oktober 1943 die verbindlich vorgeschriebene Stärke einer Infanteriedivision nur noch 10.700 deutsche Soldaten betrug.[25], die jedoch auch immer häufiger nicht mehr erreicht wurde.