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Ein Heiligtum ist ein Ort, Gebäude, Gegenstand o. ä. von zentraler religiöser Bedeutung. In den Religionen kommt einem Heiligtum eine besondere Verehrung und Wertschätzung zu, die im Besuchen oder in der Tabuisierung der heiligen Stätte, bzw. im Schützen oder in der Mitnahme desselben ihren Ausdruck findet.
Inhaltsverzeichnis |
In den Naturreligionen gibt es meist keine vom Menschen erbauten Heiligtümer. Stattdessen werden Landschaftsmerkmale wie Berge, Haine, Wälder und Gewässer, aber auch einzelne Quellen oder Bäume als heilig verehrt und als Kultstätten verwendet.
Aus der Steinzeit sind besonders Heiligtümer erhalten, die der Megalithkultur zuzuordnen sind. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Stonehenge Cromlech.
Die Pyramiden waren wichtige Heiligtümer im Alten Ägypten, da sie eine große Rolle beim Totenkult der Ägypter spielten.
Im Judentum gelten das Mishkan, das „Tabernakel“ oder die „Stiftshütte“, und der Jerusalemer Tempel, in den das Mishkan später integriert wurde, als historische Heiligtümer. Nach der Zerstörung des Tempels ist heute die Klagemauer, die ein Überrest des Tempels ist, ein wichtiges Heiligtum. Außerdem ist in jeder Synagoge der Toraschrein mit der darin enthaltenen Tora heilig.
In der katholischen Religion wird der Raum um den Hauptaltar, teilweise die Sakristei, sowie die Aufbewahrungsorte für Reliquien und andre Heiligtümer als Sanktuarium (lateinisch für Heiligtum) bezeichnet.[1]
Daneben gibt es heute den expliziten römisch-katholischen Kirchentitel eines Heiligtums (lateinisch Sanctuarium, italienisch Santuario, englisch Santuary), als Heiliger Ort:[2] Diese finden sich nach Can. 1231 CIC noch einmal abgestuft in:
Außerdem nennen sich die beiden Sanktuarien Santa Casa di Loreto und Madonna del Rosario di Pompei, die auch Papstbasilika sind, Santuario Ponticicio (‚päpstliches Heiligtum‘), daneben findet sich auch die Bezeichnung Santuario Maggiore (‚Großes Heilgtum‘) für diese beiden, oder Maria Ss. delle Grazie di Gerace[3].
Bekanntestes Heiligtum des Islam ist die Stadt Mekka mit der in ihr befindlichen Kaaba. Weitere Heiligtümer sind die Stadt Medina und der Tempelberg in Jerusalem mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom.
In der Bahai-Religion werden die Stätten im Bahai-Weltzentrum in Haifa als heilig angesehen.
In Australien stellt der Uluṟu ein wichtiges Heiligtum der Aborigines dar. Um ihn ranken sich einige Legenden der Traumzeit, die unter anderem sein Aussehen erklären. </br> Siehe auch: Uluru-Mythos
Oftmals ist es schwierig, frühere von Menschen benutzte Orte als Heiligtum zu identifizieren. Als Hilfsmittel stehen schriftliche Überlieferung, Ortsnamen, Bilddenkmäler und Bodenfunde zur Verfügung. Im europäischen Raum gilt, dass obgleich Tacitus eine Reihe von Heiligtümern beschrieb, bislang keines dieser Orte identifiziert werden konnte. Das gleiche gilt für die Überlieferung über slawische und skandinavische Heiligtümer. Die Datierung von Ortsnamen ist umstritten. Auswertbare Bilddenkmäler gibt es erst seit dem Ende der Kaiserzeit und in der Völkerwanderungszeit. Es bleiben in der Regel nur die archäologischen Befunde. In diesem Zusammenhang wurden drei Kriterien für ein Heiligtum entwickelt:[4]