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Heinrich II. (Ă–sterreich)

Denkmal fĂĽr Jasomirgott, dem GrĂĽnder des Schottenstiftes in Wien, an der sĂĽdseitigen AuĂźenwand der Stiftskirche.
Gertrud (Gertraud), Tochter Kaiser Lothars, und Theodora Komnena, Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel Komnenos (Ausschnitt aus dem Babenberger Stammbaum, Stift Klosterneuburg)

Heinrich II., genannt Jasomirgott (* 1107; † 13. Jänner 1177 in Wien) aus dem Geschlecht der Babenberger war Pfalzgraf bei Rhein (1140–1141), Markgraf von Österreich (1141–1156), Herzog von Bayern (1143–1156) und Herzog von Österreich (1156–1177). Er war ein Sohn des Markgrafen Leopold III. und der Salierin Agnes von Waiblingen, Tochter Kaiser Heinrichs IV. und Schwester Kaiser Heinrichs V.

Heinrichs ältere Halbbrüder aus der ersten Ehe seiner Mutter waren die Staufer Friedrich II., der Einäugige, Herzog von Schwaben und Vater des späteren Kaisers Friedrich I. Barbarossa, und der deutsche König Konrad III. Sein jüngerer Bruder Leopold IV. wurde noch vor ihm Markgraf, seine anderen jüngeren Brüder waren der bedeutende Chronist und Bischof von Freising, Otto von Freising, und der Erzbischof von Salzburg und Bischof von Passau, Konrad II. von Babenberg.

Der Babenberger Herzog war in erster Ehe vom 1. Mai 1142 bis 18. April 1143 mit Gertrud verheiratet, der einzigen Tochter Kaiser Lothars III.. Seine zweite Ehe schloss er 1148 mit Theodora Komnena, einer Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel I. Beide Ehen belegen die damalige Bedeutung des Geschlechts der Babenberger in Mitteleuropa.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Sohn des Markgrafen Leopold III. bekleidete Heinrich zunächst die Position eines Pfalzgrafen bei Rhein, bis er nach dem ĂĽberraschenden Tod seines kinderlos gebliebenen Bruders Leopold IV. Herzog von Bayern und Markgraf von Ă–sterreich wurde. Er residierte dann in Regensburg, in der damaligen Hauptstadt Bayerns.

1147 nahm Heinrich als Herzog von Bayern am Zweiten Kreuzzug teil, der am 26. Oktober 1147 am Fluss Tembris in Kleinasien mit einer Katastrophe endete. Nur wenige Ritter konnten sich durch schnelle Flucht retten, darunter Heinrich II. und auch der junge Ritter Friedrich von Schwaben, der spätere deutsche König und Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Heinrich heiratete auf der Heimreise nach Regensburg die byzantinische Prinzessin und Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel I., Theodora Komnena.

Im Zuge des welfisch-staufischen Konflikts war dem Welfen Heinrich der Stolze von König Konrad III. 1138 das Herzogtum Bayern entzogen und an die Babenberger weitergegeben worden. Der neue Kaiser Friedrich I. versuchte einen Ausgleich mit den Welfen zu finden und belehnte 1156 Heinrich des Stolzen Sohn Heinrich der Löwe mit Bayern. Nun musste fĂĽr den Babenberger ein Ersatz gefunden werden: Die Entschädigung war das Privilegium minus, durch das Ă–sterreich ein von Bayern unabhängiges selbständiges Herzogtum wurde.

Anders als sein Vater, der meist in Klosterneuburg regierte, erhob Heinrich 1145 Wien zu seiner Residenz. Erst durch diesen Akt konnte Wien Städte wie Krems, Melk oder Klosterneuburg ĂĽberflĂĽgeln und blieb seither ununterbrochen die Hauptstadt des Landes. 1147 wurde auch der Stephansdom fertiggestellt als sichtbares Zeichen der neuen Bedeutung der Stadt. Am 8. Juni 1147 wurde die damals noch kleine, romanische Kirche, die noch auĂźerhalb der Stadtmauern stand, geweiht. 1155 stiftete Heinrich direkt gegenĂĽber seinem Sitz das Schottenkloster in Wien, wo er auch begraben wurde. Die Kirche erhielt den Namen von den irischen Mönchen, die sie erbauten und die man zuerst fĂĽr Schotten hielt. An der AuĂźenwand der Schottenkirche befindet sich heute eine Statue von Heinrich.

Ende November 1176 erlitt Heinrich bei Melk einen Unfall, als eine morsche Holzbrücke unter seinem Pferd durchbrach, wobei er sich einen offenen Schenkelhalsbruch zuzog, an dessen Folgen er am 13. Jänner 1177 in Wien verstarb. Er wurde seinem letzten Wunsch entsprechend in der Schottenkirche beigesetzt. Als jedoch sein Grab Mitte des 17. Jahrhunderts gesucht wurde, wurde es nicht mehr aufgefunden.

Bedeutung des Beinamens

Der Beiname Jasomirgott kam im 13. Jahrhundert in der Form Jochsamergott auf. Die genaue Bedeutung ist ungeklärt. Teilweise wird sie mit der mittelhochdeutschen joch sam mir got (helfe), ja, wie mir Gott helfen soll, erklärt. Das entspricht der Schwurformel „so wahr mir Gott helfe“.[1] Nach Heinrich II. ist die dem Haupttor des Stephansdoms gegenüberliegende Jasomirgottstrasse benannt.

Im Schottenstift gibt es den Heinrich-Jasomirgott-Brunnen. FĂĽr den Wiener Rathausplatz schuf Franz Melnitzky eine Statue des Herzogs.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Karl Lechner: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Ă–sterreich 976–1246. Böhlau, Wien 1976, ISBN 3-205-08508-6, S. 351.

Weblinks

 Commons: Heinrich II. (Ă–sterreich) â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Leopold IV. Markgraf von Ă–sterreich
1141–1156
–
– Herzog von Österreich
1156–1177
Leopold V.
Leopold Herzog von Bayern
1143–1156
Heinrich XII.
Otto I. von Salm Pfalzgraf bei Rhein
1140–1141
Hermann von Stahleck
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