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Theodor Heinrich Gottfried Keil (* 25. Mai 1822 in Gressow bei Wismar; † 27. August 1894 in Friedrichroda (Thüringen) war ein deutscher Altphilologe und Lehrer.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Der Pfarrerssohn Heinrich Keil besuchte seit 1837 das Gymnasium in Göttingen und studierte ab 1839 klassische Philologie – zunächst zwei Semester in Göttingen – dann in Bonn, wo er u. a. von dem dort lehrenden Friedrich Wilhelm Ritschl beeinflusst wurde. 1843 wurde er in Bonn mit der textkritischen Arbeit Observationes criticae in Propertium über den römischen Dichter Properz promoviert und legte das Lehrerexamen ab. Im Herbst 1843 begann er sein Probejahr an der Königlichen Realschule in Berlin. Anschließend bereiste er 1844–1846 zwecks Handschriftenstudien verschiedene Bibliotheken in Italien, was ihm ein Stipendium seines Landesherrn, des Großherzogs Friedrich Franz II., ermöglicht hatte. Ab 1847 unterrichtete er am Pädagogium der Franckeschen Stiftung in Halle/Saale, parallel dazu habilitierte sich Keil 1848 an der dortigen Universität mit einer Untersuchung über die Schriften des älteren Cato und des Varro über die Landwirtschaft. 1855 ging er als Oberlehrer an das Friedrichwerdersche Gymnasium nach Berlin und lehrte als Privatdozent an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. 1859 übernahm er als Nachfolger von Karl Friedrich Nägelsbach den Lehrstuhl für klassische Philologie in Erlangen, 1869 folgte er einem Ruf nach Halle und trat die Nachfolge von Theodor Bergk an. Seit 1882 war er korrespondierendes Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.[1][2]
Sein Nachlass, der unter anderem seinen Briefwechsel mit Theodor Mommsen enthält, wurde im April 2007 durch seinen Urenkel Martin Elze dem halleschen Universitätsarchiv übergeben.[3]
Den Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit bildete die Erforschung der antiken lateinischen Grammatiker sowie die kritische Edition der Werke des älteren Cato, des Varro und des jüngeren Plinius.
Er war seit 1855 mit Louise (1834–1914), Tochter des Philologen Friedrich August Eckstein, verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und sechs Söhne hervor.
Auswahl:
Heinrich Keil wurde mit dem Kronenorden 2. Klasse und dem Roter Adler-Orden 2. Klasse ausgezeichnet.[1]
1. Lehrstuhl: Gottlieb Christoph Harleß (1777–1815) | Ludwig Heller (1817–1826) | Ludwig von Döderlein (1826–1863) | Iwan von Müller (1864–1893) | Adolf Römer (1893–1913) | Otto Stählin (1913–1935) | Reinhold Merkelbach (1957–1961) | Alfred Heubeck (1962–1979) | Egert Pöhlmann (1980–2001) | Stephan Schröder (seit 2001)
2. Lehrstuhl: Joseph Kopp (1827–1842) | Karl Friedrich Nägelsbach (1842–1859) | Heinrich Keil (1859–1869) | Alfred Schöne (1869–1874) | Eduard Wölfflin (1875–1880) | August Luchs (1880–1920) | Alfred Klotz (1920–1939) | Otto Seel (1943–1947) | Carl Koch (1947–1956) | Rudolf Till (1958–1976) | Severin Koster (1979–2008)
3. Lehrstuhl: Ferdinand Heerdegen (1902–1920) | Kurt Witte (1920–1950) | Otto Seel (1951–1972) | Klaus Stiewe (1975–1986)
Erster Lehrstuhl: August Seidler (1816–1824) | Moritz Hermann Eduard Meier (1825–1855) | Theodor Bergk (1857–1869) | Heinrich Keil (1869–1894) | Georg Wissowa (1895–1924) | Ernst Diehl (1925–1937) | Franz Altheim (1937–1948) | Werner Peek (1951–1969) | Joachim Ebert (1983–1995) | Michael Hillgruber (seit 1995)
Zweiter Lehrstuhl: Abraham Gottlieb Raabe (1817–1845) | Wilhelm Dittenberger (1874–1906) | Otto Kern (1907–1931) | Paul Friedländer (1932–1935) | Erich Reitzenstein (1937–1958) | Berthold Häsler (1960–1974) | Wolfgang Kirsch (1986–1993) | Rainer Jakobi (seit 1993)
Dritter Lehrstuhl: Karl Christian Reisig (1824–1829) | Gottfried Bernhardy (1829–1875) | Eduard Hiller (1876–1891) | Friedrich Blass (1892–1907) | Karl Praechter (1907–1927)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Keil, Heinrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Keil, Henricus; Keilius, Henricus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Altphilologe |
| GEBURTSDATUM | 25. Mai 1822 |
| GEBURTSORT | Gressow bei Wismar |
| STERBEDATUM | 27. August 1894 |
| STERBEORT | Friedrichroda |