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Heinrich August Marschner (* 16. August 1795 in Zittau; †14. Dezember 1861 in Hannover) war ein deutscher Komponist der Romantik, Kapellmeister in Dresden und Leipzig, ab 1831 königlicher Hofkapellmeister in Hannover erst im Leineschloss, 1852 dann im Opernhaus Hannover. Seine Opern machten ihn um 1850 zum führenden Opernkomponisten der Zeit und gelten als wichtiges Bindeglied zwischen den Werken Webers und Wagners.
Inhaltsverzeichnis |
Heinrich August Marschner wurde als Sohn böhmischer Handwerker geboren. Schon früh begann er zu komponieren und wurde unter die Fittiche seines Mentors, des Thomaskantors Johann Gottfried Schicht genommen.
Im Jahre 1817 wurde er der Musiklehrer des Grafen Zichy in Preßburg. Während dieser Jahre begann er seine ersten Opern zu schreiben. So entstand unter anderem die Oper Heinrich IV. und D’Aubigné, welche unter Carl Maria von Weber 1820 in Dresden uraufgeführt wurde. Im Jahre 1821 zog er nach Dresden, wo er von 1824 an Musikdirektor an der dortigen Oper war. Erfolglos wurde 1825 in Dresden das komische Singspiel Der Holzdieb uraufgeführt, seine bereits 1822 vollendete große Oper Lucretia, deren Vorbild Gaspare Spontinis Vestalin war, kam dann mit seiner Frau Marianne geb. Wohlbrück (1805–1854) in der Titelrolle in Danzig heraus. Seinen Durchbruch als weithin anerkannter Komponist erzielte Marschner 1828 mit Der Vampyr und 1829 mit Der Templer und die Jüdin (beide Libretti: August Wilhelm Wohlbrück) am Leipziger Stadttheater. 1831 wurde er Hofkapellmeister der Oper in Hannover. Während seiner Zeit in Hannover schuf er auch sein bedeutendstes Werk, den Hans Heiling, welches ein Schlüsselwerk der deutschen romantischen Oper werden sollte. Das Libretto dazu lieferte der Sänger und Schauspieler Philipp Eduard Devrient.
Mit der Komposition dieser Oper war Marschner auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er war auch mit den Nachfolgewerken noch einige Zeit erfolgreich, jedoch überstrahlten ihn der Ruhm eines Giacomo Meyerbeer oder später jener Richard Wagners. Die Hoffnung, in Berlin Nachfolger Spontinis an der Hofoper zu werden, erfüllten sich nicht. So blieb Marschner bis 1859 an der Oper in Hannover.
In seinen letzten Lebensjahren, in denen er sogar danach trachtete, in Paris Erfolg zu haben, war Marschner fast wieder vergessen. Er starb 1861 in Hannover. Seine Grabstätte befindet sich auf dem dortigen Neustädter Friedhof. An der Georgstraße erinnert ein Denkmal an ihn.
Hans Joachim Moser schreibt:
Zu seinen Lebzeiten genoss er eine hohe Wertschätzung unter seinen Musikerkollegen, wie z. B. Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann oder auch Richard Wagner, der bei Marschner den dramatisch geführten Sprechgesang in seinen Musiktragödien perfektionierte. Die Titelgestalten Marschners in seinen Opern sind mit Vorliebe gespenstisch dämonische Typen, welche häufig eine gespaltene Persönlichkeit besitzen, die schließlich auch einen romantischen Helden verkörpern. Marschners bekannteste Melodie stammt aus seiner romantischen Oper Hans Heiling und erlangte ihre Bekanntheit durch AntonÃn Dvořák, der sie in seiner Symphonie Aus der Neuen Welt verwendete.
In Berlin, Dresden, Leipzig, Hannover, Wien und Zittau sind Straßen nach Marschner benannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marschner, Heinrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Marschner, Heinrich August (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist |
| GEBURTSDATUM | 16. August 1795 |
| GEBURTSORT | Zittau |
| STERBEDATUM | 14. Dezember 1861 |
| STERBEORT | Hannover |