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Der Henninger-Turm wurde als Getreidesilo der Brauerei Henninger, bestehend aus dem Silo und dem wie aufgesetzt aussehenden 118,50 Meter hohen Aussichts- und Fernsehturm, in Frankfurt am Main errichtet.[1] Er wurde von Karl Lieser entworfen und zwischen 1959 und 1961 im Stadtteil Sachsenhausen gebaut (Einweihung am 18. Mai 1961). Bis 1974 blieb der Henninger-Turm das höchste Gebäude der Stadt Frankfurt. Seit 2002 ist der Turm für den Besucherverkehr geschlossen. 2012 wurde entschieden, dass der Turm abgerissen werden soll um einem 130-Meter-Wohnhochhaus Platz zu machen, dieses soll sich allerdings stark am Aussehen des Henninger-Turms orientieren.
Inhaltsverzeichnis |
Der Henninger-Turm wurde in Gleitschalung errichtet, der Silo in üblicher Holzschalung. Er ist auf Felsboden gegründet, hat ein Eigengewicht von ca. 17.335 Tonnen und ein maximales Gesamtgewicht von ca. 31.611 Tonnen.[1] Er steht auf einer 1,25 Meter tiefen Fundamentplatte aus Stahlbeton mit 25,0 x 25,0 Meter. Im 3,5 Meter tiefen Kellergeschoss befinden sich Maschinen- und Vorratsräume.[2] Das Bauwerk besteht aus zwei ineinander errichteten Bauteilen, dem Silo und dem zylindrischen Turm mit dem Turmkorb.
Der 87,0 Meter hohe (Dachhöhe) Lagersilo hat einen quadratischen Querschnitt von 20,68 Meter x 20,68 Meter. Das Fassungsvermögen für Gerste und Malz in 31 Zellen hat rund 14.276 Tonnen betragen mit einem maximalen Seitendruck von 4,5 t/m² auf die 18 cm dicken Stahlbetonwände.[2]
Im ersten Stockwerk in 4,1 Meter Höhe befindet sich die ehemalige Aufnahme für das Schüttgut. Auf den Ebenen in 72,8 und 77,8 Meter Höhe waren zwei Schalt- bzw. Verteilerstockwerke untergebracht. Als letztes Stockwerk wurde dem Silo in 82,8 Meter Höhe ein 4,2 Meter hohes, als Wintergarten und funktional schon dem Turm zugerechnetes[2] Restaurant aufgesetzt.[1]
Der Silo umschliesst an der zur Frankfurter Skyline gerichteten Seite fast zur Gänze den zylindrischen Turm:
Der Turm hat eine Gesamthöhe von 118,50 Metern mit einem Durchmesser von 6,70 Metern (7,30 Meter nach [2]). Im Erdgeschoss in Ebene 0 befindet sich die erste Aufzugshaltestelle. Zur Erschließung des Turmstiegenhauses (Haupttreppe) befindet sich in 40,3 Meter Höhe der 2. Aufzugshalt. Der 3. und 4. Halt erschließen die beiden Schalt- bzw. Verteilerstockwerke und der 5. Halt das Wintergartenrestaurant, das nach Planung mit einem weitausladenen Dach von oben mit Licht versorgt und vor Witterungseinflüssen geschützt werden sollte. Im mittleren Teil sollten sich Blumenbeete, eine Tanzfläche und Wasserspiele befinden, am Rand darum herum sollten die Tische gruppiert werden.[2]
Im zweistöckig verglasten Turmkorb befanden sich, durch die Aufzugshaltestellen 6. und 7. erschlossen, in der unteren Ebene die Küche und die Toiletten in 95,7 und in der oberen das auf einer Drehbühne gelagerte Drehrestaurant in 100,3 Metern Höhe. Ein Umdrehung des Restaurants dauerte 30 Minuten.[2] Das Turmkorbdach bildet in 106,4 Metern Höhe als 8. bzw. oberste Aufzugshaltestelle die große offene Aussichtsterrasse mit einem Durchmesser von 16,6 Metern.[2] Nurmehr über eine Stiege zu erreichen, befindet sich oberhalb der Kanzel rund um den Turmschaft in 109,2 Metern Höhe noch eine kleine offene Aussichtsplattform.[1] Die Plattformen sind jeweils als 20 aus dem Zylinder auskragenden Trägerkonsolen ausgebildet, auf denen die Decke aufgelagert ist.[2]
Zur Beförderung von jeweils 15 Personen befinden sich im Turm zwei Schnellaufzüge, mit einer Fahrzeit von nicht ganz einer Minute vom Erdgeschoss bis zur Aussichtsplattform. In der verglasten, von der Zylinderform leicht gekrümmten Außenseite erreicht man die Aussichtsplattform über 596 Stufen im Haupttreppenhaus.[2]
Seit 31. Oktober 2002 ist der Henninger-Turm für den Besucherverkehr geschlossen, er soll jedoch – entgegen ersten Verlautbarungen – möglicherweise erhalten werden. [3]
Inzwischen wurde bekannt, dass der Turm abgerissen werden soll und Platz machen muss für ein Wohnhochhaus. Dieses soll äußerlich an den Henninger-Turm angelehnt sein und mehrere Luxuswohnungen beherbergen. Ebenfalls sind Restaurants und Geschäfte auf dem 4000qm großen Gelände geplant. [4]
2005 hat das Getreidesilo der Schapfenmühle in Ulm-Jungingen den Henninger-Turm als weltweit höchsten noch in Benutzung befindlichen Siloturm abgelöst.
Um mit dem Turm zu werben, wurde von 1962 bis 2008 alljährlich am 1. Mai von der Henninger-Brauerei und der Gesellschaft zur Förderung des Radsports das Radrennen Rund um den Henninger-Turm ausgerichtet. Nach dem Ende des Sponsoring der Henninger-Brauerei wurde das Rennen unter dem Namen Eschborn-Frankfurt City Loop weitergeführt. Im Dezember 2009 wurde es ein weiteres Mal in Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt umbenannt.
50.09722222228.69333333333Koordinaten: 50° 5′ 50″ N, 8° 41′ 36″ O