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Hermann Mörchen (* 27. April 1906 in Köselitz; †6. Mai 1990 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Philosoph, Religions- und Literaturwissenschaftler.
Mörchen studierte in Halle und Marburg 1925-1929 u.a. evangelische Theologie bei Rudolf Bultmann und Philosophie bei Martin Heidegger. Seine Dissertation bei Heidegger unter dem Titel "Die Einbildungskraft bei Kant“ schloss er 1927/28 summa cum laude ab. Seit Anfang der 30er Jahre arbeitete er, unterbrochen von Kriegsdienst und sowjetischer Gefangenschaft, als Lehrer an Gymnasien (vor allem an der Schloss-Schule in Salem bei Kurt Hahn, an der Edertalschule in Frankenberg und am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Frankfurt), zuletzt als Fachleiter für Deutsch am Studienseminar Frankfurt 1.
Er war nicht nur ein bedeutender Heidegger-Schüler, sondern auch neben dem Philosophen Hans Jonas (1903-1993) der einzige andere Doktorand aus Heideggers Marburger Zeit (1923-1928). Er befasste sich mit den Bereichen Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft. Während Hans Jonas in seiner durch das NS-Regime erzwungenen Emigration ganz andere Wege ging, blieb Hermann Mörchen seiner denkerischen Herkunft treu. In Anlehnung an Heideggers Kant-Vorlesungen und damit in Vorwegnahme gewisser Gedankengänge aus Heideggers Kant-Buch von 1929, führte dieses Thema Mörchen zu philosophischen Problemen, die von Kant lediglich angedeutet worden waren. Es folgt eine Vielzahl von Aufsätzen, Rezensionen und Büchern zu den Themen Heidegger, Nietzsche, Rilke, Gadamer, Buber, Russell, Wiplinger, Frankfurter Schule u. a. Mörchens Arbeiten gipfeln in der Untersuchung der philosophischen Kommunikationsverweigerung zwischen Adorno und Heidegger. Er kommt als ausgewiesener Kenner beider Schulen zu dem vielfältig begründeten weiterführenden Schluss: Man irrt, wenn man behauptet, die Toten könnten über das hinaus, was sie zu Lebzeiten mit uns geteilt und uns mitgeteilt haben, nichts Neues mehr sagen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mörchen, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph, Religions- und Literaturwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 27. April 1906 |
| GEBURTSORT | Köselitz, Sachsen-Anhalt |
| STERBEDATUM | 6. Mai 1990 |
| STERBEORT | Frankfurt am Main |