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| Territorium im Heiligen Römischen Reich | |
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| Herzogtum Jülich-Berg | |
| Wappen | |
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| Karte | |
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| Karte von Kleve, Berg, Mark und Jülich im Jahr 1477 | |
| Entstanden aus | Herzogtum Jülich, Herzogtum Berg (1423) |
| Herrschaftsform | Herzogtum |
| Herrscher/Regierung | Herzog |
| Heutige Region/en | DE-NW, kleinere Teile auch DE-RP und NL-LI |
| Reichstag | Reichsfürstenrat, Weltliche Bank: 1 Virilstimmen; 2 Stimmen im Städterat, rheinische Bank für Düren (seit 1242/46 an Jülich verpfändet) und Herford (seit 1547) |
| Reichsmatrikel | 45 Reiter, 270 Fußsoldaten, 500 Gulden (1522) |
| Reichskreis | niederrheinisch-westfälisch |
| Hauptstädte/Residenzen | Düsseldorf |
| Dynastien | Jülich-Heimbach, Mark (1511), Pfalz-Neuburg (1614), Kurpfalz (1685), Kurbayern (1777) |
| Konfession/Religionen | römisch-katholisch |
| Sprache/n | Deutsch |
| Fläche | 3.900 km² (Ende 18. Jh)[1] |
| Einwohner | 400.000 (Ende 18. Jh)[1] |
| Aufgegangen in | linksrheinisch: Frankreich, Département de la Roer (1798), rechtsrheinisch: Großherzogtum Berg (1806) |
Jülich-Berg bezeichnet die auf Personalunion beruhende Verbindung der Herzogtümer Jülich und Berg in der Zeit von 1423 bis 1795. Beide Territorien hatten gemeinsame Herzöge mit einer Stimme im Reichsfürstenrat.
Jülich und Berg waren immer in wechselnder Weise mit weiteren Territorien verbunden, bildeten dabei aber bis zum Ende des 18. Jahrhunderts stets die Kerngebiete und hatten schon wegen der geographischen Nähe und bald aus Tradition untereinander die engste Bindung. Dennoch waren sie formal immer zwei verschiedene Herzogtümer.
Inhaltsverzeichnis |
Die Verbindung von Jülich und Berg bahnt sich an, als Berg 1348 durch Erbfall an Gerhard, Sohn des Grafen von Jülich, geht, der hier eine Nebenlinie des Jülicher Grafenhauses begründet. Die Grafschaft Ravensberg war ihm bereits 1346 zugefallen. Jülich und Berg werden 1356 bzw. 1380 zu Herzogtümern erhoben. 1423 stirbt die Jülicher Hauptlinie aus und Herzog Adolf aus der bergischen Linie tritt auch in Jülich die Herrschaft an, womit Jülich-Berg begründet ist.
Da auch Adolf ohne direkten Erben bleibt, folgt ihm 1437 sein Neffe Gerhard nach, er stammt aus einer bergischen Nebenlinie, die 1402 Ravensberg übernommen hat. Wegen der Beteiligung jener Grafschaft wird das Gebiet, bezogen auf die Zeit von 1437 bis 1609/14, auch Jülich-Berg-Ravensberg genannt.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ist ein Aussterben des Hauses Jülich im Mannesstamm absehbar, daher verheiratet Herzog Wilhelm seine Tochter Maria mit Johann, dem Sohn und Erben des Herzogs von Kleve-Mark. Dieser tritt 1511 in Jülich-Berg-Ravensberg und 1521 in Kleve-Mark die Herrschaft an, wodurch der rheinisch-westfälische Territorialkomplex Jülich-Kleve-Berg entsteht. Hauptresidenz ist die bergische Hauptstadt Düsseldorf.
Als nun Johann Wilhelm I. 1609 ohne Nachkommen stirbt, kommt es zum Jülich-Klevischen Erbfolgestreit, in dessen Folge Jülich-Berg (ohne Ravensberg) 1614 an die wittelsbachischen Herzöge von Pfalz-Neuburg fällt. Jene nehmen 1636 ihren Hauptsitz in Düsseldorf, da Jülich-Berg gegenüber Neuburg deutlich größer und bedeutsamer ist.
1685 erben die Herzöge die ehrwürdige Kurpfalz, bleiben aber angesichts deren Verwüstung im Pfälzischen Erbfolgekrieg zunächst in Düsseldorf. 1718 verlegen sie ihre Residenz nach Heidelberg, 1720 schließlich nach Mannheim, wodurch Jülich-Berg zu einem aus der Ferne regierten Nebenland wird. Dies gilt verstärkt, als die Kurfürsten 1777 auch Kurbayern erben und ihren Sitz in das noch weiter entfernte München verlegen.
1795 endet die Verbindung von Jülich und Berg, als Frankreich im Ersten Koalitionskrieg sich Jülich einverleibt. Berg wird 1806 als Großherzogtum Berg im Staatenbund des Rheinbundes ein napoleonischer Satellitenstaat und erlischt 1813 infolge der Befreiungskriege. 1815 fällt das Gebiet der ehemaligen Herzogtümer an Preußen und wird 1822 Teil der Rheinprovinz, seit 1946 gehört es zu Nordrhein-Westfalen.
seit 1437 in Personalunion mit Ravensberg
in Personalunion mit Ravensberg, seit 1521 auch mit Kleve-Mark, 1538-1543 mit Geldern
1609-1614 Erbfolgestreit
in Personalunion mit Pfalz-Neuburg, seit 1685 auch Kurpfalz, 1742 Sulzbach, 1777 Kurbayern
Fürstbistümer: Utrecht (bis 1528) | Minden (bis 1648) | Verden (bis 1648) | Cambrai (bis 1678) | Lüttich | Münster | Osnabrück | Paderborn | Corvey (ab 1792)
Fürstabteien: Stablo-Malmedy | Corvey (bis 1792) | Kornelimünster | Werden | Essen | Herford | Thorn | Echternach
Weltliche Fürstentümer: Jülich-Berg | Kleve | Geldern (bis 1548) | Minden (ab 1648) | Nassau-Dillenburg | Oldenburg (ab 1774) | Ostfriesland (seit 1667) | Lippe (seit 1789) | Moers (ab 1706) | Verden (ab 1648)
Grafschaften und Herrschaften: Bentheim | Manderscheid (bis 1546) | Bronkhorst (bis 1719) | Diepholz | Hoya | Lippe (Grafschaft 1528-1789) | Moers (bis 1541) | Nassau-Dillenburg (bis 1664) | Oldenburg (bis 1774) | Ostfriesland (bis 1667) | Pyrmont | Reichenstein | Rietberg | Salm-Reifferscheid | Sayn | Schaumburg (1647/48 geteilt in Schaumburg-Lippe und Hessen-Kassel) | Spiegelberg | Steinfurt | Tecklenburg | Virneburg | Wied | Winneburg und Beilstein | Anholt | Blankenheim und Gerolstein | Gemen | Gimborn | Gronsveld | Hallermund | Holzappel | Kerpen und Lommersum | Myllendonk | Reckheim | Schleiden | Utrecht? (bis 1548) | Wickrath | Wittem
Freie Reichsstädte: Aachen | Cambrai | Herford (bis 1547) | Köln | Dortmund