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Hilbert Meyer

Hilbert Meyer (2006)

Hilbert Lühr Meyer (* 2. Oktober 1941 in Lauenburg i. Pom.) war von 1975 an Professor für Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seit Oktober 2009 ist Meyer emeritiert.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Meyer ist ein Schüler von Herwig Blankertz. Bekannt wurde er vor allem durch Studienbücher zur Didaktik und Schulpädagogik, die besonders im Vorbereitungsdienst wegen ihrer guten Lesbarkeit Verwendung finden, sowie durch eine handlungsorientierte Inszenierung seiner Vorlesungen. Er gilt als Befürworter der in den 1970er Jahren in Oldenburg zeitweilig umgesetzten Einphasigen Lehrerausbildung und hat verschiedene reformpädagogische Projekte („Arbeitsstelle Schulreform“, „Oldenburger Teamforschung“ und „Forschungswerkstatt für Schulentwicklung und Lehrerbildung“) an der Universität Oldenburg unterstützt bzw. aufgebaut. Meyer ist Gründungsmitglied des bildungswissenschaftlich-fachdidaktischen Promotionsprogramms Prodid (Didaktische Rekonstruktion) und arbeitet auch am Nachfolgeprogramm ProfaS (Prozesse fachdidaktischer Strukturierung) mit.

Handlungsorientierter Unterricht

Hilbert Meyer vertritt einen handlungsorientierten Unterricht mit folgender Definition:

Definition Nr. 19: Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten, so dass Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden.[1]
Definition Nr. 25: Handlungsprodukte sind die veröffentlichungsfähigen materiellen und geistigen Ergebnisse der Unterrichtsarbeit.[2]

Lolationsstrategien

In jeder seiner Publikationen hat Hilbert Meyer bis heute einen Nonsensabschnitt zu den sogenannten „Lolationsstrategien“ eingefügt, die ein reines Fantasiewort sind: "Sie können in jedem meiner Bücher seit 1987 einen kurzen Abschnitt über Lolationsstrategien finden, aber noch nie hat jemand nachgefragt. In der Enzyklopädie Erziehungswissenschaft von 1986 kommt der Ausdruck ebenfalls im Stichwort "Unterrichtsinhalt" vor. Dort wird auch ein Autor genannt, der das didaktische Konzept der Lolationsstrategien entwickelt haben soll: Reyem Treblih. Wenn Sie das Wort rückwärts lesen, wissen Sie, um wen es sich handelt."[3] Die Lolationskonstruktion diene dazu, den Leser gegenüber gedruckten Texten zum kritischen Lesen aufzufordern und die Aufmerksamkeit zu testen. Hier ein Beispiel von Meyers Definition von Lolationsstrategien: "Lolationsstrategien sind eine schon vor 20 Jahren entdeckte, aber erst in jüngster Zeit intensiver studierte permissiv-opake Variante, die Schülerinnen und Schülern helfen kann, im Schulalltag zu überleben."[4]

Schriften

  • Didaktische Modelle. zus. mit Werner Jank, Cornelsen Scriptor, Berlin 1991, ISBN 3-589-21566-6.
  • Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung. 12. Auflage von 1993, Cornelsen Scriptor, Berlin 1980, ISBN 3-589-20969-0.
  • Türklinkendidaktik. Aufsätze zur Didaktik, Methodik und Schulentwicklung, Cornelsen Scriptor, Berlin 2001.
  • UnterrichtsMethoden, I: Theorieband. Frankfurt/M. 1987 (mehrere Auflagen) ISBN 3-589-20850-3.
  • UnterrichtsMethoden, II: Praxisband. Frankfurt/M. 1987 (mehrere Auflagen) ISBN 3-589-20851-1.
  • Schulpädagogik I: Für Anfänger. Berlin 1997.
  • Schulpädagogik II: Für Fortgeschrittene. Berlin 1997.
  • Einführung in die Oldenburger Teamforschung. zus. mit Wolfgang Fichten und Carola Junghans.
  • Was ist guter Unterricht?. Berlin 2004 ISBN 978-3-589-22047-2.
  • Was ist ein lernförderliches Klima?, zus. mit Helmut Bülter. In: PÄDAGOGIK, 11/2004.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Meyer, 1988, S.214.
  2. Meyer, 1989, S.158.
  3. Interview von "Forum Schule" mit Hilbert Meyer
  4. Jank/Meyer 2002, S. 310; an der Universität Oldenburg startet 2004 das Forschungsvorhaben LISA (Lolalisationsstrategien im SchulAlltag); vgl. den kritischen Kommentar bei Baumert: "PISA meets LISA" (2004), gefunden in: Meyer, 2004, S. 109.
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