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| HOCHTIEF Aktiengesellschaft | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0006070006 |
| Gründung | 1875 |
| Sitz | Essen, Deutschland |
| Mitarbeiter | 70.657 (2010)[1] |
| Umsatz | 20,159 Mrd € (2010)[1] |
| Branche | Bauunternehmen |
| Website | www.hochtief.de |
Die Hochtief Aktiengesellschaft ist ein börsennotierter, international tätiger Baudienstleister mit Sitz in Essen. Hochtief ist in Deutschland Marktführer und weltweit der fünftgrößte Baudienstleister.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Ab 1933 war auch Hochtief in die Strukturen des Nationalsozialismus' verstrickt. Der Vorstandsvorsitzende Eugen Vögler trat 1937 in die NSDAP ein agierte als Führer der Wirtschaftsgruppe Bau und Ehrenbannführer der Hitlerjugend. Der Konzern selbst trennte sich bis 1935 von allen Juden, die im Aufsichtsrat oder anderen verantwortlichen Stellen vorhanden waren.
Als Bauunternehmen profitierte Hochtief von der Wirtschaftserholung und umfangreichen Bauaufträgen des Staates. Hierzu zählten zunächst zivile Objekte wie der Ausbau der Reichsautobahnen, die Kongresshalle und das Deutsche Stadion auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Ab 1937 wirkte Hochtief unter Leitung der Organisation Todt an der Errichtung des Westwalls mit und beteiligte sich in den folgenden Jahren am Bau des Führerbunkers[3] und wesentlicher Militäreinrichtungen. Ab 1939/1940 beschäftigte Hochtief auf den Baustellen in zunehmendem Maße Zwangsarbeiter.
Seine Unternehmensgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus hat der Konzern nach eigener Aussage selbstkritisch erforscht und im Jahr 2000 in einem Buch veröffentlicht.[4]
Nach dem Zusammenbruch 1945 hatte Hochtief neben dem Auslandsgeschäft auch die ostdeutschen Niederlassungen eingebüßt. Unter Leitung des neuen Vorstandsvorsitzenden Artur Konrad wurde die Arbeit fortgesetzt. Das Wirtschaftswunder begann mit dem Wiederaufbau Deutschlands, von dem die Bauindustrie aufgrund der starken Zerstörungen besonders profitierte. Bereits Anfang der 1950er Jahre begann daher auch der Wiederaufbau des Auslandsgeschäftes. Dieses sollte aber bis Mitte der 1970er Jahre nur einen kleinen Teil des Geschäftsfeldes ausmachen. Ein wesentlicher Schwerpunkt in den 1960er und 1970er Jahren war hingegen der Kraftwerksbau. 1963-1968 versetzte Hochtief infolge der Errichtung des Assuan-Staudamms die Felsentempel von Abu Simbel[5] und 1975 den Tempel von Kalabscha.[6] Anfang der 1980er Jahre stieg das Auslandsengagement des Konzerns sprunghaft an.
Nach der Wiedervereinigung profitierte der Konzern von der Baukonjunktur, um jedoch ab 1993 mit der nachlassenden Konjunktur einem erhöhten Konkurrenzdruck ausgesetzt zu sein.
2004 wandelte sich Hochtief von der Tochter- zur Publikumsgesellschaft: Hochtief erhielt durch den Verkauf der Anteile von Mehrheitsaktionär RWE eine neue internationale Aktionärsstruktur. Der Streubesitz lag zum Ende des Geschäftsjahres 2004 bei über 80 Prozent. Durch Zukauf der Dienstleistungsgesellschaften Siemens Gebäudemanagement und Lufthansa Gebäudemanagement 2004 vergrößerte sich das Tochterunternehmen Hochtief Facility Management GmbH von 800 Mitarbeiter auf ca. 4.500 Mitarbeiter.
Anfang 2006 erwarb August von Finck mit seiner Custodia Holding AG eine Beteiligung in Höhe von 25,01 %. Im März 2007 gab der führende spanische Baukonzern ACS bekannt, die Anteile von Custodia für 72 Euro pro Aktie übernommen zu haben. Die Transaktion hatte damit ein Volumen von 1,264 Milliarden Euro. In der Folge erwarb ACS weitere Aktien und hielt bis September 2010 einen Anteil von 29,9 %; am 16. September 2010 kündigte ACS ein öffentliches Übernahmeangebot für die restlichen Aktien in Form eines Tauschangebots zu 8 ACS-Aktien für 5 Hochtief-Aktien an.[7] Dieses Angebot wurde von Hochtief als feindlich bezeichnet. Am 29. November wurde die Übernahme von Hochtief durch ACS von der BaFin genehmigt.[8] Am 6. Dezember wurde bekannt, dass die Qatar Holding des Emirats Katar als Großaktionär knapp 9,1 Prozent der Anteile halten soll.[9] Am 4. Januar 2011 gab ACS bekannt, über 30 % der Aktien von Hochtief zu halten, [10] somit kann ACS weitere Aktien im freien Börsenhandel kaufen, ohne den Aktionären ein Pflichtangebot gemäß 35 WpÜG unterbreiten zu müssen. Am 17. Juni 2011 wurde schließlich bekannt, dass ACS knapp über 50 % der Anteile an Hochtief hält.[11]
Am 11. April 2011 kündigte der Vorstandsvorsitzende Lütkestratkötter seinen Rücktritt zum Ende der Hauptversammlung am 12. Mai 2011 an. Nachfolger wird Hochtief-Vorstand Frank Stieler.[12]
Die Hochtief Aktiengesellschaft verfügt über vier Divisionen [13]:
Anteilseigner
Arbeitnehmervertreter
Hochtief bietet eine Angebotspalette, die Entwicklung, Bau und Dienstleistungen sowie Konzessionen und Betrieb umfasst. Die Kernkompetenz des Unternehmens ist das Bauen – im weitesten Sinn. Dazu zählt der Bau und die Rundumbetreuung von Bauprojekten, aber auch der Abbau von Bodenschätzen mit bautypischer Logistik, Betreiben von Flughäfen, Facility Management, Asset-Management und Property-Management basierend auf Kenntnissen aus dem Immobiliengeschäft; Konzeption, Planung und Berechnung komplexer Lösungen; Strukturierung innovativer Finanzierungen. Schließlich ist Bauen bei Hochtief auch Projektentwicklung, Konzessionsgeschäft und Public Private Partnership.
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(Stand: 19. September 2011)