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Ein Hodschatoleslam (persisch حجتالإسلام oder حجهالإسلام, auch Hojatoleslam, bzw. arabisch حجة الإسلام, DMG ḥuǧǧatu l-islām, übersetzt: „Beweis des Islam“), ist ein religiöser Titel im schiitischen Islam. In der Hierarchie ist ein Hodschatoleslam unter dem Ayatollah angesiedelt.
Der deutsche Schia-Experte Heinz Halm bezeichnet Hodschatoleslam als den Titel für den zweiten Rang der Mudschtahids [1]. Hodschatoleslam müssen eine theologische Fakultät absolviert haben und können eigenständig religiöse Themen bearbeiten. Für den Orientalistik-Professor Roy Mottahedeh (Princeton) ist Hodschatoleslam „ein Titel, den in der früheren islamischen Geschichte keiner erhalten hatte außer Ghazzali [1058–1111]. Der Titel wurde […] immer üblicher und spielt in der Gegenwart nur eine zweitrangige Rolle; er bezeichnet jetzt einen sehr gelehrten Mullah, der aber noch kein Ayatollah ist.“[2]
Bekannte Inhaber des Ranges sind z. B. Mohammad Chātamī und Mehdi Karroubi, diese jedoch mit dem Zusatz val moslemin („und der Muslime“). Ein anderer bekannter Hodschatoleslam ist Hassan Rowhani sowie der 1981–1995 in den Irak geflüchtete Schüler Ruhollah Chomeinis und Schwager Seyyed Alī Chāmene'īs, Scheich Ali Tehrani. Chāmene’ī selbst, der vor seinem Amtsantritt als iranischer Revolutionsführer nur den Rang eines Hodschatoleslam innegehabt hatte, wurde nach dem Tod von Ayatollah Chomeini von der Regierungspresse theologisch höher gestuft und fortan Ayatollah betitelt. Diese Höherstufung wird von der Mehrzahl orthodoxer Kleriker bis heute nicht anerkannt.[3]