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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
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| G90.2 | Horner-Syndrom | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2011) | ||
Horner-Syndrom (auch: Horner-Trias) wird die spezifische Form einer Nervenschädigung genannt, die durch den Ausfall des Sympathikuskopfteils, eines Teils des unwillkürlichen Nervensystems, verursacht wird. Es weist einen, zumeist einseitig vorkommenden, dreiteiligen Symptomkomplex (Trias) auf, bestehend aus einer Pupillenverengung (Miosis), dem Herabhängen des Oberlids (Ptosis) und einem gering in die Augenhöhle eingesunkenem Augapfel (Enophthalmus)[1]. Das Krankheitsbild wurde 1869 von dem Schweizer Augenarzt Johann Friedrich Horner erstmals beschrieben und deshalb nach ihm benannt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Pupillenverengung (Miosis) tritt durch den Ausfall des sympathisch innervierten Musculus dilatator pupillae (Pupillenerweiterer) in der Regenbogenhaut ein. Es tritt dadurch ein Dilatationsdefizit im Dunkeln auf, d. h. die Pupille erweitert sich nicht, wie normalerweise im Dunkeln. Betroffene berichten daher manchmal von Sehschwierigkeiten in dunkler Umgebung.
Der in die Augenhöhle zurückgesunkene Augapfel (Enophthalmus) entsteht durch den Ausfall des sympathisch innervierten Musculus orbitalis. Es handelt sich dabei um glatte Muskulatur in der Periorbita, der äußeren Bindegewebshülle des Auges. Der Tonus dieses Muskels sorgt normalerweise dafür, dass das Auge leicht nach außen gedrückt wird. Diese Form des Enophthalmus ist, entgegen der bei Krämpfen der äußeren quergestreiften Augenmuskeln (Musculus retractor bulbi, Musculi recti bulbi), kaum sichtbar. In der Fachliteratur finden sich unterschiedliche Meinungen darüber, ob der Enophthalmus beim Hornersyndrom durch die Ptosis lediglich vorgetäuscht (Pseudoenophthalmus)[2], oder durch die Beeinträchtigung des Musculus orbitalis tatsächlich vorhanden ist.
Bei Tieren kann ein partieller Vorfall der Nickhaut (auch als „drittes Augenlid“ bezeichnet) auftreten.
Das Herabhängen des Oberlids (Ptosis) ist durch den Ausfall des ebenfalls aus glatter Muskulatur bestehenden und sympathisch innervierten Musculus tarsalis (auch: Müllerscher Muskel) bedingt. Dieser Muskel rafft am gesunden Auge das Augenlid in vertikaler Richtung.
Der eigentliche Hebermuskel des oberen Augenlids, der Musculus levator palpebrae superioris, ist deutlich kräftiger und besteht aus quergestreifter Muskulatur. Er wird vom Nervus oculomotorius allgemein somatomotorisch innerviert und ist daher beim Hornersyndrom nicht betroffen. Die Ptosis ist beim Hornersyndrom geringer ausgeprägt als bei einem Ausfall des Nervus oculomotorius. Während zudem bei Levatorlähmungen eine inkomitierende Ptosis vorliegt, ist das Ausmaß der Ptosis beim Hornersyndrom in allen Blickrichtungen annähernd gleich[3].
Neben diesen klassischen drei Hauptsymptomen (Trias) am Auge treten bei einem Sympathikusausfall weitere Symptome wie Gefäßerweiterung (Vasodilatation) und verminderte Schweißsekretion im betroffenen Gesichtsteil (Anhidrose) auf. Pigmentflecken im Auge, unterschiedliche Pupillenweite und verschiedene Färbung der Regenbogenhaut sind weitere Indizien.
Durch Ausfälle entlang des anatomischen Verlaufs der sympathischen Innervation der Kopfregion lassen sich die einzelnen Symptome des Horner-Syndroms erklären und werden nachfolgend für den peripheren Anteil, also nicht den zentralnervösen Anteil, dargestellt:
Bezogen auf das Ganglion cervicale superius wird eine präganglionäre von einer postganglionären Schädigung der sympathischen Innervation der Kopfregion unterschieden. Letztere wird generell als weniger gefährlich eingestuft.
Ein Horner-Symptomenkomplex kann unter anderem bei folgenden Erkrankungen und Zuständen vorkommen:
Eine Therapie ist nicht bekannt. In Einzelfällen wird berichtet, dass sich je nach Ursache die äußeren Symptome von selbst nach ein paar Monaten teilweise wieder zurückbilden.
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