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Bei der Humanistischen Psychologie handelt es sich um eine Psychologische Schule. Ihrem Anspruch nach trägt sie mit dazu bei, dass sich gesunde, sich selbst verwirklichende und schöpferische Persönlichkeiten entfalten können.
Inhaltsverzeichnis |
Die Humanistische Psychologie entsteht als Gegenbewegung auf die Paradigmen der Psychoanalyse und des Behaviorismus. Sie bezeichnet sich als "dritte Kraft" und betont im Gegensatz zu den mechanistischen Paradigmen die Einzigartigkeit und Ganzheitlichkeit jedes Menschen.[1]
1962 gründeten Psychologen und Psychotherapeuten die American Association for Humanistic Psychology (AHP). Weltanschauliche Wurzeln hat die humanistische Psychologie vor allem im säkularen Humanismus und darauf aufbauend im Existentialismus (Jean-Paul Sartre, Martin Heidegger), in der Phänomenologie (Edmund Husserl) sowie der funktionellen Autonomie (Gordon Allport).
Die erste ausgearbeitete humanistische Psychologie geht auf Abraham Maslow zurück. Sein Konzept wurde später insbesondere von Carl Rogers in seiner klientenzentrierten Psychotherapie (auch: personzentrierte, nichtdirektive, Gesprächstherapie (GT) oder Gesprächspsychotherapie) aufgenommen und für den praktischen Bereich weiterentwickelt. Die Kernthese von Carl Rogers in der humanistischen Psychologie lautet:
Das Individuum verfügt potentiell über unerhörte Möglichkeiten, um sich selbst zu begreifen und seine Selbstkonzepte, seine Grundeinstellung und sein selbstgesteuertes Verhalten zu verändern; dieses Potential kann erschlossen werden, wenn es gelingt, ein klar definiertes Klima förderlicher psychologischer Einstellungen herzustellen.[2] Psychische Störungen entstehen nach Meinung der Humanisten, wenn äußere Umwelteinflüsse die Selbstentfaltung blockieren.
Ferner gibt es Persönlichkeiten der Psychologiegeschichte, die nicht originär der humanistischen Psychologie zuzurechnen sind, aber in ihrem Ansatz dieser nahestehen. Hierzu werden häufig der Begründer der Logotherapie Viktor E. Frankl, der Neopsychoanalytiker Erich Fromm mit seiner humanistischen Psychoanalyse, und der von Gestaltpsychologie beeinflusste Fritz Perls mit seiner Gestalttherapie angeführt. [3]
Grundannahmen der Humanistischen Psychologie sind:
Reinhard Tausch, dem das Verdienst zukommt, mit seinem Werk über Gesprächspsychotherapie die Konzeption Carl Rogers und die klientenzentrierte Psychotherapie im deutschen Sprachraum bekannt gemacht zu haben [5], stimmt zwar zu, dass die klientenzentrierte Psychotherapie ein humanes und sanftes Verfahren unter Berücksichtigung der Erlebniswelt des Klienten sei, der Begriff der Humanistischen Psychologie habe aber etwas Negatives bekommen, weil sich damit eine gewisse Wissenschaftsfeindlichkeit, besonders gegenüber Empirie und Grundlagenforschung, verbinde. [6] Gerade die verantwortliche therapeutische Arbeit mit Klienten brauche aber eine empirisch-wissenschaftliche Fundierung.
Eine alte Kritik an der Gesprächspsychotherapie bestand darin, dass die Störungsspezifizität der Ätiologie und Behandlung in Bezug auf unterschiedliche Störungsbilder wenig ausgearbeitet war. Stattdessen wurde damals eher verallgemeinernd für alle die gehemmte oder blockierte Selbstaktualisierungstendenz als Störungsauslöser angenommen.