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| Strukturformel | |||||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||||||||||||||
| Name | Hydrazin | ||||||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | N2H4 | ||||||||||||||||||||||||
| CAS-Nummer |
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| PubChem | 9321 | ||||||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose, klare Flüssigkeit[1] | ||||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 32,05 g·mol−1 | ||||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig | ||||||||||||||||||||||||
| Dichte |
1,01 g·cm−3 (20 °C) [1] | ||||||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
113,5 °C [1] | ||||||||||||||||||||||||
| Dampfdruck | |||||||||||||||||||||||||
| pKs-Wert | |||||||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
mischbar mit Wasser [1] | ||||||||||||||||||||||||
| Brechungsindex |
1,47 (20 °C)[4] | ||||||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||||||||
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| MAK |
Nicht eingestuft, da cancerogen im Tierversuch[1] | ||||||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | |||||||||||||||||||||||||
Hydrazin ist eine Stickstoff</b>verbindung mit der Summenformel N2H4. Es ist eine farblose, ölige, ähnlich wie Ammoniak riechende, an Luft rauchende Flüssigkeit. Es verbrennt mit einer kaum sichtbaren Flamme. In den Handel kommt es meist als wässrige Lösung oder als Hydrazinhydrat (H2N−NH2 · H2O).
Inhaltsverzeichnis |
Technisch gibt es mehrere Wege zur Synthese von Hydrazin:[6]
Hydrazin weist eine dynamische Viskosität von 0,9·10−3 Pa·s auf. Reines Hydrazin kann beim Erhitzen explosionsartig zu Ammoniak und Stickstoff disproportionieren.
Konzentrierte Lösungen sind in Verbindung mit Oxidationsmitteln hochexplosiv, teilweise hypergol. Hydrazin kann auch katalytisch zersetzt werden.
Die Verbindung bildet mit Wasser ein Azeotrop mit einem Hydrazin-Gehalt von 58,5 %, welches bei 120,5 °C siedet.[8]
Hydrazin ist eine zweiwertige Base (pKb1 = 6,07; pKb2 = 15), jedoch schwächer als Ammoniak pKb = 4,75). Es reagiert als zweiwertige Base mit Säuren zu zwei Reihen von Hydraziniumsalzen (Name analog zum Ammonium) mit der allgemeinen Zusammensetzung [H2N−NH3]+X− und [H3N−NH3]2+2X−. Mit Salzsäure bildet sich Hydraziniummonochlorid ([H2N−NH3]Cl) und Hydraziniumdichlorid ([H3N−NH3]Cl2). Mit Schwefelsäure bildet sich Hydraziniumsulfat ([H3N−NH3]SO4) und Dihydraziniumsulfat ([H2N-NH3]2SO4. Gegenüber sehr starken Basen (pKb >> 0) fungiert Hydrazin auch als Säure. So kann durch Reaktion von Natriumhydrid oder Natriumamid mit Hydrazin äußerst oxidationsempfindliches Natriumhydrazid erhalten werden, in welchem Hydrazid-Anionen vorliegen (N2H3-). Umgekehrt reagieren Hydrazid-Ionen mit Wasser praktisch vollständig zu Hydroxid-Ionen und Hydrazin.
Aufgrund seiner hochreaktiven Eigenschaften verwendet man Hydrazin vor allem als Raketentreibstoff, der mit den Oxidatoren Distickstofftetroxid oder Salpetersäure eine hypergole Treibstoffkombination bildet. Hydrazin wird nicht nur pur, sondern auch gemischt zusammen mit 1,1-Dimethylhydrazin mit den oben genannten Oxidatoren verwendet. Bekannte Gemische mit verschiedener Konzentration der beiden Bestandteile zueinander sind Aerozin 50 und UH 25. Auch allein wird Hydrazin in Korrekturtriebwerken verwendet, wo es katalytisch zersetzt wird.
Hydrazin wird als lagerfähiger Treibstoff in vielen Raketen, Satelliten und Raumsonden verwendet. Dies kann zu einer erheblichen Umweltgefahr führen, wenn ein Raketenstart misslingt. Hat ein Satellit bereits eine Umlaufbahn erreicht, ist es aufgrund der hohen Geschwindigkeit von mindestens acht Kilometern pro Sekunde und der ungünstigen aerodynamischen Verhältnisse bei den kugelförmigen Tanks praktisch ausgeschlossen, dass diese auf dem Erdboden aufschlagen, da sie aufgrund der hohen kinetischen Energie in der Atmosphäre verglühen. Das Hydrazin zersetzt sich dabei.
Bei der Challenger-Katastrophe wurde keine Hydrazin-Kontamination festgestellt. Nach einer erfolgreichen Shuttle-Landung ist stets eine der ersten Sicherheitsmaßnahmen, den stehenden Orbiter auf austretendes Hydrazin zu untersuchen. Erst wenn dieser Test negativ ist, dürfen sich weitere Hilfsfahrzeuge, etwa zur Kühlung, dem Shuttle nähern.
Hydrazin wird in Luftfahrzeugen wie der F-16 als Brennstoff für ein Notenergieaggregat mitgeführt.[9][10]
Hydrazin dient zur elektrochemischen Stromerzeugung in Sekundärzellen und in alkalischen Brennstoffzellen, die vor allem in der Raumfahrt, in U-Booten (hier wird es außerdem als integrale Komponente eines Rettungssystems verwendet) und anderer Militärtechnik eingesetzt werden.
Verdünnte Hydrazin-Lösungen werden auch als Reagenzien im Labor sowie zur Deoxigenierung (Befreiung von Sauerstoff) von Kesselspeisewasser in Dampfkraftwerken eingesetzt. Die Verwendung erfolgt sowohl für die Entfernung des Restsauerstoffes nach Speisewasserentgasung, zum Schutz gegen mögliche geringe Sauerstoffeinbrüche im Bereich des Kondensators wie auch für die katalytische Sauerstoffentfernung aus dem Zusatzwasser. Der Vorteil von Hydrazin ist, dass nur Stickstoff und Wasser bei dieser Reaktion entstehen.[11] Neben der Deoxigenierung wird auch eine Anhebung des pH-Wertes im Wasser-Dampf-Kreislauf erreicht.
In der chemischen Synthese wird Hydrazin vor allem als starkes Nukleophil (sogenannter alpha-Effekt) und als Reduktionsmittel von Carbonylgruppen (Wolff-Kishner-Reaktion) oder als Wasserstoff-Quelle in der katalytischen Hydrierung[12] verwendet.
Hydrazin ist giftig, im Tierversuch krebserzeugend und wirkt hochtoxisch auf Wasserorganismen. Hydrazin wird auch über die Haut resorbiert. Hydrazin hat eine Technische Richtkonzentration von 0,13 mg·m−3.