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Die hyperbolische Geometrie als Beispiel für eine nichteuklidische Geometrie erhält man, wenn man anstelle des Parallelenaxioms eine seiner Verneinungen, das „hyperbolische Axiom“ annimmt. Dieses besagt, dass es zu einer Geraden g und einem Punkt P nicht wie in der euklidischen Geometrie nur genau eine, sondern mindestens zwei Geraden (h und i) gibt, die durch P gehen und zu g parallel sind. Dass zwei Geraden „parallel“ zueinander sind, bedeutet hier aber lediglich, dass sie keine gemeinsamen Punkte haben, nicht dass sie überall den gleichen Abstand haben (h und i haben nur einen gemeinsamen Punkt P).
Es lässt sich zeigen, dass es dann durch den Punkt unendlich viele Nichtschneidende („Parallelen“) zu der Geraden gibt. Zwei davon sind in einer Grenzlage und heißen grenzparallel (auch: horoparallel) zur Geraden, während die restlichen Geraden überparallel (auch: hyperparallel) genannt werden.
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Es gibt verschiedene Modelle, wie die hyperbolische Ebene in die euklidische Ebene eingebettet werden kann. Die meisten davon lassen sich für höhere Dimensionen verallgemeinern.
Alle Modelle stellen die gleiche abstrakte hyperbolische Geometrie dar. Es ist daher möglich, zwischen diesen Modellen umzurechnen. Aussagen in rein hyperbolischer Geometrie sind vom verwendeten Modell unabhängig.
In diesem von Eugenio Beltrami und Felix Klein entwickelten Modell gilt:
Sind A und B zwei Punkte der Kreisscheibe, so trifft die durch A und B verlaufende Sehne den Kreis in zwei Punkten R und S. Der hyperbolische Abstand von A und B wird nun mit Hilfe des Doppelverhältnisses <math>(A,B,R,S)</math> definiert:
Bei dem Kreisscheibenmodell von Henri Poincaré gilt:
Sind A und B zwei Punkte der Kreisscheibe, so trifft die durch A und B verlaufende hyperbolische Gerade (d. h. der Kreisbogen bzw. Durchmesser) den Kreis in zwei Punkten P und Q. Fasst man die Ebene als komplexe Zahlenebene auf, so entsprechen den Punkten A, B, P und Q komplexe Zahlen a, b, p und q. Der hyperbolische Abstand von A und B wird nun mit Hilfe des (komplexen) Doppelverhältnisses <math>(a,b,p,q)</math> dieser komplexen Zahlen definiert:
Bei dem Halbebenenmodell von Henri Poincaré gilt:
Das Hyperboloidmodell bettet die hyperbolische Ebene in den dreidimensionalen Minkowskiraum ein.
In der hyperbolischen Geometrie ist die Winkelsumme in einem Dreieck immer kleiner als π (180 Grad; bzw. zwei Rechte, wenn man das Winkelmaß vermeiden will). Für sehr große Dreiecke kann sie beliebig klein werden. Die Fläche des Dreiecks wird nach Johann Heinrich Lamberts Formel berechnet:
Wobei α, β und γ die jeweiligen Winkel, Δ die Fläche und die Konstante C ein Skalierungsfaktor ist. Der Skalierungsfaktor C ist abhängig vom verwendeten Einheitensystem und im Grunde gleich 1 zu setzen. Ist der Faktor C negativ spricht man von einer (positiven) Gaußschen Krümmung. Analog dazu definierte Thomas Hariot zuvor im Jahr 1603 die Formel
für die Fläche eines Dreiecks auf einer Kugeloberfläche, welches von Kreisen mit demselben Radius wie die Kugel gebildet wird. Hiebei gilt der Zusammenhang
Da für die hyperbolische Geometrie ein positiver Wert für C erforderlich ist, muss es sich bei R aufgrund von
um einen imaginären Radius handeln.