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IG Metall

Dieser Artikel behandelt die Industriegewerkschaft Metall (IGM) der Bundesrepublik Deutschland; die ehemalige Gewerkschaft gleichen Namens in der DDR wird unter Industriegewerkschaft Metall (DDR) abgehandelt.
Industriegewerkschaft Metall
(IG Metall)
IG Metall.svg
Zweck: Gewerkschaft
Vorsitz: Berthold Huber
Gründungsdatum: 1. September 1949
Mitgliederzahl: 2.246.000 (Stand: 31.12.2011)
Sitz: Frankfurt am Main
Website: http://www.igmetall.de
Verwaltungsgebäude der IG Metall in Frankfurt am Main
Verwaltung von der Mainseite aus
Ansteckbutton „35-Stunden-Woche“ der IG Metall - Logo des Grafikers Wilhelm Zimmermann (1995)
IG Metall Jugend bei der 1. Mai Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch in Hamburg 2008

Die IG Metall (Industriegewerkschaft Metall, IGM) ist mit 2,246 Millionen Mitgliedern[1][2] (31. Dezember 2011) vor der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die größte Einzelgewerkschaft in der Bundesrepublik Deutschland und ebenfalls die weltweit größte organisierte Arbeitnehmervertretung. Jedoch hat sie seit Jahren mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen, 1990 gehörten der IG Metall noch 2,679 Millionen Mitglieder an.

Die IG Metall hat ihren Sitz im Main Forum in Frankfurt am Main und vertritt die in ihr organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Branchen Metall-Elektro, Stahl, Textil-Bekleidung, Holz-Kunststoff und der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche. Die Bereiche Textil-Bekleidung und Holz-Kunststoff vertritt sie erst seit 1998 beziehungsweise 2000, als die Gewerkschaft Textil-Bekleidung (GTB) und die Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK) der IG Metall beitraten.

Größte Verwaltungsstelle der IG Metall ist Wolfsburg. Am Konzernsitz der Volkswagen AG überschritt die Zahl der Mitglieder entgegen dem Bundestrend Ende 2009 erstmals die Marke von 72.000.[3]

Die IG Metall ist Mitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), im Europäischen Metallgewerkschaftsbund (EMB), im Internationalen Metallgewerkschaftsbund (IMB), Internationale Textil-, Bekleidung- und Leder-ArbeiterInnenvereinigung (ITBLAV), Internationaler Bund der Bau- und Holzarbeiter (IBBH) und in der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter.

Zahlreiche IG-Metall-Führungspersonen sind neben ihrer Tätigkeit in der Gewerkschaft auch in Aufsichtsräten großer Konzerne tätig. Ihre Aufsichtsratsbezüge führen sie an die Hans-Böckler-Stiftung ab.

Die IG Metall ist in sieben Bezirke untergliedert: Küste, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg-Sachsen, Frankfurt, Niedersachsen-Sachsen-Anhalt sowie Nordrhein-Westfalen.

Die IG Metall unterhält mehrere zentrale Bildungsstätten, darunter das IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel und das IG Metall Bildungszentrum Pichelsee.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon vor 1878 wurden in Deutschland die ersten Arbeitervereine gegründet, was Otto von Bismarck bis in die 1890er Jahre mittels der Sozialistengesetze zu unterbinden versuchte. Nach ihrer Aufhebung 1890 wurde die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gegründet und ein Jahr später der Deutsche Metallarbeiter-Verband (DMV), die wichtigste Vorläuferorganisation der IG Metall. Der DMV entwickelte sich schnell zur größten deutschen Einzelgewerkschaft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Schon 1892 fand der erste Kongress der Gewerkschaften Deutschlands statt und bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 kam es immer wieder zu großen Berg-, Metall- und Werftarbeiterstreiks. Nach Kriegsende wurde 1919 der Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes gegründet und die Koalitionsfreiheit in der Weimarer Verfassung verankert. Im selben Jahr werden Tarifverträge erstmals rechtsverbindlich. In den folgenden Jahren stärken verschiedene Gesetze wie das Betriebsrätegesetz von 1920 oder das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung von 1927 die Rolle der Gewerkschaften und damit auch des DMV.

1928 lässt der DMV ein Stammhaus an der Kreuzberger Lindenstraße in Berlin durch den bekannten Architekten Erich Mendelsohn errichten. Die Gewerkschaft wird aber 1933 von den Nationalsozialisten zerschlagen, die alle freien Gewerkschaften verbieten. In den Folgejahren bis 1945 haben viele ehemalige Gewerkschaftsmitglieder unter Repressionen – bis zur Hinrichtung – zu leiden.

In den Nachkriegsjahren werden viele Gewerkschaften nach dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft neugegründet, die IG Metall 1949. Im gleichen Jahr findet auch der Gründungskongress des DGB statt, und das Tarifvertragsgesetz wird verabschiedet. Wie zuvor in der Verfassung der Weimarer Republik ist die Koalitionsfreiheit auch im neu geschaffenen Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland enthalten.

Vorsitzende der IG Metall

Jürgen Peters neben Huber, Rölke und Röder

Alle bisherigen Vorsitzenden der IG Metall waren bzw. sind Mitglieder in der (SPD). Eine gewisse Tradition hat es, dass der zweite Vorsitzende dem ersten nachfolgt. Lediglich Alois Wöhrle 1969 und Karl-Heinz Janzen 1992 gingen in den Ruhestand, ohne zum ersten Vorsitzenden aufzurücken, während Walter Riester 1998 Bundesarbeitsminister wurde und deswegen ausschied.

Bekannte Mitglieder der IG Metall

Aufsichtsratsmandate und Tantiementransparenz

Die IG-Metall stellt zahlreiche Vertreter in den Aufsichtsräten der deutschen Aktiengesellschaften. Diese Vertreter sind verpflichtet, einen Teil ihrer Aufsichtsratstantiemen an die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung abzuführen. Die IG-Metall veröffentlicht regelmässig die Namen der IG-Metall-Aufsichtsratsmitglieder, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen.

Im Bezirk Frankfurt waren das im Jahre 2009 folgende Namen:

- Karl Bettenhausen, Frankfurt

- Hermann Coen, Koblenz

- Manfred Gath, Mittelhessen

- Klaus Knapp, Eisenach

- Otto Kotke, Mittelhessen

- Günther Reißmann, Jena-Saalfeld

Publikationen

Literatur

  • R. Detje, C. Ehlscheid und H. Unterhinninghofen: Perspektiven des Streiks, Arbeitskampfkonzepte der IG Metall. Hamburg 2003.
  • Klaus Kempter: Eugen Loderer und die IG Metall. Biografie eines Gewerkschafters. Verlag W. E. Weinmann 2003.
  • J. Kolb: Metallgewerkschaften in der Nachkriegszeit, Der Organisationsaufbau der Metallgewerkschaften in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands. 2. Auflage, Köln 1983.
  • Jürgen Peters (Hrsg.): In freier Verhandlung, Dokumente zur Tarifpolitik der IG Metall 1945-2002. Göttingen 2003.
  • Judith Pákh: Das rote Hanau. Arbeit und Kapital 1830-1949. hg. von der IG Metall Hanau/Fulda. CoCon-Verlag Hanau 2007, ISBN 978-3-937774-28-2
  • Walter Dörrich und Klaus Schönhoven: Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Bd. 10: Die Industriegewerkschaft in der frühen Bundesrepublik 1991. Bund Verlag

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Pressemitteilung Nr. 03/2012 - IG Metall: Erstmals seit über zwanzig Jahren Plus bei Mitgliederzahl. In: igmetall.de. IG Metall, 20. Januar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012 (deutsch).
  2. ↑ IG-Metall-Mitglieder: Huber spricht von „Trendwende“. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, afp, 20. Januar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012 (deutsch).
  3. ↑ Wolfsburg ist erstmals bundesweit mitgliederstärkste Verwaltungsstelle
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