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| Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 | |
|---|---|
| Aktiv | 1897–1919 |
| Land | |
| Streitkräfte | Deutsches Heer |
| Teilstreitkraft | Heer |
| Truppengattung | Infanterie |
| Typ | Infanterie-Regiment |
| Grobgliederung | siehe Gliederung |
| Stationierungsort | siehe Garnison |
| Marsch | Preußen-Marsch (AM II,24) Pariser Einzugsmarsch Hohenfriedberger Marsch Torgauer Marsch |
| Leitung | |
| Kommandeure | siehe Kommandeure |
Das Infanterie-Regiment Lübeck (3. Hanseatisches) Nr. 162 war ein junges Regiment[A 1] der Infanterie des Deutschen Heeres. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte es an der Westfront. Hier bestand seine Feuertaufe in der Schlacht von Noyon und stieg, laut Heeresberichten des Feindes, zum Eliteregiment auf.
Inhaltsverzeichnis |
Da die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck Probleme mit der Stellung von genügend Wehrpflichtigen hatten, wurden keine Begrenzungen bei Einjährigen gemacht und die Reservepflicht für überseeische Wehrdienstpflichtige ausgesetzt.
Im Jahre 1867 wurde durch eine Militärkonvention die Militärhoheit der norddeutschen Stadtstaaten auf das Königreich Preußen übertragen.
Gemäß § 9 dieser Konvention wurden die Militärpflichtigen mit Lübecker Staatsangehörigkeit zu dem in Lübeck stationierten Regiment einberufen, sofern sie nicht den Wunsch äußerten, anderweitig eingesetzt zu werden. Untauglichkeit zum Infanteriedienst konnte zur Einberufung in eine andere Waffengattung wie Kavallerie, Artillerie, Train, usw. der königlich preußischen Armee führen. Später war auch die Einstellung in die Kontingente der anderen Armeen des deutschen Heeres möglich.
Die zur seemännischen Bevölkerung zählenden Militärpflichtigen dienten in der kaiserlichen Marine.
Der Landwehrbezirk Lübeck bildete sich aus dem Staate Lübeck und dem Kreise Herzogtum Lauenburg.
Das Regiment Lübeck in der 17. Reserve-Division gehörte zu Beginn des Ersten Weltkrieges zur 1. Armee. Ende September 1915 wechselte das XI. Res. Korps von der 1. Armee zur 6. Armee (Kronprinzen Rupprecht) und wurde im Juli 1916 wieder der 1. Armee unter General von Below, die zur Armeegruppe Gallwitz gehörte, unterstellt. Nach der Schlacht an der Somme trat es im Oktober 1916 zur 4. Armee unter Herzog Albrecht von Württemberg. Nach der Frühlingsschlacht von Arras kam das Regiment zur Gruppe Arras innerhalb der 6. Armee. Am 14. November wurde die 17. Reserve-Division der Gruppe Wytschaete in der 4. Armee unterstellt. Während der Ypernschlacht unterstand die Division dem XVIII. Reserve-Korps unter General Sieger. Ab Juni 1918, Matz-Offensive, kämpfte die Division im I. Reserve-Korps[A 2] der 18. Armee unter General v. Hutier. Im September 1918 kam das Regiment wieder zur 2. Armee als Heeresgruppenreseve der Gruppe Combres und dann der Gruppe Mihiel. Ende September war es zwei Wochen Heeresgruppenreserve der Gruppe Maas-West, bevor es zurück zur 2. Armee kam, aus der es am 25. Oktober 1918 entlassen wurde.
Das Regiment trug die preußische Uniform mit den der Hansestadt Lübeck zugestandenen Änderungen. So wurde am Helm und an der Mütze neben der schwarz-weiß-roten Reichskokarde die hanseatische Kokarde (rotes Hanseatenkreuz auf weißem Grund) getragen. Die Achselklappen waren weiß mit roter Nummer (162), die Ärmelpatten weiß mit gelber Paspelierung.
Bereits im August 1914 wurde auf der Fahrt nach Frankreich bei Aachen feldgraues Tuch zum Verhüllen von unzweckmäßig leuchtenden Uniformteilen ausgegeben.
Im Sommer 1915 verschwanden an der Front die langen Degen der Offiziere und Feldwebel, wodurch die Kleidung und Ausrüstung denen der Mannschaften angepasst wurden, um weiteren hohen Verlusten an Führern vorzubeugen.
→ Hauptartikel: Hanseatenkreuz
Kurz nach der Schaffung des Ordens ging vom Senat zu Lübeck die Initiative aus, ein viertes Hanseatenkreuz zu erschaffen. Zu jener Zeit wurden die Kreuze lediglich an Vor dem Feind bewährte Frontkämpfer verliehen und Lübeck beabsichtigte ein Lübecker Kreuz an einen in der Etappe tätigen Konsul zu verleihen. Nach Konsultation zwischen dem Hamburger und Bremer Senat wurde das Ansinnen der Erschaffung eines vierten Hanseatenkreuzes abgelehnt.
Zu den 429 Trägern des Lübecker Hanseatenkreuzes gehörten u. a.:[3]
Das Regiment schmückte sich mit dem Wappentier der Freien und Hansestadt Lübeck. Die einzige Ausnahme bildete die Fahne, da auf ihr nicht der Lübecker, sondern der preußische Adler war.
Am 16. Oktober 1897 verlieh der Kaiser dem I. Bataillon seine Fahne, die er dem Regimentskommandeur übergab. Das II. Bataillon hatte seine alte Fahne behalten. Zum Gottesdienst standen die Fahnen am Altar der Garnisonskirche, dem Lübecker Dom.
Die Fahnen wurden 1915 aus dem Felde nach Lübeck zurückgeführt, weil ihre Verwendung im Kampfe nicht mehr der Kampfführung entsprach und unnötige Opfer forderte. In einem Gottesdienst im Jahre 1920 wurden sie der Ratskirche St. Marien übergeben. Hier verbrannten sie 1942.[4]
Durch das Gesetz vom 28. Juni 1896 wurde die Infanterie um 33 Regimenter vermehrt. Diese sollten aus den IV. Bataillonen der alten Regimenter gebildet werden. Jedes dieser neuen Regimenter hatte zunächst aus zwei Bataillone zu bestehen.
Aus den Halbbataillonen der Großherzog Macklenburgischen Brigade, Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 und Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90, und dem schon in Lübeck garsonierenden Füsilierbataillon des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76 wurde als 3. Hanseatisches Infanterie-Regiment Nr. 162 am 1. April 1897 das Regiment errichtet. Die A. K. O. vom 29. August 1899 legte den 31. März 1897 als Stiftungstag fest.
Regimenter die nach dem Deutsch-Französischen Krieg gebildet wurden, wurde als junge Regimenter[A 1] bezeichnet.
Ihr III. Bataillon erhielt das Regiment 1913 aus den Kompanien 9./75, 6./84, 4./163 und 12./31 gebildet. Als Garnisonort wurde diesem Eutin im oldenburgischen Fürstentum Lübeck zugewiesen.
Zusammen mit den ebenfalls neuen Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiment Nr. 163 bildete das Regiment die 81. Brigade der 17. Division (IX. Armee-Korps).
Das III. Bataillon des Regiments 76 wurde 1867 nach Lübeck als Garnison verlegt. Nachdem es 162er wurde, blieb das nun II. Bataillon in der Kaserne vor dem Holstentor. Das I. Bataillon wurde zunächst auf dem „Grünen Platz“ in Wellblechbaracken unterberacht. Es erhielt seine Kaserne 1899.
Das seit 1913 bestehende in Eutin beheimatete III. Bataillon erhielt seine Kaserne während des Ersten Weltkriegs. Zu dessen 25. Jahrestag erhielt die Kaserne von Udo de Rainville den Namen Rettberg-Kaserne. Sie dient noch heute als Kaserne.[5]
Kommandeure waren:
| Dienstgrad | Name | Beginn der Berufung |
|---|---|---|
| Oberst | Hermann Carl Wilhelm von Kettler | 1897 |
| Oberst | Ernst Wilhelm Gäde | 1900 |
| Oberstleutnant | v. d. Ende | 1902 |
| Oberst | Henry Neßler | 1902 |
| Oberst | Ernst von Oidtman[6] | 1906 |
| Oberst | Thaddäus von Jarotzky | 1910 |
| Oberst | Karl von Koppelow | 22. März 1913[7] |
| Major | Karl von Rettberg | 1914 |
| Major | Ludwig Hauß | 1917 |
An den Tagen, an denen der hohe Senat Sitzung hatte, stand vor dem Rathaus ein Doppelposten. Bei Leichenbegängnissen eines Senators stellte das Regiment das militärische Trauergeleit in Paradeuniform mit Fahne und Musik.
Im Kaisermanöver vom 5. September 1904 verlieh der Kaiser dem Regiment den Namen „Lübeck“.[15]
Der Senat machte am selben Tag dem Regiment einen Schellenbaum mit Rossschweifen in den Lübecker Farben zum Geschenk. Dessen Glocke trug die Inschrift: 5. September 1904, der Senat von Lübeck
Die Genehmigung, den Schellenbaum führen zu dürfen, wurde am 10. November 1904 erteilt. Der Baum wurde dem Regiment durch den Vorsitzenden der Militärkommission des Lübecker Senates, Herrn Senator Dr. Neumann, am 14. Januar 1905 in der Kriegsstube des Rathauses überreicht.
Bei jenem Manöver war beim Regiment durch Einziehen von Reserven erstmalig ein III. Bataillon aufgestellt worden. Die Offizierstellen wurden durch Abordnungen von anderen Regimentern des Armee-Korps besetzt, was bis zum Manöver 1913 beibehalten wurde.
Ab November 1911 war die M.G.K. etatmäßiger Truppenteil des I. Bataillons.
Als der Kaiser, wie zu dessen 25-jährigem Thronjubiläum am 16. Juni 1913 angekündigt, im August (zum letzten Male) in Lübecks Mauern willkommen geheißen wurde, erwies das Regiment ihm, wie bereits am 16. Juni 1900 zur Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals, die militärischen Ehren.
Das Regiment erhielt am 1. Oktober 1913 sein III. Bataillon.
Da anfangs auch noch keine Schießstände in Eutin waren, musste zu jedem Scharfschießen nach Lübeck gefahren werden. Die Palinger Heide bei Lübeck diente dem III. Bataillon, wie den Lübeckern, zur Gefechtsausbildung der Kompanien und des Bataillons. Vor der Vollendung der Eutiner Kaserne begann der Krieg.[4]
Der Lübecker General-Anzeiger publizierte während des Ersten Weltkriegs täglich in seinen Ausgaben eine Ehrentafel über jüngst Gefallene, Verwundete und Verschollene. Im Laufe des Krieges wurde das Publizieren der Tafel jedoch eingestellt.
Das Regiment wurde zunächst auf Sylt zum Inselschutz und anschließend in Nordschleswig zur Sicherung der Grenze zum neutralen Dänemark eingesetzt. Auf dem Wege an die Front geriet es in die „Verwicklungen“ in Löwen[16] und sah über seinem Biwakplatz bei Termonde erstmals einen feindlicher Flieger. Erste Feindberührung hatte das Regiment nahe Quatrechts.[A 3]
In der Schlacht von Noyon überschritt es am 16. September die französische Grenze und stieß bis zum 19. bis Le Hamel – wo der Bewegungskrieg in den Grabenkrieg (Stellungskrieg) überging – vor. Die alliierte Aufklärung stufte die Division als Division ersten Ranges ein[17] und begründete somit mit den Ruf des Regiments als Eliteregiment.[A 4]
Bis Oktober 1915 verharrte die 17. Reserve-Division im Stellungskrieg zwischen Roye und Noyon. Das III. Bataillon (die Eutiner) kämpfte von September bis Dezember 1915 als Teil des Regiments Sick[A 5] in Thélus, bevor es wieder zu den 162ern zurücktrat.
Im Winter 1915/16 auf den Höhen von Givenchy errichteten 1915 die Lübecker zwischen Angres und dem Fabarius-Berg eine zweite, die Lübecker, Stellung. Am 21. Februar 1916, an diesem Tage begann die Schlacht um Verdun, erstürmte die Division bei Angres die sogenannte Gießler-Höhe.
Im Frühling wurde das Regiment auf der Vimy-Höhe, Lens St. Pierre und bei Loos eingesetzt. Am 18. Juni wurde ein Großteil des Regiments zwischen Sallaumines und Avion Zeuge vom Absturz des damaligen Fliegerhelden Immelmann.
Vom Juli bis November 1916 war das Regiment, unterbrochen von einem einmonatigen Einsatz am La Bassée-Kanal und bei Liévin, in der Abnutzungsschlacht (Sommeschlacht) eingesetzt
Grenzübertritt bei Herbesthal
Der Winter 1916/17 verbrachte das Regiment vor Ypern in St. Julien,[18][19] hier sollte später die Frontlinie der Dritten Ypernschlacht verlaufen.[A 6] Vom 16. Januar bis 20. Februar wurde das Regiment zur Erholung nach Brügge, dem über einen Kanal nach Oostende und Zeebrügge mit der Nordsee in Verbindung stehenden Heimathafen der flandrischen U-Boot-Flottille, verlegt.[A 7]
Das Regiment kämpfte in der Frühlingsschlacht von Arras[20] und bis November in der Siegfriedstellung.[21]
Im Dezember 1917 wurde die Division zurück nach Flandern verlegt. Kurz bevor die Schlacht von Cambrai ausbrach, wurde die Division zurück in die Siegfriedstellung verlegt. Das Regiment blieb bei der Gruppe Wytschaete und wurde nach Gheluvelt verlegt.
Den Januar verbrachte das Regiment zur Erholung in Kortrijk bevor es nach Houthem, einem Brennpunkt der Schlacht von Messines (Wytschaeteschlacht), auf die rechte Seite des Kemmels verlegt wurde.
Während des dortigen Aufenthalts weilte damals hoch angesehene Kriegsmaler Professor Ungewitter zu Studienzwecken als Gast des Regiments im Abschnitt von Houthem.
Am 6. April wurde das Regiment in die Schlacht um den Kemmel (Teil der vierten Ypernschlacht) geschickt.[A 8] Hier eroberten es Meesen,[A 9][A 10] kurz darauf Wijtschaete (auch seiner Zeit Wytschaete genannt, ist heute ein Stadtteil Heuvellands), woraufhin das Regiment zur Regeneration herausgezogen wurde.
Diese fand das Regiment in Knocke[A 11] und erreichte durch Ersatz von der ehemaligen Ostfront wieder Gefechtsstärke. Hier traf es durch Zufall den aus der heimischen Aegidienkirche, derzeit als Marinepfarrer tätigen, Wilhelm Jannasch. Es war die Zeit, in der die Engländer die in der Nähe gelegenen beiden deutschen U-Boot-Häfen vernichteten.[A 12][22]
Im Rahmen der Kaiserschlacht nahm es an der Matz-Offensive teil und hielt während der Hunderttageoffensive die Stellungen bei Lataule, Ressons und bei Canny-sur-Matz.
Als Korps-Reserve wurde das Regiment im September in kurzen Abständen nach Ligny en Cambresis östlich Cambrai, nach Briey unweit Metz in der Nähe des Ortes, wo Tage vorher die Schlacht von St. Mihiel stattgefunden hatte, und schließlich nach Thielt in Flandern verlegt. Von hier wurde es in die Hermannstellung, auf sie hatte sich das deutsche Heer nach Aufgabe der Siegfriedstellung zurückgezogen, bei Le Câteau zur Abwehrschlacht verlegt. Es war der letzte Kampfeinsatz des Regiments.
Über Löwen ging es den gleichen Weg, den das Regiment 1914 gekommen war, nach Deutschland zurück und über Trier nach Berthelming in Lothringen.
Ende des Regiments:
Die 17. Reserve-Division erhielt den Auftrag den Sicherheitsdienst, gemäß dem Waffenstillstand von Compiègne war Elsaß-Lothringen binnen 15 Tagen nach Abschluss des Abkommens zu räumen, um Straßburg herum zu gewährleisten.
Das Regiment sicherte am 12. November Lixheim am 13. Zabern am 14. Handschuheim bevor es am 15. in Straßburg eintraf. Am 17. wurde das Regiment in die Kaiser Wilhelm-Kaserne nach Mutzig bei Straßburg verlegt.
In der Nacht zum 20. November wurden die Posten von denen der Straßburger Bürgerwehr abgelöst und am Morgen des 21. verließ es Straßburg und somit Frankreich über eine den Rhein überspannende Pontonbrücke in Richtung Kehl.
Der Brigadekommandeur Oberst von Werder, Enkel des Generals von Werder der einst Straßburg eroberte, musste die Festung an der Spitze des Lübecker Infanterie-Regiments an Frankreich übergeben.
Daheim im Lübecker Hauptbahnhof, wo das Regiment am 26. eintraf, wurde von der Militärkommission des hohen Senates durch die Senatoren Neumann und Possehl begrüßt. Deren Ansprache wurde vom Brigadekommandeur beantwortet ehe das Regiment zur offiziellen Begrüßung zum Markt zog. Auf dem Weg dorthin unterschritt es am Eingang der Holstenstraße eine diese überspannende Girlande mit dem Schriftzug: Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.
Am 30. November wurde das Regiment nochmals feierlich auf dem Lübecker Marktplatz begrüßt. Die einstigen Offiziere des Regiments waren jedoch zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr beim Regiment.
Im Ersten Weltkrieg fielen vom Infanterie-Regiment "Lübeck" (3. Hanseatisches) Nr. 162 85 Offiziere sowie 1.755 Unteroffiziere und Mannschaften.
Von drei Bataillonen á 4 Kompanien zu Zeiten des Friedens gingen in zwei Gefechten je ein Bataillon und in zwei weiteren Schlachten je eine Kompanie verloren – das allein sind schon über 83% des Regiments.
Fast zu Beginn des Krieges beschloss der Lübecker Senat seinem Regiment ein Automobil zu stiften. Da ein solcher Besitz ab 1915 untersagt war, schickte es der Regiments, Kommandeur von Rettberg, nach Lübeck zurück. Der Senat übergab es der Lübecker Feuerwehr.
Ab November 1914 setzten regelmäßige Besuche von Delegationen aus der Heimat ein. Personen wie der Herr Senator Possehl, gefolgt von Herr Senator Neumann und dem Deputierten des Roten Kreuzes Herrn Radbruch (Vater des Gustav Radbruchs (seit 1915 Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 111)), Seine Magnifizenzen und hohen Chefs des Regiments Herrn Senatoren J. G. Eschenburg und Dr. Fehling. Von einem Besuch des Regiment bei Knocke wurde vom Regiment aus gebeten Abstand zu nehmen.
Wie einst das 3. Dorset-Regiment (1916) griff das Regiment zur Psychologischen Kriegführung (Tribal Warfare). Man ließ sie 1917 wissen, dass am Tagliamento in Italien 250.000 Gefangene gemacht und 2300 Geschütze erbeutet seien. Die Reaktion der Briten entsprach der damaligen deutschen.
Die Engländer hatten ihre diesbezügliche Taktik geändert. Sie warfen Hunderte von hektographierten Briefen ab, in denen angebliche deutsche Gefangene durch eine Schilderung des schönen Lebens in englischer Gefangenschaft deutsche Soldaten zum Überlaufen veranlassen wollten.
Im Februar 1918 teilten die von den englischen Fliegern abgeworfen Flugblätter mit, dass Kanada 750.000 Mann schicken werde und legte das Desertieren nahe. Des Weiteren wurde durch unablässiges Hinweisen auf die ständigen Streiks im Reich der Dissens zwischen der Heimat und der Front genähert.
Mit dem Vertrag von Versailles und der damit verbundenen Beschränkung auf ein erst 200.000- dann 100.000-Mann-Heer wurde das Regiment 1919 mit dem formalem Ende des Ersten Weltkriegs aufgelöst. Deren Tradition führte in der Reichswehr die 8. Kompanie (Maschinen-Gewehr-Kompanie) des 6. Infanterie-Regiments fort. [4]
Zum zehnjährigen Bestehen stiftete der Kameradschaftsbund der 76er und 162er zu Lübeck einen Gedenkstein für die in Deutsch-Südwest-Afrika gefallenen ehemaligen Angehörigen des Regiments.
Dieser stand auf dem Hofe der Marli-Kaserne (I. Batl.) und wurde am 23. Juni 1907 dem Kommandeur übergeben.
Dass der Termin nicht mit dem Stiftungstag des Regiments zusammengefallen sei, hätte, so berichteten die Lübecker Zeitungen, an der zu jener Zeit ungünstigen Witterung sowie des Aufenthalts des Regiments im Lockstedter Lager gelegen.
Ob und wo dieser Gedenkstein heute noch existiert, ist unbekannt.
Das Denkmal Helm ab zum Gebet für die gefallenen Angehörigen des Regiments wurde 1924 von dem Bildhauer Richard Kuöhl erschaffen. Es wurde am 10. Mai 1925 auf dem Lübecker Ehrenfriedhof eingeweiht.
Hinter dem Mahnmal sind in einer halbrunden Mauer fünf Steinplatten mit den Einsatzorten des Regiments im Ersten Weltkrieg eingelassen. Die Inschriften lauten:
Einige der Inschriften haben Rechtschreibfehler und sind oben korrekt genannt.
Garde-Regimenter: Füsilier | zu Fuß: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Grenadiere: 1 | 2 | 3 | 4 | 5
Grenadier-Regimenter: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 100 | 101 | 109 | 110 | 119 | 123
Infanterie-Regimenter: 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | 61 | 62 | 63 | 64 | 65 | 66 | 67 | 68 | 69 | 70 | 71 | 72 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | 81 | 82 | 83 | 84 | 85 | 87 | 88 | 89 | 91 | 92 | 93 | 94 | 95 | 96 | 97 | 98 | 99 | 102 | 103 | 104 | 105 | 106 | 107 | 111 | 112 | 113 | 114 | 115 | 116 | 117 | 118 | 120 | 121 | 124 | 125 | 126 | 127 | 128 | 129 | 130 | 131 | 132 | 133 | 134 | 135 | 136 | 137 | 138 | 139 | 140 | 141 | 142 | 143 | 144 | 145 | 146 | 147 | 148 | 149 | 150 | 151 | 152 | 153 | 154 | 155 | 156 | 157 | 158 | 159 | 160 | 161 | 162 | 163 | 164 | 165 | 166 | 167 | 168 | 169 | 170 | 171 | 172 | 173 | 174 | 175 | 176 | 177 | 178 | 179 | 180 | 181 | 182
Füsilier-Regimenter: 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 73 | 80 | 86 | 90 | 108 | 122
Landwehr-Infanterie-Regimenter: 119 | 120 | 121 | 122 | 123 | 124 | 125 | 126 | 127 | 133
Infanterie-Regimenter des Ostasiatischen Expeditionskorps: 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6.
Bayerische Infanterie-Regimenter: Leibregiment | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | 10. | 11. | 12. | 13. | 14. | 15. | 16. | 17. | 18. | 19. | 20. | 21. | 22. | 23.
Zusätzliche Verbände im Ersten Weltkrieg
Infanterie-Regimenter: 183 | 184 | 185 | 186 | 187 | 188 | 189 | 190 | 192 | 193 | 329 | 330 | 331 | 332 | 333 | 334 | 335 | 336 | 341 | 342 | 343 | 344 | 345 | 346 | 347 | 351 | 352 | 353 | 354 | 357 | 358 | 359 | 360 | 361 | 362 | 363 | 364 | 365 | 368 | 369 | 370 | 371 | 372 | 373 | 374 | 375 | 376 | 377 | 378 | 380 | 381 | 389 | 390 | 391 | 392 | 393 | 394 | 395 | 396 | 397 | 398 | 399 | 400 | 401 | 402 | 403 | 404 | 405 | 406 | 407 | 408 | 409 | 410 | 411 | 412 | 413 | 414 | 415 | 416 | 417 | 418 | 419 | 420 | 421 | 422 | 423 | 424 | 425 | 426 | 427 | 428 | 431 | 432 | 433 | 434 | 437 | 438 | 439 | 442 | 443 | 444 | 445 | 446 | 447 | 448 | 449 | 450 | 451 | 452 | 453 | 454 | 455 | 456 | 457 | 458 | 459 | 460 | 461 | 462 | 463 | 464 | 465 | 466 | 467 | 468 | 469 | 470 | 471 | 472 | 473 | 474 | 475 | 476 | 477 | 478 | 479 | 603 | 604 | 605 | 609 | 610 | 613 | 614 | 615 | 616 | 617 | 618 | 619 | 620 | 621 | 622 | 623 | 624 | 625 | 626 | 627 |
Bayerische Infanterie-Regimenter: 24. | 25. | 26. | 27. | 28. | 29. | 30. | 31. | 32. |