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Inter-Services Intelligence (ISI) ist seit 1948 ein militärischer Nachrichtendienst der Streitkräfte Pakistans. Der ISI gilt als einer der mächtigsten und am besten ausgestatteten Nachrichtendienste der islamischen Welt[1] und als ein Staat im Staate mit z. T. eigener Außenpolitik.[1][2] Der derzeitige Direktor ist seit 2008 Generalleutnant Ahmad Shuja Pasha.
Inhaltsverzeichnis |
Der Inter-Services Intelligence (ISI) entstand 1948, kurz nach der Unabhängigkeit Pakistans, um die Armee des jungen Staates durch einen leistungsfähigen Militärgeheimdienst zu unterstützen. Der ISI war in seiner Gründungsphase maßgeblich das Geistesprodukt von Major General R. Cawthome, eines in Australien geborenen Offiziers der British Army, der zu jener Zeit stellvertretender Stabschef der neuen Pakistanischen Armee war. In den ersten Jahren seiner Geschichte war der ISI ausschließlich als militärischer Auslandsgeheimdienst konzipiert, dessen Auftrag die Sammlung und Analyse ziviler und militärischer Informationen war. Unter der Herrschaft von Muhammed Ayub Khan wurde der Auftrag zunehmend auf die Überwachung von Oppositionellen in Pakistan selbst und den Schutz der Militärherrschaft ausgedehnt. In seiner weiteren Entwicklung bekam der ISI zunehmend den Ruf, ein Staat im Staate zu sein, der weder der Armee noch der Regierung verantwortlich, sondern von Korruption durchsetzt war.
In den 80er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der ISI zu einem zentralen Bestandteil der Bemühungen der USA, Pakistans und verschiedener afghanischer Guerilla-Bewegungen, die Sowjetarmee aus Afghanistan zu vertreiben. Angeführt wurden diese Bemühungen von Seiten Pakistans durch Akhtar Abdur Rahman, der unter dem Staatschef General Mohammed Zia ul-Haq Director General des ISI war. Neben dem Transport von Waffen nach Afghanistan bestand der Beitrag des ISI unter anderem in der Ausbildung von ungefähr 83.000 Mudschaheddin in den Jahren von 1983 bis 1997 für den Kampf in dem Nachbarland. Diese Aktivitäten setzte der ISI auch nach dem Abzug der Roten Armee aus Afghanistan weiter fort.
Der afghanische Geheimdienst, die nationale Sicherheitsdirektion und die afghanische Regierung beschuldigen den ISI seit langem, die aufständischen Taliban heimlich zu unterstützen. Der pakistanische Geheimdienst soll beispielsweise bei der Entführung von südkoreanischen Geiseln [3] und des Taliban-Angriffs auf eine Militärparade in Kabul beteiligt gewesen sein.[4] Ein Tiefpunkt zwischen Afghanistan und Pakistan wurde erreicht, als der ISI für einen Selbstmordanschlag vor der indischen Botschaft in Kabul im Juli und für ein versuchtes Attentat auf Hamid Karzai im April 2008 verantwortlich gemacht wurde.[5] Ende Juli 2008 gab der afghanische Geheimdienst bekannt, dass der ISI 3000 Terroristen nach Afghanistan eingeschleust haben soll, um das Straßenbauprojekt einer indischen Firma zu sabotieren.[6] Die pakistanische Regierung hat alle erhobenen Anschuldigungen zurückgewiesen. 2010 brachte die London School of Economics eine Studie heraus die von massiver Hilfe mit Geld, Munition und Ausrüstung an die Taliban berichtet.[7]
Die pakistianischen Streitkräfte drohten am 5. Mai 2011 nach der Tötung von Osama bin Laden durch die DEVGRU (Operation Neptune’s Spear) offen damit, die Zusammenarbeit zu beenden, falls es noch einmal zu einer ähnlichen Aktion kommen sollte. Im Westen, speziell in den USA, war die Frage laut geworden, wie es dem ISI entgehen konnte, dass Bin Laden in einer Garnisonsstadt in der Nähe der Landeshauptstadt Islamabad lebte.[8]
Laut US-Generalstabschef Mike Mullen unterstützte der ISI Kämpfer des Haqqani-Netzwerk beim Angriff auf das Hotel Intercontinental in Kabul 2011 in der Nacht auf den 29. Juni 2011, für einen Autobombenanschlag am 11. September 2011 in Kabul und dem Angriff von einem Rohbau aus das Nato-Hauptquartier und die Botschaft der Vereinigten Staaten in Kabul am 13. und 14. September 2011 in Durchführung und Planung. US-Senator Mark Kirk bezeichnete den ISI als „die größte Gefahr für Afghanistan“. Das pakistanische Innenministerium bestritt dies.[9]
Die Zentrale des ISI befindet sich in Islamabad. Der Leiter trägt den Titel Director General und muss ein Generalleutnant der pakistanischen Armee sein. Drei stellvertretende Direktoren, die direkt an den Director General berichten, sind jeweils für einen Zweig des ISI verantwortlich: Der interne Flügel, der sich mit Spionageabwehr und innerpakistanischen Angelegenheiten befasst, der externe Flügel und die Abteilung für Analyse und außenpolitische Beziehungen.
Das Personal des ISI wird hauptsächlich aus paramilitärischen und Spezialeinheiten der pakistanischen Armee rekrutiert. Die Mitarbeiterzahl wird nicht veröffentlicht, wird aber von Experten auf ca. 10.000 Offiziere und sonstige Angehörige geschätzt.[10]