InterkosmosBriefmarkenblock der Deutschen Post der DDR: GEMEINSAME BEMANNTE WELTRAUMFLÜGE - INTERKOSMOSPROGRAMM mit Ersttagstempel vom 11. April 1980 Interkosmos war ein wissenschaftliches Programm der Sowjetunion zur Einbindung nicht-sowjetischer Technik in das sowjetische Raumfahrtprogramm. Zur Umsetzung wurde im früheren Ostblock bald nach dem Start des ersten sowjetischen Sputnik die gleichnamige Vereinigung zur friedlichen Erforschung des Weltraums mit internationalen Mitteln der Raumfahrt gegründet. Im Rahmen des Interkosmos-Programms wurde erstmals Raumfahrern anderer Nationen die Teilnahme an Raumflügen ermöglicht. Auf der Basis der Erfahrungen der Interkosmos-Zusammenarbeit wurden dann auch ähnliche Programme mit anderen Staaten (Frankreich, Indien, Syrien, Afghanistan) vereinbart. Das „Abkommen über die Beteiligung an der Erforschung und Nutzung des Weltraumes mit Hilfe von künstlichen Erdsatelliten zu friedlichen Zwecken“ wurde 1967 zwischen den Regierungen der Sowjetunion und der weiteren sozialistischen Länder abgeschlossen und bestand bis 1990. Ähnlich der internationalen COSPAR (Committee on Space Research) förderte INTERKOSMOS die Astronomie mit Erdsatelliten, Ballonsonden, Höhenforschungsraketen sowie Raumsonden. Die Kooperation hatte jedoch keine eigene internationale Institution wie etwa die Europäische Weltraumorganisation (ESA), die ein eigenes Budget aus den Beiträgen der Teilnehmerstaaten hat.
Jeder Staat ein eigenes BudgetBei Interkosmos musste jede Seite alle im eigenen Bereich anfallenden Kosten selbst tragen. Die sowjetische Seite stellte vor allem die Raketen und Sojus-Raumschiff zur Verfügung und forderte von den anderen Staaten die Entwicklung und Bereitstellung eigener Geräte und Anlagen für den Einsatz auf der sowjetischen Trägertechnik. Die Aktivitäten der etwa zehn Mitgliedsstaaten führte zu zahlreichen gemeinsamen Projekten der Weltraumforschung, unter anderem zum ausgedehnten Programm der Kosmos-Satelliten von etwa 1965 bis 1990 und zu intensivem Austausch der beteiligten Wissenschaftler und Organisationen. Die Interkosmos-Kongresse fanden in 1- bis 2-jährigem Rhythmus mit dazwischen liegenden Spezialtagungen statt. InterkosmonautenMit dem Besuch des tschechoslowakischen Interkosmonauten Vladimir Remek 1978 als erstem nichtsowjetischen und nicht US-amerikanischen Raumfahrer wurden die Möglichkeiten der Raumstation Saljut 6 erweitert. Einerseits konnten weitere propagandistisch wirksamen Erstleistungen sozialistischer Staaten (jeweils Erstflug für das Gastland) erzielt werden, andererseits wurden die wissenschaftlichen Potentiale dieser Länder nach ersten unbemannten Satelliten auch für den bemannten Weltraumflug erschlossen. Dabei wurden die Regeln der Interkosmos-Organisation weiterentwickelt. Sowohl der Ablauf der Missionen als auch die propagandistische Ausgestaltung (z.B. Pressearbeit, Abzeichen) baute auf den Erfahrungen des Apollo-Sojus-Projekts auf. Kern der relativ einheitlichen Interkosmos-Missionen waren daher Originalübetragungen des Starts, von Gesprächen mit den jeweiligen Partei- bzw. Staatschefs und Grüße an die Heimatbevölkerung. Daneben wurden Beobachtungen und Aufnahmen (auch multispektral mit MKF 6) des Heimatlandes des Gastes, medizinisch-biologische Untersuchungen und Experimente mit landestypischen Produkten durchgeführt. Der Gastbesuch war auf ca. 7 Tage 21,5 h (mit nur einer Toleranz von +/- einer Stunde) ausgelegt. Die Vorbereitung dieser Missionen benötigte nicht besonders viel Zeit, da auf meist in der Sowjetunion ausgebildete (also sprachkundige) Militärflieger zurückgegriffen werden konnte.
Erster deutscher Raumflug und MIR-ISSDatei:Stamps of Germany (DDR) 1978, MiNr 2362.jpg DDR-Sondermarke von 1978: „Gemeinsamer Weltraumflug UdSSR-DDR“ Am 26. August 1978 startete der dritte bemannte Raumflug des Interkosmos-Programms mit Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6. Die Kosmonauten waren der Vogtländer und NVA-Oberst Sigmund Jähn und Waleri Bykowski. (Das Debüt der Bundesrepublik Deutschland fand erst fünf Jahre später mit Ulf Merbold an Bord von STS-9 statt.) Die Mission war wissenschaftlich sehr erfolgreich und einige Geräte „made in GDR“ bewährten sich − vor allem die Multispektralkamera MKF 6. Zu weiteren Flügen mit DDR-Piloten kam es allerdings nicht - dafür hätten die Sowjets satzungsgemäß Geld verlangt. Nach der Wende arbeitete Jähn für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie für die ESA. Dabei wirkte Jähn als erfolgreicher Vermittler zwischen russischen, deutschen und ESA-Projekten - etwa für die anlaufende Kooperation mit der Raumstation Mir und inzwischen auch mit der ISS, vorzubereiten. Zwei Flüge für BulgarienDer Interkosmosflug Sojus 33, an dem der bulgarische Kosmonaut Iwanow teilnahm, musste vorzeitig beendet werden, weil die Ankopplung an die Raumstation Saljut 6 misslang. Der Flug wurde neun Jahre später mit Sojus TM-5 und Iwanows Ersatzmann Alexandar Panaiotow Alexandrow nachgeholt. Andere Bereiche der TechnikWeltraumtechnische Entwicklungen der DDRSchon im ersten Jahrzehnt seit Sputnik 1 befassten sich viele Einrichtungen der DDR mit der Nutzung der Raumfahrt - vor allem in Geowissenschaften, Astronomie und Anwendungen der neuen Techniken auf einzelnen Fachgebieten:
Fernerkundung, Laserphysik und MedizinIm Rahmen von Intersputnik beteiligte man sich
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