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Das Internationale Filmfestival von Locarno (ital. Original: Festival del film Locarno) findet seit 1946 jedes Jahr im August in der Stadt Locarno, im Kanton Tessin in der Schweiz statt. Es gehört nach den Filmfestspielen von Venedig und dem Moskauer Filmfestival, die beide bereits in den 1930er Jahren gegründet wurden, und neben den Filmfestspielen von Cannes und dem Filmfestival Karlovy Vary (alle 1946 gegründet) zu den ältesten Filmfestspielen der Welt. Wie diese zählt es zu den Filmkunstfestivals mit einem Spielfilmwettbewerb nach den Vorgaben der Filmproduzentenvereinigung FIAPF (A-Kategorie-Festival).
Die 64. Auflage des Filmfestivals fand vom 3. bis 13. August 2011 statt.
Inhaltsverzeichnis |
Während zehn Tagen werden hunderte Filme in diversen Reihen, Retrospektiven und im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden gezeigt. Etliche Filmvorführungen finden als Freiluftveranstaltung auf der Piazza Grande in der Altstadt Locarnos auf einer Grossleinwand (26 × 14 m) statt. Etwa 8.000 Zuschauer haben dort Platz.
Das Locarno-Filmfest hat eine lange Tradition im Autorenfilm. Dies sind jene Filme, in denen der Regisseur sämtliche künstlerischen Aspekte des Films wie Drehbuch oder Schnitt wesentlich bestimmt und als (alleiniger) Autor des Filmwerks angesehen wird.
Die ab dem Jahr 2000 amtierende Leiterin, die italienische Filmkritikerin Irene Bignardi, stand für eine inhaltliche und künstlerische Kontinuität der Filmauswahl mit sozialem und politischem Inhalt. Im Sommer 2004 beim 57. Internationalen Filmfestival von Locarno waren es über 350.
Seit August 2005 hiess der Direktor des Filmfestivals von Locarno Frédéric Maire. Anfang Juni 2008 wurde bekannt, dass der 44-jährige Neuenburger Filmjournalist und Regisseur Maire vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet und zum 1. November 2009 die Arbeit als Direktors des Schweizer Filmarchivs aufnimmt. Am 1. September 2009 übernimmt Olivier Père, bisher in Cannes tätig, die Leitung des Filmfestivals.[1]
2009 standen Anime im Mittelpunkt des Festivals. Isao Takahata wurde mit dem Ehrenleoparden für sein Lebenswerk geehrt.[2]
Dank einer im Jahr 2005 vom Tessiner Staatsrat in Auftrag gegebenen Studie[3] der Universität der italienischen Schweiz (USI) in Lugano gibt es Klarheit über die wirtschaftlichen Belange, die mit den Filmfestspielen verknüpft sind. Während der knapp zwei Wochen Dauer des Filmfests bleiben 12 bis 13 Millionen Franken in der Region. Gemessen an dem Budget des Festivals von 10 Millionen bleibt also ein deutlicher Gewinn.
Der statistisch ermittelte durchschnittliche Filmfestbesucher "gibt 123 Franken pro Tag aus, ist weiblich, zwischen 30 und 40 Jahre alt, stammt aus der deutschsprachigen Schweiz, verfügt über einen hohen Bildungsgrad sowie ein mittleres bis hohes Einkommen". Die Sozialforscher sprechen von "touristischem Potenzial" im Hinblick auf Kulturangebote und Gastronomie, die sich speziell auf das hier in Massen auftretende Bildungspublikum ausrichtet.
Die öffentlichen Fördergelder von 2,5 Millionen Franken seitens des Kantons und weitere 1,3 Millionen jährlich seitens der nationalen Regierung sind also nicht schlecht angelegt.
Seit 1968 wird als Hauptpreis für den besten Wettbewerbsfilm der Pardo d'oro, der Goldene Leopard, verliehen. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 90.000 Schweizer Franken (aktuell ungefähr 81.100 Euro) geht zu gleichen Teilen an den Regisseur und an die Produzenten des Siegerfilms.
Eine Auswahl der wichtigsten Auszeichnungen, die innerhalb des Wettbewerbs vergeben werden:
| Kategorie | Originalbezeichnung | verliehen seit |
|---|---|---|
| Goldener Leopard | Pardo d'oro | 1968 (1946) |
| Silberner Leopard – Spezialpreis der Jury | Premio speciale della giuria | 1949 |
| Leopard – Beste Regie | Miglior regia | 1946 |
| Leopard – Beste Darstellerin | Migliore attrice | 1958 |
| Leopard – Bester Darsteller | Miglior attore | 1958 |
| Ehrenleopard | Pardo d'onore | 1989 |
Der Pardo d'onore zeichnet zeitgenössische Filmemacher aus, die jenes Filmschaffen repräsentieren, welches das Festival seit seiner Gründung in den Mittelpunkt stellt.
Der Exellence Award Moët & Chandon würdigt aussergewöhnliche Schauspieler der internationalen Filmszene.
Der Premio Raimondo Rezzonico (gestiftet von der Gemeinde Minusio) für den besten unabhängigen Produzenten.
Das Festival hat neben einer offiziellen Jury, die sich aus Film-und Kulturschaffenden zusammensetzt, auch eine Publikumsjury. Diese bewertet jeden Abend die aufgeführten Filme auf der Piazza Grande, um der Preis "Prix du Public UBS" zu verleihen.
Der Variety Piazza Grande Award wird von einer Jury verliehen, die aus Kritikern des US-Filmbranchenblatts Variety besteht. Der Preis zeichnet einen Film aus, der im Piazza-Grande-Programm als Weltpremiere oder internationale Premiere gezeigt wird.
Filmpreise, Filmfestivals in der Schweiz
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