Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Iran

Dieser Artikel beschĂ€ftigt sich mit dem modernen Iran; zur Geschichte siehe Perserreich (550 v. Chr. – 651) und Geschichte des Iran.
ŰŹÙ…Ù‡ÙˆŰ±ÛŒ Ű§ŰłÙ„Ű§Ù…ÛŒ Ű§ÙŠŰ±Ű§Ù†
DschomhĆ«rÄ«-ye EslāmÄ«-ye ÄȘrān
Islamische Republik Iran
Flagge des Iran
Hoheitszeichen des Iran
Flagge Emblem
Wahlspruch: ۧ۳ŰȘÙ‚Ù„Ű§Ù„ ŰąŰČŰ§ŰŻÛŒ ŰŹÙ…Ù‡ÙˆŰ±ÛŒ Ű§ŰłÙ„Ű§Ù…ÛŒ

Esteqlāl, ĀzādÄ«, DschomhĆ«rÄ«-ye EslāmÄ«
(pers. fĂŒr „UnabhĂ€ngigkeit, Freiheit, Islamische Republik“)

Amtssprache Persisch
Hauptstadt Teheran (Tehran)
Staatsform Islamische Republik
Regierungssystem prÀsidentielle Theokratie
Staatsoberhaupt Oberster Rechtsgelehrter Ajatollah Sejjed Ali Chamene’i
Regierungschef StaatsprÀsident Hassan Rohani
FlĂ€che 1.648.195 kmÂČ
Einwohnerzahl 75.149.669 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte 46 Einwohner pro kmÂČ
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[2]
  • $ 496,243 Milliarden (25.)
  • $ 1.006,540 Milliarden (17.)
  • $ 6.445 (80.)
  • $ 13.072 (70.)
Human Development Index ▬ 0,749 (75.)[3]
WĂ€hrung Iranischer Rial (IRR)
Nationalhymne Ey Iran (de facto)
Soroud-e Melli-ye Dschomhuri-ye Eslami-e Iran (de jure)
120px
Zeitzone UTC+3:30
UTC+4:30 (MĂ€rz bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen IR
ISO 3166 IR, IRN, 364
Internet-TLD .ir
Telefonvorwahl +98
ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinküsteGhanaTogoBeninNigeriaÄquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSüdafrikaLesothoSwasilandMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalSpanienKanarenKap VerdeMauritiusRéunionMayotteKomorenSeychellenMadagaskarSão Tomé und PríncipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarKanadaDänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechische RepublikSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandWeißrusslandMoldawienUkraineMazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgistanRusslandVereinigte StaatenMaledivenJapanNordkoreaSüdkoreaRepublik ChinaSingapurAustralienMalaysiaBruneiPhilippinenThailandVietnamLaosKambodschaIndienIran on the globe (Afro-Eurasia centered).svg
Über dieses Bild
Iran in its region.svg

Der Iran (persisch ‏Ű§ÙŠŰ±Ű§Ù†‎ ÄȘrān, Zum Anhören bitte klicken! [iːˈrɑn]a a, vollstĂ€ndig Islamische Republik Iran), veraltet auch als Persien bezeichnet, ist ein Staat in Vorderasien (Westasien). Mit rund 75 Millionen Einwohnern (Stand 2011) und einer FlĂ€che von 1.648.195 Quadratkilometern zĂ€hlt er zu den 20 bevölkerungsreichsten und grĂ¶ĂŸten Staaten der Erde. Das Land ist seit 1979, als im Zuge der Islamischen Revolution der letzte Schah gestĂŒrzt wurde, ein Gottesstaat, der sich als islamische Republik bezeichnet.

Der Iran besteht zum Großteil aus hohen Gebirgen und trockenen, wĂŒstenhaften Becken. Seine Lage zwischen dem kaspischen Meer, dem Persischen Golf und besonders der Straße von Hormus macht ihn zu einem Gebiet von hoher geostrategischer Bedeutung mit langer, bis in die Antike zurĂŒckreichender Geschichte.

Nachdem sich zwischen 3200 und 2800 v.Chr. der Elamitische Staat gebildet hatte, vereinigten die iranischen Meder das Gebiet um 625 erstmals zu einem Reich, das die kulturelle und politische FĂŒhrerschaft in der Region ĂŒbernahm. Die von Kyros dem Großen begrĂŒndete Dynastie der Achaemeniden regierte vom heutigen SĂŒdiran aus das bis dato grĂ¶ĂŸte Reich der Geschichte. Es wurde jedoch im Jahre 330 durch die Truppen Alexander des Großen zerstört. Es folgte das Reich der Sassaniden, das zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert neben dem Byzantinischen Reich zu den mĂ€chtigsten Staaten der Welt zĂ€hlte. Nach dem Übergreifen der islamischen Expansion auf den Iran, in deren Verlauf der Islam den Zoroastrismus ersetzte, wurden iranische Gelehrte zu TrĂ€gern des Islamischen Goldenen Zeitalters bis die mongolischen Invasionen im 13. Jahrhundert das Land in seiner Entwicklung weit zurĂŒckwarfen.

Die Safawiden einigten schließlich das Land und machten 1501 das Zwölfer-schiitische Bekenntnis zur Staatsreligion. Unter der 1794 gegrĂŒndeten Kadscharen-Dynastie begann der Einfluss Persiens zu schrumpfen, Russland und Großbritannien zwangen die Perser zur Aufgabe von Territorium und zu wirtschaftlichen Konzessionen. Im Jahre 1906 kam es zur konstitutionellen Revolution, in deren Ergebnis der Iran sein erstes Parlament und eine Verfassung erhielt, mit der die absolutistische Regierung der Kadscharen durch eine konstitutionelle Monarchie abgelöst wurde. Im Verlauf einer wechselhaften Geschichte entwickelte sich der Iran zu einem modernen, sĂ€kularen Nationalstaat, und dies trotz der teilweisen Besetzung im Ersten Weltkrieg durch russische, britische und tĂŒrkische Truppen sowie der vollstĂ€ndigen Besetzung im Zweiten Weltkrieg durch sowjetische und britische Truppen, und verschiedener Versuche auslĂ€ndischer Einflussnahme wie der durch Stalin veranlassten GrĂŒndung einer Autonomen Republik Aserbaidschan, sowie eines Staatsstreichs im Jahr 1953. Die zunehmende UnterdrĂŒckung der linksliberalen, kommunistischen und islamistischen Opposition fĂŒhrte zu vielseitigen gesellschaftlichen Spannungen, die in der islamischen Revolution von 1979 kulminierten.

Seitdem ist der Iran eine theokratische Republik, die von schiitischen Geistlichen gefĂŒhrt wird, an deren Spitze der FĂŒhrer (Rahbar) die Macht auf sich konzentriert. Kontrolliert wird er vom sogenannten WĂ€chterrat. RegelmĂ€ĂŸige Wahlen werden zwar abgehalten, werden aber aufgrund der umfassenden Einhegung durch die Machthaber, ManipulationsvorwĂŒrfen und der unbedeutenden Stellung des Parlamentes sowie des PrĂ€sidenten gemeinhin als undemokratisch kritisiert. Der iranische Staat missachtet Menschenrechte gravierend, seine Kontrolle auf religiöse und ideologische KonformitĂ€t durchdringt das Leben von allen BĂŒrgern und beschneidet die Freiheit jedes Einzelnen. Es gibt im Iran keine Presse- oder Meinungsfreiheit. Seit der Islamischen Revolution haben sich die Beziehungen zu mehreren westlichen Staaten in eine offene Feindschaft gewandelt, die vor allem bezĂŒglich der ehemals befreundeten USA und Israel auch fest in der Staatsideologie verankert ist. Unter anderem dadurch ist der Iran außenpolitisch relativ isoliert; gleichzeitig ist er eine Regionalmacht im Nahen Osten.

Hauptstadt, grĂ¶ĂŸte Stadt und wirtschaftliches Zentrum des Iran ist Teheran. Neben ethnischen Persern leben im Iran zahlreiche andere Völker, die alle ihre eigene sprachliche und kulturelle IdentitĂ€t besitzen; Persisch ist jedoch die Amtssprache. Die Völker des Iran verfĂŒgen ĂŒber lange Traditionen, vor allem in Kunsthandwerk, Architektur, Kalligraphie und Poesie; im Land befinden sich zahlreiche StĂ€tten des UNESCO-Welterbes.

Durch seine BodenschĂ€tze, allen voran die grĂ¶ĂŸten Erdgas- und die viertgrĂ¶ĂŸten ErdölvorrĂ€te der Welt, hat der Iran hohen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen EnergietrĂ€gern. Abgesehen davon befindet sich die iranische Wirtschaft, u. a. bedingt durch den hohen Anteil ineffizienter staatliche Betriebe und die Sanktionen im Gefolge des Konfliktes um das iranische Atomprogramm, in einer tiefen Krise.

Inhaltsverzeichnis

Landesname

Seit frĂŒhester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Irān (eine AbkĂŒrzung des mittelpersischen Ērān ĆĄahr) bezeichnet. Die altpersische Form dieses Namens, Aryānām XĆĄaΞra, bedeutet „Land der Arier“.

Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebrĂ€uchliche Bezeichnung Persien geht auf Pars (bzw. Parsa/Perser),[4] das Kernland der AchĂ€meniden zurĂŒck, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Von den Griechen Persis genannt, bezeichnete es im Wesentlichen die heutige Provinz Fars um Schiras. Von ihr leitet sich auch der Name Fārsi / ‏ÙŰ§Ű±ŰłÛŒ‎ /‚Persisch‘ fĂŒr die persische Sprache ab. Nachdem die Araber das Persische Reich im 7. Jahrhundert eroberten und das /p/ von Parsi nicht aussprechen konnten, Ă€nderten sie es zu /f/ um Farsi, wodurch der heutige Name der Landessprache geprĂ€gt ist.

Im Deutschen ist sowohl die Form mit als auch die Form ohne Artikel gebrÀuchlich. Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland.

Geographie

Der Iran bei Nacht Landschaft in Mazandaran Schneebedeckter Damavand WĂŒste Dascht-e Kawir (Satellitenfoto) WĂŒste Dascht-e Lut in Kerman

→ Hauptartikel: Geographie des Iran

Der Iran grenzt an sieben Staaten: im Westen und Nordwesten an den Irak (Grenzlinie 1609 Kilometer), die TĂŒrkei (511 Kilometer), Aserbaidschan (800 Kilometer) und Armenien (48 Kilometer), im Nordosten und Osten an Turkmenistan (1205 Kilometer) sowie im Osten und SĂŒdosten an Afghanistan (945 Kilometer) und Pakistan (978 Kilometer).

Der nördlichste Punkt des Iran liegt auf 39° 47â€Č nördlicher Breite und befindet sich in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Palma de Mallorca (Spanien). Der sĂŒdlichste Punkt liegt auf 25° nördlicher Breite und befindet sich in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Doha (Katar). Der westlichste Punkt liegt auf 44° 02â€Č östlicher LĂ€nge und damit in etwa auf selber LĂ€nge wie Bagdad (Irak). Der östlichste Punkt liegt auf 63° 20â€Č östlicher LĂ€nge und damit ungefĂ€hr auf selber LĂ€nge wie Herat (Afghanistan).

Aufgrund der geologischen Gegebenheiten treten im Iran hĂ€ufig Erdbeben auf. Die Situation ist vergleichbar mit der BebenhĂ€ufigkeit in der TĂŒrkei und an der US-WestkĂŒste, wo die sich langsam verschiebenden Erdplatten ebenfalls merklichen Druck in der oberen Erdkruste bewirken.

Relief

Etwa zwei Drittel des Territoriums des Iran nimmt das Hochland von Iran ein, das seinerseits in eine Reihe verschiedener Becken zerfĂ€llt. Die Ausdehnung dieser Becken reicht von wenigen Quadratkilometer großen Bolsonen bis hin zu den riesigen Becken der Lut (130.000 kmÂČ) und der Großen Kawir (200.000 kmÂČ). Die Becken können, je nach ihrer tektonischen Vorgeschichte, zwischen 200 m und 1500 m ĂŒber dem Meeresspiegel liegen. Die Becken sind voneinander durch Schwellen unterschiedlicher Höhe abgeteilt; einige davon setzen sich in Afghanistan und Pakistan fort.[5]

Das Hochland wird im Westen, SĂŒdwesten und SĂŒden von den Gebirgen Zagros und Kuhrud begrenzt. Diese gewaltigen Faltengebirge bestehen aus mehreren nebeneinander in Nordwest-sĂŒdöstlicher Richtung verlaufende Gebirgsketten, zwischen denen sehr steile TĂ€ler sind. Seine höchsten Gipfel sind der Zard Kuh (4571 m) und der Kuh-e-Dinar (4432 m). Der Zagros hat eine maximale Breite von 250 km und eine LĂ€nge von 1800 km (Makran-Ketten eingeschlossen) und zĂ€hlt damit zu den grĂ¶ĂŸten geschlossenen Faltengebirgsmassiven der Welt. Der Norden des Iran wird durch mehrere Gebirge geprĂ€gt. Im Nordwesten dominiert der armenisch-aserbaidschanische Gebirgsknoten mit dem großen Becken des Urmiasees. Daran schließt sich das 1200 km vom Talysch-Gebirge bis an die turkmenische Grenze reichende Elburs-Kopet-Dag-System an. Hier befindet sich der mit 5670 m höchste Berg des nahen Ostens, der erloschene, gletscherbedeckte Vulkan Damavand, aber auch der 4840 m hohe Alam-Kuh. Der Kopet-Dag ist ein mĂ€chtiges Faltengebirge auf der Grenze zum heutigen Turkmenistan.[6] Die fast 6000 m Höhenunterschied vom Kaspischen Meer zum nur 60 km entfernten Damavand gehören zu den steilsten Anstiegen der Welt.

Es gibt nur wenige TieflĂ€nder im Iran. Am sĂŒdlichen Ufer des kaspischen Meeres befindet sich ein 600 km langes, aber nur wenige Kilometer breites KĂŒstentiefland. An seiner Ostseite schließt sich die turkmenische Steppe an, im Westen die Mugansteppe. Im SĂŒdwesten gehört ein kleiner Teil des mesopotamischen Tieflandes zum Iran, von dort verlĂ€uft ein schmaler, flacher, aber unfruchtbarer KĂŒstensaum entlang des persischen Golfes.[7]

GewÀsser

Im Norden grenzt der Iran auf einer LĂ€nge von 756 Kilometern an das Kaspische Meer, den grĂ¶ĂŸten See der Erde, gleichzeitig ein Endsee. Im SĂŒden und SĂŒdwesten hat das Land eine 2045 Kilometer lange KĂŒste zum Golf von Oman und zum Persischen Golf, die voneinander durch die Straße von Hormus getrennt sind. In dieser fĂŒr den Transport von Erdöl wichtigen Meerenge bei Bandar Abbas liegen nahe an der iranischen KĂŒste die Insel Qeschm und die namensgebende kleine Insel Hormus. Die Entfernung vom iranischen Festland zur Arabischen Halbinsel (Oman und Vereinigte Arabische Emirate) betrĂ€gt hier kaum 50 Kilometer.

Es gibt etwa 1300 kurze, meist geradlinig verlaufende FlĂŒsse, die die Nordflanken der Gebirge Talysch und Elburs entwĂ€ssern und in das Kaspische Meer mĂŒnden. Die grĂ¶ĂŸten davon sind sich Sefid Rud, Tschalus, Gorgan und Atrak.[8] Die wichtigsten FlĂŒsse, die aus dem Zagros in Richtung des persischen Golfes fließen, sind Karun, Karche, Dez und Schatt al-Arab. Sie fĂŒhren im FrĂŒhling am meisten Wasser und können an ihren UnterlĂ€ufen verheerende Überschwemmungen verursachen. Im Sommer ist die WasserfĂŒhrung am niedrigsten und betrĂ€gt nur ein Zehntel jener des FrĂŒhlings.[9]

Zwei Drittel des Territoriums werden jedoch nicht in Richtung eines Meeres entwĂ€ssert. In den ariden Becken des iranischen Hochlandes fĂŒhrt kaum ein Fluss ganzjĂ€hrig Wasser wie der Zayandeh Rud. Nach NiederschlĂ€gen fließt das Wasser durch FlĂŒsse oder BĂ€che aus dem Gebirge und versickert dort meist in Schotterfeldern, seltener mĂŒndet es in Seen, die dann hĂ€ufig salzhaltig sind. Zu solchen Seen gehören der Urmiasee, der Hamun-See, der Bachtegansee und der Maharlu-See.[10]

Die Schotter-, Kalk- und Sandsteinschichten, die sich im Untergrund befinden, sind hĂ€ufig grundwasserfĂŒhrend. Deshalb gibt es in den gebirgigen Landesteilen zahlreiche Quellen, teils artesische Quellen.[11] Die Menschen machen sich bereits seit 800 v. Chr. mittels Qanaten das Grundwasser nutzbar. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden alle menschlichen Siedlungen im ariden Gebiet mithilfe von Qanaten mit Wasser versorgt.[12] Seit den 1950 er Jahren werden jedoch verstĂ€rkt Brunnen und DĂ€mme gebaut, wobei das Absinken des See- und Grundwasserspiegels, die Erschöpfung von WasservorrĂ€ten und die Aufsedimentierung von Staubecken die Hauptprobleme fĂŒr die Wasserversorgung in der Zukunft darstellen.[13]

Klima

Das Klima des Iran wird im Winter durch die Interaktion von Kaltluftströmungen aus Zentralasien und Sibirien einerseits und feuchtwarmen mediterranen Luftmassen andererseits beeinflusst. Im Sommer weht konstant nordöstlicher Passatwind aus dem trocken-heißen Zentralasien. Durch diese Wetterlagen und die geographischen VerhĂ€ltnisse des Landes ist das Klima regional sehr unterschiedlich.

Die Bergregionen des Nord- und Westiran erhalten durch feuchte Westströmungen im SpĂ€therbst und Winter relativ viel Niederschlag, besonders an den WesthĂ€ngen des Zagros. Mit zunehmender Höhe nimmt hier auch die HumiditĂ€t zu. Die Höhenlage und die relative Ferne zu den Meeren bedingen sehr kalte Winter und große Sommerhitze. Das Hochland vom Iran liegt im Regenschatten der Gebirge, es ist daher ĂŒberall arid mit geringer Luftfeuchtigkeit und großen Schwankungen der jĂ€hrlichen Niederschlagsmenge. Die Temperaturen sind im Jahresmittel deutlich höher als in den Bergregionen, haben aber auch große Amplitude: extremer Hitze im Sommer, wo Werte ĂŒber 45 Â°C keine Seltenheit sind, stehen zum Teil strenge Fröste im Winter gegenĂŒber. Entlang der GolfkĂŒste und in Chuzestan hingegen herrscht nie Frost. Die Winter sind mild, die Sommer sehr heiß und oft unertrĂ€glich schwĂŒl, die Luftfeuchtigkeit ganzjĂ€hrlich sehr hoch, NiederschlĂ€ge fallen jedoch extrem selten. Das Klima des kaspischen KĂŒstentieflandes unterscheidet sich grundlegend vom Rest des Landes. Die aus Nordost wehenden Winde laden sich ĂŒber dem kaspischen Meer mit Feuchtigkeit auf, stauen sich an den Bergmassiven und regnen dort ab. Somit ist diese Region ganzjĂ€hrig humid bei teils sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Das Klima ist mild im Winter und warm im Sommer, die Extremtemperaturen sind gegenĂŒber dem Hochland deutlich reduziert.

Zu den meteorologischen Besonderheiten gehören der mit großer Konstanz zwischen Mai und September wehende Nordwestwind der 120 Tage, der im Osten und SĂŒdosten des Iran aufgrund seines hohen Staubanteils fĂŒr Mensch und Vegetation Ă€ußerst ungĂŒnstig ist. Im Hochland, wo durch fehlende Vegetation lokale Luftdruckunterschiede sehr markant sein können, sind regelmĂ€ĂŸig Staubtromben beobachtbar.[14]

gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.