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Iroha ist die Abkürzung für Iroha-uta (jap. ã„ã‚ã¯æŒ, 伊呂波æŒ). Es ist ein japanisches Gedicht, das alle Zeichen (Kana) des in der Heian-Zeit verwendeten Silbenvorrats der japanischen Schrift genau einmal verwendet. Es ist damit ein echtes Pangramm und wird auch als Ordnungsschema verwendet.
Für das heutige Japanisch gilt dies nur noch bedingt, da es auch veraltete Kana wie we und wi verwendet, aber für das später eingeführte n noch mu verwendet.
Das Gedicht wird üblicherweise in Hiragana geschrieben.
Inhaltsverzeichnis |
Der Autor ist unbekannt, im Allgemeinen wird die Autorschaft aber dem buddhistischen Gelehrten KÅ«kai (空海, 774-835) zugeschrieben, der unter dem posthumen Namen KÅbÅ Daishi heute noch verehrt wird. Als Entstehungszeit des Gedichtes wird aber heute die Heian-Zeit angesehen, da es in dem zu dieser Zeit gehörenden Stil verfasst wurde. Sicher nachgewiesen wurde es erst für das Jahr 1079, wo es im KonkÅmyÅ-SaishÅÅ-kyÅ Ongi (金光明最å‹çŽ‹çµŒéŸ³ç¾©) – einem Kommentar zu Aussprache und Bedeutung der Kanji in der KonkÅmyÅ-SaishÅÅ-kyŠ– enthalten ist.
Das Gedicht greift in freier Übersetzung einen Gedanken aus der buddhistischen Nirwana-Sutra (japanisch: 大般涅槃経, Daihatsu-Nehan-gyÅ) auf: 諸行無常 / æ˜¯æ£æ»…法 / 生滅滅己 / 寂滅為楽 (Chinesisch mit japanischer Aussprache, wie die heiligen Texte im japanischen Buddhismus gewöhnlich gelesen werden: ShogyÅmujÅ / zeshÅmeppÅ / shÅmetsumetsui / jakumetsuiraku)
Im KonkÅmyÅ-SaishÅÅ-kyÅ Ongi wurde das Gedicht noch mit Man’yÅgana geschrieben in 6 Zeilen mit je 7 Moren und einer Zeile mit 5 Moren: <poem lang="ja" xml:lang="ja"> ä»¥å‘‚æ³¢è€³æœ¬ã¸æ¢ åƒåˆ©å¥´æµä¹Žå’ŒåŠ é¤˜å¤šé€£æ›½æ´¥ç¥¢é‚£ 良牟有為能於久 耶万計ä¸å·±è¡£å¤© 阿ä½ä¼Žå–©å¥³ç¾Žä¹‹ æµæ¯”æ¯›å‹¢é ˆ </poem>
Strukturell folgt es jedoch dem 7-5-Silbenschema der japanischen Dichtkunst mit einer verkürzten Zeile als Ausnahme. Heutzutage werden die Kana daher auch entsprechend angeordnet.
| Klassisch | Modern | Ordnungsschema | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Hiragana | Lesung | Kanji und Hiragana | Lesung | Zahlen | Buchstaben |
| ã„ã‚ã¯ã«ã»ã¸ã¨ | i ro ha ni ho he to | 色ã¯åŒ‚ã¸ã© | Iro wa nioedo | 1–7 | ABCDEFG |
| ã¡ã‚Šã¬ã‚‹ã‚’ | chi ri nu ru wo | 散りã¬ã‚‹ã‚’ | Chirinuru o | 8–12 | HJKLM |
| ã‚ã‹ã‚ˆãŸã‚Œã | wa ka yo ta re so | 我ãŒä¸–誰㞠| Waga yo tare zo | 13–18 | NOPQRS |
| ã¤ããªã‚‰ã‚€ | tsu ne na ra mu | 常ãªã‚‰ã‚“ | Tsune naran | 19–23 | TUVWX |
| ã†ã‚ã®ãŠãã‚„ã¾ | u wi no o ku ya ma | 有為ã®å¥¥å±± | Ui no okuyama | 24–30 | YZ–––– |
| ã‘ãµã“ãˆã¦ | ke fu ko e te | 今日越ãˆã¦ | KyÅ koete | 31–35 | |
| ã‚ã•ãゆã‚ã¿ã— | a sa ki yu me mi shi | æµ…ã夢見㘠| Asaki yume miji | 36–42 | |
| ã‚‘ã²ã‚‚ã›ã™ | we hi mo se su | é…”ã²ã‚‚ã›ãš | Ei mo sezu | 43–47 | |
Der Sinn des Gedichtes, das die Vergänglichkeit dieser Welt behandelt, die der Dichter hinter sich lässt, ist zwar noch zu erfassen, in den Details weichen die Übersetzungen aber voneinander ab[1]. Dem japanischen Text eng angelehnt lautet der Inhalt wie folgt:
Natürlich kann die Übersetzung in eine andere Sprache nicht den Zweck erfüllen, die vorkommenden Buchstaben und Zeichen der Zielsprache wiederzugeben, schon gar nicht in der idealen Weise, dass jeder Buchstabe nur einmal vorkommt. Der Sinngehalt kommt aber in der folgenden Übertragung[2] zur Geltung, die alle Buchstaben des deutschen Alphabets einschließlich des ß und der Umlaute, zudem alle Satzzeichen, enthält[3].
Das Gedicht diente als Übungstext (tenarai) für die zeitgenössische Silbenschrift. Es war, ähnlich unseren "a), b), c) …" auch Zähl- und Einteilungsschema in Literatur und Nachschlagewerken. Diese Verwendung findet man auch heute noch, z.b. in Wörterbüchern bei der Aufzählung von Bedeutungsunterschieden, aber auch zur Nummerierung von anderen Sachen, wie den Sitzplätzen im Theater.
Auch das seit der Edo-Zeit beliebte Iroha-garuta, ein Kartenspiel, bei dem Sprichwörter oder Gedichte zu erraten sind, richtet sich nach diesem Gedicht. Es gibt ein heiteres Zwischenspiel des NÅ-Theaters, ein KyÅgen, mit diesem Titel.
Auch die für Webseiten verwendete Formatierungssprache Cascading Style Sheets unterstützt eine Nummerierung gemäß Iroha. Allerdings wird diese von einigen Browsern nicht umgesetzt. <source lang="html4strict">
</source>