|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Irving John „Jack“ Good (* 9. Dezember 1916 in London; †5. April 2009 in Radford, Virginia, USA), geboren als Isidore Jacob Gudak,[1] war ein britischer Mathematiker und Kryptologe. Während des Zweiten Weltkrieges trug er wesentlich zur Entzifferung der deutschen Rotor-Schlüsselmaschine ENIGMA bei. In seinen Veröffentlichungen firmiert er fast immer als I. J. Good, während er von seinen Freunden zumeist „Jack“ genannt wurde.
Inhaltsverzeichnis |
I. J. Good wurde als Sohn einer jüdischen Familie in der britischen Hauptstadt London als Isidore Jacob Gudak geboren und galt an der Schule als mathematische Frühbegabung. Er studierte ab 1935 Mathematik am Jesus College in Cambridge u. a. bei A. S. Besicovitch und Hardy und schloss sein Studium im Jahre 1938 ab. Danach arbeitete er dort noch eine Zeit lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter, bevor er 1941 zur sogenannten Government Code and Cypher School (GC&CS) (deutsch etwa: „Regierungs-Code- und Schlüsselschule“) wechselte, wo er auch seine Doktorarbeit abschließen konnte. Bei GC&CS handelte es sich um eine Tarnbezeichnung für die (damals) streng geheime militärische Dienststelle, die sich im Zweiten Weltkrieg erfolgreich mit der Entzifferung des Nachrichtenverkehrs befasste, den die deutschen Militärs mit ihrer Schlüsselmaschine ENIGMA verschlüsselten. Sie hatte ihren Sitz im etwa 70 km nordwestlich von London gelegenen Bletchley Park.
In Bletchley Park arbeitete Good zunächst in Hut Eight (deutsch: „Baracke 8“) unter der Leitung von Alan Turing an der Entzifferung von Funksprüchen, die von der deutschen Kriegsmarine mithilfe der Enigma-M4 im Nachrichtenverkehr zwischen dem Befehlshaber der U-Boote (BdU) und den im Atlantik operierenden deutschen U-Booten verschlüsselt wurden. Später trat er Max Newmans Gruppe bei, die die deutschen Fernschreibverbindungen (britischer Codename: Fish) mit Geheimfernschreiber T52 und Lorenz-Schlüsselzusatz SZ42, von den Briten als Sturgeon (deutsch: „Stör“, die Luftwaffen-Version) und Tunny (deutsch: „Thunfisch“, die Armee-Version) bezeichnet, kryptanalytisch angriff. Dies führte zur Entwicklung des ersten elektronischen Rechners (Computers) der Welt, genannt Colossus.
Nach dem Krieg arbeitete Good zunächst an der Universität Manchester, wo er kurz am universitätseigenen Computerprojekt mitarbeitete, und dann bis zum Jahr 1959 wieder in geheimer Tätigkeit bei der GC&CS. Während dieser Zeit erwarb er Doktortitel sowohl in Cambridge als auch in Oxford. Im Jahr 1967 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er von 1967 bis 1994 als Professor an der Technischen Universität von Virginia (besser bekannt als: Virginia Tech) tätig war. Dort erfuhr er auch die besondere Ehre das Autokennzeichen „007 IJG“ zu erhalten. Offiziell wurde er 1994 emeritiert.
Good war bekannt für seine Arbeiten über Statistik, insbesondere der Bayes-Statistik, die er zusammen mit Turing auch für Entzifferungsarbeiten im Zweiten Weltkrieg nutzte. Darüber hinaus hatte er eine Vielzahl von Lehrbüchern über Wahrscheinlichkeitstheorie veröffentlicht. Er gilt außerdem als einer der Entdecker der Schnellen Fouriertransformation.[2] Good machte sich auch einen Namen als Schachspieler (Cambridge-Schachmeister 1939) und trug dazu bei, das vor allem in Ostasien bekannte Brettspiel Go in Europa bekannter zu machen. Good selbst hatte seinerzeit die Go-Regeln von Alan Turing gelernt.
Seine Liste kleinerer Veröffentlichungen (2003) umfasst an die 2400 Einträge.[3]
Frank Adcock | Hugh Alexander | Dennis Babbage | Shackleton Bailey | Keith Batey | John Cairncross | Alastair Denniston | Harry Golombek | Irving John Good | John Herivel | Harry Hinsley | John Jeffreys | Dillwyn Knox | Mavis Lever | Donald Michie | Stuart Milner-Barry | Max Newman | Rolf Noskwith | John Tiltman | Edward Travis | Alan Turing | William Tutte | Peter Twinn | Gordon Welchman | Shaun Wylie | Leslie Yoxall
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Good, Irving John |
| ALTERNATIVNAMEN | Good, I. J.; Good, Jack; Gudak, Isidore Jacob (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Mathematiker und Kryptologe |
| GEBURTSDATUM | 9. Dezember 1916 |
| GEBURTSORT | London |
| STERBEDATUM | 5. April 2009 |
| STERBEORT | Radford, Virginia, USA |