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Italiener bildeten zum Stichtag 31. Dezember 2007 in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf mit 6.890 Personen nach Türken und Griechen die drittgrößte Gruppe ausländischer Staatsbürger.[1] Somit stellten sie an der gesamten Bevölkerung (585.858 Einwohner) einen Anteil von rund 1,2 Prozent, an der ausländischen Bevölkerung (100.572 Einwohner) einen Anteil von etwa 6,9 Prozent.
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1548, in der Regierungszeit Wilhelm des Reichen (1539–1591), ist am Düsseldorfer Hof der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg der aus Bologna gebürtige Festungsarchitekt Alessandro Pasqualini der Ältere als Landesbaumeister geschichtlich greifbar. Zur Verstärkung der Stadtbefestigung wurde er ab 1549 zunächst damit beauftragt, unmittelbar südlich der Stadt am Rhein eine Zitadelle zu errichten, in deren Mauern zeitweise auch der Bau eines neuen herzoglichen Schlosses angedacht war.[2] Alessandro Pasqualini der Ältere leitete in der Folgezeit bis zu seinem Tod im Jahre 1559 den Bau eines repräsentativen Renaissanceschlosses, von dem heute noch der Turm am Burgplatz erhalten ist. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist ein Sohn des Hofbaumeisters, Alexander Pasqualini der Jüngere, in der Stadt nachweisbar. Auf seinen Entwürfen gründete der Bau des Rathauses am Marktplatz. Eine seine Schwestern ist als Hofdame in Düsseldorf erwähnt.[3]
Während der Regierungszeit Philipp Wilhelms von der Pfalz (1653–1679) waren am prunkvollen jülich-bergischen Hof in Düsseldorf italienische Kapellmeister und Komponisten als Fachleute für italienische Musik engagiert, unter anderen Giacomo Negri, Egidio Hennio und Giovanni Battista Mocchi. Philipp Wilhelms Sohn, der spätere Kurfürst Jan Wellem, war ebenfalls der italienischen Musik zugetan, so wirkten an seinem Hof die Italiener Sebastiano Moratelli und Agostino Steffani. Drei Opern Steffanis wurden im Opernhaus an der Mühlenstraße uraufgeführt: Arminio (1707) sowie Tassilone[4] und Amor viene dal destino (1709).[5] Libretti für Düsseldorfer Opern Stefanis schrieb Jan Wellems Hofpoet und Sekretär Stefano Benedetto Pallavicini. Ebenfalls als Librettist betätigte sich der Düsseldorfer Hofkammerrat Giorgio Maria Rapparini. Agostino Steffani, der als kurpfälzischer Regierungspräsident und als Apostolischer Vikar primär politische Aufgaben erledigte, war es, der den 25-jährigen Georg Friedrich Händel im August 1710 nach Düsseldorf holte, um seine Musik dem Kurfürstenpaar vorzuführen.[6] Ob auch Arcangelo Corelli, der dem Kurfürsten 1708 ein Kammerkonzert schickte, sich am Düsseldorfer Hofe aufhielt, in nicht belegt. Jedenfalls wurden die erst 1714 in Amsterdam posthum erschienenen Concerti grossi op. 6 Corellis auf Veranlassung des Kardinalnepoten Pietro Ottoboni 1712 dem Kurfürsten Jan Wellem gewidmet.[7] Im Gefolge seiner zweiten Gemahlin, Anna Maria Luisa de’ Medici, einer Tochter des Großherzogs der Toskana, kamen ab 1691 eine ganze Reihe italienischer Kaufleute in die Stadt und brachten neue Züge in deren Wirtschaftsleben. Ein italienischer Bankier namens Feretti ist in jener Zeit als Finanzberater am Hofe erwähnt.[8] 1695 holte Jan Wellem den italienisch-flämischen Bildhauer Gabriel de Grupello nach Düsseldorf. Zur Verherrlichung des Kurfürsten schuf dieser das bekannte Jan-Wellem-Reiterdenkmal am Marktplatz. Auch den venezianischen Architekten Matteo Alberti holte Jan Wellem an seinen Hof, wo er am 3. März 1695 als Graf d'Alberti in den kurpfälzischen Adelsstand erhoben wurde und seither neben Grupello eine hervorgehobene Stellung einnahm.[9] Er entwarf die Klöster der Karmelitessen und der Coelestinerinnen. Der Venezianer Giacomo Leoni, der später als Wegbereiter des Palladianismus in England Bedeutung erlangte, war einige Jahre lang ein Düsseldorfer Schüler Albertis gewesen. Des Weiteren wirkte Domenico Martinelli in Düsseldorf, um den barocken Ausbau des Residenzschlosses zu betreiben. Zu den italienischen Malern, die Jan Wellem an seinen Hof holte, zählten Antonio Bellucci und Giovanni Francesco Cassioni. 1704 standen ferner der Bildhauer Benedetto Antonucci, die Maler Domenico Zanetti, Antonio und Fabrizio Bernardi, die Stukkatoren Luca und Carlo Bonaveri und Francesco Orsolini, der Gipsmarmorierer Camillo Gualandi (Gualardi) sowie der Vergolder Antonio Busi und seine Frau in den Diensten des Kurfürsten.[10] 1713 kam aus London der bereits arrivierte Maler Giovanni Antonio Pellegrini an den kurfürstlichen Hof.[11] 1716–1717 errichtete der venezianische Baumeister Simone del Sarto (Simon Sarto) als Grablege der Düsseldorfer Wittelsbacher das Mausoleum an der Apsis der Hof- und Jesuitenkirche St. Andreas. 1697 richtete der Kurfürst seinem Schwager Gian Gastone de’ Medici die Feierlichkeiten zur Hochzeit mit Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg im Düsseldorfer Schlosse aus. Die glück- und kinderlose Verbindung zwischen dem ungleichen Ehepaar führte allerdings in ein Fiasko und in den Untergang des Hauses Medici. Kurfürstin Anna Maria Luisa, die während ihres 26-jährigen Aufenthalts am Rhein und in Neuburg stets Italienerin geblieben war, sich stets mit italienischem Hofpersonal und Künstlern umgeben sowie nie richtig Deutsch gelernt hatte, kehrte nach dem Tod ihres Gemahls in die Toskana zurück. Ihr Nachruhm war 1774, als der schwedische Philologe und Forschungsreisende Jakob Jonas Björnståhl das Düsseldorfer Kulturleben erkundete, so stark und verklärt, dass er meinte, die Medicäerin und ihre Entourage hätten hier „die Künste eingeführt und das Gefühl des Schönen gegründet.“[12]
In den 1760er Jahren war der Stuckateur Giuseppe Antonio Albuccio im Auftrag des Kurfürsten Carl Theodor mit der Innendekoration der Schlösser Jägerhof und Benrath beschäftigt. Ein bedeutender Kaufmann in der Stadt war der Galanteriewaren- und Parfumhändler Julius Cäsar Farina (1750–1829), Sprössling einer italienischen Familie, die sich im 17. Jahrhundert, von Italien kommend, in Düsseldorf niedergelassen hatte.[13]
Von 1808 bis 1813 hatte Napoleon Bonaparte, ein gebürtiger Korse, seit 1804 Kaiser der Franzosen und seit 1805 auch König von Italien, die Regentschaft des Großherzogtums Berg inne. Beim Besuch seiner Hauptstadt Düsseldorf im Jahre 1811 wurde er feierlich begrüßt. Die Kaiserstraße und der Napoleonsberg im Hofgarten erinnern an diese Zeit. Wenngleich Napoleon in direkter Weise zwar nicht als Italiener gilt, denn kurz vor seiner Geburt hatte die Republik Genua Korsika an Frankreich verkauft, so wurzelte er durch seine korsische Herkunft dennoch stark in italienischer Lebensart, die sich etwa in seinem ausgeprägten Familiensinn ausdrückte. Diesem Familiensinn verdankte es seine Schwester Caroline, dass sie von Napoleon 1806 an der Seite ihres Gemahls Joachim Murat zur Großherzogin von Berg erhoben wurde. Ihr Großherzogtum und dessen Hauptstadt Düsseldorf hatte sie indes nie betreten.
Während bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Italiener in Düsseldorf lediglich im Zuge einer Durchreise, eines vorübergehenden Aufenthalts oder einer vereinzelten Ansiedlung nachweisbar sind, so entwickelte sich um etwa 1960, im Zusammenhang mit dem als Wirtschaftswunder bezeichneten wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland, ein reger Zuzug von Italienern, besonders aus den agrarisch geprägten süditalienischen Regionen Kalabrien, Sizilien, Basilikata und Apulien (siehe Italiener in Deutschland). Ein Düsseldorfer Betrieb, der seinerzeit in besonderem Maße italienische Gastarbeiter anwarb, war die Gerresheimer Glashütte.
Durch zahlreiche Eisdielen, Restaurants und Pizzerien prägen Italiener die Gastronomie der Landeshauptstadt Düsseldorf heute wesentlich. In allen Stadtteilen sind sie vertreten, typischerweise in der Form von Familienbetrieben. Als besondere Schwerpunkte und Verdichtungsbereiche der italienisch geprägten Gastronomie gelten die Stadtteile Pempelfort, Oberkassel und Altstadt. Auch viele Feinkostgeschäfte mit einer speziellen Auswahl von Lebensmitteln und Alkoholika italienischer Herkunft oder Rezeptur werden von Italienern betrieben. Im Kleingewerbe wie dem der Friseure, Schneider und Kleinhändler sind ebenfalls häufig Italiener anzutreffen. In Gerresheim trägt ein Bereich von Werkswohnungen an der Heyestraße den Beinamen Klein-Italien, weil er schon seit einigen Jahrzehnten dicht von Italienern bewohnt wird.
Katholische Gottesdienste in italienischer Sprache werden in den Kirchen St. Katharina und Heilige Dreifaltigkeit abgehalten. In der Ludwig-Wolker-Straße 10 in Pempelfort unterhält die Missione Cattolica Italiana ein katholisches Pfarramt für Italiener. In der Becherstraße 25 in Derendorf liegt das Gemeindezentrum der Missione Cattolica Italiana.