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Jöllenbeck | |||||||||||||
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| Koordinaten | 52° 6′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O52.18.51666666667137Koordinaten: 52° 6′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O | ||||||||||||
| Höhe | 137 m ü. NN | ||||||||||||
| Fläche | 29,7 km² | ||||||||||||
| Einwohner | 21.746 (31. Jan. 2010) | ||||||||||||
| Bevölkerungsdichte | 732,4 Einwohner/km² | ||||||||||||
| Eingemeindung | 1. Jan. 1973 | ||||||||||||
| Postleitzahl | 33739, alt: 4800 | ||||||||||||
| Vorwahlen | 05206, 0521 | ||||||||||||
| Adresse der Verwaltung |
Amtsstraße 13 33739 Bielefeld | ||||||||||||
| Gliederung | |||||||||||||
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Jöllenbeck, Theesen, Vilsendorf | |||||||||||||
| Politik | |||||||||||||
| Bezirksvorsteher | Jens Julkowski-Keppler (Bündnis 90/Die Grünen) | ||||||||||||
| Sitzverteilung (Bezirksvertretung) | |||||||||||||
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Jöllenbeck (ndt. Jürmke) ist der Name eines Stadtbezirks im Norden der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und der Name des größten Ortsteils in diesem Stadtbezirk. Der heutige Ortsteil Jöllenbeck war bis 1972 eine Gemeinde im Kreis Bielefeld und Hauptort des Amtes Jöllenbeck.
Inhaltsverzeichnis |
Der Stadtbezirk Jöllenbeck liegt im Ravensberger Hügelland und hat eine West-Ost-Ausdehnung von etwa sieben sowie eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa sechs Kilometern. Größere Fließgewässer im Stadtbezirk sind der Beckendorfer Mühlenbach, der Moorbach, die Jölle und der Johannisbach, der im Südosten des Stadtbezirks zum Obersee gestaut wird.
An den Stadtbezirk Jöllenbeck grenzen im Norden beginnend im Uhrzeigersinn der Kreis Herford mit den Städten Spenge, Enger und Herford, die Bielefelder Stadtbezirke Heepen, Schildesche und Dornberg und schließlich der Kreis Gütersloh mit der Stadt Werther.
Der Stadtbezirk besteht aus den drei nur informell abgegrenzten Ortsteilen Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf, auf die sich die Bevölkerung wie folgt verteilt:[1]
| Ortsteil | Statistischer Bezirk</br>der Stadt Bielefeld | Einwohner</br>(31.12.2008) |
|---|---|---|
| Jöllenbeck | 556, 557 | 13.584 |
| Theesen | 558 | 3.936 |
| Vilsendorf | 559 | 4.043 |
Jöllenbecks wurde als „Julinbike“ erstmalig im Jahre 1191 in einer Urkunde des Bischofs Bernhard von Paderborn erwähnt. Bereits damals besaß Jöllenbeck in der Nähe der heutigen Straße „Auf dem Tie“ eine Kirche, die seit dem 14. Jahrhundert die Pfarrkirche des Kirchspiels Jöllenbeck war. Auf dessen Gebiet sind aus dem Mittelalter sechs Bauerschaften überliefert, an die zum Teil heute noch Flur- und Straßennamen erinnern:[2]
In der Jöllenbecker Kirche fanden im Mittelalter mehrmals Landtage der Grafschaft Ravensberg statt. Wie die übrigen Teile der Grafschaft Ravensberg auch fiel das Gebiet von Jöllenbeck 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 Jülich-Berg). Die Grafschaft Ravensberg kam 1609 vorläufig und im Jahre 1666 als Folge des Dreißigjährigen Krieges endgültig an Brandenburg-Preußen.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich aus den ursprünglich sechs Bauerschaften die beiden Bauerschaften Oberjöllenbeck und Niederjöllenbeck herausgebildet, die zur Vogtei Schildesche gehörten.[3]
Als Preußen 1807 alle linkselbischen Gebiete abtreten musste, kamen die Jöllenbecker Bauerschaften zunächst zum Königreich Westphalen, wo sie zum Kanton Werther des Distrikts Bielefeld gehörten. 1810 annektierte Frankreich die nördlich des Johannisbachs gelegenen Gebiete des Distrikts Bielefeld und gliederte sie in sein Departement der Oberen Ems ein. Ober- und Niederjöllenbeck wurden zu einer Mairie (Bürgermeisterei) zusammengefasst, die nun zum Kanton Enger im Distrikt Minden gehörte.[4]
Nach der Niederlage Napoleons fiel das gesamte Ravensberger Land an Preußen zurück und wurde Teil des Regierungsbezirks Minden der 1815 gegründeten Provinz Westfalen. Bei der Einteilung der Provinz in Kreise im Jahre 1816 wurde die Bürgermeisterei Jöllenbeck zunächst dem Kreis Herford zugeordnet, aber zum 1. Januar 1832 in den Kreis Bielefeld umgegliedert.[5] Im Rahmen der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde im Dezember 1843 im Kreis Bielefeld aus der Bürgermeisterei Jöllenbeck das Amt Jöllenbeck mit den eigenständigen Gemeinden Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck gebildet.[6]
Jöllenbeck wurde mit der Gründung des ersten Posaunenchores 1843 eines der Zentren der Erweckungsbewegung im Ravensberger Land. In den Jahren 1838 bis 1869 lebte und wirkte hier der Theologe Johann Heinrich Volkening als Pastor.
1909 wurde das Grafschaftsdenkmal („Adlerdenkmal“) zur Erinnerung an die 300-jährige Zugehörigkeit der Grafschaft Ravensberg zu Brandenburg-Preußen aufgestellt. Entwurf und Ausführung erfolgten durch den Bildhauer Heinrich Wefing.
Bei Auflösung des Amtes Schildesche am 1. Oktober 1930 wurden die beiden Gemeinden Theesen und Vilsendorf in das Amt Jöllenbeck eingegliedert. Am 10. August 1952 schlossen sich Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck zur Gemeinde Jöllenbeck zusammen.[7]
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde Jöllenbeck am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[8] In der vergrößerten Stadt Bielefeld wurde der Stadtbezirk Jöllenbeck gebildet, bestehend aus Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf sowie der Gemarkung Nagelsholz der Städte Spenge und Werther, die für den Bau eines Regionalflughafens nach Bielefeld eingemeindet wurde. Nachdem dieses Projekt aufgegeben worden war, wurde Nagelsholz 1982 wieder an Spenge und Werther zurückgegeben.
Die Einwohnerzahl der früheren Gemeinden bzw. des heutigen Ortsteils Jöllenbeck entwickelte sich wie folgt:[9][10][11][12][5]
| Jahr | Oberjöllenbeck | Niederjöllenbeck |
|---|---|---|
| 1843 | 2.196 | 2.207 |
| 1864 | 1.930 | 1.908 |
| 1910 | 2.118 | 2.291 |
| 1939 | 2.949 | 3.397 |
| Jöllenbeck | ||
| 1966 | 9.287 | |
| 2008 | 13.584 | |
Der Handballverein TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck ist insbesondere für seine Jugendarbeit bekannt und wurde hierfür 2004 mit dem bedeutendsten Nachwuchsförderpreis im Sport ausgezeichnet. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Saison 2010/2011 in der Handball-Oberliga Westfalen.
Die Fußballabteilung des TuS Jöllenbeck veranstaltet jedes Jahr ein Internationales Frauen-Hallenfußball-Turnier. An diesem unter dem Namen „Weltklasse in Jöllenbeck“ bekannten Turnier nehmen nationale und internationale Spitzenmannschaften teil. Die erste Herrenmannschaft des TuS Jöllenbeck spielt in der Saison 2010/2011 in der Fußball-Bezirksliga.
Das dreitägige Stadtteilfest „Jürmker Klön“ findet jährlich am dritten Septemberwochenende statt. Mitte Mai findet das „Stiftungsfest der Feuerwehr Jöllenbeck“ statt. Die Feste finden im Ortskern von Jöllenbeck entlang der Dorfstraße, am Bahnhofs- und am Marktplatz statt.
Seit der Kommunalwahl 2009 setzt sich die Bezirksvertretung Jöllenbeck wie folgt zusammen:
Bezirksbürgermeister ist Jens Julkowski-Keppler (Grüne). Sein Stellvertreter ist Peter Kraiczek (CDU).
Die wichtigsten Straßen sind die in das Bielefelder Stadtzentrum führende Jöllenbecker Straße und die Vilsendorfer Straße sowie die Verbindungen in Richtung Bünde und Herford. Aufgrund der Verkehrsführung ist Jöllenbeck besonders im Berufsverkehr ein Nadelöhr.
Jöllenbeck ist der einzige Stadtbezirk von Bielefeld ohne Anschluss an das Stadtbahn- bzw. Regionalbahnnetz. Seit vielen Jahren wird eine Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 diskutiert. Im öffentlichen Nahverkehr sind die Ortsteile des Bezirks durch mehrere Buslinien mit der Endhaltestelle Schildesche der Stadtbahnlinie 1 und der Endhaltestelle Babenhausen-Süd der Linie 3 verbunden. Jöllenbeck ist außerdem durch Regionalbusse mit den Nachbarstädten Spenge und Enger verbunden.
Bis zum 30. April 1955 war Jöllenbeck an das Schienennetz der Bielefelder Kreisbahnen angeschlossen. Die dampfbetriebene Kleinbahn führte von Bielefeld über Schildesche und Jöllenbeck bis nach Enger. An den ehemaligen Kleinbahnhof Jöllenbeck erinnert heute die Gaststätte "Alter Bahnhof".
In Jöllenbeck beginnen verschiedene Rundwanderwege, die vom Heimatverein Jöllenbeck von 1947 angelegt wurden. Ein repräsentativer Weg ist der Rundwanderweg A2, der an einer Gaststätte an der Beckendorfstraße beginnt. Er führt unter anderem durch das Naturschutzgebiet Beckendorfer Mühlenbachtal. Am Weg liegen unter anderem der renovierte Kotten Wulfmeyer und die ehemalige Mühle Rellmann.
Die bekannteste Firma im Stadtbezirk ist der Kompressorenhersteller Boge in Jöllenbeck.
Das Bildungsangebot im Stadtbezirk Jöllenbeck besteht aus einer Real-, einer Haupt- und vier Grundschulen. Die Bielefelder Stadtbibliothek hat in der Jöllenbecker Amtsstraße eine Außenstelle.
Brackwede: Brackwede | Holtkamp | Quelle | Ummeln
Dornberg: Babenhausen | Großdornberg | Hoberge-Uerentrup | Kirchdornberg | Niederdornberg-Deppendorf | Schröttinghausen
Gadderbaum: Bethel
Heepen: Altenhagen | Baumheide | Brake | Brönninghausen | Heepen | Milse | Oldentrup
Jöllenbeck: Jöllenbeck | Theesen | Vilsendorf
Mitte
Schildesche: Gellershagen | Sudbrack | Schildesche
Senne: Buschkamp | Windelsbleiche | Windflöte
Sennestadt: Dalbke | Eckardtsheim | Heideblümchen | Sennestadt
Stieghorst: Hillegossen | Lämershagen-Gräfinghagen | Sieker | Stieghorst | Ubbedissen