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James Bond – 007 jagt Dr. No

Filmdaten
Deutscher TitelJames Bond – 007 jagt Dr. No
OriginaltitelDr. No
Logo dr no de.svg
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1962
Längeca. 110 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieTerence Young
DrehbuchRichard Maibaum,
Johanna Harwood,
Berkely Mather,
Terence Young
ProduktionAlbert R. Broccoli,
Harry Saltzman
MusikMonty Norman,
John Barry
KameraTed Moore
SchnittPeter R. Hunt
Besetzung

James Bond – 007 jagt Dr. No ist ein britischer Spielfilm nach der gleichnamigen Romanvorlage von Ian Fleming. Es ist der erste Film der James-Bond-Reihe, die auf der Grundlage von Flemings Werken entstand. Die Hauptdarsteller Sean Connery und Ursula Andress schafften damit den internationalen Durchbruch. Die Titelmusik ist das James-Bond-Thema. Der Film startete am 25. Januar 1963 in den bundesdeutschen Kinos.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der britische Agent James Bond (007) wird nach Jamaika geschickt, um das Verschwinden des dort stationierten MI6-Agenten John Strangways zu untersuchen und um die Quelle mysteriöser Energiewellen zu lokalisieren, welche die Flugbahnen amerikanischer Raketen aus Cape Canaveral stören. Im Film werden diese Wellen Toppling genannt.

Bond muss sich gegen Attentäter, die es auf sein Leben abgesehen haben, verführerische Frauen und eine giftige Spinne durchsetzen, während er eine Spur verfolgt, die ihn zu dem Minenbesitzer Dr. No führt. Mit Hilfe des einheimischen Fischers Quarrel und des CIA-Agenten Felix Leiter findet Bond das Hauptquartier dieses Mannes auf der (fiktiven) Insel Crab Key. Dort trifft er die schöne Muschelsammlerin Honey Ryder, die Dr. No verdächtigt, ihren Vater ermordet zu haben. Mit Quarrel und Honey dringt Bond in das Herz der Insel vor. In einem radioaktiv kontaminierten Sumpf werden sie von den Wachen Dr. Nos gestellt, Quarrel wird getötet, Bond und Honey werden gefangen genommen. Zu ihrer Überraschung werden sie wie Gäste und nicht wie Gefangene behandelt und schließlich Dr. No persönlich vorgestellt. Dieser ist ein fanatischer Wissenschaftler, der sich an den USA für die Geringschätzung seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten rächen will. Amerikanische Raketen, die von Cape Canaveral starten, werden von ihm per Toppling[3] zum Absturz gebracht, die Energie dazu gewinnt er aus einem eigenen Kernreaktor.

Dr. No bietet Bond, von dessen Fähigkeiten er beeindruckt ist, an, in seiner Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. (dt.: G.O.F.T.E.R.) mitzuarbeiten. Als Bond ablehnt, lässt er ihn zusammenschlagen und einsperren. Bond kann aus seiner Zelle entkommen und, mit dem Schutzanzug eines Technikers verkleidet, den Atomreaktor sabotieren. Während der Stützpunkt um sie herum zu explodieren beginnt, stellt Dr. No Bond zum Kampf und stirbt, als ihn dieser in das kochende Kühlwasser des Reaktors stößt. Zusammen mit Honey kann Bond schließlich in letzter Sekunde von der Insel entkommen.

Entstehungsgeschichte

Als erster Kinofilm einer möglichen James-Bond-Reihe war die Verfilmung des Romans Feuerball geplant. Doch aufgrund der rechtlichen Auseinandersetzung zwischen Ian Fleming, Kevin McClory und Jack Whittingham entschied sich die Produktionsfirma Eon Productions für den Roman Dr. No.

Die in James Bond – 007 jagt Dr. No von der Filmproduktionsfirma Eon Productions erstmals auf die Leinwand gebrachten Merkmale der Filmfigur des James Bond wurden in Anlehnung an die von Ian Fleming erschaffene Romanfigur des James Bond entwickelt. Man orientierte sich an den in den Romanen erläuterten Erscheinungen und Verhaltensweisen. Ebenfalls wird der familiäre Hintergrund der Figur übernommen, auch wenn Fleming erst nach dem Start der Filmreihe den Vater des Geheimagenten zum Schotten macht. Dies geschah in Anlehnung an den Schauspieler Sean Connery (der am rechten Unterarm eine Tätowierung mit den Worten Scotland forever trägt [4]). Des Weiteren stammen die Begrüßung „Mein Name ist Bond. James Bond.“ und ein Großteil der Rollennamen aus den Romanen.

Das Konzept der Filmreihe wird im ersten Teil teilweise eingeführt. Dazu zählt die von Monty Norman komponierte und vom Orchester John Barry gespielte Erkennungsmelodie, der Revolverlauf-Beginn jedes James-Bond-Films, mindestens eine starke und erotische Frauenrolle, die Wahl von exotischen Handlungsorten, die Verwendung von Gadgets und besonderen Fahrzeugen zur Rettung der Welt und das Charakteristikum eines größenwahnsinnigen Bösewichts. Dieser wird von verschiedenen Handlangern unterstützt. Gegenüber den folgenden Filmen der Reihe fehlt bei James Bond – 007 jagt Dr. No die obligatorische Einleitungssequenz, der so genannte Teaser. Diese wurde erstmals im Kinofilm Liebesgrüße aus Moskau verwendet.

Die bekannte Figur des „Q“, alias Major Boothroyd, wird in diesem Film noch von dem Schauspieler Peter Burton gespielt. Ab dem zweiten Bond-Film Liebesgrüße aus Moskau trat dann Desmond Llewelyn in der Rolle auf und spielte sie bis zu seinem Tod 1999. Bereits in diesem Film waren Bernard Lee als Geheimdienstchef „M“ und Lois Maxwell als – in Bond verliebte – Sekretärin Miss Moneypenny zu sehen. Beide Darsteller spielten diese Rollen jahrzehntelang.

Der Bühnenbildner Ken Adam wurde von den Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman beauftragt, die unterschiedlichen benötigten Kulissen in den Pinewood Studios zu bauen. Trotz des niedrigen Budgets für die Kulissen schuf Adam eine futuristische, nicht realitätsnahe Welt und trug somit ebenfalls zum kommerziellen Erfolg des Werkes bei. Obwohl sich die beiden Produzenten Broccoli und Saltzman sicher waren, wurde ihnen vom Filmunternehmen United Artists nur das geringe Budget von rund einer Million Dollar zur Verfügung gestellt. Allein im Vereinigten Königreich spielte der Kinofilm seine Produktionskosten um ein Vielfaches wieder ein.

United Artists hatte schon vor Drehbeginn des Films einen Vertrag ĂĽber den Vertrieb von sechs James-Bond-Filmen abgeschlossen, und nachdem sich der Erfolg von James Bond jagt Dr. No. abzeichnete, begann Eon Productions Ltd. mit der Produktion des zweiten Films LiebesgrĂĽĂźe aus Moskau.

Drehorte

In folgenden Ländern wurde gedreht:[5]

Sonstiges

Englisches Logo

Beim ersten James-Bond-Film entstieg Ursula Andress im cremefarbenen Baumwoll-Bikini (den sie selbst entwarf) mit breitem Gürtel dem Meer. Die Szene sorgte für eine sprunghafte Verbreitung des bis dahin mit moralischen Sorgenfalten betrachteten Textilstücks, das heute als Dr.-No-Bikini geführt wird. In Anknüpfung an diese Szene entstieg Halle Berry 2002 im James-Bond-Film Stirb an einem anderen Tag, ebenfalls in einem Bikini, in einem ähnlichen Design, unter den Blicken von James Bond, gespielt von Pierce Brosnan, dem Meer.

Anthony Dawson, der den verräterischen Professor Dent spielte, war in den Bond-Filmen Liebesgrüße aus Moskau und Feuerball als Bösewicht Blofeld jeweils nur im Ansatz zu sehen und wird in den Credits dafür auch nicht erwähnt.

In „Das große James Bond Buch“ von Siegfried Tesche erfährt man, dass die Produktionskosten des Films knapp unter 1 Mio. Dollar lagen. Das meiste Geld wurde von Ken Adam benötigt, der für den Bau der verschiedenen Sets zuständig war.

Bei der Übertragung des Textes ins Deutsche ist den Übersetzern ein (vielleicht gewollter) Fehler unterlaufen. In der Originalfassung verrät Dr. No, dass er der ungewollte Sohn eines deutschen Missionars und eines chinesischen Mädchens sei. In der deutschen Version gibt er jedoch an, dass sein Vater ein britischer Missionar sei.

Die Verbrecherorganisation heiĂźt in der deutschen Synchronisation zum Ăśbersetzen von S.P.E.C.T.R.E (Special Executive For Counter Intelligence, Terrorism, Revenge, and Extortion) G.O.F.T.E.R (Geheimorganisation FĂĽr Terrorismus, Erpressung und Rache). In LiebesgrĂĽĂźe aus Moskau und Feuerball PHANTOM genannt, heiĂźt die Organisation in Man lebt nur zweimal wie in der englischen Fassung S.P.E.C.T.R.E.

Maurice Binder, der die Vorspannsequenzen von 1962 bis 1989 (ausgenommen Liebesgrüße aus Moskau und Goldfinger) gestaltete, filmte für den 'Pistolenlauf' am Anfang der Filme mit einer Lochkamera das Innere eines echten Pistolenlaufes. Deshalb ist das, was die Zuschauer am Anfang von James Bond – 007 jagt Dr. No bis Lizenz zum Töten sehen, ein echter Pistolenlauf. Ab GoldenEye wurden die Pistolenläufe per Computer erzeugt.

AusrĂĽstung

In diesem Film erhielt Bond zum ersten Mal seine neue Waffe, die Walther PPK, er tauschte sie gegen seine Beretta 418 ein, da diese in seinem letzten Einsatz eine Ladehemmung gehabt habe. Die im Film als Walther PPK dargestellte Pistole ist in Wirklichkeit eine Walther PP [6].

Filmmusik

Bei Kenntnis der späteren James-Bond-Filme ist die Musik für den ersten Film der Reihe doch sehr ungewöhnlich. Monty Norman wurde bereits in zwei Prozessen die Urheberschaft des eröffnenden James Bond Themas zugesprochen, da auf Tonträger-Veröffentlichungen immer wieder John Barry als Komponist angegeben wurde, der tatsächlich speziell auf Normans Wunsch nur als Orchestrator für das Titelthema engagiert wurde.[7] In der DVD-Dokumentation Inside Dr. No singt Norman die ersten Verse eines Lieds, das er Jahre zuvor für eine Bühnenproduktion geschrieben hatte und das in verschiedenen Passagen schon Anklänge an das James-Bond-Thema aufweist. Jedoch ist es zweifelsfrei John Barry gewesen, der mit seiner Interpretation erst das dann als Gunbarrel Theme (durch den Pistolenlauf gesehen) bezeichnete Thema weltberühmt gemacht hat. Auf dem in Mono veröffentlichten Soundtrack-Album[8] (alle weiteren Bond-Filmmusiken wurden dann in Stereo veröffentlicht) sind Normans verschiedene Bearbeitungen des karibischen Volksliedes Underneath The Mango Tree und von Three Blind Mice, bezeichnet als Kingston Calypso, enthalten, es fehlen aber alle späteren typischen Musikelemente, wie das Action-Thema 007, das John Barry erst bei Liebesgrüße aus Moskau einführte. Norman hat auf dem Soundtrack zwar ein zweites James Bond Theme untergebracht, das hat jedoch mit dem später als solches bezeichneten Musikstück keine Gemeinsamkeiten und ist nie wieder verwendet worden.

Soundtrack

Der Soundtrack erschien erstmalig bei United Artists Records im Jahre 1962 auf LP. In den 1980ern wurde eine erste CD Pressung durch EMI Records heraus gebracht. Nach dem 40. James Bond Jubiläum wurde eine neue aufgearbeitete Fassung von Capitol Records im Jahre 2003 veröffentlicht.

Originalauflage
  1. James Bond Theme (01:48)
  2. Kingston Calypso (02:45)
  3. Jamaican Rock (02:05)
  4. Jump Up (02:13)
  5. Audio Bongo (01:33)
  6. Under The Mango Tree (02:25)
  7. Twisting With James (03:12)
  8. Jamaica Jazz (01:08)
  9. Under The Mango Tree (02:46)
  10. Jump Up (01:30)
  11. Dr. No's Fantasy (01:43)
  12. Kingston Calypso (02:31)
  13. The Island Speaks (03:23)
  14. Under The Mango Tree (02:44)
  15. The Boy's Chase (01:34)
  16. Dr. No's Theme (02:02)
  17. James Bond Theme (02:24)
  18. Love At Last (01:53)

Auszeichnungen

Ursula Andress erhielt 1964 den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin. Im selben Jahr errang bei der Vergabe der Laurel Awards der Film hinter dem Western MacLintock einen 2. Platz in der Kategorie Bestes Action-Drama. Sean Connery belegte als Bester Action-Darsteller hinter John Wayne (MacLintock) und Steve McQueen (Gesprengte Ketten) Platz 3.

Kritiken

„Erster Film der populären und – trotz mehrfachen Hauptdarsteller-Wechsels – langlebigen Serie von Actionfilmen, die seit 1962 Motive aus Romanen des Engländers Ian Fleming (1908–1964) zu einer spektakulären Genre-Mischung verarbeitet.“

– Lexikon des Internationalen Films

Literatur

  • Michael Marti, Peter Wälty: James Bond und die Schweiz. Basel 2008. ISBN 978-3-905800-20-3
  • Danny Morgenstern, Manfred Hobsch: James Bond XXL. Schwarzkopf & Schwarzkopf – ISBN 3-89602-545-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabescheinigung der FSK
  2. ↑ Deutsche Synchronkartei
  3. ↑ Begriffserklärung Toppling
  4. ↑ Seite mit Tattoo-Bild
  5. ↑ Siegfried Tescher: Der große James Bond-Atlas. Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2008, ISBN 978-3-577-07305-9, S. 114/115
  6. ↑ Internet Movie Firearms Database
  7. ↑ The James Bond Theme Story
  8. ↑ verschiedene Ausgaben des Soundtrack-Albums bei Soundtrackcollector
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